{"entities":{"Q1471706":{"pageid":1482446,"ns":120,"title":"Item:Q1471706","lastrevid":43135896,"modified":"2025-07-21T19:10:04Z","type":"item","id":"Q1471706","labels":{"en":{"language":"en","value":"Over de relativiteit der traagheid: Beschouwingen naar aanleiding van \\textit{Einstein}'s laatste hypothese. (\u00dcber die Relativit\u00e4t der Tr\u00e4gheit. 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(Monthly Notices 78, 3- 28, 1917.)   Das Problem der Grenzbedingungen im Unendlichfernen f\u00fcr die \\(g_{ik}\\) war in der oben referierten Arbeit \\textit{de Sitter's} von 1916 aufgerollt worden. \\textit{Einstein} hat in den ``kosmologischen Betrachtungen zur allgemeinen Relativit\u00e4tstheorie'' (Berl. Ber. 1917, 142; s. das Ref. auf S. 1295) eine neue L\u00f6sung hierf\u00fcr angegeben. Die urspr\u00fcnglich (1916) von ihm gew\u00e4hlten Grenzbedingungen \\(g_{ij}=\\delta_{ij}\\) zeichnen bestimmte Bezugsysteme aus, ferner ist die Tr\u00e4gheit bei ihnen nicht relativ, indem ein im Weltall isolierter (d. h. sehr weit entfernter) Massenpunkt fast dieselbe Tr\u00e4gheit (dieselben \\(g_{ik}\\)) besitzen w\u00fcrde, wie in dem Falle, da\u00df\\ er von den \u00fcbrigen Massen unserer tats\u00e4chlichen Welt umgeben ist, drittens unterliegen sie dem ``Ver\u00f6dungseinwand'' ebenso, wie die urspr\u00fcngliche \\textit{Newton}sche Theorie der Gravitation. Darunter ist folgendes zu verstehen: Da das Gravitationspotential \\textit{Newtons} im Unendlichen verschwindet, kann ein mit endlicher kinetischer Energie begabter Himmelsk\u00f6rper das r\u00e4umlich Unendliche erreichen; es gen\u00fcgt hierzu eine nach der statistischen Mechanik immerhin wahrscheinliche Eigengeschwindigkeit des Himmelsk\u00f6rpers. Dadurch k\u00e4me es zu einer allm\u00e4hlichen Ver\u00f6dung unseres Sternsystems, wogegen die Erfahrung spricht. \\textit{Einstein} hatte daher (s. obiges Referat) andere Grenzbedingungen, n\u00e4mlich: \\(g_{\\lambda \\mu} \\to 0, g_{\\lambda 4} \\to \\infty, g_{44}\\to \\infty^2\\) \\((\\lambda, \\mu=1, 2, 3)\\) in Betracht gezogen. Diese sind zwar nicht gegen alle, aber doch gegen eine gro\u00dfe Gruppe von Transformationen invariant; ebenso best\u00e4nde der Ver\u00f6dungseinwand nicht zu Recht, da hier die potentielle Energie des Gravitationsfeldes wegen \\(G_{44} \\to \\infty^2\\) im Unendlichen unendlich gro\u00df\\ wird, so da\u00df\\ ein Massenpunkt unser Sternsystem niemals verlassen kann. Endlich bes\u00e4\u00dfe ein Massenpunkt im Unendlichfernen die tr\u00e4ge Masse Null, so da\u00df\\ die Relativit\u00e4t der Tr\u00e4gheit gewahrt w\u00e4re.   Gegen diese L\u00f6sung hat aber \\textit{de Sitter} mit Recht eingewendet, da\u00df\\ die \\(g_{ik}\\) im Unendlichen unseres Fixsternsystemes diese Werte nicht annehmen k\u00f6nnen, da sie, wie das Spektroskop wenigstens f\u00fcr \\(g_{44}\\) zeigt, auch dort nur wenig von den Werten \\(g_{ik}=\\delta_{ik}\\) abweichen. Man m\u00fc\u00dfte daher eigens sehr gro\u00dfe Massen noch jenseits der Fixsterne erfinden, damit diese Bedingungen im Unendlichen erf\u00fcllt sein k\u00f6nnen. \\textit{Einstein} hat daher diese Grenzbedingungen aufgegeben. Nach dem Fehlschlagen dieses Versuches mu\u00df\\ man entweder auf die Aufstellung von allgemein g\u00fcltigen Grenzbedingungen verzichten, wie dies \\textit{de Sitter} in der vorstehend referierten Arbeit tat; oder, wenn man nicht so weit resignieren will, mu\u00df\\ man mit \\textit{Einstein} (1917) annehmen, da\u00df\\ die Welt \u00fcberhaupt nicht unendlich ist, so da\u00df\\ Grenzbedingungen im Unendlichen von selber entfallen.   Vom Standpunkte der Relativit\u00e4tstheorie ist diese Formulierung wie \\textit{de Sitter} bemerkt, nicht ganz exakt, weil man eine endliche Mannigfaltigkeit immer auf eine unendliche vermittelst geeigneter Koordinatentransformationen abbilden kann. Worauf es aber ankommt, ist, da\u00df\\ die Integrale der nat\u00fcrlich gemessenen Bogenl\u00e4ngen einen endlichen Wert behalten, auch wenn man die Integration bis ins Unendliche erstreckt. Hierzu ist notwendig, da\u00df\\ der Grenzwert der \\(g_{ik}\\) im Unendlichen gegen Null geht. Dies ist die richtige Formulierung des Postulats der Endlichkeit der Welt vom Standpunkte der Relativit\u00e4tstheorie. Es ist klar, da\u00df\\ diese Grenzbedingungen, d. h. \\(g_{ik} \\to 0\\) \\((i, k=1,2,3,)\\) unter allen Transformationen invariant bleiben. (Mathematisches Postulat der Relativit\u00e4t der Tr\u00e4gheit.) (\\textit{de Sitter's} Grenzbedingungen. L\u00f6sung B.)   Dieses sind aber nicht die Grenzbedingungen \\textit{Einstein}s in den kosmologischen Betrachtungen. \\textit{Einstein} w\u00e4hlt vielmehr ein bestimmtes Koordinatensystem, n\u00e4mlich dasjenige, relativ zu welchem die Materie im Mittel dauernd ruht; da\u00df\\ es ein solches gibt, folgt aus dem Verhalten der Relativeigengeschwindigkeiten der Sterne. In diesem System sollen nun alle r\u00e4umlichen L\u00e4ngen endlich sein; d. h. \\(g_{\\lambda \\mu}\\to 0, g_{\\lambda 4} \\to 0\\) (\\(\\lambda, \\mu=1, 2, 3\\)), \\(g_{44}\\to 1\\). (\\textit{Einstein}'s Grenzbedingungen. \\textit{L\u00f6sung} A.) Invarianz besteht jetzt nat\u00fcrlich nur mehr gegen diejenige Gruppe von Transformationen, welche die Zeit im Unendlichen in Ruhe l\u00e4\u00dft. Das mathematische Postulat der Relativit\u00e4t der Tr\u00e4gheit ist also bei \\textit{Einstein} nicht erf\u00fcllt.   Hingegen erf\u00fcllt die \\textit{Einstein}sche L\u00f6sung ein anderes Postulat, das \\textit{materielle Postulat der Relativit\u00e4t der Tr\u00e4gheit}: Keine Tr\u00e4gheit ohne Materie, die sie bedingt. Urspr\u00fcnglich (s. oben) hatte \\textit{Einstein} zu diesem Zwecke sehr gro\u00dfe Massen im Unendlichen angenommen. An Stelle dessen verteilt er jetzt diese Massen \u00fcber die ganze Welt mit einer mittleren homogenen Dichte \\(\\varrho_0\\) (Weltmaterie nach \\textit{de Sitter}). Im einzelnen ergeben sich lokale Abweichungen von dieser Homogeneit\u00e4t in der gew\u00f6hnlichen Materie der Sterne, die man als Kondensationen der Weltmaterie auffassen kann. Die ``Tr\u00e4gheit'' ist dann durch die homogene Dichtenverteilung, die noch hinzutretende ``Gravitation'' durch die Abweichungen von der Homogeneit\u00e4t bedingt, wenn man mit \\textit{Newton} Tr\u00e4gheit und Gravitation trennen will.   Diese Homogeneit\u00e4t bedingt nun offenbar eine konstante \\textit{Riemann}sche Kr\u00fcmmung des Raumes. Hierbei unterscheiden sich \\textit{de Sitter's} L\u00f6sung B und \\textit{Einstein}'s L\u00f6sung A dadurch, da\u00df\\ bei letzterer nur der spezielle dreidimensionale Raum in dem erw\u00e4hnten ausgezeichneten Koordinatensystem in Frage kommt, bei ersterer alle m\u00f6glichen Raume in allen m\u00f6glichen Koordinatensystemen. Dementsprechend besteht f\u00fcr \\textit{Einstein} konstante Kr\u00fcmmung des erw\u00e4hnten dreidimensionalen Raumes mit \\(g_{\\lambda \\mu}\\) \\((\\lambda, \\mu=1, 2, 3)\\), w\u00e4hrend \\(G_{\\lambda 4}=0\\) und \\(g_{44}\\)=konst. sein mu\u00df, wenn die Materie in diesem Koordinatensystem ruht. F\u00fcr \\textit{de Sitter} besteht hingegen konstante Kr\u00fcmmung der vierdimensionalen Welt \\(g_{ik}\\) \\((i, k=1, 2, 3, 4)\\). In beiden F\u00e4llen ist wegen der vorausgesetzten Endlichkeit der Welt die Kr\u00fcmmung positiv.   Nun erweist es sich aber, da\u00df\\ beide gemachten Ans\u00e4tze f\u00fcr die \\(g_{ik}\\) die Feldgleichungen \\(G_{ik}=-\\kappa T_{ik} + \\frac 12 g_{ik} \\kappa T\\) niemals befriedigen, wenn f\u00fcr \\(T_{\\lambda \\mu}=T_{\\lambda 4}=0, T_{44}=g_{44} \\varrho_0\\) der Tensor der ruhenden Weltmaterie eingesetzt wird. \\textit{Einstein} erweitert daher die Feldgleichungen auf die Form  \\[  G_{ik}-\\lambda g_{ik}=-\\kappa T_{ik} + \\tfrac 12 g_{ik} \\kappa T,  \\]  was mit den Erhaltungss\u00e4tzen von Energie und Impuls vertr\u00e4glich ist, wenn \\(\\lambda\\)=konst. Man findet nun in einem Polarkoordinatensystem, in welchem die Welt endlich ist:    \\[ \\begin{aligned} &\\text{L\u00f6sung A (\\textit{Einstein}):}\\qquad \\kappa \\varrho_0=2\\lambda,\\quad \\lambda=\\frac{1}{R^2},\\\\ &(\\text{1 A})\\quad -ds^2=dr^2+R^2 \\sin^2 \\frac rR (d \\psi^2 + \\sin^2 \\psi d \\vartheta^2)-c^2dt^2.\\\\ &\\text{L\u00f6sung B (\\textit{de Sitter}):}\\qquad \\varrho_0=0,\\quad \\lambda=\\frac{3}{R^2},\\\\ &(\\text{1 B})\\quad -ds^2=dr^2+R^2 \\sin^2 \\tfrac rR (d \\psi^2 + \\sin^2 \\psi d \\vartheta^2)-c^2 \\cos^2 \\tfrac rR dt^2.\\end{aligned} \\]  Die \\textit{de Sitter}sche L\u00f6sung B befriedigt mithin das materielle Postulat der Relativit\u00e4t der Tr\u00e4gheit im Gegensatz zu \\textit{Einstein}s L\u00f6sung A nicht, da bei ihr die Dichte der Weltmaterie verschwindet; infolgedessen beh\u00e4lt. bei \\textit{de Sitter} ein isolierter Massenpunkt seine Tr\u00e4gheit bei, obwohl keine Weltmaterie da ist, auf die man, wie bei \\textit{Einstein}, diese Tr\u00e4gheit zur\u00fcckf\u00fchren k\u00f6nnte. \\textit{De Sitter} wendet freilich ein, da\u00df\\ in der \\textit{Einstein}'schen Schlu\u00dfweise ein logischer Widerspruch liege: das Postulat \\textit{Mach's}: ``Die Masse des isolierten Punktes ist Null'', welches der Kern des materiellen Postulats der Relativit\u00e4t der Tr\u00e4gheit ist, kann doch nur erf\u00fcllt sein, wenn die Weltmaterie wegfiele. Diese ist also eigens nur deshalb erfunden, weil bei der gew\u00f6hnlichen Materie der Fixsterne, der Nebel usw. sich zeigt, da\u00df\\ auch ein von ihnen weit entr\u00fcckter Punkt seine Masse unver\u00e4ndert beibeh\u00e4lt; Ursache hiervon soll eben sein, da\u00df\\ dieser Punkt dann noch immer im Felde der Weltmaterie bleibt. Diese letztere ist also sozusagen erfunden, blo\u00df\\ um annehmen zu k\u00f6nnen, da\u00df\\ sie nicht existiert. Man kann auch nach \\textit{de Sitter} sagen, da\u00df\\ die Weltmaterie die Rolle des alten \\textit{Newton}schen Inertialsystems oder des absoluten Raumes \u00fcbernimmt. Sie ist nichts anderes als das materialisierte Inertialsystem. Man hat auch in (1 A) die entsprechende absolute Zeit wie bei \\textit{Newton}. Dementsprechend besteht relativ zu diesem. dreidimensionalen Raum wegen der absoluten Zeit eine Art \\textit{Galilei}scher Relativit\u00e4t in der Welt als Ganzem an Stelle der \\textit{Lorentz-Einstein}schen.   \\(\\lambda=\\frac{1}{R^2}\\) bez. \\(\\frac{3}{R^2}\\) mu\u00df\\ nat\u00fcrlich einen sehr kleinen Wert haben, da unsere Beobachtungen verlangen, da\u00df\\ die angenommene Kr\u00fcmmung des Raumes keinen me\u00dfbaren Effekt auf die bisher bekannten astronomischen oder physikalischen Erscheinungen hat. Die Einf\u00fchrung dieser Konstante gen\u00fcgt also mehr einem philosophischen Bed\u00fcrfnis, n\u00e4mlich der Erkl\u00e4rung der Tr\u00e4gheit, die freilich dadurch wieder nur auf eine neue Unbekannte, eben dieses \\(\\lambda\\), zur\u00fcckgef\u00fchrt wird.","type":"string"},"datatype":"string"},"type":"statement","id":"Q1471706$538F2627-52B8-42F4-8797-9ADD560D8FE9","rank":"normal"}],"P1451":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1451","hash":"3d962a794211adc32beff055da4d116146216a27","datavalue":{"value":"2614084","type":"string"},"datatype":"external-id"},"type":"statement","id":"Q1471706$6A09A33D-00B1-41DF-BBA5-F21502DCA573","rank":"normal"}],"P1460":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1460","hash":"57f7fea50d2ce1b39b695c4a1313582eed405e38","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":5976449,"id":"Q5976449"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1471706$3E562AAB-4C86-4FEF-A6B5-6D46B98C7636","rank":"normal"}]},"sitelinks":{"mardi":{"site":"mardi","title":"Publication:1471706","badges":[],"url":"https://portal.mardi4nfdi.de/wiki/Publication:1471706"}}}}}