{"entities":{"Q1550122":{"pageid":1560862,"ns":120,"title":"Item:Q1550122","lastrevid":70687701,"modified":"2026-04-13T16:09:36Z","type":"item","id":"Q1550122","labels":{"en":{"language":"en","value":"Vorlesungen \u00fcber Geschichte der Mathematik. Erster Band. Von den \u00e4ltesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr."}},"descriptions":{"en":{"language":"en","value":"scientific article; zbMATH DE number 2707709"}},"aliases":{},"claims":{"P31":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P31","hash":"fd5912e4dab4b881a8eb0eb27e7893fef55176ad","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":56887,"id":"Q56887"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1550122$43CEFA39-FD95-4F02-841E-E210EAE331C1","rank":"normal"}],"P159":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P159","hash":"3ab926539a2c7afd19c281f7387b14a175d256d0","datavalue":{"value":{"text":"Vorlesungen \u00fcber Geschichte der Mathematik. Erster Band. 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Gegen\u00fcber dem reichen Inhalte und dem \u00fcberw\u00e4ltigenden Stoffe im Einzelnen und an Einzelnem Kritik zu \u00fcben, ist nicht Sache eines Referates in dieser Zeitschrift. Was an solchen Einzelheiten zu bessern ist, wird sich im Laufe der Zeit harausstellen. Wir k\u00f6nnen hier nur der Freude \u00fcber das Erscheinen dieses Buches Ausdruck geben. Wenn wir daher im Folgenden versuchen, einen Bericht \u00fcber den Inhalt desselben zu geben, so bemerken wir dabei, dass von vornherein von einer Kritik der Details abgesehen wird, und dass das Folgende nur eine kurze Skizze des reichen Inhaltes geben soll. Eine Bemerkung aber kanu Referent nicht unterdr\u00fccken. Bei h\u00e4ufigerem Gebrauch macht sich das Fehlen eines genauen Inhaltsverzeichnisses (neben dem Namenregister) in st\u00f6render Weise geltend. Grade bei einem Werke, wie dem vorliegenden, handelt es sich oft um das Nachlesen einzelner Abschnitte, und da reicht zur schnellen Orientirung das Namenregister allein nicht aus. Vielleicht l\u00e4sst sich der Verfasser durch diese Bemerkung bewegen, bei dem zweiten Bande das Fehlende nachzuholen.  In der Einleitung, p. 3\\(-\\)14, beginnt der Verfasser mit einer Schilderung des allm\u00e4hligen Entstehens der Zahlw\u00f6rter und Zahlsysteme. Die Zahlw\u00f6rter beruhen meist auf additivem oder multiplicatorischem Gesetz, wie die sprachliche Bildung derselben zu erkennen giebt. Es zeigt sich deutlich, dass der menschliche K\u00f6rper einen bestimmenden Einfluss auf die Bildung der Zahlsysteme gehabt hat. Daf\u00fcr liefert den sprechendsten Beweis das Decimalsystem, neben dem sich in voller Reinheit noch das Vigesimalsystem und wenigstens Spuren eines Quinarsystems nachweisen lassen. Aber daneben kommen doch auch Bildungen mit anderen Grundzahlen vor. Wie sich nun aus der Entstehung der Zahlw\u00f6rter durch Addition und Multiplication schliessen l\u00e4sst, dass diese Rechnungsarten schon vor der Fixirung der Zahlw\u00f6rter existirt haben, so l\u00e4sst sich Aehnliches auch von der Subtraction, sehr selten dagegen von der Division nachweisen. Eigenth\u00fcmlich und characteristisch ist, dass sich \u00fcberall die Ziffern als Wortzeichen bewahrt haben, und dass \u00fcberall in der Schreibweise das Gesetz hervortritt, dass bei allen additiv vereinigten Zahlen das Mehr stets dem Weniger vorangeht. Aber dieses uralte Wissen, selbst diese bewusst oder unbewusst ge\u00fcbte Systematisirung ist, wie der Verfasser richtig hervorhebt, noch keine Wissenschaft. Ihm beginnt eine wirkliche Geschichte der Mathematik mit dem ersten Schriftdenkmal, welches auf Rechnung und Figurenvergleichung Bezug hat.  Mit p. 17 beginnt der erste Abschnitt: ``Aegypter''. Bei ihnen findet sich aus der Zeit von etwa 1700 v. Chr. ein mathematisches Uebungsbuch, dessen Anfangsworte lauten: ``Vorschrift zu gelangen zur Kenntnis aller dunklen Dinge ...'' Es r\u00fchrt von einem gewissen Ahmes her. Man darf sich jedoch darunter nicht ein eigentliches Lehrbuch denken, sondern nur ein Buch, das Regeln zur L\u00f6sung von Aufgaben enth\u00e4lt, die an speciellen Beispielen erl\u00e4utert werden. Der Inhalt bezieht sich auf das Rechnen mit ganzen Zahlen und mit Stammbr\u00fcchen und enth\u00e4lt eine Tabelle, mittels deren es m\u00f6glich ist, einen beliebigen Bruch als Summe von Stammbr\u00fcchen darzustellen. Daneben kommen Aufgaben vor, die auf Gleichungen f\u00fchren und etwa unserer Gesellschaftsrechnung entsprechen w\u00fcrden; ja sogar Aufgaben aus der Lehre von den arithmetischen und geometrischen Reihen fehlen nicht. Den Schluss dieses ersten Capitels macht die Besprechung der Zahlzeichen und der Art des Rechnens. Letzteres ist ein Fingerrechnen und ein instrumentales Rechnen gewesen. Im zweiten Capitel wird die Geometrie der Aegypter besprochen. Auch hier kn\u00fcpft der Verfasser an den Papyros des Ahmes an und schliesst aus dem Vorkommen gewisser Aufgaben der Fl\u00e4chenund Raumlehre, die dort freilich nur als Rechenaufgaben behandelt werden, auf den Umfang der geometrischen Kenntnisse. Die Feldmessung war es, welche, wie aus den Zeugnissen \u00e4lterer Schriftsteller gefolgert wird, zum Betriebe der Geometrie veranlasst hatte. Benutzt wurden namentlich der Inhalt des gleichschenkligen Dreiecks und des Trapezes. Aber auch aus der Aehnlichkeitslehre finden sich Aufgaben, ja, es zeigt sich als sehr wahrscheinlich, dass den Aegyptern die Construction eines rechtwinkligen Dreiecks bekannt war. Der Verfasser meint endlich, dass das vorliegende Buch des Ahmes mit Nothwendigkeit zu der Annahme f\u00fchre, dass schon vor demselben ein anderes Lehrbuch der Mathematik existirt habe.  Bei den Babyloniern (Abschnitt II., p. 67\\(-\\)94) sind es vor allen Dingen das Vorkommen des Sexagesimalsystems, die Kenntnis der Quadrat- und Cubikzahlen, sowie das Rechnen \u00fcberhaupt, welche das Interesse fesseln. Der Versuch, das Entstehen des Sexagesimalsystems zu erkl\u00e4ren, f\u00fchrt auf (sonst durchweg principiell vermiedene) Abschweifungen zur Astronomie. Aus der Erkenntnis der Anzahl der Tage eines Jahres zu 360 wird die Kreistheilung hergeleitet und damit der Uebergang zur Besprechung der Geometrie gewonnen, die freilich viel weniger entwickelt ist, als das Rechnen der Babylonier. Aber dass auch hier eine Reihe von Kenntnissen vorhanden gewesen, l\u00e4sst sich doch mit Sicherheit schliessen.  Der dritte Abschnitt ist den Griechen gewidmet. Im Anfangscapitel desselben (4, p. 97) giebt der Verfasser zun\u00e4chst die Quellen an, aus denen f\u00fcr diesen Theil seines Werkes zu sch\u00f6pfen war, und schildert den r\u00e4umlichen Verlauf, den die Entwickelung der Mathematik in Griechenland genommen. Beginnend in der ionischen kleinasiatischen K\u00fcsten- und Inselwelt s\u00fcdlich von Smyrna wandte sie sich zu dem dorischen S\u00fcd-Italien und Sicilien, um von da erst nach dem eigentlichen Festlande, namentlich Athen zu gelangen. Von da wanderte sie nach der auf \u00e4gyptischem Boden liegenden griechischen Stadt Alexandria, wo sie ihre Heroenzeit erlebte, um endlich nach einer nochmaligen Nachbl\u00fcthe wieder nach dem Festlande Griechenlands zur\u00fcckzukehren, wo sie in Byzanz und Athen ihren Untergang fand. Diesen einleitenden Gedanken f\u00fcgt der Verfasser die Nachrichten an, welche \u00fcber die griechischen Zahlen und das griechische Rechnen vorhanden sind. Bei dieser Gelegenheit auch die Zahlen der Ph\u00f6nikier, Syrer und Ilebr\u00e4er besprechend schildert er die \u00e4lteren herodianischen, sowie die sp\u00e4teren alphabetischen Zahlzeichen der Griechen, um dann an der Hand von freilich nur wenigen Quellen das Fingerrechnen und die Benutzung des Rechenbrettes klarzulegen.  In Capitel 5 (p. 112) wendet er sich zu Thales und der \u00e4ltesten griechischen Geometrie. Der Verfasser schliesst sich dem Mathematikerverzeichnis des Eudemus an und pr\u00fcft an der Hand der Nachrichten des letzteren die Verdienste des Thales, die nach ihm wesentlich darin bestanden, dass er eine strengere Beweisf\u00fchrung einf\u00fchrte, als er sie in Aegypten und damals \u00fcberhaupt in Geltung gefunden hatte. Thales gr\u00fcndete eine Schule, die die Wissenschaft um der Wissenschaft willen trieb. Pythagoras von Samos (Capitel 6 u. 7) tritt dann als der Bedeutendste hervor. Der Verfasser pr\u00e4cisirt hier zun\u00e4chst seinen Standpunkt gegen\u00fcber den vielfachen Sagen, die sich um diesen Mann und seine Schule gewoben haben. Nachdem er sodann die Quellen f\u00fcr diese Zeit besprochen, zeigt er, dass sich nicht auseinander halten lasse, was Pythagoras selbst und was die Mitglieder seiner Schule geleistet haben. Er fasst daher Beides zusammen. In der Geometrie umfasste die Schule in ihrem Wissen die Kenntnis der Parallellinien und der damit zusammenh\u00e4ngenden Winkels\u00e4tze, namentlich auch des Satzes von der Summe der Dreieckswinkel, ferner S\u00e4tze \u00fcber Congruenz des Dreiecks, Fl\u00e4chengleichheit und Anlegung von Fl\u00e4chen, den pythagor\u00e4ischen Lehrsatz und den goldenen Schnitt. Aber auch die Anf\u00e4nge der Stereometrie waren ihnen bekannt, so z. B. die f\u00fcnf regelm\u00e4ssigen K\u00f6rper nnd die Kugel. Die S\u00e4tze waren mit Beweisen versehen, welche freilich erst im Laufe der Zeit den Charakter des Erfahrungsbeweises ablegten. Mehr noch leistete die Schule in der Arithmetik. Hierher geh\u00f6ren namentlich die geometrische Versinnlichung der Zahlenlehre, wie sie in den Ebenen- und K\u00f6rperzahlen, in den Dreiecks - und Quadratzahlen etc. zu Tage tritt, ferner die pythagor\u00e4ischen Zahlen und die Lehre vom Irrationalen, nebst vielem Anderen. Neben dieser Schule treten noch eine Reihe anderer Mathematiker auf (Capitel 8), so namentlich Anaxagoras von Klazomene, Oinopides von Chios, Demokritus aus Abdera und unter den Sophisten Hippias von Elis und Zenon von Elea. In diese Zeit geh\u00f6rt endlich auch der in Capitel 9 behandelte Hippokrates von Chios, welcher das erste Elementarlehrbuch der Mathematik verfasste, freilich aber weit bedeutender hervortrat durch die geometrischen Erfindungen, die sich auf die Quadratur des Kreises und die Verdoppelung des W\u00fcrfels beziehen. Dabei werden auch die Versuche des Antiphon und des Bryson zur Quadratur des Kreises er\u00f6rtert.  Wir eilen, Platon (Capitel 10), der sich besonders um die Methodik Verdienste erworben, und bei dessen Besprechung zugleich die L\u00f6sung der delischen Aufgabe auch durch Eutokius, Archytas und Men\u00e4chmus behandelt wird, nur kurz ber\u00fchrend, und ebenso die in Capitel 11 erw\u00e4hnten Akademiker und Aristoteles \u00fcbergehend, zu Capitel 12 (p. 221), das uns nach Alexandria f\u00fchrt, welches nun auf \\(2\\tfrac{1}{2}\\) Jahrhunderte hindurch (300-50 v. Chr.) die Hauptst\u00e4tte der Wissenschaft f\u00fcr die damalige Welt wurde. Hier ist es zuerst die bedeutende Pers\u00f6nlichkeit des Euklides, die uns entgegen tritt. Von seinem Leben ist uns so gut wie Nichts bekannt. Nur, dass seine Bl\u00fcthezeit um 300 gewesen, steht fest. Dagegen kennen wir Manches von seinen Werken. Vor allen Dingen sind es die dreizehn B\u00fccher der Elemente, die vom Verfasser einer eingehenden Besprechung unterworfen werden. Dem folgt die Untersuchung der Frage, welche Theile der Elemente Euklid selbst\u00e4ndig gearbeitet, und in welchen er sich anderen bekannten Mustern angelehnt habe. Diese Untersuchung schliesst mit der Feststellung, dass die Elemente, so wie sie uns vorliegen, eine Ausgabe des Theon sind. Von den sonstigen Schriften (Capitel 13) des Euklid sind verloren die ``Trugschl\u00fcsse'' und die drei B\u00fccher der Porismen, deren Wiederherstellung und Inhalt eingehend besprochen werden. Vollst\u00e4ndig sind auf uns gekommen die Daten, die gewissermassen Uebungsaufgaben zu den Elementen enthalten, w\u00e4hrend die Porismen selbst\u00e4ndige Anwendungen des dort niedergelegten Materials sind. Das Buch von der Theilung der Figuren ist wahrscheinlich identisch mit der arabischen Schrift gleichen Titels von Mohammed Bagdadinus. Weiterf\u00fchrungen der Porismen sind die vier B\u00fccher ``Ueber die Kegelschnitte'' und zwei B\u00fccher \u00fcber die ``Oerter auf der Oberfl\u00e4che.''  Gleich gewaltig in seinen Leistungen tritt uns die Pers\u00f6nlichkeit des Archimedes entgegen, dem die beiden n\u00e4chsten Capitel (14 u. 15, p.253-281) gewidmet sind. Das Leben des Archimedes, von Ileraklides verfasst, ist verloren gegangen, so dass die Nachrichten \u00fcber ihn, seine Pers\u00f6nlichkeit und sein Leben aus den verschiedensten Quellen zusammengestellt werden m\u00fcssen. Von seinen Schriften sind uns erhalten: 1) Zwei B\u00fccher vom Gleichgewicht, zwischen welche eine Abhandlung von der Quadratur der Parabel eingeschoben ist, 2) zwei B\u00fccher von der Kugel und dem Cylinder, 3) die Kreismessung, 4) die Schneckenlinien oder Spiralen, 5) das Buch von den Konoiden oder Sph\u00e4roiden, 6) die Sandeszahl, 7) zwei B\u00fccher von den schwimmenden K\u00f6rpern, 8) Wahls\u00e4tze. Eine eingehende Schilderung des Inhalts dieser Schriften nach sachlichen Gesichtspunkten geordnet, folgt nun, wobei sich der Verfasser zugleich noch mit griechischem Zahlenrechnen im Allgemeinen besch\u00e4ftigt.  Im 16. Capitel f\u00fchrt er uns den Eratosthenes vor, der durch seinen Brief \u00fcber die W\u00fcrfelverdoppelung bekannt ist, und Apollonius von Perg\u00e4, dessen Leistungen f\u00fcr die Lehre von den Kegelschnitten von so hervorragender Bedeutung waren, der aber auch f\u00fcr den rechnenden Theil der Mathematik das Werk des Archimedes f\u00f6rderte. Damit ist die Reihe der grossen Mathematiker zun\u00e4chst ersh\u00f6pft. Es folgen die Epigonen: Nikomedes, Diokles, Perseus, Zenodorus, Hypsikles, endlich Hipparch, deren Leistungen im 17. Capitel W\u00fcrdigung finden.  Dann tritt etwa um 100 n. Chr. Heron von Alexandria auf, dem die Capitel 18 und 19 (p. 313\\(-\\)343) gewidmet sind. Bei der Schilderung der Leistungen dieses grossen Mathematikers ist der Verfasser auf so viel Einzelheiten einzugehen gezwungen, dass es nicht m\u00f6glich ist, sie in dem Raum dieses Referates anders, als mit des Verfassers eigenen Worten zusammenzufassen, der von Heron (p. 342, 343) sagt: ``Er ist und bleibt uns der vorzugsweise Vertreter antiker Feldmesskunst und Feldmesswissenschaft, wenn ersteres Wort uns die Lehre von den eigentlichen fedmesserischen Operationen, letzteres die von den anzuwendenden Formeln bedeuten soll. Er ist uns aber auch der Vertreter einer entwickelten Rechenkunst bis zur Ausziehung von Quadratwurzeln, der Vertreter einer eigentlichen Algebra, soweit von einer solchen ohne Anwendung symbolischer Zeichen die Rede sein kann, bis zur Aufl\u00f6sung unreiner quadratischer Gleichungen einschliesslich.''  Concentrirte sich bisher das Interesse der Schilderung um wirklich bedeutende und hervorragende Pers\u00f6nlichkeiten, so wird das jetzt anders. Capitel 20 (p. 343) behandelt die Geometrie und Trigonometrie bis zu Ptolem\u00e4us. Unter den verschiedenen M\u00e4nnern, welche hier auftreten, sind eigentlich nur Ptolem\u00e4us selbst und Menelaus von Alexandria, als Vorl\u00e4ufer von Ptolem\u00e4us durch seine drei B\u00fccher \u00fcber Sph\u00e4rik, zu nennen. Die Bedeutung des Ptolem\u00e4us f\u00fcr die Entwickelung der Trigonometrie ist bekannt genug, um sie hier \u00fcbergehen zu k\u00f6nnen.  H\u00f6chst interessant, aber in kurzen Worten nicht wohl wiederzugeben, ist der Eingang zum folgenden (21.) Capitel, in dem das Aufkommen der Neupythagor\u00e4er geschildert wird, die sich vorzugsweise mit Arithmetik besch\u00e4ftigten. Dem folgt (Capitel 22) Sextus Julius Africanus mit seinen ``Kesten'' und dann Pappus, welcher dem Ende des 3\\(^{\\text{ten}}\\) Jahrhunderts angeh\u00f6rt. Das Werk des Pappus, das auf uns gekommen ist, heisst: ``\\(\\sigma\\upsilon\\nu\\alpha\\gamma\\omega\\gamma\\acute{\\eta}\\)'' und bestand aus acht B\u00fcchern. Der Charakter dieser Sammlung besteht darin, dass Pappus den Inhalt von zu seiner Zeit hochgesch\u00e4tzten mathematischen Schriften kurz angiebt und zu denselben erkl\u00e4rende, aber auch erweiternde, oftmals nur den allerlosesten Zusammenhang mit dem grade in Rede Stehenden wahrende S\u00e4tze hinzuf\u00fcgt. Die Bedeutung dieses Werkes des Pappus f\u00fcr die Geschichte der Mathematik wird in zwiefacher Beziehung gesucht: einmal in der Selbst\u00e4ndigkeit, mit der er in diesen Zus\u00e4tzen verf\u00e4hrt, zweitens in der Gewissenhaftigkeit, deren er sich bei der Skizzirung der bekannten Werke befleissigt. Eine eingehende Besprechung seines Werkes bildet den Haupttheil dieses Capitels.  Den Neupythagor\u00e4ern folgen in Capitel 23 (p. 388) die Neuplatoniker. Von den an dieser Stelle besprochenen M\u00e4nnern erw\u00e4hnen wir Diophantus. Sein Werk: ``\\(\\acute{\\alpha}\\varrho\\iota\\vartheta\\mu\\eta\\tau\\iota\\kappa \\acute{\\alpha}\\)'' und die Abhandlung \u00fcber Polygonalzahlen geben reichlichen Stoff f\u00fcr die eingehenden und , wir m\u00f6chten sagen, plastischen Darstellungen.  So bedeutend diese beiden M\u00e4nner, Pappus und Diophantus, noch selbst hervortreten, ihr Wirken blieb doch vereinzelt, und es war ihnen nicht verg\u00f6nnt, wenigstens im griechischen Leben, Grund zu neuen Entwickelungen zu legen. Dass dies nicht der Fall war, zeigt das 24. Capitel (416-439) mit der Ueberschrift: ``Die griechische Mathematik und ihre Entartung.'' Es f\u00fchrt in kurzen Z\u00fcgen, nur bei Proklus noch einen Augenblick verweilend, die Mathematik vor, welche das sp\u00e4tere Griechenund Byzantinerthum hervorbrachte. Die Leistungen dieser letzten Zeit lehnten sich entweder ganz an \u00e4ltere Schriftsteller an, nur Bekanntes reproducirend, oder sie besch\u00e4ftigten sich mit Gegenst\u00e4nden, die kaum noch den Namen Mathematik verdienen. Damit schliesst dieser Abschnitt.  Der vierte Abschnitt behandelt in drei Capiteln (p. 441-502) die R\u00f6mer. Gegen\u00fcber dem gewaltigen Fortschritte, den die Entwickelung der mathemathischen Wissenschaft bei den Griechen von Thales von Milet bis zu Pappus und Diophantus machte, finden wir bei den R\u00f6mern im Grunde genommen keinen Fortschritt. Die Mathematik der R\u00f6mer wird vortrefflich durch das Wort Cicero's gekennzeichnet, der sagt, die Geometrie habe bei den Griechen in h\u00f6chsten Ehren gestanden, deshalb sei nichts gl\u00e4nzender als ihre Mathematiker, bei den R\u00f6mern aber sei das Mass jener Kunst durch den Nutzen des Rechnens und Ausmessens begrenzt. In der That, betrachtet man die Schilderung, die der Verfasser uns von den Leistungen der R\u00f6mer giebt, so ist man \u00fcberrascht, so gar keine originellen Gedanken und gar keine Weiterbildungen zu finden. Pythagoras und Archimedes rechnet der Verfasser nicht zu den R\u00f6mern, und mit Recht. Sie geh\u00f6ren, auch wenn sie auf italischem Boden gelebt haben, zu den Griechen. Den R\u00f6mern selbst oder Etruskern eigenth\u00fcmlich ist nur das Rechnen, das als Fingerrechnen, Rechnen auf dem Rechenbrett und Rechnen mit Benutzung von H\u00fclfstafeln auftritt, und daneben die Feldmesskunst. Jedoch auch in der Feldmesskunst der R\u00f6mer ist nur in der \u00e4ltesten Zeit einiges wahrscheinlich von den Etruskern Ueberkommene originell. Die Agrimensoren, die in Capitel 26 geschildert werden, lehnen sich durchweg an Heron von Alexandria an. Die Bl\u00fcthezeit der r\u00f6mischen Geometrie beginnt mit keinem geringeren Namen, als dem Caesar's, der selber, in zwei leider verloren Werken, schriftstellerisch aufgetreten ist. Aber auch in den Leistungen dieser Zeit darf man nichts Originelles, keinen wirklichen Fortschritt suchen. Auch das dritte Capitel (das 27\\(^{\\text{te}}\\), p. 675) ``Die sp\u00e4tere mathematische Literatur der R\u00f6mer'' hat nirgends Neues und Fruchtbares zu melden. Ein grosser Theil dieses Capitels ist dem Boethius und den dahin geh\u00f6rigen Streitfragen gewidmet.  Weithinweg von Italien f\u00fchrt uns der f\u00fcnfte Abschnitt (505-562), der die Inder in drei Capiteln behandelt. Waren die Griechen wesentlich geometrisch bef\u00e4higt, so tritt bei den Indern im Gegensatz dazu die Begabung f\u00fcr das Rechnerische hervor. Dem entsprechend liegen denn auch ihre Leistungen haupts\u00e4chlich auf dem Gebiete des Rechnens und der Algebra. Und es tritt dieser Gegensatz zwischen Indern und Griechen \u00fcberall auch in dem sp\u00e4teren Abschnitt, der den Arabern gewidmet ist, deutlich hervor, indem sich der Einfluss der Griechen stets auf geometrischem Gebiete, der der Inder auf dem algebraischen zeigt. Das letzte (30\\(^{\\text{te}}\\)) Capitel dieses Abschnittes handelt von der Geometrie und Trigonometrie der Inder, in denen der griechische Einfluss vielfach nachgewiesen wird, wie denn ja auch ein umgekehrter Einfluss an einigen Stellen zu sp\u00fcren ist. Demungeachtet zeigt die indische Trigonometrie wenigstens in einem Punkte, der Sinustabelle, einen wesentlichen Fortschritt, den aber der Verfasser einem gl\u00fccklichen Zufall zuschreiben zu m\u00fcssen glaubt.  Den Abschnitt VI., Chinesen, der, wenigstens nach des Referenten Meinung, mehr ein culturhistorisches, als mathemathischhistorisches Interesse bietet, \u00fcbergehend, wenden wir uns sofort zum Abschnitt VII., der die Araber behandelt. In dieser Abtheilung schildert uns der Verfasser nach einleitenden historischen Bemerkungen, in denen die Gr\u00fcnde f\u00fcr die schnelle Ausbreitung und das schnelle Verschwinden arabischer Herrschaft kurz besprochen werden, die \u00fcbersetzende und \u00fcbertragende Th\u00e4tigkeit arabischer Wissenschaft. Sie erstreckte sich einerseits auf indische, namentlich astronomische Werke, andererseits auch besonders auf griechische. Hierher geh\u00f6ren eine grosse Zahl der, bedeutenden und unbedeutenden, Arbeiten, welche in den fr\u00fcheren Abschnitten ber\u00fchrt wurden. Im folgenden Capitel 33 werden nun zun\u00e4chst die Zahlzeichen er\u00f6rtert, und dann wendet sich der Verfasser zu Muhammed ibn M\u00fbs\u00e2 Alchwarizm\u00ee, dessen beide Hauptwerke, das Rechenbuch und die Algebra, einer eingehenden Besprechung unterzogen werden, da sie die Grundlage f\u00fcr die weitere Entwickelung der arabischen Mathematik geworden sind. Namentlich sucht der Verfasser hier zu scheiden, was auf indischer, was auf griechischer Grundlage ruhe, was endlich eigenth\u00fcmlich arabisch sei. Er kommt dabei zu dem mit der obigen Bemerkung \u00fcbereinstimmenden Resultat, dass indisch die Rechenkunst, griechisch aber die eigentlich wissenschaftliche Mathematik sei. Bei dieser Gelegenheit wird dann auch auf die Entstehung der Worte Algorithmus (aus Alchwarizm\u00ee) und Algebra eingegangen. Dem folgt im n\u00e4chsten Capitel die Schilderung zweier Gruppen von arabischen Mathematikern. Zu der ersten geh\u00f6ren die unter den Abbasiden in Bagdad wirkenden sogenannten Drei Br\u00fcder, dann T\u00e2bit ibn Kurra und Albategnius, der eine hervorragende Rolle f\u00fcr die Einf\u00fchrung trigonometrischer Functionen im Abendlande spielte. Charakteristisch tritt bei ihm der Umstand auf, dass die trigonometrischen Lehrs\u00e4tze das Gepr\u00e4ge ihrer geometrischen Entstehungsweise verloren und daf\u00fcr den Charakter algebraischer Formeln angenommen haben. Die zweite Gruppe sind die Geometer unter den Bujiden; unter ihnen hervorragend an Bedeutung Ab\u00fb'l Waf\u00e2, dessen geometrische und trigonometrische Leistungen eine gr\u00fcndliche Er\u00f6rterung erfahren. Ihm folgen Alk\u00fbh\u00ee\\ und As-S\u00e2g\u00e2n\u00ee. Ganz anderer Art sind die Leistungen einer Reihe von arabischen Gelehrten, die im 35\\(^{\\text{ten}}\\) Capitel besprochen werden. Ein anonymes Buch \u00fcber die Bildung rationaler rechtwinkliger Dreiecke ist rein zahlentheoretischen Inhaltes. Mit demselben Gegenstande besch\u00e4ftigen sich Ab\u00fb Muhammed Alchoschand\u00eeund Ab\u00fb Dscha'far Muhammed ibn Alhusain. Hierher geh\u00f6ren auch Avicenna und Al B\u00eer\u00fbn\u00ee. Letzterer war auch auf geometrischem Gebiete th\u00e4tig; wenigstens stellte er eine Reihe von Aufgaben auf, welche mit H\u00fclfe von Kegelschnitten zu l\u00f6sen waren. Mit diesen Aufgaben besch\u00e4ftigte sich dann Ab\u00fb'l Dsch\u00fbd, der eine besonders grosse Gewandtheit in der Umsetzung einer geometrischen Aufgabe in eine Gleichung besass. Dann folgt die Besprechung von Al Nasaw\u00ee\\ und besonders Alkarchi, dessen beide Schriften: Al K\u00e2fi f\\^l his\u00e2b und AlFachr\u00ee, genannt nach dem Beinamen des Wezir Ab\u00fb G\u00e2lib, dem dieses Werk gewidmet war, eingehend er\u00f6rtert werden. Neben dem genannten Ab\u00fb'l Dsch\u00fbd haben sich noch andere M\u00e4nner mit der L\u00f6sung cubischer Gleichungen besch\u00e4ftigt, so nicht ohne Gl\u00fcck Al M\u00e2h\u00e2n\u00ee\\ und Ab\u00fb Dscha'far Alch\u00e2zin, wie aus dem Berichte des'Omar Alchaij\u00e4m\u00ee\\ hervorgeht. Letzterer hat sich hohen Ruhm unter seinen Zeitgenossen erworben, und mit Recht. Hat er sich doch bewusst mit der L\u00f6sung von cubischen Gleichungen besch\u00e4ftigt, die er zwar nicht durch Rechnung, diese hielt er f\u00fcr unm\u00f6glich, aber doch durch geometrische Construction mit H\u00fclfe von Kegelschnitten zu finden suchte. Auch scheint er die Binomialentwickelung f\u00fcr ganzzahlige Exponenten gekannt zu haben. Damit aber ist der H\u00f6hepunkt der arabischen Mathematik und ziemlich auch ihr Ende erreicht. Das n\u00e4chste Capitel schildert ihren Niedergang. Nur wenige Namen, und diese aus sp\u00e4terer Zeit, treten uns noch entgegen, so: Nas\u00eer Edd\u00een (\\dag 1274) und Beh\u00e2 Eddin (1547-1622). Der zweite Theil dieses Capitels macht uns mit einigen \u00e4gyptischen Mathematikern, z. B. Ibn Alhaitam, bekannt.  Das letzte Capitel (37, p. 680) endlich f\u00fchrt uns zu den Westarabern. Von Schriften derselben bis zum elften Jahrhundert ist Nichts bekannt geworden. Der erste Schriftsteller, der erw\u00e4hnenswerth ist, ist Ab\u00fb Muhammed Dsch\u00e2bir ibn Aflah, gew\u00f6hnlich Geber genannt. Sein Hauptwerk ist eine Astronomie in 9 B\u00fcchern. In dem ersten derselben findet sich eine vollst\u00e4ndige Trigonometrie, in welcher er abweichend von allen sonstigen arabischen Schriftstellern eine ganz selbst\u00e4ndige Bearbeitung derselben giebt. Dann folgt die Besprechung zweier von Johannes von Sevilla \u00fcbersetzten Werke, eines Lehrbuchs der Rechenkunst und der Algebra, und endlich noch einer Reihe anderer Werke, deren Inhalt fast derselbe Stoff wie der des eben genannten ist.  Der letzte, achte Abschnitt (703) ist betitelt: ``Die Klostergelehrsamkeit des Mittelalters.'' Das erste Capitel desselben (Capitel 38) macht uns mit dem Inhalt der ``Origines'' des Isidorus Hispalensis (571-636) bekannt. Es folgt Beda's Werk: ``De temporum ratione'' und sodann Alcuin, dessen Bedeutsamkeit f\u00fcr die Geschichte der Mathematik nach zwei Seiten liegt, in seinem Verdienste um den Unterricht und in seiner schriftstellerischen Tha\u00e4tigkeit. Zu letzterer geh\u00f6rt eine Sammlung von Aufgaben, von denen freilich nicht mit voller Sicherheit feststeht, dass sie auf Alcuin selbst zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Im Weiteren verbreitet sich der Verfasser \u00fcber die Art, in der sich die Kenntnisse innerhalb der Kl\u00f6ster fortgepflanzt haben, um sich im Capitel 39 (p. 728) zu Gerbert zu wenden, mit dessen Geometrie er sich eingehend besch\u00e4ftigt, dabei nochmals auf die Geometrie des Boethius zur\u00fcckkommend. Capitel 40 endlich ist den Abacisten und Algorithmikern gewidmet und besch\u00e4ftigt sich zun\u00e4chst mit einem Sch\u00fcler Gerbert's, Bernelinus, ferner mit der Abhandlung des Hermannus Contractus \u00fcber den Abacus, dann mit Rudolph von Laon und anderen Abacisten. Hieran schliessen sich p. 774 die Algorithmiker. Unter diesem Namen versteht der Verfasser die Schriftsteller, welche ihre unmittelbare Abh\u00e4ngigkeit von arabischen Vorbildern durch das Vorkommen des Wortes ``Algorithmus'', durch Anwendung des Stellenwerthes der Ziffern mit Einschluss der Null, und durch Nichtanwendung des Abacus bekunden. Und so ist denn der Zeitpunkt erreicht, den sich der Verfasser f\u00fcr diesen Band als Grenze gesetzt hatte, ihn nur an einzelnen Stellen \u00fcberschreitend, n\u00e4mlich das Jahr 1200, welches einen wichtigen Abschnitt f\u00fcr die Geschichte der europ\u00e4ischen Mathematik bildet.","type":"string"},"datatype":"string"},"type":"statement","id":"Q1550122$E1ADA04B-445A-431B-AC85-A3477C8BD03C","rank":"normal"}],"P1447":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1447","hash":"ede9f1639cc49058ec58fbc16688b114bf315f0b","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":1544841,"id":"Q1544841"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1550122$F49BD479-3F7A-4926-A53C-18063F97EF84","rank":"normal"}],"P1451":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1451","hash":"4a11fea6c91250cb7ae5fe24124e0f2785f0bf7b","datavalue":{"value":"2707709","type":"string"},"datatype":"external-id"},"type":"statement","id":"Q1550122$8648BB89-A883-43DD-B6E5-AC494E4F99CD","rank":"normal"}],"P1460":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1460","hash":"57f7fea50d2ce1b39b695c4a1313582eed405e38","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":5976449,"id":"Q5976449"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1550122$E69EB9AE-A7EB-4D3E-A6F8-7B7EE585FA1F","rank":"normal"}]},"sitelinks":{"mardi":{"site":"mardi","title":"Vorlesungen \u00fcber Geschichte der Mathematik. 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