{"entities":{"Q1537804":{"pageid":1548544,"ns":120,"title":"Item:Q1537804","lastrevid":67846224,"modified":"2026-04-12T19:53:34Z","type":"item","id":"Q1537804","labels":{"en":{"language":"en","value":"Mitteilungen zur Lehre vom Transfiniten. I. II."}},"descriptions":{"en":{"language":"en","value":"scientific article; zbMATH DE number 2695712"}},"aliases":{},"claims":{"P31":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P31","hash":"fd5912e4dab4b881a8eb0eb27e7893fef55176ad","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":56887,"id":"Q56887"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1537804$FF3A6D27-51FF-4A7A-BE11-1A961123E8B6","rank":"normal"}],"P159":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P159","hash":"91e5f65d0453365368e7cc601c891b28940b6e72","datavalue":{"value":{"text":"Mitteilungen zur Lehre vom Transfiniten. I. 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Da diese Briefe bei aller Wissenschaftlichkeit des Inhalts nicht sowohl ex cathedra reden, als vielmehr auf Schwierigkeiten des Verst\u00e4ndnisses in m\u00f6glichst popul\u00e4rer und ersch\u00f6pfender Weise eingehen, die Kernpunkte der Theorie hervorheben, die Differenzpunkte zwischen dem Verfasser und anderen Autorit\u00e4ten festellen, und dem Vorstellungsverm\u00f6gen des Lesers auf mannigfache Weise zu H\u00fclfe kommen, so bilden sie einen recht willkommenen Commentar zu den fr\u00fcheren Arbeiten des Verfassers auf diesem Gebiete. Folgende Punkte treten besonders hervor. Der Verfasser unterscheidet drei Arten des Unendlichen: 1) das absolute (unvermehrbare) = Gott, 2) das erfahrungsm\u00e4ssige (vernehrbare) in der realen Welt, 3) das abstracte (``transfinite'') im Denken. Indem man die Existenz jeder einzelnen von diesen drei Arten des Unendlichen bestreiten oder behaupten kann, ergeben sich durch Combination acht verschiedene Standpunkte. Der Verfasser bekennt sich zu demjenigen, welcher die Existenz aller drei Arten behauptet. Je nachdem die Ordnung der gleichen Elemente einer Menge beliebig oder bestimmt ist, entspricht dieser Menge eine Cardinalzahl oder ein Ordnungstypus (Idealzahl). Letzterer wird zur Ordnungszahl, wenn die Menge wohlgeordnet ist. In der Bestimmung des Begriffs der Zahl befindet sich der Verfasser namentlich mit Helmholtz und Kronecker im Widerspruch. Er will die Zahl nicht als blosses Zeichen betrachtet wissen, auch nicht als Resultat eines von der Zeit abh\u00e4ngigen subjectiven Z\u00e4hlprocesses, sondern als Ergebnis gleichzeitiger Zusammenfassung vieler Elemente. Der Begriff der Irrationalzahl soll nicht \u00fcberfl\u00fcssig gemacht, sondern erforscht und klar gestellt werden. Ueber die Auffassung des Unendlichen hat der Verfasser eingehende historische Studien gemacht, die sich auch auf Mathematiker des Altertums und Kirchenv\u00e4ter erstrecken. Seiner eignen Auffassung nach ist das in der Mathematik als Grenze erscheinende Unendlichgrosse (\\(\\infty\\)) als potentiell Unendliches oder Unendlichwerdendes scharf zu unterscheiden von der ``transfiniten'', bestimmten, actuell unendlichen Zahl (\\(\\omega\\)), die das Unendlichseiende repr\u00e4sentirt, aber nur die kleinste eines ganzen Systems transfiniter Zahlen ist, f\u00fcr welches wesentlich andere Rechnungsregeln gelten, als f\u00fcr die endlichen Zahlen. Die mit der Anwendung des Unendlichkeitsbegriffes oft verbundenen Widerspr\u00fcche erkl\u00e4rt der Verfasser durch den fehlerhaften Versuch, Gesetze der endlichen Zahlen auf das Unendliche anzuwenden. So liegen ihm auch \\(\\omega\\) und alle anderen transfiniten Zahlen ausserhalb der Zahlenreihe \\(1, 2, 3 \\dots\\) Actuell unendliche Mengen sind z. B. der Inbegriff aller endlichen ganzen positiven Zahlen, die Gesamtheit aller Punkte eines Kreises, aller punktartig vorzustellenden Monaden, die einen K\u00f6rper constituiren. Wie 1 die kleinste aller endlichen Zahlen ist, die gr\u00f6sser ist als alle der Bedingung  \\[ 1-z_{\\nu}=\\frac{1}{\\nu}\\quad\\text{(f\u00fcr unendlich werdendes }\\nu) \\]  gen\u00fcgenden Zahlen \\(z_{\\nu}\\), so ist \\(\\omega\\) die kleinste aller unendlichen Zahlen, die gr\u00f6sser ist als alle endlichen Zahlen \\(\\nu\\). Eine wachsende endliche Zahl \\(\\nu\\) kommt der Zahl \\(\\omega\\) nicht beliebig nahe, sondern jede noch so grosse Zahl \\(\\nu\\) bleibt von \\(\\omega\\) ebensoweit entfernt als die kleinste endliche Zahl. Dagegen bestreitet der Verfasser, im Gegensatze zu Stolz und Dubois-Reymond, die Existenz actualer unendlich kleiner Zahlgr\u00f6ssen. (Differentiale sind ver\u00e4nderliche, beliebig klein anzunehmende H\u00fclfsgr\u00f6ssen.) Das Archimedische Axiom, dass aus jeder noch so kleinen begrenzten Strecke durch endliche Vervielfachung beliebig grosse endliche Strecken erzeugt werden k\u00f6nnen, erscheint im Lichte der Cantor'schen Theorie als ein bewiesener Satz.  Der achte Abschnitt der Abhandlung giebt im ersten Teile die Fundamente einer Theorie der Cardinalzahlen. Aequivalente Mengen sind solche, die sich gegenseitig und vollst\u00e4ndig zuordnen lassen. Weiter werden Begriff und Eigenschaften der Addition und Multiplication endlicher und unendlicher Mengen er\u00f6rtert. Wesentlich ist hierbei der Umstand, dass einer unendlicher Menge dieselbe Zahl zukommen kann, wie einem ihrer Bestandteile. Der in diesem Satze von Alters her gefundene Widerspruch l\u00f6st sich nach Cantor durch folgende Unterscheidung: Ist \\(M'\\) Teil einer Menge \\(M\\), so hat \\(M\\) mehr Realit\u00e4t als \\(M'\\), die den beiden Mengen \\(M\\) und \\(M'\\) zukommenden Cardinalzahlen erfordert die Heranziehung der Ordnungstypen, mit welchen sich der zweite Teil dieses Abschnittes besch\u00e4ftigt. Man kann diese Untersuchungen wohl als eine Ausdehnung der Combinationslehre aus dem linearen in h\u00f6her dimensionirte Gebiete bezeichnen, insofern jede gew\u00f6hnliche Permutations- oder Combinationsform als lineare Gruppe von Buchstaben, Ziffern, Punkten oder sonstigen Elementen bezeichnet werden kann. Diese Untersuchungen gipfeln in der L\u00f6sung der Aufgabe: die Anzahl aller ``zweifachen Ordnungstypen von gegebener Cardinalzahl \\(m''\\) zu bestimmen, d. h. die Anzahl aller Stellungen, welche \\(m\\) Punkte auf den \\(m^{2}\\) Eckpunkten eines ebenen quadratischen Gitters von der Seitenzahl \\(m\\) einnehmen k\u00f6nnen. Mit der Erweiterung auf \\(n\\)-fache Ordnungstypen tritt die Aufgabe sodann aus dem ebenen in das \\(n\\)-dimensionale Gebiet. Es handelt sich dabei offenbar um eine Aufgabe der Combinationslehre, welche im linearen Gebiete gegenstandlos wird, da \\(m\\) Punkte auf einer Geraden in dem hier festgestellten Sinne nur eine Anordnung zulassen. Eine Fortsetzung dieser Untersuchungen ist in Aussicht gestellt.","type":"string"},"datatype":"string"},"type":"statement","id":"Q1537804$ABFDA8E5-BFCE-4924-BDF5-B736E9934568","rank":"normal"}],"P1451":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1451","hash":"8d6f6adc485a5683c6ed8c2f0ae4184c1efef813","datavalue":{"value":"2695712","type":"string"},"datatype":"external-id"},"type":"statement","id":"Q1537804$60A7716C-5826-4D3C-83AC-148060564F6F","rank":"normal"}],"P1460":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1460","hash":"57f7fea50d2ce1b39b695c4a1313582eed405e38","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":5976449,"id":"Q5976449"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1537804$3C571AE4-1486-4477-85B8-D98C27FEB06B","rank":"normal"}],"P16":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P16","hash":"2c892777b695585e54060a8eed700d65a91c6700","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":6480421,"id":"Q6480421"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1537804$79EB96CC-B718-4967-8DE6-ECB8EEFCCF56","rank":"normal"}]},"sitelinks":{"mardi":{"site":"mardi","title":"Mitteilungen zur Lehre vom Transfiniten. 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