{"entities":{"Q2579459":{"pageid":2590202,"ns":120,"title":"Item:Q2579459","lastrevid":44399520,"modified":"2025-11-22T16:35:52Z","type":"item","id":"Q2579459","labels":{"en":{"language":"en","value":"Die Zahlenbegriffe der Sprachen Central- und S\u00fcdostasiens, Indonesiens, Micronesiens, Melanesiens und Polynesiens mit Nachtr\u00e4gen zu den B\u00e4nden 2--4. 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(f\u00fcr die vorhergehenden vgl. JFM 64.0901.04; JFM 64.0902.01; JFM 66.0004.02, und vorstehend besprochene Arbeit JFM 67.0003.02) enth\u00e4lt wiederum sicher weit \u00fcber 1000 Zahlwortreihen aus den in Frage kommenden Sprachen und Dialekten, teils ganz kurze, nur bis h\u00f6chstens zur 3, teils l\u00e4ngere mit der Angabe der Bezeichnungen f\u00fcr die Hunderter und Tausender. Das mit ungeheurem Flei\u00df und unerme\u00dflicher Sachkenntnis geschriebene Werk des angesehenen Sprachforschers ist aber keine Lekt\u00fcre f\u00fcr den strengen Mathematiker, der sich nach anstrengender Forschungsarbeit an der kulturgeschichtlichen und psychologischen Seite seines Wissensgebietes erfrischen m\u00f6chte; er w\u00fcrde es wohl sehr bald erm\u00fcdet beiseite legen; wohl aber ist es in Zukunft f\u00fcr den strengen Erforscher der kulturgeschichtlichen und psychologischen Anf\u00e4nge des mathematischen Denkens unentbehrlich, nicht nur wegen des angeh\u00e4uften Materials, das den Nichtfachmann im engeren Sinn erdr\u00fccken m\u00f6chte, sondern auch wegen der \u00fcberaus vielen Quellenangaben. Es w\u00e4re schade, wenn das bisher f\u00fcnf B\u00e4nde umfassende ``standardwork'' des Verf. nicht einmal jemanden f\u00e4nde, der die n\u00f6tigen Inhaltsverzeichnisse und sonstigen Register anlegte, welche es erst erm\u00f6glichen werden, es ganz auszusch\u00f6pfen. Angesichts dieser gewaltigen Arbeit ist es unverst\u00e4ndlich, wie in den Mitt. Gesch. Med. Naturwiss. 39 (1940), 316, ein Referent vor einer kleinen, entsprechenden Arbeit in einer nordamerikanischen Lehrerzeitschrift (\\textit{W. Cordey}, Math. Teacher 32 (1939), 51 ff.) das Kompliment machen konnte, wir hier in Deutschland seien besonders dankbar daf\u00fcr, weil wir so wenig dar\u00fcber w\u00fc\u00dften. Da hat der Referent zweifellos sich an die Stelle aller anderen gesetzt. Der f\u00fcnfte Band des Verf. enth\u00e4lt aber auch wieder eine Reihe von Einzelheiten, die von umfassenderem Interesse sind. -- Die von Asien \u00fcber den Stillen Ozean hinweg bis nach Amerika reichenden, vor allem auch auf Arithmetisches gest\u00fctzten sprachlichen und kulturellen Zusammenh\u00e4nge lehnt Verf. ab (S. 43). Bekanntlich hat Koppelmann die Verwandtschaft von Quechua- und Aymarazahlw\u00f6rtern mit den tibetochinesischen, von Chibchazahlw\u00f6rtern mit den entsprechenden japanischen und von gewissen Chimuzahlw\u00f6rtern mit koreanischen nachzuweisen versucht (Ostasiatische Zahlw\u00f6rter in s\u00fcdamerikan. Sprachen, Internat. Arch. Ethnogr., Leiden, 30 (1929), 77-94), und auch Major Friederici neigte einmal zu entsprechenden Annahmen mit Bezug auf die S\u00fcdsee, hat sich aber sp\u00e4ter auf die Knotenschn\u00fcre beschr\u00e4nkt, ``wie sie in starker \u00dcbereinstimmung mit den Quipus der Inkaperuaner f\u00fcr Hawaii, die Markesas und Rarotonga festgestellt sind''. Aus den Angaben des Verf. (S. 43) m\u00f6chte folgen, da\u00df schon bei den Andamanesen trotz der \u00fcberaus primitiven Z\u00e4hlwirtschaft, in der 3 ``viel'' und 4 ``alle'' hei\u00dft, ein Anfang von Klassenzahlen zu finden sei. Eingehender befa\u00dft sich Verf. mit der ``Urbev\u00f6lkerung von Malakka'', Semang, Sakai usw. Er macht aber hier in der Aufstellung und Nebeneinanderstellung der Reihen keinen Unterschied zwischen urspr\u00fcnglich einheimischen Zahlworten und den dem Malaiopolynesischen entlehnten, wie lima \\(= 5 =\\) Hand und sembilan = sepuloh = 10 (nach Verf. ``2 H\u00e4nde'', nach A. v. Humboldt ``ein Haar''). Nach Verf. sind durch die malaiopolynesischen sogar die einheimischen Zahlworte f\u00fcr l und 2 verdr\u00e4ngt worden. Von den Sawara in Indien, die nach Hodson wenigstens in ihren Z\u00e4hlgesten eine eigenartige Mischung von Zw\u00f6lfer- und Zwanzigersystem verwenden (J. Asiatic Society 1913, 315-336), gibt Verf. eine rein dezimalvigesimale Zahlwortreihe an. In einer ganzen Reihe von indischen Mundasprachen findet er die Ersetzung der alten Zahlbegriffe durch indogermanische, in einer durch dravidische. In der hinterindischen Chau-ma-Sprache glaubt Verf. eine Bezeichnung f\u00fcr ``Null'' zu finden nach der Angabe von P. Marty; es wird aber wohl eine Bezeichnung f\u00fcr ``nichts'' sein, entsprechend der Hieroglyphe am Tempel von Edfu in \u00c4gypten. Interessant ist im Dialekt auf der Loyaltyinsel Lifu das deutlich bis 20 reichende F\u00fcnfersystem. F\u00fcr 50 wird dann gesagt ``\\(2 \\times 20\\) und \\(2 \\times 5\\)''. Auf Hawaii herrschte fr\u00fcher ein auf 4, 40, 400, 4000, 40000 und 400000 gest\u00fctztes Zahlensystem. (Vgl. dazu und zu manchen anderen Angaben aber auch \\textit{E. Fettweis}, Das Rechnen der Naturv\u00f6lker. Leipzig: Teubner (1927; JFM 53.0003.03).) Auf die nun seit 100 Jahren die Geschichtsb\u00fccher der Mathematik durchziehende Behauptung von einem Elfersystem der Maori, die ja auch von anderer Seite als falsch bezeichnet wird, geht Verf. nicht ein. Vielleicht sp\u00e4ter einmal, denn ich m\u00f6chte doch glauben, da\u00df die Behauptung kein vollst\u00e4ndiger Fehlgriff ist. Bei der Z\u00e4hlung von Aalen (eels) durch die Waikotomaori tritt die ``11'' deutlich hervor, 44 Aale bilden n\u00e4mlich die Z\u00e4hleinheit. (\\textit{Elsdon Best}, The Maori II (Wellington, Neuseeland, 1924), S. 178). Und auch sonst scheint in Polynesien die ``11'' hier und da hervorgetreten zu sein. K\u00f6nig Kamehameha I. von Hawaii opferte seinem Schutzgott 1792 nach Vollendung des Tempels 11 Menschen. Ausdr\u00fccklich verweist Verf. in diesem Band wieder auf die urspr\u00fcngliche Bedeutung der Tetradenreclmung f\u00fcr die Entwicklung der Arithmetik; wie sonst nirgendwo k\u00f6nne in gewissen, hier behandelten Sprachen der \u00dcbergang von der Tetradenrechnung zur Pentadenrechnung verfolgt werden. Das malaiische Zahlensystem hat nach Verf. einmal bei ``7'' ein Ende gehabt, und zwar in \u00dcbereinstimmung mit dem Semitischen und Indogermanischen (S. 290). Von Interesse ist ferner die von Verf. festgestellte Wanderung der Zahlworte, insofern als das Wort, das in der einen Sprache 10 bedeutet, in einer anderen 100, in einer dritten 1000 usw. bedeutet; weiterhin die Bildung der Begriffe der ungeraden Zahlen bei manchen V\u00f6lkern durch Addition von ``1'' zu den geraden Zahlen (S. 293), die Bildung der Zahlen 7, 8, 9 in Mikronesien in der Form \\(10 - 3\\), \\(10 - 2\\), \\(10 - 1\\) (S. 289), auf den Marschallinseln die merkw\u00fcrdige Bildung von 9 als ``\\(10 - 2 + 1\\)''. Zum Schlu\u00df seiner Arbeit weist Verf. darauf hin, ``da\u00df fast die gesamten Zahlbegriffe Existentials\u00e4tze darstellen, auch das sei eine Arbeit f\u00fcr sich''.  Der Schlu\u00df dieses 5. Beitrages, S. 301--501 mit 6 weiteren Karten, ist 1943 erschienen (Zbl 0028.09701).","type":"string"},"datatype":"string"},"type":"statement","id":"Q2579459$91E20CE0-3438-460D-9F4D-EB7B0906AA7C","rank":"normal"}],"P226":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P226","hash":"8833b208eec56d7248b9295badea3ba38b3c6891","datavalue":{"value":"01A13","type":"string"},"datatype":"external-id"},"type":"statement","id":"Q2579459$EC454FAF-F649-4935-AD94-E2398FF17BAA","rank":"normal"},{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P226","hash":"66b8121e6b72a4ef8dd2842f0694889ce95a13fd","datavalue":{"value":"01-02","type":"string"},"datatype":"external-id"},"type":"statement","id":"Q2579459$E647F2AF-FD51-4BA5-9A4F-870B4FE5A514","rank":"normal"}],"P1451":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1451","hash":"09783c599a7dcf6436a52f3c94ce6ebfa0c1d9d3","datavalue":{"value":"2501993","type":"string"},"datatype":"external-id"},"type":"statement","id":"Q2579459$79E88FB5-D03B-4DF0-BA4C-0D48F7F73989","rank":"normal"}],"P1460":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1460","hash":"57f7fea50d2ce1b39b695c4a1313582eed405e38","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":5976449,"id":"Q5976449"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q2579459$FACB05D5-1B72-4634-9223-986B62A3129C","rank":"normal"}]},"sitelinks":{"mardi":{"site":"mardi","title":"Publication:2579459","badges":[],"url":"https://portal.mardi4nfdi.de/wiki/Publication:2579459"}}}}}