{"entities":{"Q1532075":{"pageid":1542815,"ns":120,"title":"Item:Q1532075","lastrevid":67773903,"modified":"2026-04-12T19:40:48Z","type":"item","id":"Q1532075","labels":{"en":{"language":"en","value":"Vorlesungen \u00fcber Differentialgleichungen mit bekannten infinitesimalen Transformationen. Bearbeitet und herausgegeben von G. 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Diesem Mangel will das vorliegende Buch abhelfen, es legt in echt p\u00e4dagogischem Aufbau mit Einstreuung zahlreicher instructiver Beispiele dar, wie thats\u00e4chlich das ``Gemenge'' der fr\u00fcheren Integrationsmethoden zu einer ``organischen Verbindung'' umgestaltet werden kann. Der Schl\u00fcssel des Verfahrens liegt im Begriffe der infinitesimalen Transformation (weiterhin kurz mit \\(I.\\;T\\) bezeichnet) und dem sich daran anschliessenden der ein- und mehrgliedrigen Gruppen von Transformationen.  Das Buch ist (mit Ausnahme weniger Entwickelungen und H\u00fclfss\u00e4tze), unter absichtlichen Ausschluss der h\u00f6heren Stufen der Theorie, so elementar gehalten, dass der Herausgeber nicht zu viel behauptet, wenn er sich bereits einen Studenten im vierten Semester als aufnahmef\u00e4higen Leser denkt.  Wenn zu dem Behuf die Darstellung, wie die Vorrede einr\u00e4umt, ``etwas breit, vielleicht hier und da etwas zu breit'' geraten ist, so wollen wir hier\u00fcber mit dem Herausgeber nicht rechten.  Um in den Geist des Ganzen m\u00f6glichst bald einzudringen, beginnen wir mit zwei einfachsten Beispielen von Differentialgleichungen, bei denen es bekannt ist, dass man mit blossen Quadraturen zum Ziele gelangt.  1) \\(y'=f(y)\\). F\u00fcr \\(y=\\) const. ist hier auch \\(y'=\\) const., oder geometrisch gesprochen, verm\u00f6ge der Differentialgleichung wird allen Punkten l\u00e4ngs einer Geraden \\(y=\\) const. dieselbe ``Richtung'' zugeordnet; die Integralcurven der Gleichung k\u00f6nnen daher aus einer einzigen durch Verschiebung derselben l\u00e4ngs der \\(x\\)-Axe abgeleitet werden. Jede solche Verschiebung (``Translation'') hat zum analytischen Ausdruck die ``Transformation'' \\(x_1=x+a\\), \\(y_1=y\\), wo \\(a\\) einen willk\u00fcrlichen Parameter bedeutet; sie vertauscht demnach nur die \\(\\infty^1\\) Schar der Integralcurven, l\u00e4sst sie aber als Ganzes unver\u00e4ndert. Dies gilt im besonderen auch f\u00fcr einen unendlich kleinen Wert von \\(a\\), d. i. eben f\u00fcr eine \\(I.\\;T\\).  2) \\(y'=f(\\frac yx)\\) (homogene Differentialgleichung). Allen Punkten desselben Strahles \\(\\frac yx=\\) const. wird hier die n\u00e4mliche Richtung \\(y'\\) zugeordnet. Die \\(\\infty^1\\) Schar der Integralcurven geht somit durch \u00e4hnliche Vergr\u00f6sserung (oder Verkleinerung) vom Anfangspunkte aus in sich \u00fcber, d. i. durch alle \\(T\\) von der Form \\(x_1=ax\\), \\(y_1=ay\\), und im besonderen wiederum durch eine \\(I.\\;T\\), sobald der Wert von \\(a\\) von der Einheit nur unendlich wenig abweicht.  Man wird sich daher die Frage vorlegen, ob denn nicht eine derartige aprioristische Kenntnis einer Schar von \\(T\\) und im besonderen einer \\(I.\\;T\\), welche jede Integralcurve einer vorgelegten gew\u00f6hnlicher Differentialgleichung wieder in eine solche \u00fcberf\u00fchrt, methodisch dazu verwertet werden kann, das Integrationsgesch\u00e4ft zu vereinfachen, ja geradezu principiell zu begr\u00fcnden. Vor allem dr\u00e4ngt sich die Bemerkung auf, dass die in den beiden Beispielen (und desgleichen noch in einer grossen Reihe weiterer) auftretenden Scharen von \\(T\\) in zwei Variabeln \\(x,y\\) eine specifische Eigent\u00fcmlichkeit besitzen, welche sie von beliebigen Scharen von \\(T\\) wohl unterscheidet.  Uebt man n\u00e4mlich auf einen ``Punkt'' \\((x,y)\\) eine erste Translation mit dem Parameter \\(a\\) aus, wodurch er in die Lage \\((x_1,y_1)\\) \u00fcbergehe, und nunmehr auf diesen neuen Punkt \\((x_1,y_1)\\) eine neue Translation mit dem Parameter \\(a'\\), welche denselben in die Lage \\((x_2,y_2)\\) bringt, so kann man offenbar auch beide Translationen zu einer einzigen mit dem Parameter \\((a+a')\\) zusammensetzen, welche \\((x,y)\\) direct in \\((x_2,y_2)\\) \u00fcberf\u00fchrt. Eliminirt man n\u00e4mlich aus den Gleichungen \\(x_1=x+a\\), \\(y_1=y\\); \\(x_2=x_1+a'\\), \\(y_2=y_1\\) die Zwischenvariabeln \\(x_1,y_1\\), so kommt \\(x_2=x+(a+a')\\), \\(y_2=y\\). Diese Translationen bilden demnach eine ``Gruppe'' von \\(T\\). Hierauf gest\u00fctzt, sieht man zugleich, weshalb die vorliegende ``eingliedrige'' Gruppe von Translationen durch ihre \\(I.\\;T\\) charakterisirt und erzeugt werden kann; man hat eben nur eine \\(I.\\;T\\) gen\u00fcgend oft zu wiederholen, um zu jeder ``endlichen'' \\(T\\) zu gelangen.   Es ist deutlich, wie die erw\u00e4hnten Eigenschaften unmittelbar durch die urspr\u00fcngliche Eigenschaft der \\(T\\) bedingt werden, jede Integralcurve von \\(y'=f(y)\\) wieder in eine solche \u00fcberzuf\u00fchren. Ganz Analoges gilt von dem zweiten Beispiel, wo sich zwei Aehnlichkeitstransformationen mit den Parametern \\(a\\) und \\(a'\\) zu einer einzigen mit dem Parameter \\((aa')\\) zusammensetzen.  Es ergiebt sich somit die Notwendigkeit, vorab die wichtigsten Eigenschaften einer Gruppe von \\(T\\), namentlich der eingliedrigen (d. i. nur einen, stetig ver\u00e4nderlichen Parameter mit sich f\u00fchrenden) festzustellen. In der That stellt sich heraus, dass das bei den obigen speciellen Gruppen von \\(T\\) Bemerkte allgemein gilt. Der Einfachheit halber bleiben wir bei zwei Ver\u00e4nderlichen. Man darf sich auf solche Gruppen von \\(T\\) beschr\u00e4nken, welche die ``identische Transformation'' enthalten, d. h. bei denen den Parametern ein solches Wertsystem beigelegt werden kann, dass jeder Punkt in Ruhe bleibt, zugleich auch solche, f\u00fcr welche zu jeder \\(T\\) auch die ``inverse'' innerhalb der Gruppe existirt, deren Wirkung diejenige von \\(T\\) gerade aufhebt.   Eine eingliedrige Gruppe l\u00e4sst sich in Form einer Reihe entwickeln (wo \\(t\\) den Parameter bedeutet):  \\[ \\begin{aligned} & x_1=x+\\xi(x,y)\\tfrac t1+\\left(\\xi\\;\\frac{\\partial\\xi}{\\partial x}+\\eta\\;\\frac{\\partial\\xi}{\\partial y}\\right) \\frac{t^2}{1.2}+\\cdots, \\\\ & y_1=y+\\eta(x,y)\\tfrac t1+\\left(\\xi\\;\\frac{\\partial\\eta}{\\partial x}+\\eta\\;\\frac{\\partial\\eta}{\\partial y}\\right)\\frac{t^2}{1.2}+\\cdots.\\end{aligned} \\]  Fasst man hier \\(\\xi\\;\\frac{\\partial}{\\partial x}+\\eta\\;\\frac{\\partial}{\\partial y}=U\\) als eine Operation auf, so ist das Bildungsgesetzt der Coefficienten sehr deutlich; man hat nur diese Operation auf \\(\\xi\\) resp. \\(\\eta\\) wiederholt anzuwenden.   F\u00fcr \\(t=0\\) kommt die Identit\u00e4t, f\u00fcr \\(t=\\delta t\\) die \\(I.\\;T\\). Es wird auf Grund der Umkehrung der Potenzreihen der wichtige Satz nachgewiesen (es ist das einer der wenigen nicht-elementaren Beweise des Buches), dass eine eingliedrige Gruppe von \\(T\\) im wesentlichen nur eine ``einzige'' \\(I.\\;T\\) besitzt, die eben durch die Functionen \\(\\xi(x,y)\\) und \\(\\eta(x,y)\\) vollst\u00e4ndig charakterisirt ist, und welche r\u00fcckw\u00e4rts wieder die Gruppe erzeugt. Man spricht daher kurz von der eingliedrigen Gruppe \\(U\\). Bezeichnet \\(f(x,y)\\) eine ganz willk\u00fcrliche Function, so dient \\(Uf\\) als Symbol der \\(I.\\;T\\);\\ \\(Uf.\\delta t\\) ist der Zuwachs, den \\(f\\) verm\u00f6ge der \\(I.\\;T\\) erh\u00e4lt.   Mit diesem Symbol \\(Uf\\) wird fast ausschliesslich gerechnet, da ihm drei hervorragende Eigenschaften zukommen: Erstens beh\u00e4lt dasselbe bei Einf\u00fchrung neuer Ver\u00e4nderlichen seine Form, zweitens setzt sich das Symbol der \\(I.\\;T\\) einer mehrgliedrigen Gruppe einfach linear mit constanten Coefficienten aus Symbolen eingliedriger Gruppen zusammen, und endlich liefert der sogenannte Klammerprocess \\((U_1U_2)\\) f\u00fcr zwei solche Symbole  \\[ U_1=\\xi_1\\;\\frac{\\partial f}{\\partial x}+\\eta_1\\;\\frac{\\partial f}{\\partial y},\\quad U_2=\\xi_2\\;\\frac{\\partial f}{\\partial x}+\\eta_2\\;\\frac{\\partial f}{\\partial y}, \\]  n\u00e4mlich  \\[ (U_1U_2)f\\equiv (U_1\\xi_2-U_2\\xi_1)\\frac{\\partial f}{\\partial x}+(U_1\\eta_2-U_2\\eta_1)\\;\\frac{\\partial f}{\\partial y} \\]  wiederum ein Symbol der n\u00e4mlichen Form.   Die oben erw\u00e4hnten Reihenentwickelungen erh\u00e4lt man durch Integration der (fast unmittelbar aus dem Begriff der eingliedrigen Gruppe folgenden) Differentialgleichungen:  \\[ \\frac{dx_1}{\\xi(x_1,y_1)}=\\frac{dy_1}{\\eta(x_1,y_1)}=dt \\]  mit den Anfangsbedingungen \\(x_1=x\\), \\(y_1=y\\) f\u00fcr \\(t=0\\).  Diese Differentialgleichungen lassen sich aber auch direct integriren und f\u00fchren zu einen Ergebnis von der Gestalt: \\(\\varOmega(x_1,y_1)=\\varOmega(x,y)\\), \\(W(x_1,y_1)-t=W(x,y)\\), was den wichtigen Satz liefert: ``Eine eingliedrige Gruppe von \\(T\\) l\u00e4sst sich durch Einf\u00fchrung neuer Ver\u00e4nderlichen (n\u00e4mlich \\(\\varOmega\\) und \\(W\\)) auf die kanonische Gestalt von Translationen bringen.''   Bei Variation des Parameters einer eingliedrigen Gruppe beschreibt irgend ein Punkt der Ebene eine Curve, seine ``Bahncurve''; die Gesamtheit der Bahncurven wird durch eine Gleichung \\(\\varOmega(x,y)=\\) const. dargestellt, und \\(\\varOmega\\) (oder auch irgend eine Function von \\(\\varOmega\\)) ist dann die ``Invariante'' der Gruppe. Es giebt noch eine zweite Art von invarianten Curven, f\u00fcr die jeder einzelne Punkt in Ruhe bleibt, f\u00fcr die also \\(\\xi=\\eta=0\\) ist. Beide Curven k\u00f6nnen aber durch das eine Kriterium zusammengefasst werden, dass \\(U\\varOmega=0\\) ist verm\u00f6ge \\(\\varOmega=0\\).   Um nunmehr die Theorie der eingliedrigen Gruppen auf Differentialgleichungen mit bekannten \\(I.T\\) anzuwenden, fehlt noch ein Schritt. Wann gestattet eine \\(\\infty^1\\) Schar von Curven \\(\\varOmega=\\) const. die \\(T\\) einer eingliedrigen Gruppe?   Die Antwort lautet: Dann, und nur dann, wenn \\(U\\varOmega\\) eine Function von \\(\\varOmega\\) allein ist.   Verbindet man dies mit der bekannten Bemerkung, dass die Integralcurven \\(\\omega(x,y)=\\) const. einer Differentialgleichung \\(X(x,y)dy-Y(x,y)dx=0\\) auch durch die L\u00f6sung \\(\\omega\\) der homogenen linearen partiellen Differentialgleichung  \\[ X\\;\\frac{\\partial f}{\\partial x}+Y\\;\\frac{\\partial f}{\\partial y}=0 \\]  definirt werden k\u00f6nnen, so gelangt man zu dem grundlegenden Satze: ``Gestattet die Differentialgleichung \\(Xdy-Ydx=0\\), d. h. gestattet die Schar ihrer Integralcurven die bekannte \\(I.\\;T\\):  \\[ Uf\\equiv \\xi\\;\\frac{\\partial f}{\\partial x}+\\eta\\;\\frac{\\partial f}{\\partial y} \\]  (nur dass nicht jede Integralcurve einzeln invariant bleibt), so ist \\(\\frac{1}{X\\eta-Y\\xi}\\) ein Euler'scher ``Integrabilit\u00e4tsfactor'' der Differentialgleichung, und die Gleichung der Integralcurven lautet  \\[ \\int\\frac{Xdy-Ydx}{X\\eta-Y\\xi}=\\text{const.''} \\]  F\u00fcr die praktische Anwendung hat man nur noch ein directes Kriterium daf\u00fcr aufzustellen, dass die vorgelegte Differentialgleichung, deren Integralcurven ja noch unbekannt sind, die eingliedrige Gruppe \\(Uf\\) gestattet. Dies geschieht in eleganter Weise mittels der oben erw\u00e4hnten Klammeroperation; es ergiebt sich, dass die Gleichung \\(Xdy-Ydx=0\\) dann, und nur dann, \\(Uf\\) gestattet, wenn identisch in \\(x,y\\) und \\(f\\):  \\[ (UA)f\\equiv \\lambda.Af, \\]  wo \\(Af=X\\;\\frac{\\partial f}{\\partial x}+Y\\;\\frac{\\partial f}{\\partial y}\\) und \\(\\lambda\\) eine Function von \\(x\\) und \\(y\\) allein bedeutet.   Der Integrabilit\u00e4tsfactor erlaubt eine elegante geometrische Deutung, welche die M\u00f6glichkeit einer Reihe sch\u00f6ner Anwendungen gew\u00e4hrt. Es sei \\((x,y)\\) ein Punkt \\(P\\) auf einer Integralcurve \\(\\omega=c\\), und \\(\\omega=c+\\delta c\\) sei eine benachbarte Integralcurve, ferner \\(\\delta s\\) der Normalabstand im Punkte \\(P\\) zwischen beiden Curven; endlich trage man auf der Tangente des Punktes \\(P\\) von \\(P\\) aus die Strecke \\(\\sqrt{X^2+Y^2}\\) ab.   Dann ist der fragliche Integrabilit\u00e4tsfactor umgekehrt proportional dem Rechtecke aus den beiden erw\u00e4hnten Strecken.   Der Zusammenhang zwischen dem in Rede stehenden Factor und einer \\(I.\\;T\\), sowie die geometrische Deutung des ersteren l\u00e4sst sich ausdehnen auf eine lineare partielle Differentialgleichung in \\(n\\) Variabeln, welche \\(n-1\\;I.\\;T\\) gestattet.   Hat man mehrere gew\u00f6hnliche Differentialgleichungen erster Ordnung in zwei Variabeln, zwischen deren Multiplicatoren gewisse functionale Abh\u00e4ngigkeiten statthaben, so lassen sich aus der Kenntnis der letzteren bemerkenswerte Schl\u00fcsse hinsichtlich der Integration der vorgelegten Gleichungen ziehen. Hiervon werden sch\u00f6ne Anwendungen auf Probleme der Fl\u00e4chentheorie gemacht, die allerdings, wie der Referent nebenbei bemerkt, nicht wesentlich an den Begriff der \\(I.\\;T\\) und der eingliedrigen Gruppe gebunden sind.   Sind sogar zwei \\(I.\\;T\\) einer Differentialgleichung erster Ordnung in zwei Variabeln bekannt, so f\u00fchren die beiden zugeh\u00f6rigen Multiplicatoren unmittelbar durch Division zu einem Integrale; umgekehrt wird gezeigt, wie die Kenntnis einer \\(I.\\;T\\) und eines Integrals sofort s\u00e4mtliche \\(I.\\;T\\), welche die Gleichung gestattet, hinzuschreiben erlaubt.   Die nunmehr sich aufdr\u00e4ngende Frage ist, wie die vorliegende Theorie modificirt werden muss, wenn die Differentialgleichung nicht in aufgel\u00f6ster Form \\(Xy'-Y=0\\) vorgelegt erscheint, sondern in implicirter Form als Gleichung \\(\\varOmega(x,y,y')=0\\).   Hier wird ein wesentlicher Fortschritt erzielt durch Einf\u00fchrung des Begriffes einer (einmal) ``erweiterten'' eingliedrigen Gruppe und ihrer \\(I.T\\).   Liegt n\u00e4mlich \u00fcberhaupt eine Transformation vor: \\(x_1=\\varphi(x,y),y_1=\\psi(x,y)\\), so ist damit auch jeder Richtung \\(y'=\\frac{dy}{dx}\\) eine bestimmte transformirte Richtung \\(y_1'=\\frac{dy_1}{dx_1}\\) zugeordnet verm\u00f6ge der bekannten Formel \\(y_1=\\frac{\\frac{\\partial\\psi}{\\partial x}+\\frac{\\partial\\psi}{\\partial y}y'}{\\frac{\\partial\\varphi}{\\partial x}+\\frac{\\partial\\varphi}{\\partial y}\\,y'}\\). Im Verein mit den beiden gegebenen Formeln hat man so eine \\(T\\) in drei Ver\u00e4nderlichen \\(x,y,y'\\), die ``Erweiterung'' der urspr\u00fcnglichen. Bilden im besonderen die vorgelegten Gleichungen eine eingliedrige (oder auch mehrgliedrige) Gruppe von \\(T\\)., so bilden auch die erweiterten Gleichungen eine solche, n\u00e4mlich in \\(x,y,y'\\). Die Parameter befolgen dabei beidemal genau dasselbe Zusammensetzungsgesetz.   Die \\(I.\\;T\\) der erweiterten Gruppe l\u00e4sst sich unmittelbar aus der \\(I.\\;T\\) der urspr\u00fcnglichen herleiten; ist die letztere, wie oben, gegeben durch \\(Uf\\equiv \\xi\\;\\frac{\\partial f}{\\partial x}+\\eta\\;\\frac{\\partial f}{\\partial y}\\), so wird das Symbol \\(U'f\\) der neuen \\(I.\\;T\\):  \\[ U'f\\equiv Uf+\\left[\\frac{\\partial\\eta}{\\partial x}+\\left(\\frac{\\partial \\eta}{\\partial y}-\\frac{\\partial\\xi}{\\partial x}\\right)y'-\\frac{\\partial\\xi}{\\partial y}\\;y'^2\\right]\\frac{\\partial f}{\\partial y}\\,, \\]  oder k\u00fcrzer geschrieben:  \\[ U'f\\equiv Uf+\\left[\\frac{d\\eta}{dx}-y'\\;\\frac{d\\xi}{dx}\\right] \\frac{\\partial\\xi}{\\partial y'}\\equiv Uf+\\eta'\\frac{\\partial f}{\\partial y'}\\,. \\]  Hieraus entspricht in Verallgemeinerung eines fr\u00fcher mitgeteilten Satzes das wichtige Kriterium, dass eine Differentialgleichung \\(\\varOmega(x,y,y')=0\\) die eingliedrige Gruppe \\(Uf\\) dann und nur dann gestattet, wenn der Ausdruck \\(U'\\varOmega\\) verm\u00f6ge \\(\\varOmega=0\\) verschwindet.   Umgekehrt gelangt man zu allen Differentialgleichungen \\(\\varOmega(x,y,y')=0\\), welche eine vorgelegte Gruppe \\(Uf\\) gestattet, indem man das Raumproblem l\u00f6st, alle Fl\u00e4chen, i. e. Gleichungen in \\(x,y,y'\\), zu finden, welche die erweiterte Gruppe \\(U'f\\) zulassen.  Dieses Raumproblem erlaubt aber (\u00fcbrigens auch f\u00fcr eine ganz beliebige eingliedrige Gruppe in drei Ver\u00e4nderlichen) eine ganz analoge Behandlung, wie das fr\u00fcher besprochene Problem der Ebene. Irgend zwei unabh\u00e4ngige L\u00f6sungen \\(u,v\\) der linearen partiellen Differentialgleichung \\(U'f=0\\) ergeben zwei Invarianten der Gruppe, und jede Invariante der Gruppe ist eine Function jener beiden. Die Gleichungen \\(u=\\) const., \\(v=\\) const. stellen die \\(\\infty^2\\) Bahncurven der Gruppe dar. Es giebt zweierlei invariante Fl\u00e4chen, einmal die aus lauter invarianten Punkten bestehenden (dieselben kommen hier nicht weiter in Betracht), sodann die von \\(\\infty^1\\) Bahncurven erzeugten, offenbar durch eine beliebige Gleichung zwischen \\(u\\) und \\(v\\) repr\u00e4sentirten. Nennt man eine Invariante der Gruppe \\(U'f\\) eine ``Differentialinvariante'' der urspr\u00fcnglichen Gruppe \\(Uf\\), so hat man demnach das Resultat, dass jede Differentialgleichung \\(\\varOmega(x,y,y')=0\\), welche \\(Uf\\) gestattet, durch Nullsetzen einer Differentialinvariante von \\(Uf\\) erhalten werden kann.   Nunmehr l\u00e4sst sich schon erkennen, wie man fortzuschreiten hat, wenn man zu gew\u00f6hnlichen Differentialgleichungen zweiter Ordnung \u00fcbergehen will, welche eine, resp. mehrere eingliedrige Gruppen gestatten. Man wird eine eingliedrige Gruppe \\(Uf\\) ein zweites Mal erweitern, indem man jetzt auch die transformirte zweite Ableitung \\(y_1^{\\prime\\prime}\\) durch die urspr\u00fcngliche \\(y''\\), sowie durch \\(x,y\\) und \\(y'\\) ausdr\u00fcckt. Die Gesamtheit der so entstandenen vier Gleichungen stellt im Gebiete der vier Ver\u00e4nderlichen \\(x,y,y',y''\\) abermals eine eingliedrige Gruppe dar, deren Symbol \\(U''f\\) aus \\(U'f\\) durch einen entsprechenden Zusatz hervorgeht, wie \\(U'f\\) aus \\(Uf\\): man berechnet n\u00e4mlich, dass:  \\[ U''f=U'f+\\eta''\\;\\frac{\\partial f}{\\partial y''}, \\]  wo  \\[ \\eta''=\\frac{d\\eta'}{dx}-y''\\;\\frac{d\\xi}{dx},\\quad \\eta'=\\frac{d\\eta}{dx}-y'\\frac{d\\xi}{dx} \\]  ist. Es ist hierbei zu beachten (was f\u00fcr gewisse Vereinfachungen im Integrationsgesch\u00e4ft von Bedeutung wird), dass \\(\\eta''\\) in \\(y''\\) linear ist, w\u00e4hrend \\(\\eta'\\) in \\(y'\\) quadratisch ausf\u00e4llt.   Das Hauptergebnis ist nun wiederum, dass die Differentialgleichung \\(\\varOmega(x,y,y',y'')=0\\) die eingliedrige Gruppe \\(Uf\\) dann und nur dann zul\u00e4sst, wenn \\(U''\\varOmega\\) verm\u00f6ge \\(\\varOmega=0\\) verschwindet. Diesem Kriterium l\u00e4sst sich eine praktisch bequemere Form geben, sobald man sich die Differentialgleichung nach \\(y''\\) aufgel\u00f6st denkt.   Fragt man jetzt nach dem Nutzen, den die Kenntnis einer \\(I.\\;T\\) einer Differentialgleichung zweiter Ordnung f\u00fcr deren Integration gew\u00e4hrt, so zeigt sich, dass die Aufgabe vermittelst Quadraturen auf die einfachere reducirt werden kann, nach einander zwei gew\u00f6hnliche Differentialgleichungen erster Ordnung zu integriren: eine tiefer gehende Untersuchung l\u00e4sst sogar erkennen, dass die Integration einer dieser beiden Differentialgleichungen erster Ordnung erspart werden kann. Der Grund solcher Vereinfachungen liegt wesentlich in der ``Form'', welche irgend eine Differentialgleichung zweiter Ordnung annehmen kann, sobald sie \\(Uf\\equiv\\xi\\;\\frac{\\partial f}{\\partial x}+\\eta\\;\\frac{\\partial f}{\\partial y}\\) gestattet. Diese Form ist n\u00e4mlich selber die einer Differentialgleichung erster Ordnung zwischen zwei Ver\u00e4nderlichen \\(u\\) und \\(v\\).   Dabei bedeutet \\(u\\) eine Invariante der Gruppe \\(Uf\\), ist also ein Integral der Differentialgleichung erster Ordnung \\(dy.\\xi-dx.\\eta=0\\), w\u00e4hrend \\(v\\) eine Invariante der (einmal erweiterten) Gruppe \\(U'f\\) ist, welche sich aus einer gewissen Riccati'schen Gleichung (von der eine Particularl\u00f6sung bekannt ist) durch Quadratur bestimmt.  Die angedeutete, noch weiter gehende Vereinfachung wird erzielt, wenn man an Stelle von \\(\\varOmega(x,y,y',y'')=0\\) eine aequivalente lineare partielle Differentialgleichung in den drei Ver\u00e4nderlichen \\(x,y,y'\\) einf\u00fchrt. Um Missverst\u00e4ndnisse zu zerstreuen, sei \u00fcbrigens betont, dass nicht jede Differentialgleichung zweiter Ordnung eine eingliedrige Gruppe \\(Uf\\) gestattet.   Wir m\u00f6chten noch einige Worte \u00fcber Differentialgleichungen zweiter Ordnung \\(\\varOmega(x,y,y',y^{\\prime\\prime})=0\\) hinzuf\u00fcgen, welche mehrere \\(I.\\;T\\) zulassen.   Da ist vor allem ein grundlegender Satz \u00fcber die Erweiterung eines Klammerausdrucks \\((U_1U_2)\\) zweier Symbole \\(U_1f\\) und \\(U_2f\\) anzuf\u00fchren. Man kann einmal \\(U_1\\) und \\(U_2\\) einzeln, etwa \\(i\\)-mal erweitern, wodurch sie in \\(U_1^{(i)}\\) resp. \\(U_2^{(i)}\\) \u00fcbergehen m\u00f6gen, und hieraus den Klammerausdruck \\((U_1^{(i)}U_2)^{(i)}\\) bilden; andererseits kann man aber auch den Ausdruck \\((U_1U_2)\\) selbst direct \\(i\\)-mal erweitern, wodurch \\((U_1U_2)^{(i)}\\) entstehe. Es zeigt sich, dass beide Ergebnisse identisch sind.  Als eine unmittelbare Anwendung davon erscheint der Satz, dass, wenn z. B. eine Differentialgleichung zweiter Ordnung die beiden \\(I.\\;T\\) \\(U_1f\\) und \\(U_2f\\) gestattet, sie auch die weitere \\(I.\\;T\\) \\((U_1U_2)\\) zul\u00e4sst. Ist \\((U_1U_2)\\) ``abh\u00e4ngig'' von \\(U_1\\) und \\(U_2\\), d. h. l\u00e4sst sich \\((U_1U_2)\\) linear mit constanten Coefficienten durch \\(U_1\\) und \\(U_2\\) ausdr\u00fccken, so ist damit nichts Neues gewonnen; wesentlich anders verh\u00e4lt es sich aber, wenn \\((U_1U_2)\\) nicht von \\(U_1\\) und \\(U_2\\) abh\u00e4ngig ist. Dann hat man eine wirklich neue, dritte \\(I.\\;T\\) gefunden, welche die vorgelegte Gleichung gestattet.  F\u00e4hrt man so fort, sei es dass nur zwei, oder auch mehrere bekannte \\(I.\\;T\\) vorliegen, so gelangt man zu dem Fundamentalsatze: Wenn \u00fcberhaupt eine Differentialgleichung mehrere \\(I.T\\) zul\u00e4sst, so lassen sich die letzteren verm\u00f6ge wiederholter Klammeroperation zu einem endlichen geschlossenen System von \\(r\\) unabh\u00e4ngigen \\(I.T\\) erg\u00e4nzen von der Art, dass nunmehr jeder aus irgend zweien dieser \\(I.T\\) gebildete Klammerausdruck eine \\(I.T\\) darstellt, welche durch die \\(I.T\\) des Systems linear ausgedr\u00fcckt werden kann. Dann sagt man, dass die \\(I.T\\) eine ``\\(r\\)-gliedrige Gruppe'' bilden; die Gesamtheit der zu den \\(I.T\\) (und den von ihnen abh\u00e4ngigen) geh\u00f6rigen eingliedrigen Gruppen von \\(T\\) erzeugt ihrerseits eine endliche, \\(r\\)-gliedrige ``Gruppe'' von \\(T\\) in dem Sinne, dass irgend zwei \\(T\\) der Gruppe, hinter einander ausgef\u00fchrt, wiederum zu einer \\(T\\) der Gruppe f\u00fchren. Hat ein Bestandteil der \\(T\\) einer Gruppe selbst die Gruppeneigenschaft, so heisst er eine ``Untergruppe'' der vorliegenden Gruppe.   F\u00fcr die Differentialgleichungen zweiter Ordnung ist nun der H\u00fclfssatz von besonderer Bedeutung, dass jede \\(r\\)-gliedrige Gruppe \\((r>2)\\) von \\(I.\\;T\\) mindestens eine zweigliedrige Untergruppe enth\u00e4lt, ein Satz, der \u00fcbrigens genau so f\u00fcr \\(n\\) Ver\u00e4nderliche gilt.  Man ist daher gen\u00f6tigt, zun\u00e4chst die zweigliedrigen Gruppen der Ebene zu untersuchen und sie vor allem auf ``kanonische'' Formen zu bringen: es ergiebt sich, dass es nur vier wesentlich verschiedene Typen zweigliedriger Gruppen der Ebene giebt, je nachdem \\((U_1U_2)\\) identisch Null ist oder nicht, und je nachdem zwischen \\(U_1\\) und \\(U_2\\) eine lineare Relation mit variabeln (d. i. von \\(x,y\\) abh\u00e4ngigen) Coefficienten herrscht oder nicht, je nachdem also die beiderseitigen Bahncurven \u00fcbereinstimmen oder nicht. Die zugeh\u00f6rigen kanonischen Formen der \\(I.\\;T\\) lauten:  \\[ (1)\\quad \\frac{\\partial f}{\\partial x},\\quad \\frac{\\partial f}{\\partial y};\\qquad (2)\\quad \\frac{\\partial f}{\\partial y},\\quad x\\;\\frac{\\partial f}{\\partial y};\\qquad (3)\\quad \\frac{\\partial f}{\\partial y},\\quad x\\;\\frac{\\partial f}{\\partial x}; \\]   \\[ (4)\\quad \\frac{\\partial f}{\\partial y},\\quad y\\;\\frac{\\partial f}{\\partial y}, \\]  oder auch, die Gruppen in endlicher Form geschrieben, wenn \\(k\\), \\(l\\) variable Parameter bedeuten:  \\[ (1)\\quad x_1=x+k,\\;y_1=y+l;\\qquad (2)\\quad x_1=x,\\;y_1=y+kx+l; \\]   \\[ (3)\\quad x_1=kx,\\;y_1=ky+l;\\qquad (4)\\quad x_1=x,\\;y_1=kx+l. \\]  In ihrer kankonischen Gestalt sind also die vier Gruppen einfache projective Gruppen. F\u00fchrt man jetzt, den kanonischen Formen der \\(I.\\;T\\) entsprechend, in eine Differentialgleichung zweiter Ordnung kanonische Variabeln ein, so kommt man in den ersten F\u00e4llen mit Quadraturen aus, und nur im letzten Falle bedarf man der Integration einer Differentialgleichung erster Ordnung; aber auch diese l\u00e4sst sich umgehen, wenn man wiederum an Stelle der vorgelegten Gleichung eine aequivalente lineare partielle Differentialgleichung substituirt.  Auch in dem n\u00e4chst interessirenden Falle einer Differentialgleichung zweiter Ordnung, die eine dreigliedrige Gruppe \\(U_1,U_2,U_3\\) gestattet, wird man nach verschiedenen Typen und kanonischen Formen dreigliedriger Gruppen der Ebene fragen. Hier kommt ein neues Einteilungsprincip hinzu. Die drei Klammerausdr\u00fccke, n\u00e4mlich \\((U_1U_2),(U_1U_3)\\) und \\((U_2U_3)\\), construiren wiederum eine Gruppe, und es bieten sich zun\u00e4chst vier Haupttypen dar, je nachdem diese Untergruppe der gegebenen drei-, zwei-, ein- oder endlich null-gliedrig ist. Weitere Unterteilungen richten sich nach der Natur der zugeh\u00f6rigen Bahncurven.   Im ganzen ergeben sich 16 verschiedene Typen (und zugleich kanonische Formen) dreigliedriger Gruppen. Diese Verh\u00e4ltnisse erhalten eine sehr durchsichtige geometrische Deutung, wenn man jeder \\(I.\\;T\\) der linearen Schar \\(c_1U_1+c_2U_2+c_3U_3\\) einen Punkt der Ebene mit den homogenen Coordinaten \\(c\\) zuordnet. Die Klammeroperation deckt sich dann mit der polaren Verwandtschaft in Bezug auf einen festen Kegelschnitt.   Schon mehrmals ist darauf hingewiesen, wie zweckm\u00e4ssig es sein kann, das Studium von Differentialgleichungen zweiter Ordnung zur\u00fcckzuf\u00fchren auf dasjenige linearer partieller Differentialgleichungen. Der vermittelnde Gedanke liegt in einer geeigneten Umformung des oben ber\u00fchrten Kriteriums daf\u00fcr, dass eine Differentialgleichung zweiter Ordnung die eingliedrige Gruppe \\(Uf\\) zul\u00e4sst. Sobald n\u00e4mlich die Differentialgleichung in aufgel\u00f6ster Form vorliegt: \\(y''=\\omega(x,y,y')\\), so erweist sich das gemeinte Kriterium identisch mit dem anderen, dass die lineare partielle Differentialgleichung  \\[ Af\\equiv \\frac{\\partial f}{\\partial x}+y'\\;\\frac{\\partial f}{\\partial y}+\\omega\\;\\frac{\\partial f}{\\partial y'}=0 \\]  die einmal erweiterte \\(I.\\;T\\) \\(U'f\\) gestattet.  Nach einem allgemeinen Satze gestattet aber, wie schon erw\u00e4hnt, eine lineare partielle Differentialgleichung \\(Af\\equiv 0\\) (in \\(n\\) Variabeln) eine \\(I.\\;T\\) \\(Uf\\) dann, und nur dann, wenn sich der Klammerausdruck \\((UA)\\) von \\(Af\\) nur um einen bloss noch von den Variabeln abh\u00e4ngenden Factor unterscheidet.  Ein anderer Satz sagt aber aus, dass dann im Falle dreier Variabeln die beiden Differentialgleichungen \\(Uf=0\\) und \\(Af=0\\) eine gemeinsame ``L\u00f6sung'' \\(f\\) besitzen (oder ein sogenanntes vollst\u00e4ndiges System bilden).   Nach einem von du Bois-Reymond herr\u00fchrenden Principe l\u00e4sst sich endlich eben diese gemeinsame L\u00f6sung \\(f\\) durch Integration einer gew\u00f6hnlichen Differentialgleichung erster Ordnung zwischen zwei Ver\u00e4nderlichen bestimmen.   Zum Schlusse sei noch ein fundamentaler Satz angef\u00fchrt, der den Zusammenhang zwischen der Kenntnis mehrerer \\(I.\\;T\\) einer linearen partiellen Differentialgleichung (in \\(n\\) Variabeln) \\(Af=0\\) und den L\u00f6sungen der letzteren aufdeckt. Man kann die vorgelegten \\(I.\\;T\\) derart erg\u00e4nzen, dass eine Anzahl derselben durch die \u00fcbrigen und durch \\(Af\\) linear ausdr\u00fcckbar ist.   Die Coefficienten dieser Darstellungen (event. die Coefficienten von \\(Af\\) selbst) sind L\u00f6sungen von \\(Af=0\\) (wenn sie sich nicht in speciellen F\u00e4llen auf Constanten reduciren).   Die Herstellung der fraglichen Ausdr\u00fccke geht auf rein algebraischen Wege, n\u00e4mlich mittelst Determinantenbildung, vor sich.   Die im Buche eingef\u00fchrten Benennungen, die alle von Hrn. Lie herr\u00fchren, sind als durchaus zutreffende zu bezeichnen. Eine kleine Aenderung m\u00f6chte Referent vorschlagen: wenn bei einer linearen homogenen Relation zwischen Functionen (oder auch Symbolen \\(Uf\\)), m\u00f6gen nun die Coefficienten constant oder aber selbst von den Ver\u00e4nderlichen abh\u00e4ngig sein, beidemal von ``linearer Abh\u00e4ngigkeit'' schlechtweg gesprochen wird, so m\u00f6chte es sich empfehlen, beide F\u00e4lle durch den Zusatz ``eigentlich'' resp. ``uneigentlich'' zu trennen.   Von sonstigen Einzelheiten sei nur noch erw\u00e4hnt, dass die auf S. 55 vorgenommene Integration, entgegen der Behauptung des Textes, mit einer bereits fr\u00fcher, auf S. 33 entwickelten, sachlich \u00fcbereinstimmt.   Es besteht die begr\u00fcndete Hoffnung, dass durch eine derartige ausf\u00fchrliche und m\u00f6glichst elementar gehaltene Darstellung der Lie'schen Theorie, wie sie der vorliegende Band als der erste gr\u00f6sseren Werkes bietet, der Gegenstand selbst eine stets zunehmende Verbreitung im mathematischen Publicum erfahren wird. 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