{"entities":{"Q1830305":{"pageid":1841047,"ns":120,"title":"Item:Q1830305","lastrevid":43354743,"modified":"2025-07-25T01:33:42Z","type":"item","id":"Q1830305","labels":{"en":{"language":"en","value":"Mathematischer Papyrus des Staatlichen Museums der Sch\u00f6nen K\u00fcnste in Moskau. Herausgegeben und kommentiert von W. W. Struve unter Benutzung einer hieroglyphischen Transkription von \\textit{B. A. 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Vom GP war bisher nur die ``Pyramidenstumpfaufgabe'' bekannt; jetzt hat \\textit{Struve} mit seiner ausgezeichneten Edition das Ganze zug\u00e4nglich gemacht. Der hieratische Text ist auf 10 vorz\u00fcglichen Tafeln photographisch wiedergegeben.  Die einleitenden Paragraphen (S. 1-40) behandeln neben Beschreibung und Charakteristik des Papyrus haupts\u00e4chlich philologische Fragen wie Terminologie, Pal\u00e4ographie, Orthographie, stereotype Wendungen usw. Dann folgt (S. 41-169) die w\u00f6rtliche \u00dcbersetzung sowie ein \u00fcberaus eingehender sprachlicher und sachlicher Kommentar der einzelnen Aufgaben, die von \\textit{Struve} nach dem Inhalt in neun Gruppen (\\S\\S) gegliedert wurden. Im Text selbst sind sie ohne Ordnung aneinandergereiht.  Der Hauptteil aller Aufgaben entf\u00e4llt auf die schon aus dem RhP bekannten, der Wirtschaftsmathematik angeh\u00f6renden p\u015bw-Rechnungen (\\S~2, verwandt die \u0161bn-Aufgabe des \\S~3). In ihnen wird die Qualit\u00e4t von Brot und Bier in Beziehung gesetzt zu der Menge und Art des verwendeten Materials, wobei wertvolle Seitenblicke auf kulturhistorische Fragen (z. B. Wertverh\u00e4ltnis der verschiedenen Getreidesorten) geworfen werden. Eine zweite Gruppe sind die \\({}^{c}{\\text{\u1e25}}^c\\)-Aufgaben (\\S~5), die auf ``Gleichungen'' ersten Grades f\u00fchren. W\u00e4hrend es sich sonst, auch im RhP, um Rechnungen \\(ax = b\\) (algebraisch formuliert) handelt, liegt in GP 19 die erweiterte Fassung \\(ax+ b = c\\) vor; die Aufgabe wird entsprechend der sp\u00e4teren Methode der ``Ausgleichung'' (al-mukabalah) als \\(ax =b - c\\) weitergerechnet. Es f\u00e4llt auf, da\u00df die Unbekannte, die im RhP durch das Abstrakt-Determinativ (Buchrolle) n\u00e4her bestimmt wird, hier im GP ein konkretes Determinativ (Haufen) bei sich hat. Dies spricht f\u00fcr eine in der Zwischenzeit stattgefundene Verdr\u00e4ngung der konkreten Auffassung der Unbekannten durch eine abstrakte, was auch mit der Datierung der beiden Papyri im Einklang steht (GP aus etwa -- 1850, RhP aus -- 1650; beide sind Abschriften aus ca. 150-200 Jahre \u00e4lteren Quellen). Auch das seltene Vorkommen von Br\u00fcchen im GP kann als ein Zeichen f\u00fcr eine erst langsam erreichte Vervollkommnung der Bruchrechnung angesehen werden. Wenn man von den noch umstrittenen, zum Teil fragmentarisch erhaltenen Aufgaben 2, 3, 11, 23 (\\S\\S~1, 4) absieht, besteht der Rest (\\S\\S~6-9) aus geometrischen Problemen. Hier hat \\textit{Struve} in der Erkl\u00e4rung der Dreiecksterminologie eine besonders gl\u00fcckliche Hand, wobei der lange Streit, ob man die richtige oder falsche Dreiecksformel verwendete, zugunsten der \u00c4gypter seine Erledigung findet. Hervorzuheben ist ein Fachwort f\u00fcr Quadrieren (\u015bnj) und eines f\u00fcr ein Kathetenverh\u00e4ltnis im rechtwinkligen Dreieck (idb). Eingehend wird die Aufgabe GP 14 behandelt, in der das Volumen eines quadratischen Pyramidenstumpfes als \\((a^2+ ab + b^2) \\cdot h/3\\) vorgerechnet wird, sowie GP 10, die \\textit{Struve} als Berechnung einer Halbkugeloberfl\u00e4che deutet (Fl\u00e4che \\(= 2d\\cdot \\dfrac89\\cdot \\dfrac89\\cdot d\\), mit \\(\\dfrac{\\pi}{4}=\\dfrac{64}{81}\\) wie im RhP).  Im Schlu\u00dfabschnitt (S. 170-186; es folgen noch Glossar, Namen- und Sachregister, Korrigenda) fa\u00dft Struve seine Ergebnisse zusammen, wobei er vor allem daf\u00fcr eintritt, da\u00df die \u00e4gyptische Mathematik als ``Wissenschaft'' anzusehen ist. Dies ist richtig, falls man darunter keine beweisende im griechischen Sinn versteht. Zwar mu\u00df man auf die Heranziehung der Halbkugelaufgabe zur Dokumentierung hoher mathematischer Leistungen verzichten, nachdem \\textit{Peet} (Journ. of Egypt. Arch. 17 (1931), 100 ff.) aus guten philologischen Gr\u00fcnden das Vorliegen einer Halbzylinder- oder Halbkreisaufgabe wahrscheinlich gemacht hat. Auch bauen manchmal die Gedankeng\u00e4nge \\textit{Struves} auf Kenntnissen auf, die quellenm\u00e4\u00dfig nicht belegt sind. Aber schon die Pyramidenstumpfformel, von der man nicht annehmen kann, da\u00df sie jemand sofort richtig erraten hat, zeigt ein Streben, der Wahrheit -- wohl nach fr\u00fcheren nur angen\u00e4hert richtigen L\u00f6sungsformeln -- auf die Spur zu kommen. Welche Mittel auch immer zum Erfolg f\u00fchrten, das Streben selbst ist bereits von wissenschaftlichem Geiste diktiert, auch wenn die Probleme urspr\u00fcnglich aus praktischen Interessen heraus in Angriff genommen wurden. So zeigt der Papyrus klar, da\u00df \\(1^1/_2\\) Jahrtausende vor unseren \u00e4ltesten griechischen Dokumenten die \u00c4gypter Kenntnisse errungen hatten, auf denen jene aufbauen konnten, ohne die aber der rasche Aufschwung der griechischen Mathematik auf ihre philosophische H\u00f6he wohl nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re.  Besprechungen: O. Neugebauer; G\u00f6ttingische gelehrte Anzeigen 1931, S.~24-32; K. Vogel; Arch. f. Geschichte (neue Folge) 13 (1931), 446-463. T. E. Peet; Journal of the Egypt. Archaeology 17 (1931), 154-160. K. Vogel; Archeion 13 (1931), 250-251. T. L. H.; Nature 127 (1931), 583-585. K.Vogel; Deutsche Lit.-Z. 1931, 1959-1961. R. O. Archibald; Isis 16 (1931), 148-165. E. Bessel-Hagen; Orient. Lit. Z. 35 (1932), 391-399.","type":"string"},"datatype":"string"},"type":"statement","id":"Q1830305$9B666C52-D216-42E8-9309-74A97C6A1E88","rank":"normal"}],"P1451":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1451","hash":"2b0fc4d4479eb2324607f7d0f63eab669ef1797d","datavalue":{"value":"2566147","type":"string"},"datatype":"external-id"},"type":"statement","id":"Q1830305$98F8B4EC-4E51-474B-8A30-8A8E06378DC7","rank":"normal"}],"P1460":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1460","hash":"57f7fea50d2ce1b39b695c4a1313582eed405e38","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":5976449,"id":"Q5976449"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q1830305$E7C765B4-F3A3-41D1-9E3E-047E5F42E8A1","rank":"normal"}]},"sitelinks":{"mardi":{"site":"mardi","title":"Publication:1830305","badges":[],"url":"https://portal.mardi4nfdi.de/wiki/Publication:1830305"}}}}}