{"entities":{"Q1481397":{"pageid":1492137,"ns":120,"title":"Item:Q1481397","lastrevid":71931543,"modified":"2026-04-14T01:30:14Z","type":"item","id":"Q1481397","labels":{"en":{"language":"en","value":"Begr\u00fcndung der kinetischen Gastheorie."}},"descriptions":{"en":{"language":"en","value":"scientific article; zbMATH DE number 2627975"}},"aliases":{},"claims":{"P31":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P31","hash":"fd5912e4dab4b881a8eb0eb27e7893fef55176ad","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":56887,"id":"Q56887"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1481397$17B63AF6-404A-4A2A-8156-474D47A29F6C","rank":"normal"}],"P159":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P159","hash":"817ad65e240163aabf4dfd3429035f0e99c224e8","datavalue":{"value":{"text":"Begr\u00fcndung der kinetischen Gastheorie.","language":"en"},"type":"monolingualtext"},"datatype":"monolingualtext"},"type":"statement","id":"Q1481397$B427EB27-9F63-43AC-A2DB-087C48C68323","rank":"normal"}],"P225":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P225","hash":"f2fa2f8c671771477fd7d76489b987a3da731358","datavalue":{"value":"43.1055.03","type":"string"},"datatype":"external-id"},"type":"statement","id":"Q1481397$9234D39B-9B78-4D9A-834D-EED9F8658A35","rank":"normal"}],"P27":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P27","hash":"e66c57e4ff2fc9244986c88aa447e176ab3cfc80","datavalue":{"value":"10.1007/BF01456676","type":"string"},"datatype":"external-id"},"type":"statement","id":"Q1481397$BBFF8021-4EB5-4E9C-8782-7F30581B2C93","rank":"normal"}],"P200":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P200","hash":"7016073dc3661ad2b8fcf740b72e135f31d59f23","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":166142,"id":"Q166142"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1481397$301B0CEE-A70F-4C7B-A52E-BB5F7BA08477","rank":"normal"}],"P28":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P28","hash":"e928c93a6d9b179b2587975068d2782884441b08","datavalue":{"value":{"time":"+1912-00-00T00:00:00Z","timezone":0,"before":0,"after":0,"precision":9,"calendarmodel":"http://www.wikidata.org/entity/Q1985727"},"type":"time"},"datatype":"time"},"type":"statement","id":"Q1481397$AC42CBD8-471E-4C97-AC50-70C1662C4826","rank":"normal"}],"P205":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P205","hash":"ceeda194bfc6586bfaf7f5432d9672b713b3e058","datavalue":{"value":"https://eudml.org/doc/158586","type":"string"},"datatype":"url"},"type":"statement","id":"Q1481397$F17F61FA-2625-481E-AE07-E47EBFB2DED4","rank":"normal"}],"P1448":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1448","hash":"2468b137ef04beed5490d72b5e47119f5fc54657","datavalue":{"value":"Ausgangspunkt der \\textit{Hilbert}schen Begr\u00fcndung der Gastheorie ist die \\textit{Maxwell-Boltzmann}sche Sto\u00dfformel f\u00fcr die unbekannte \\textit{Maxwell}sche Verteilungsfunktion \\(F (t; x, y, z; \\xi, \\eta, \\zeta) \\{t = \\text{Zeit}\\), \\((x, y, z)\\) Raumkoordinaten einer beliebigen Stelle im Gas, \\((\\xi, \\eta, \\zeta)\\) Komponenten der dort herrschenden Geschwindigkeit\\(\\}\\). Diese Sto\u00dfformel kann nicht anders als durch statistische Betrachtungen gewonnen werden; aber die weitere Deduktion vollzieht sich nun auf v\u00f6llig strengem Wege, ohne da\u00df auf Wahrscheinlichkeits\u00fcberlegungen zur\u00fcckgegriffen zu werden braucht. Der Ansatz f\u00fcr \\(F\\) als einer Potenzreihe in \\(t\\) wird verworfen, da eine solche Potenzreihe nur in einem endlichen Zeitintervall konvergieren wird, w\u00e4hrend es sich gerade darum handelt, die Sto\u00dfformel in der Weise zu l\u00f6sen, da\u00df \\(F\\) f\u00fcr alle Zeiten endlich und stetig bleibt (Forderung der Stabilit\u00e4t des Gases). Statt dessen benutzt \\textit{Hilbert} unter Einf\u00fchrung eines Parameters \\(\\lambda\\) eine Poztenzreihe in \\(\\lambda\\): \\(\\boldsymbol\\varPhi + \\boldsymbol\\varPsi \\lambda+\\boldsymbol X\\lambda^2+\\cdots\\); darin findet die \\textit{Maxwell}sche Idee, die Verteilungsfunktion durch sukzessive Approximation zu ermitteln, eine exakte Formulierung. In der Tat ergeben hernach die sukzessiven Abschnitte dieser Potenzreihe, wenn man sie an Stelle der Sto\u00dffunktion nimmt, die Gasgesetze mit immer wachsender Genauigkeit und Vollst\u00e4ndigkeit.  F\u00fchrt man den Ansatz von \\(F\\) in die Sto\u00dfformel ein, so ergibt sich zun\u00e4chst eine Gleichung f\u00fcr die positive Funktion \\(\\boldsymbol\\varPhi\\), die bereits von \\textit{Boltzmann} vollst\u00e4ndig gel\u00f6st worden ist: man erh\u00e4lt f\u00fcr \\(\\boldsymbol\\varPhi\\) diejenige Funktion, welche die sogenannte \\textit{Maxwell}sche Geschwindigkeitsverteilung darstellt; es gehen darin f\u00fcnf willk\u00fcrliche Funktionen von Ort und Zeit ein, die man als Dichte, Temperatur und die drei Komponenten der beobachtbaren Geschwindigkeit aufzufassen hat. Setzt man ferner \\(\\boldsymbol\\varPsi = \\psi\\boldsymbol\\varPhi\\), so entsteht f\u00fcr \\(\\psi\\) -- und dies ist der entscheidende Punkt in der \\textit{Hilbert}schen Theorie -- eine inhomogene orthogonale lineare Integralgleichung mit symmetrischem Kern, in welchem nur die Geschwindigkeitskomponenten \\(\\xi\\), \\(\\eta\\) \\(\\zeta\\) als Integrationsvariabeln auftreten. Es stellt sich heraus, da\u00df die korrespondierende homogene Integralgleichung genau f\u00fcnf linear unabh\u00e4ngige L\u00f6sungen besitzt, n\u00e4mlich 1, \\(\\xi\\), \\(\\eta\\), \\(\\zeta\\) und das Quadrat der Geschwindigkeit. Infolgedessen mu\u00df, damit die inhomogene Integralgleichung eine L\u00f6sung besitzt, deren rechte Seite f\u00fcnf Integralbedingungen erf\u00fcllen. Dies ergibt f\u00fcnf partielle Differentialgleichungen erster Ordnung f\u00fcr Druck, Temperatur und beobachtbare Geschwindigkeit, welche nichts anderes sind als die hydrodynamischen Gleichungen samt der Kontinuit\u00e4tsgleichung und der thermodynamischen Grundgleichung f\u00fcr ein ideales Gas in erster Ann\u00e4herung. Man kann die Werte jener Unbekannten f\u00fcr den Anfangsmoment \\(t = t_0\\) willk\u00fcrlich vorgeben, dann sind sie f\u00fcr alle Zeiten bestimmt. Unter der Voraussetzung, da\u00df diese Integrabilit\u00e4tsbedingungen erf\u00fcllt sind, enth\u00e4lt die L\u00f6sung der inhomogenen Integralgleichung in linearer Weise f\u00fcnf Gr\u00f6\u00dfen, die hinsichtlich der Integrationsvariablen konstant sind, d. h. f\u00fcnf willk\u00fcrliche Funktionen von Ort und Zeit. Das n\u00e4chste Glied \\(X\\) der Entwicklung bestimmt sich nunmehr mittels derselben Integralgleichung, und wiederum erfordert die L\u00f6sbarkeit, da\u00df die rechte Seite eben jene f\u00fcnf Integrabilit\u00e4tsbedingungen erf\u00fclle. Diese bedeuten jetzt: den zweiten W\u00e4rmesatz, den \\textit{Boltzmann}schen Ausdruck f\u00fcr die Entropie des Gases und die Bewegungsgleichungen mit Ber\u00fccksichtigung der inneren Reibung und W\u00e4rmeleitung. Wiederum k\u00f6nnen die f\u00fcnf Funktionen noch willk\u00fcrlich f\u00fcr den Anfangsmoment als Funktionen des Ortes vorgegeben werden. In dieser Weise f\u00e4hrt man fort. Bei jedem einzelnen Schritt, kommen f\u00fcnf willk\u00fcrliche Funktionen des Ortes hinzu. Aber diese kombinieren sich schlie\u00dflich so miteinander, da\u00df die L\u00f6sung nur von f\u00fcnf willk\u00fcrlichen Funktionen des Ortes abh\u00e4ngig erscheint; d. h. der Zustand eines stabilen Gases ist f\u00fcr alle Zeit eindeutig bestimmt, wenn man f\u00fcr dasselbe zur Zeit \\(t_0\\) Dichte, Temperatur und beobachtbare Geschwindigkeit als Funktionen des Ortes kennt.  Diese Begr\u00fcndung der Gastheorie ist das erste wichtige Beispiel aus der Physik, in der eine Integralgleichung direkt ohne Vermittlung einer Differentialgleichung auftritt.","type":"string"},"datatype":"string"},"type":"statement","id":"Q1481397$016BBC35-7FF8-4887-9DC7-9048FCA5EAA5","rank":"normal"}],"P1451":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1451","hash":"ed78aa190e15bd0960f496435d624e1dd1064693","datavalue":{"value":"2627975","type":"string"},"datatype":"external-id"},"type":"statement","id":"Q1481397$FFDEB693-1BC0-4E3D-B1F9-9341A6692BDA","rank":"normal"}],"P1460":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1460","hash":"57f7fea50d2ce1b39b695c4a1313582eed405e38","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":5976449,"id":"Q5976449"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1481397$340A6BCA-54AD-4247-8D72-4A34729F7D16","rank":"normal"}],"P16":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P16","hash":"63f4e6b9ab2b2c08898c0c1fdb9359a9aae57735","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":6480500,"id":"Q6480500"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1481397$C165BD36-1D82-40EA-93A2-E014AC30278D","rank":"normal"}]},"sitelinks":{"mardi":{"site":"mardi","title":"Begr\u00fcndung der kinetischen Gastheorie.","badges":[],"url":"https://portal.mardi4nfdi.de/wiki/Begr%C3%BCndung_der_kinetischen_Gastheorie."}}}}}