{"entities":{"Q1518804":{"pageid":1529544,"ns":120,"title":"Item:Q1518804","lastrevid":67729209,"modified":"2026-04-12T19:32:07Z","type":"item","id":"Q1518804","labels":{"en":{"language":"en","value":"Vorlesungen \u00fcber mathematische Physik. Erster Band: Mechanik. Vierte Auflage. Herausgegeben von W. Wien. Mit 18 Figuren im Text."}},"descriptions":{"en":{"language":"en","value":"scientific article; zbMATH DE number 2674345"}},"aliases":{},"claims":{"P31":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P31","hash":"fd5912e4dab4b881a8eb0eb27e7893fef55176ad","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":56887,"id":"Q56887"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1518804$210F46CD-40C0-467E-B2F1-EC124D2711BA","rank":"normal"}],"P159":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P159","hash":"d1528f389188f27d1b441bf7dd337d76b81f4bbc","datavalue":{"value":{"text":"Vorlesungen \u00fcber mathematische Physik. Erster Band: Mechanik. 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Allseitig durchdacht und mit der gewissenhaften Treue im einzelnen durchgearbeitet, die alle Schriften Kirchhoff's auszeichnet, ist die urspr\u00fcngliche Form des Werkes in den beiden n\u00e4chsten, vom Verfasser selbst besorgten Auflagen (die zweite ist vom November 1876, die dritte vom September 1883 datirt), abgesehen von geringf\u00fcgigen Aenderungen, unangetastet bestehen geblieben, und der gegenw\u00e4rtige Herausgeber hat sich nat\u00fcrlich darauf beschr\u00e4nken m\u00fcssen, einige f\u00fcr den Gang des Werkes unbedeutende Unrichtigkeiten, von denen eine Anzahl in einem nachgelassenen Manuscripte des Verfassers angemerkt war, zu verbessern. Aeusserlich ist die Constanz des Textes schon dadurch beglaubigt, dass die erste Auflage 466 Seiten umfasste, gegen\u00fcber den 464 der vorliegenden, ein in die Augen springendes Zeugnis f\u00fcr die peinliche Sorgfalt, die Kirchhoff auf die Ausarbeitung seiner Vorlesungen verwendet hatte. ,,Seine Gabe war nicht das Anfangen, sondern das Vollenden. Es ist gewiss bezeichnend f\u00fcr seine Arbeiten, f\u00fcr seine Neigung, nur von den sichergestelltesten Grundlagen und nur in v\u00f6llig mathematischer Strenge die Entwickelung fortzuf\u00fchren, dass er wohl fast niemals gezwungen gewesen ist, auch nur in Kleinigkeiten sich selbst zu berichtigen oder berichtigen zu lassen.'' Diese treffenden Worte in der Voigt'schen Ged\u00e4chtnisrede auf Kirchhoff passen in jeder Hinsicht auf seine Mechanik und erkl\u00e4ren die Unwandelbarkeit ihres Textes.   Die Kirchhoff'schen Vorlesungen sind nicht ein Lehrbuch der analytischen Mechanik in dem Sinne der klassischen franz\u00f6sischen Vorbilder. Die Dynamik des Punktes und des starren K\u00f6rpers findet sehr rasch auf 94 Seiten in den ersten neun Vorlesungen ihre Erledigung. Dann folgen in viel gr\u00f6sserer Ausf\u00fchrlichkeit nach einer Einleitung \u00fcber die Verschiebungen der Teile eines K\u00f6rpers die Hydrostatik, die Capillarit\u00e4t, die Hydrodynamik und die Aerodynamik; hier werden die Resultate der von Dirichlet, Helmholtz und Kirchhoff selbst durchgef\u00fchrten, epochemachenden Arbeiten im Zusammenhange mit der allgemeinen, durch sie zum Teil umgewandelten Theorie vorgef\u00fchrt. Endlich wird in den letzten vier von den dreissig Vorlesungen, in welche der Inhalt geteilt ist, die mathematische Elasticit\u00e4tstheorie vorgetragen, wo Kirchhoff ebenfalls durch eine Reihe fundamentaler Arbeiten reformirend aufgetreten war. Wegen der einleuchtenden Erfolge, welche Kirchhoff durch seine vorsichtige mathematische Methode erzielte, bem\u00fchten sich seine Nachfolger, den philosophischen Sinn zu erfassen, der den Autor bei der Abfassung geleitet hatte. Die Schell'sche ,,Theorie der Bewegung und der Kr\u00e4fte'', dasjenige Werk, welches neben der Kirchhoff'schen Mechanik w\u00e4hrend der letzten 25 Jahre wohl den nachhaltigsten Einfluss auf diesem Gebiete ausge\u00fcbt hat, zeigt in der zweiten Auflage von 1880 (Bd. II, S. 1 ff.) dieselbe Neigung zu v\u00f6lliger Abstraction in den allgemeinen Er\u00f6rterungen \u00fcber die Kr\u00e4fte und das Mass derselben. Ferner hat man als letzte Consequenz der in dem Buche herrschenden, philosophischen Grundanschauung wohl die Ueberlegungen anzusehen, welche Hertz in der Einleitung zu seinen Principien der Mechanik (1894) angestellt hat. Wenn dort von den ,,Bildern'' oder Symbolen der \u00e4usseren Gegenst\u00e4nde geredet wird, die wir uns von den Dingen in solcher Art machen, dass die denknotwendigen Folgen der Bilder stets wieder die Bilder seien von den naturnotwendigen Folgen der abgebildeten Gegenst\u00e4nde, so ist ja damit der zuerst von Descartes in aller Sch\u00e4rfe aufgestellte Gegensatz zwischen Geist und Materie, oder die Trennung des erkenntnistheoretischen Vorstellungsobjectes in Object und subjective Vorstellung ausgesprochen; aber dieser Gegensatz findet sich auch in der ber\u00fchmten Definition Kirchhoff's von der Mechanik als einer Beschreibung der Bewegungsvorg\u00e4nge, da ja eine solche Beschreibung eben eine Art des Denkens \u00fcber die Dinge ist, dem das Ding an sich fremd gegen\u00fcber steht. Der Italiener Maggi, welcher in seinem j\u00fcngst erschienenen Buche ,,Principii della teoria matematica del movimento'' (F. d. M. 26, 777, 1895, JFM 26.0777.01) eine ganz originale Bearbeitung der ,,Meccanica razionale'' geliefert hat, stimmt zwar im allgemeinen der Kirchhoff'schen Auffassung bei, sucht aber das Band mit der Realit\u00e4t, mit dem Experimente dadurch herzustellen, dass er ,,der Dynamik einige Postulate vorausschickt, welche ihre allgemeinen Gesetze ausmachen'', welche aber nicht etwa die alten Newton'schen axiomata sive leges motus sind, sondern an Clifford und Mach ankn\u00fcpfen.   Die vorstehenden Ausf\u00fchrungen zeigen, dass die Forschung noch immer unter dem Einflusse der Gedanken steht, welche das vorliegende Werk seit seinem Erscheinen hervorgerufen hat. Vielfach ist es gerade das Unausgesprochene gewesen, was zu neuen Untersuchungen Anlass gegeben hat. Denn in sich klar, streift das Buch in seiner k\u00fcnstlerischen Vollendung solche Gebiete nicht, wo die Zeugen der menschlichen Bed\u00fcrftigkeit des Denkens sich zeigen; in seiner klassischen Sch\u00f6nheit ist es ein bewundernswertes Denkmal seines unsterblichen Sch\u00f6pfers.","type":"string"},"datatype":"string"},"type":"statement","id":"Q1518804$2749BAA4-9DC0-4C4A-B31B-B9EB0CAD99DB","rank":"normal"}],"P1451":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1451","hash":"839316d1b75e1680a7a79bd9b2efc76056f15e7f","datavalue":{"value":"2674345","type":"string"},"datatype":"external-id"},"type":"statement","id":"Q1518804$C71B8AEF-F939-48FD-BBF5-52F738F405D4","rank":"normal"}],"P1460":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1460","hash":"57f7fea50d2ce1b39b695c4a1313582eed405e38","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":5976449,"id":"Q5976449"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1518804$36AE28C7-7DB2-4F4C-B50E-A82CF0D0C326","rank":"normal"}],"P16":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P16","hash":"153f7b07431294b40a55b69d708c4764b80030c3","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":6481329,"id":"Q6481329"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1518804$2917DDBD-27F4-4E46-86C3-5316D3B4B38A","rank":"normal"}]},"sitelinks":{"mardi":{"site":"mardi","title":"Vorlesungen \u00fcber mathematische Physik. 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