{"entities":{"Q1530722":{"pageid":1541462,"ns":120,"title":"Item:Q1530722","lastrevid":72085452,"modified":"2026-04-14T02:33:16Z","type":"item","id":"Q1530722","labels":{"en":{"language":"en","value":"Vorlesungen \u00fcber Geometrie unter besonderer Benutzung der Vortr\u00e4ge von Alfred Clebsch. Zweiten Bandes erster Teil. Die Fl\u00e4chen erster und zweiter Ordnung oder Klasse und der lineare Complex."}},"descriptions":{"en":{"language":"en","value":"scientific article; zbMATH DE number 2687972"}},"aliases":{},"claims":{"P31":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P31","hash":"fd5912e4dab4b881a8eb0eb27e7893fef55176ad","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":56887,"id":"Q56887"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1530722$B228805A-8DBF-49E8-9944-979D9A482EFF","rank":"normal"}],"P159":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P159","hash":"8d3eed1dcebe51e0d82b841242a89de81ab8bcce","datavalue":{"value":{"text":"Vorlesungen \u00fcber Geometrie unter besonderer Benutzung der Vortr\u00e4ge von Alfred Clebsch. Zweiten Bandes erster Teil. Die Fl\u00e4chen erster und zweiter Ordnung oder Klasse und der lineare Complex.","language":"en"},"type":"monolingualtext"},"datatype":"monolingualtext"},"type":"statement","id":"Q1530722$99564DFA-A8DD-42A3-9815-219E0BFE9EB3","rank":"normal"}],"P225":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P225","hash":"46ac56965e00fc04f426edcfe3ff532933c89312","datavalue":{"value":"23.0703.01","type":"string"},"datatype":"external-id"},"type":"statement","id":"Q1530722$C098105E-6EE0-45DF-9995-CBEF169D1432","rank":"normal"}],"P16":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P16","hash":"ffa4e774f2a6e0e9967b1540e8ff7b1c6e4d72ce","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":1530721,"id":"Q1530721"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1530722$F43CE33E-1DBF-4A28-B629-1EBA5250F053","rank":"normal"}],"P28":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P28","hash":"aa20902c8521e59b6d55d44ece31e70d01d4c4e1","datavalue":{"value":{"time":"+1891-00-00T00:00:00Z","timezone":0,"before":0,"after":0,"precision":9,"calendarmodel":"http://www.wikidata.org/entity/Q1985727"},"type":"time"},"datatype":"time"},"type":"statement","id":"Q1530722$B63AB274-8D20-42CC-93D2-60E38AE9CD45","rank":"normal"}],"P1448":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1448","hash":"f2196e7bdf1d1690af3a349672ae7c23b3069e32","datavalue":{"value":"Der vorliegende Band ist die Fortsetzung des im Jahre 1875 in demselben Verlage erschienenen Werkes: A. Clebsch, Vorlesungen \u00fcber Geometrie. Bearbeitet und herausgegeben von F. Lindemann. Ref. F. d. M. VIII. 1876. 421 (siehe JFM 08.0421.01). Die Ver\u00e4nderung des Titels entspricht dem Umstande, dass noch mehr, als bereits im ersten Bande, die selbst\u00e4ndigen Untersuchungen und Ausf\u00fchrungen des Verfassers gegen\u00fcber dem von Clebsch herr\u00fchrenden Material in den Vordergrund getreten sind. Und dies gereicht dem ganzen Werke nur zum Nutzen, da wir so auch die Resultate der neueren geometrischen Forschungen in demselben niedergelegt finden, w\u00e4hrend andererseits in der Vorrede und in den litterarischen Anmerkungen hinl\u00e4nglich angegeben ist, welche Abschnitte speciell von Clebsch herr\u00fchren. Das Werk, sowie es jetzt vorliegt, vereinigt grosse Vorz\u00fcge in sich, wie man sie selten beisammen findet. Es ist ausgezeichnet durch strenge begriffliche Durcharbeitung, die keiner Schwierigkeit aus dem Wege geht und bis auf die philosophischen Grundlagen des mathematischen Erkennens zur\u00fcckgreift; dann durch die F\u00fclle des gebotenen Stoffes, ferner durch p\u00e4dagogisch geschickte Anordnung und Entwickelung, wie durch eine schlichte Darstellung, die immer den Punkt, auf den es gerade ankommt, scharf hervorzuheben weiss, und endlich auch durch grosse Gewissenhaftigkeit in litterarischen Bemerkungen und Quellenangaben, die sich bis auf die anderen Werken entlehnten Figuren erstreckt.  Der Inhalt ist in drei Abteilungen von bezw. 8, 21 und 13 Capitel geteilt.   Die erste Abteilung, Seite 1-130, behandelt: Punkt, Ebene und Gerade. Nach Einf\u00fchrung rechtwinkliger Coordinaten, des Richtungswinkels und des Vectors werden zwei Punkte betrachtet, und die Gleichungen  \\[ x_1-x_2=r\\cos \\alpha \\text{ und die analogen} \\]  f\u00fchren sofort zur Aufstellung der Gleichungen einer Geraden und der ``Parameterdarstellung'' und weiter auch zur Gleichung der Kugel und zu ihrer Parameterdarstellung. Hieran wird die Auseinandersetzung der Methoden zur analytischen Behandlung von Curven und von Fl\u00e4chen \u00fcberhaupt gekn\u00fcpft. Hierauf wird der Winkel zweier Richtungen, der k\u00fcrzeste Abstand zweier Geraden bestimmt und dann die Gleichung der Ebene aufgestellt und schliesslich in die Form  \\[ ux+vy+wz+1=0 \\]  gebracht, aus welcher sofort das Princip der Dualit\u00e4t gewonnen wird, das nun gleich genauer ins Auge gefasst wird, um sp\u00e4ter als bereites H\u00fclfsmittel bei den folgenden Untersuchungen zu dienen. Daran schliesst sich die Betrachtung der projectivischen Gebilde und ihrer Erzeugnisse, dann die Grundlage der Liniengeometrie, der lineare Complex, Systeme von 2 oder 3 solchen Complexen; die Transformation der rechtwinkligen Coordinaten und die Einf\u00fchrung homogener Coordinaten. Den Schluss des ersten Abschnittes bildet die Betrachtung der imagin\u00e4ren Elemente in der v. Staudt'schen Darstellung, wodurch der vollst\u00e4ndige geometrische Sinn imagin\u00e4rer Punkte, Ebenen, gerader Linien und der Doppelverh\u00e4ltnisse aus solchen Elementen klargelegt wird.   Es ist somit in der ersten Abteilung eine sichere Grundlage f\u00fcr die weiteren Untersuchungen geschaffen.  Die zweite Abteilung behandelt (Seite 131-432) in sehr ersch\u00f6pfender Weise die Fl\u00e4chen zweiter Ordnung und zweiter Klasse, ausgehend von der allgemeinsten Gleichung in homogenen Coordinaten. Es wird zun\u00e4chst die Polarentheorie behandelt und die Fl\u00e4che auf ein conjugirtes Tetraeder bezogen; dann wird die Erzeugung der Fl\u00e4che durch (reelle oder imagin\u00e4re) Gerade besprochen, und es werden die Fl\u00e4chen mit verschwindender Determinante, also im allgemeinen Kegel, betrachtet. Hierauf wird die Beziehung der Fl\u00e4che zur unendlich entfernten Ebene untersucht, wobei sich die Lehre von den conjugirten Durchmessern ergiebt. Daran schliesst sich das Hauptaxenproblem und die Untersuchung der Paraboloide. Es folgt die Betrachtung der Umdrehungsfl\u00e4chen und die der sechs Systeme von Kreisschnitten der allgemeinen Fl\u00e4che. Dann werden durch das Dualit\u00e4tsprincip aus den bisherigen Betrachtungen die entsprechenden Resultate abgeleitet. Hierauf wird die gegenseitige Lage zweier Fl\u00e4chen zweiter Ordnung behandelt, wobei die Raumcurve vierter Ordnung und erster Art und diejenige dritter Ordnung untersucht werden, und nachdem wieder der Uebergang zu den dualistisch entsprechenden Eigenschaften vollzogen ist, werden die confocalen Systeme eingehend behandelt. Nach Einf\u00fchrung der gew\u00f6hnlichen und der verallgemeinerten elliptischen Coordinaten folgt die Untersuchung der Kr\u00fcmmungslinien und der geod\u00e4tischen Linien. Dann werden die Beziehungen linearer Complexe zu Fl\u00e4chen zweiter Ordnung und lineare Transformationen der Fl\u00e4chen in sich, gewisse lineare Transformationen des Raumes, solche eines linearen Complexes in sich, dualistische lineare Transformationen eines linearen Complexes in sich und die allgemeinen reciproken Verwandtschaften betrachtet. Den Schluss der Abteilung bildet die Untersuchung der eindeutigen Abbildung einer Fl\u00e4che zweiter Ordnung auf die Ebene, wobei die allgemeinen Gesetze derartiger Abbildungen zu Sprache kommen. Hierbei werden auch die Raumcurven vierter Ordnung und zweiter Klasse besprochen. Auch wird die stereographische Projection eingehend behandelt.  Ganz besonders interessant ist nun die dritte Abteilung, Seite 433-637, enthaltend die Grundbegriffe der projectivischen und der metrischen Geometrie.  Es waren in den beiden ersten Abteilungen schon immer die projectivischen Eigenschaften der Gebilde gegen\u00fcber den metrischen bevorzugt und die letzteren meist aus den ersteren abgeleitet worden. Gleichwohl war die ganze Grundlage der Untersuchung metrisch gewesen; denn die homogenen Coordinaten waren aus den rechtwinkligen abgeleitet, und der Begriff des Doppelverh\u00e4ltnisses beruhte auf metrischen Bestimmungen. Es macht sich nun das Bed\u00fcrfnis geltend, zu untersuchen, wie weit es m\u00f6glich ist, die projectivische Geometrie ohne metrische Begriffe, also ohne den Begriff der Congruenz und der Gr\u00f6sse von Winkeln und Strecken zu begr\u00fcnden.  Die Voraussetzungen, von denen der Verfasser ausgeht, sind diese: Es existirt im dreidimensionalen Raume ein System von unendlich vielen Fl\u00e4chen mit folgenden Eigenschaften:  1) Die Durchschnittscurve, welche zwei Fl\u00e4chen des Systems gemein haben k\u00f6nnen, (d. i. die Gesamtheit ihrer gemeinsamen Punkte) geh\u00f6rt allen Fl\u00e4chen an, die zwei Punkte der Curve enthalten; diese Curven heissen gerade Linien oder Gerade.  2) Durch drei beliebig angenommene Punkte, die nicht auf einer Geraden liegen, l\u00e4sst sich eine und nur eine Fl\u00e4che des Systems hindurchlegen. Diese Fl\u00e4chen heissen Ebenen.  Durch zwei Punkte einer Ebene l\u00e4sst sich also stets eine Gerade legen, die ganz in die Ebene f\u00e4llt, die Gerade setzt sich in beiden Richtungen unbegrenzt fort; es ist aber nicht ausgemacht, ob sie geschlossen ist oder nicht. Zwei Gerade in derselben Ebene k\u00f6nnen nur einen Punkt gemein haben. Durch diese Voraussetzungen ist die Ausf\u00fchrbarkeit von Constructionen in der Ebene gesichert. Es l\u00e4sst sich aber bekanntlich die harmonische Teilung ohne den Begriff des Doppelverh\u00e4ltnisses geometrisch definiren und mit dem Lineal ausf\u00fchren. Sind nun auf einer Geraden die Punkte \\(A,\\;B,\\;C\\) gegeben, welche in alphabetischer Reihenfolge liegen, so kann man diese Punkte als Bilder der Zahlen \\(0,\\;1,\\;\\infty\\) ansehen. Construirt man jetzt den zu \\(A\\) zugeh\u00f6rigen vierten harmonischen \\(D\\), so werde dieser als Bild der Zahl 2 genommen; der Punkt \\(E\\), der harmonisch zu 1 in Bezug auf 2 und \\(\\infty\\) liegt, stellt die Zahl 3 der u. s. f.; so erh\u00e4lt man die Reihe der positiven ganzen Zahlen durch Punkte der endlichen Strecke \\(AC\\) dargestellt, die sich gegen \\(C\\) zu immer dichter zusammendr\u00e4ngen. Ebenso l\u00e4sst sich in die Strecke 0-1 der Punkt \\(\\frac12\\) als vierter harmonischer zu \\(\\infty\\) construiren, und weiter der Punkt \\(\\frac1{2^p}\\) und die Reihe \\(\\frac1{2^p} ,\\;\\frac2{2^p} ,\\;\\frac3{2^p} ,\\;\\cdots ,\\;\\frac {\\infty} {2^p}\\cdot\\) Jede andere positive reelle Zahl kann weiter durch eine convergente unendliche Reihe dargestellt werden, deren Glieder nach Potenzen von \\(\\frac12\\) fortschreiten, und der entsprechende Punkt kann hierdurch als Grenzlage einer gewissen Punktreihe mit beliebiger Ann\u00e4herung erreicht werden. (F\u00fcr rationale Zahlen ergiebt sich sp\u00e4ter eine einfachere directe Construction.) Hierdurch ist ohne jede metrische Bestimmung eine geometrische Darstellung einer beliebigen positiven Zahl \\(n\\) definirt. Die Zahl \\(-n\\) ist weiter darzustellen als vierter harmonischer Punkt zu \\(+n\\) in Bezug auf 0 und \\(\\infty\\), sofern ein solcher existirt; denn es ist nicht verb\u00fcrgt, dass die Strahlen, auf denen diese Punkte der Construction nach liegen m\u00fcssen, die eine oder die andere Verl\u00e4ngerung von \\(AC\\) treffen. Man ist deshalb dazu gef\u00fchrt, umgekehrt zu verfahren. Ein beliebiger Punkt \\(P\\) einer der beiden Verl\u00e4ngerungen hat sicher einen vierten harmonischen \\(Q\\), beide getrennt durch 0 und \\(\\infty\\). Der Punkt \\(Q\\) stellt eine Zahl \\(+n\\) dar, also stellt \\(P\\) die Zahl \\(-n\\) dar. Wir nehmen zun\u00e4chst an, die Gerade sei ungeschlossen, und lassen den Punkt \\(P\\) zuerst die Verl\u00e4ngerung von \\(AC\\) \u00fcber \\(A\\) (Null) hinaus bis ins Unendliche durchlaufen; dann erh\u00e4lt man die Darstellung der Zahlen zwischen Null und \\(+\\varLambda_1 =M\\). Man lasse ferner den Punkt \\(P\\) die Verl\u00e4ngerung \u00fcber \\(C\\) hinaus bis ins Unendliche durchlaufen, so erh\u00e4lt man die Zahlenreihe von \\(-\\infty\\) bis \\(-\\varLambda_2 =-N\\); es l\u00e4sst sich beweisen, dass die Zahl \\(+M\\) in der Zahlenreihe nicht hinter \\(+N\\) liegen kann. Es sind also zwei Annahmen m\u00f6glich. Entweder die Punkte \\(+M\\) und \\(+N\\) sind verschieden: dann fehlt in der reellen Zahlenreihe das Gebiet von \\(-M\\) bis \\(-N\\), d. h. zwischen \\(\\varLambda_1\\) und \\(\\varLambda_2\\); oder die Punkte \\(+M\\) und \\(+N\\) fallen zusammen: dann ist diese Zahlenreihe vollst\u00e4ndig darstellbar. Es bleibt noch die M\u00f6glichkeit, dass die Gerade \\(AC\\) geschlossen sei; dann ergiebt die analoge Betrachtung, dass die Darstellung der Zahlenreihe es auch ist. Von den drei m\u00f6glichen Annahmen f\u00fchrt die erste auf die hyperbolische Geometrie, bei welcher die Gerade zwei unendlich ferne Punkte hat; die zweite auf die parabolische oder euklidische Geometrie, bei welcher die Gerade einen unendlich fernen Punkt hat; die dritte auf die elliptische, bei welcher die Gerade endlich und geschlossen ist.  Die Verlegung des Nullpunktes nach dem Punkte \\(q\\) und des Einheitspunktes nach dem Punkte \\(q+p\\), w\u00e4hrend der Punkt \\(\\infty\\) derselbe bleibt, hat zur Folge, dass die demselben Punkte \\(P\\) in beiden Bestimmungsweisen entsprechenden Abscissen (so wollen wir die oben betrachteten Zahlen in ihrer geometrischen Beziehung nennen) \\(\\xi\\) und \\(\\xi'\\) zusammenh\u00e4ngen durch die Gleichung  \\[ \\xi =q+p\\xi'. \\]  Hierdurch werden die neuen Abscissen \\(\\varLambda_1'\\) und \\(\\varLambda_2'\\) der unendlich entfernten Punkte nat\u00fcrlich auch erhalten, und diese brauchen nicht immer negativ zu sein. So ist ohne Zuh\u00fclfenahme metrischer Bestimmungen eine Grundlage f\u00fcr die analytische Geometrie gewonnen. Es ist nicht thunlich, die weiteren Betrachtungen hier genauer zu verfolgen. Es sei nur bemerkt, dass man auf diesem Wege eine von metrischen Bestimmungen unabh\u00e4ngige Definition der Doppelverh\u00e4ltnisse gewinnt, dass die Zahlen, welche wir als Abscissenwerte f\u00fcr die Gerade \\(AC\\) w\u00e4hlten, selbst die Werte solcher Doppelverh\u00e4ltnisse sind, und dass die projectivischen Eigenschaften der Figuren unabh\u00e4ngig von metrischen Bestimmungen und unabh\u00e4ngig davon bestehen, ob hyperbolische, parabolische oder elliptische Geometrie vorausgesetzt ist.  Um nun aber von dem jetzt erlangten Standpunkte zu metrischen Eigenschaften zu gelangen, muss man auf k\u00fcnstlichem Wege die Begriffe Entfernung, Winkel, Congruenz bilden, und hierzu kann die Betrachtung der Bewegung dienen. Bei diesen Untersuchungen ist es jedoch von wesentlichem Einfluss, ob der Raum hyperbolisch, parabolisch oder elliptisch angenommen wird. Es handelt sich n\u00e4mlich darum, ob es eine solche Bewegung des Raumes in sich giebt, d. h. eine solche Transformation, bei welcher jedem endlichen Punkte wieder ein endlicher Punkt entspricht, jeder Geraden wieder eine Gerade, und bei welcher die als Entfernungen und als Winkel definirten Gr\u00f6ssen unver\u00e4ndert bleiben. Es handelt sich also um lineare Transformationen, die von h\u00f6chstens drei Parametern abh\u00e4ngen, und bei denen die unendlich entfernten Elemente in einander \u00fcbergehen. In gl\u00fccklicher Weise ist es dem Verfasser bei dieser schwierigen Untersuchung gelungen, unn\u00f6tige Verwickelungen zu vermeiden, indem er stufenweise von den einfachsten zu den allgemeinsten Bewegungen aufsteigt. Er beginnt mit der Verschiebung der Geraden in sich. Sind \\(\\varLambda_1\\) und \\(\\varLambda_2\\) die Abscissen der unendlichen entfernten Punkte (in der hyperbolischen Geometrie), und ist die Linie so in sich verschoben, dass der Punkt \\(x\\) nach \\(\\xi\\) gekommen ist, so folgt aus einfachen Functionsbetrachtungen, dass die Entfernung \\(r\\) der beiden Punkte sich folgendermassen ausdr\u00fccken muss:  \\[ r=k\\ln\\;\\frac {\\xi -\\varLambda_1} {\\xi -\\varLambda_2} \\cdot \\frac {x-\\varLambda_2} {x-\\varLambda_1}\\,, \\]  wo \\(k\\) eine Constante bedeutet. Hieraus ergiebt sich das Doppelverh\u00e4ltnis zweier Punktepaare \\(x,\\;y\\) und \\(\\xi ,\\;\\eta\\), wenn die Entfernungen \\(x\\xi =r\\), \\(x\\eta =r'\\), \\(y\\xi =\\varrho\\), \\(y\\eta =\\varrho'\\) genannt werden  \\[ \\frac {x-\\xi} {x-\\eta} \\cdot \\frac {y-\\eta} {y-\\xi} =\\frac {\\sin \\frac {ir} {2k}} {\\sin \\frac {ir'} {2k}} \\cdot \\frac {\\sin \\frac {i\\varrho'} {2k}} {\\sin \\frac {i\\varrho} {2k}} \\,. \\]  Diese Formel geht nur im Grenzfalle \\(k=\\infty\\), d. h. f\u00fcr die euklidische Geometrie, \u00fcber in  \\[ \\frac {x-\\xi} {x-\\eta} \\cdot \\frac {y-\\eta} {y-\\xi} =\\frac r{r'} \\cdot \\frac {\\varrho'} {\\varrho}\\,, \\]  welche fr\u00fcher bewiesen war.  Hiermit ist nun die Grundlage gewonnen, um die Bewegung der Ebene in sich zu untersuchen, die sich durch eine Collineation darstellt, bei der die unendlich entfernte Curve, ein reeller Kegelschnitt, in dessen Innerem die endlichen Punkte der Ebene liegen, sich in sich selbst transformirt. Analog wird dann die r\u00e4umliche Bewegung betrachtet. F\u00fcr die elliptische Geometrie ergiebt sich aus dem Umstande, dass die Gerade endlich geschlossen ist, eine \\(\\varLambda_1\\) und \\(\\varLambda_2\\) conjugirte complexe Zahlen werden, und die Constante \\(k\\) imagin\u00e4r wird. Die parabolische oder euklidische Geometrie kann als Grenz- und Uebergangsfall der beiden anderen F\u00e4lle betrachtet werden.  Obwohl nun jeder der drei denkbaren Arten von Geometrie in sich logisch und consequent ausgebildet werden kann, so ist doch nur die euklidische in Einklang zu bringen mit unseren Raumvorstellungen. Gleichwohl bezeichnet der Verfasser das Studium der nichteuklidischen Geometrie als \u00e4usserst lehrreich, weil auf diesem Wege die Frage sicher entschieden wird, n\u00e4mlich ob das Parallelenaxiom zu entbehren ist oder nicht. Es zeigt sich deutlich, dass ein solches Axiom oder Postulat unentbehrlich ist, wenn auch seine Formulirung wechseln kann. Jene Untersuchungen haben also vor allem einen erkenntnistheoretischen Wert.   Gelegentlich dieser Untersuchungen kommt der Verfasser auch wiederholt auf den Begriff des Raumes von mehr Dimensionen zu sprechen, und es ist ihm vollst\u00e4ndig zuzustimmen, wenn er gegen\u00fcber den metaphysischen Spielereien, die heute stellt. Nachdem er n\u00e4mlich auseinander gesetzt hat, dass es einer vierdimensionalen Mannigfaltigkeit zu betrachten u. s. w., wenn man nur \u00fcber die letztere gewisse, den geometrischen Axiomen entsprechende Voraussetzungen macht, f\u00e4hrt er fort: Man muss sich nur nicht verleiten lassen, aus der M\u00f6glichkeit einer solchen rein formalen Verallgemeinerung analytischer Begriffe und Gleichungen auf die thats\u00e4chliche Existenz einer vierten Dimension zu schliessen.  Den Abschluss der Untersuchungen \u00fcber die verschiedenen Arten von Geometrie bildet nun eine eingehende Untersuchung und Kritik der Definitionen, Postulate (\u1f45\u03c1\u03bf\u03b9, \u03b1\u1f30\u03c4\u03ae\u03bc\u03b1\u03c4\u03b1) und Axiome (\u03ba\u03bf\u03b9\u03bd\u03b1\u1f76 \u1f14\u03bd\u03bd\u03bf\u03b9\u03b1\u03b9).   Es ist sehr interessant, wie der Verfasser nachweist, dass die Hypothesen der modernen Geometrie mit den Postulaten und Axiomen des Euklid vollst\u00e4ndig \u00fcbereinstimmen, wenn man gewisse Erg\u00e4nzungen zu letzteren hinzuf\u00fchrt, ohne die sie \u00fcberhaupt nicht ganz ausreichend w\u00e4ren. Das Resultat dieser Untersuchung fasst der Verfasser in folgenden Worten zusammen: Wir stehen im wesentlichen auch heute noch auf dem Standpunkte des Euklid und m\u00fcssen immer von neuem den Scharfsinn bewundern, mit dem es schon im Altertum m\u00f6glich war, aus der F\u00fclle der geometrischen Anschauungsformen diejenigen einfachsten Gesetze zu abstrahiren, welche notwendig und hinreichend waren, um aus ihnen alle Eigenschaften geometrischer Figuren rein logisch zu construiren. Uebrigens sei bemerkt, dass der Verfasser der in Peyrard's Ausgabe der ``Oeuvres d'Euclide'' 1814-18 wiederhergestellten richtigen Anordnung gefolgt ist, welche \u00fcbrigens auch E. F. August in der griechischen Ausgabe der Elemente (Berolini 1826, Trautwein) innegehalten hat. Danach ist die Grundlage der Parallelentheorie im V. Postulat ausgesprochen, welches fr\u00fcher f\u00e4lschlich unter die Axiom gekommen und als elftes derselben bezeichnet worden war, wie es denn auch heute noch vielfach genannt wird.   Die folgenden Capitel der dritten Abteilung behandeln zun\u00e4chst die endlichen Gruppen von Bewegungen in der elliptischen Geometrie, und hieran schliesst sich die Betrachtung der Ikosaedergruppe, des zehnfachen Brianchon'schen Sechsecks, sowie die Aufl\u00f6sung der Gleichungen des f\u00fcnften Grades. Die beiden letzten Capitel haben zum Gegenstande die Darstellungen der bin\u00e4ren Formen auf der Kugelfl\u00e4che und der Werte einer complexen Variable durch die Punkte der Ebene. Der Verfasser begr\u00fcndet in diesem letzten Capitel die gew\u00f6hnlich als Gauss'sche Darstellung bezeichnete, aber von Argand herr\u00fchrende Darstellung der complexen Gr\u00f6ssen ohne metrische Betrachtungen durch die von Staudt'sche Theorie.   Ein ausf\u00fchrlicher Index und einige Verbesserungen und Zus\u00e4tze bilden den Schluss. Ein Druckfehler auf Seite 470 Formel (8) ist dort \u00fcbersehen; die Formel muss heissen  \\[ \\left( \\cos\\;\\frac r{2ki} \\right)^2 \\varOmega_{xx} \\varOmega_{yy} -\\varOmega_{xy}^2 =0. \\]  Dies ist in grossen Z\u00fcgen der Inhalt des Werkes, dem wohl ein hervorragender und dauernder Wert in der mathematischen Litteratur zugesprochen werden darf.","type":"string"},"datatype":"string"},"type":"statement","id":"Q1530722$1C17EFC1-CD4B-4DB7-B3A6-1839BEBEE7E0","rank":"normal"}],"P1451":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1451","hash":"632edc9b1f980f2f7f324eb9c4c3536a348c3df9","datavalue":{"value":"2687972","type":"string"},"datatype":"external-id"},"type":"statement","id":"Q1530722$758BBA7F-3339-4833-A72E-FE4D11B545E9","rank":"normal"}],"P1460":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1460","hash":"57f7fea50d2ce1b39b695c4a1313582eed405e38","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":5976449,"id":"Q5976449"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1530722$5807163C-45CC-4D52-A6DC-4E5B353BCDDC","rank":"normal"}]},"sitelinks":{"mardi":{"site":"mardi","title":"Vorlesungen \u00fcber Geometrie unter besonderer Benutzung der Vortr\u00e4ge von Alfred Clebsch. Zweiten Bandes erster Teil. Die Fl\u00e4chen erster und zweiter Ordnung oder Klasse und der lineare Complex.","badges":[],"url":"https://portal.mardi4nfdi.de/wiki/Vorlesungen_%C3%BCber_Geometrie_unter_besonderer_Benutzung_der_Vortr%C3%A4ge_von_Alfred_Clebsch._Zweiten_Bandes_erster_Teil._Die_Fl%C3%A4chen_erster_und_zweiter_Ordnung_oder_Klasse_und_der_lineare_Complex."}}}}}