{"entities":{"Q2613432":{"pageid":2624175,"ns":120,"title":"Item:Q2613432","lastrevid":44484663,"modified":"2025-11-23T07:04:56Z","type":"item","id":"Q2613432","labels":{"en":{"language":"en","value":"K\u00fcrzeste Wege und Totalkr\u00fcmmung auf Fl\u00e4chen."}},"descriptions":{"en":{"language":"en","value":"scientific article; zbMATH DE number 2533557"}},"aliases":{},"claims":{"P31":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P31","hash":"fd5912e4dab4b881a8eb0eb27e7893fef55176ad","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":56887,"id":"Q56887"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q2613432$016329EA-CDB6-46CB-A184-29F888B65CD4","rank":"normal"}],"P159":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P159","hash":"7bdbb1234c24ca0b83c0130827c74a6fa69293c4","datavalue":{"value":{"text":"K\u00fcrzeste Wege und Totalkr\u00fcmmung auf Fl\u00e4chen.","language":"en"},"type":"monolingualtext"},"datatype":"monolingualtext"},"type":"statement","id":"Q2613432$DD63637A-A511-43B0-89D2-5A2845B417DA","rank":"normal"}],"P225":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P225","hash":"fd4aecb7f454332ac385151af08d608bb8dcfdd8","datavalue":{"value":"61.0789.01","type":"string"},"datatype":"external-id"},"type":"statement","id":"Q2613432$EC83859F-665A-4F83-BA30-104DB7006986","rank":"normal"}],"P200":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P200","hash":"1f643d340a5c91e372a5a0e616c8a734abc6e6ce","datavalue":{"value":{"entity-type":"item","numeric-id":2586404,"id":"Q2586404"},"type":"wikibase-entityid"},"datatype":"wikibase-item"},"type":"statement","id":"Q2613432$8F6CDCA9-2ECC-40CA-A8F5-1594489ED364","rank":"normal"}],"P28":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P28","hash":"f82bec1cbf48dde5b3e142feb51b7b6959e188a7","datavalue":{"value":{"time":"+1935-00-00T00:00:00Z","timezone":0,"before":0,"after":0,"precision":9,"calendarmodel":"http://www.wikidata.org/entity/Q1985727"},"type":"time"},"datatype":"time"},"type":"statement","id":"Q2613432$0BB81E3F-3928-4804-85DD-85B3EFA72C6D","rank":"normal"}],"P205":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P205","hash":"5d0f8dd946340eb601e97f6af090ce98bbdd2b7c","datavalue":{"value":"https://eudml.org/doc/88615","type":"string"},"datatype":"url"},"type":"statement","id":"Q2613432$7B933997-E113-46C5-88C8-D49823A1F910","rank":"normal"}],"P1448":[{"mainsnak":{"snaktype":"value","property":"P1448","hash":"3567edb1f29ac84e12f0c1bc1d5fe06b467b94ac","datavalue":{"value":"Diese Arbeit -- von der bereits fr\u00fcher eine kurze Ank\u00fcndigung erschienen ist (C. R. 197 (1933), 1165-1167; F. d. M. \\(59_{\\text{I}}\\), 661) -- bedeutet nach den bekannten Untersuchungen von \\textit{Mangoldt} \u00fcber Fl\u00e4chen positiver Kr\u00fcmmung (Journ. f. Math. 91 (1881), 23-54; F. d. M. 13, 578 (JFM 13.0578.*)) und von \\textit{Hadamard} \u00fcber Fl\u00e4chen negativer Kr\u00fcmmung (Journ. de Math. (5) 4 (1898), 27-73; F. d. M. 29, 522 (JFM 29.0522.*)) den ersten gr\u00f6\u00dferen erfolgreichen Vorsto\u00df in das Gebiet der Differentialgeometrie im Gro\u00dfen der offenen Fl\u00e4chen.  Es handelt sich um Fl\u00e4chen, die weder topologische noch differentialgeometrische Singularit\u00e4ten besitzen. Die Differentialgeometrie ist im \\textit{Riemann}schen Sinne definiert, Einbettung in einen Raum wird also nicht vorausgesetzt ; die Resultate sind aber auch f\u00fcr den Fall von Fl\u00e4chen im dreidimensionalen Raum zum gro\u00dfen Teil neu. Wie es der Untersuchung der Metrik ``im Gro\u00dfen'' auf offenen Mannigfaltigkeiten angemessen ist, wird vorausgesetzt: Die Differentialgeometrie ist ``vollst\u00e4ndig'', d. h: jede beschr\u00e4nkte Punktmenge ist kompakt. Es werden insbesondere offene Fl\u00e4chen ``endlichen Zusammenhanges'' in Betracht gezogen, d.h. solche, die endlichfach punktierten geschlossenen Fl\u00e4chen hom\u00f6omorph sind und die daher eine endliche Anzahl von ``Enden'' oder ``unendlich fernen Punkten'' besitzen (z. B. hat die Ebene ein Ende, der Kreiszylinder zwei Enden). Die Umgebung jedes Endes ist dem \u00c4u\u00dferen eines Kreises in der Ebene hom\u00f6omorph; sie wird als ``Fluchtgebiet'' bezeichnet; infolge der vorausgesetzten Vollst\u00e4ndigkeit ist jede Punktfolge, die gegen einen unendlich fernen Punkt divergiert, unbeschr\u00e4nkt.  Die Untersuchung der Geometrie in diesen Fluchtgebieten ist naturgem\u00e4\u00df das Wesentliche. Unter einem ``G\u00fcrtel'' wird eine \\textit{Jordan}-Kurve verstanden, welche in einem Fluchtgebiet dessen unendlich fernen Punkt umschlie\u00dft; eine Folge von G\u00fcrteln hei\u00dft eine ``Minimalfolge'', wenn die L\u00e4ngen der G\u00fcrtel gegen die untere Grenze der G\u00fcrtell\u00e4ngen dieses Fluchtgebietes streben. Die folgende Klassifizierung der Fluchtgebiete ist grundlegend: Das Fluchtgebiet hei\u00dft ein ``Schaft'', falls jede Minimalfolge gegen den unendlich fernen Punkt divergiert; andernfalls hei\u00dft es ein ``Kelch''; enth\u00e4lt ein Kelch keinen Schaft, so hei\u00dft er ein ``eigentlicher'' Kelch. (Ein ``uneigentlicher'' Kelch unterscheidet sich also in der N\u00e4he des unendlich fernen Punktes nicht von einem Schaft. Beispiel eines Schaftes: Man lasse eine ebene Kurve um eine Asymptote oder eine Parallele einer Asymptote rotieren; Beispiel eines eigentlichen Kelches: der Kreiszylinder oder das einschalige Hyperboloid oder: Man lasse die \\(\\sin x\\)-Kurve um eine Parallele zur \\(x\\)-Achse rotieren. F\u00fcr Fl\u00e4chen negativer Kr\u00fcmmung f\u00e4llt die Unterscheidung zwischen Schaft und Kelch mit \\textit{Hadamard}s Unterscheidung der ``nappes infinies non \u00e9vas\u00e9es'' und ``\u00e9vas\u00e9es'' (a. a. O.) zusammen.)  Die Methode, nach der die Geometrie der Fluchtgebiete, und damit im wesentlichen der Fl\u00e4che \u00fcberhaupt, untersucht wird, beruht auf den folgenden drei \u00e4lteren Prinzipien: (1) Existenzs\u00e4tze f\u00fcr k\u00fcrzeste Verbindungen zwischen zwei Punkten und f\u00fcr geschlossene k\u00fcrzeste Linien von vorgeschriebenem topologischem Typus auf der Fl\u00e4che, wobei diese Linien im allgemeinen in vorgegebenen beschr\u00e4nkten Bereichen verlaufen sollen, was das Auftreten von Ecken, zur Folge hat; (2) die Integralformel von \\textit{Gau\u00df-Bonnet}, welche den Zusammenhang zwischen der Totalkr\u00fcmmung eines Fl\u00e4chenst\u00fcckes, der geod\u00e4tischen Totalkr\u00fcmmung des Randes und der topologischen Struktur des Fl\u00e4chenst\u00fcckes herstellt; (3) die Cosinus-Formel f\u00fcr die L\u00e4ngenvariation einer, im allgemeinen gebrochenen, geod\u00e4tischen Linie (\\textit{Darboux}, Th\u00e9orie des surfaces, t. II (Paris, 1889; F. d. M. 19, 748 (JFM 19.0748.*)), liv. V, chap. IV, No. 525). Das Neue besteht in der zweckm\u00e4\u00dfigen Vereinigung dieser drei Prinzipien; so werden insbesondere auf Grund der Existenzs\u00e4tze die R\u00e4nder derjenigen Fl\u00e4chenst\u00fccke hergestellt, auf welche dann die \\textit{Gau\u00df-Bonnet}sche Formel anzuwenden ist. Dem Umfang nach am gr\u00f6\u00dften -- und wesentlich breiter als es f\u00fcr die Zwecke dieser Arbeit n\u00f6tig w\u00e4re -ist die Darstellung der Existenzs\u00e4tze.  Derjenige Satz, der die Grundlage f\u00fcr die weiteren bildet, ist ein Existenzsatz; er behauptet, da\u00df es in jedem Fluchtgebiet einen G\u00fcrtel \\(R\\) von einem der folgenden drei Typen gibt:  (a) \\(R\\) ist eine geschlossene geod\u00e4tische Linie;  (b) \\(R\\) ist ein geod\u00e4tisches Eineck (eine ``Schleife''), dessen einziger Winkel \\(w\\), vom Unendlich-Fernen des Fluchtgebietes aus gesehen, \\(<\\pi\\) ist;  (c) \\(R\\) ist ein geod\u00e4tisches Polygon, dessen Winkel, wieder vom Unendlich-Fernen aus gesehen, s\u00e4mtlich \\(>\\pi\\) sind.  Genauer: Auf einem Schaft tritt immer der Fall (a) oder der Fall (b) ein; und zwar l\u00e4\u00dft sich, bei vorgegebenem \\(\\varepsilon > 0\\), das Eineck \\(R\\) so w\u00e4hlen, da\u00df sein Winkel \\(w>\\pi - \\varepsilon\\) ist. (Zum Beweis der letzten Tatsache wird die oben unter (3) erw\u00e4hnte Cosinus-Formel benutzt.) Auf einem eigentlichen Kelch tritt immer der Fall (a) oder der Fall (c) ein.  Aus diesen Haupts\u00e4tzen ergibt sich nun ohne gro\u00dfe Schwierigkeit -- im wesentlichen durch Anwendung der \\textit{Gau\u00df-Bonnet}schen Formel -- eine Reihe interessanter Folgerungen, die das eigentliche Ziel der Untersuchung bilden (man vergesse im folgenden nicht, da\u00df die Fl\u00e4che immer als ``vollst\u00e4ndig'' vorausgesetzt ist):  Auf jedem Schaft gibt es ein Gebiet negativer Kr\u00fcmmung.  Wenn die Fl\u00e4che keinen Schaft enth\u00e4lt -- also z. B. wenn ihre Kr\u00fcmmung nirgends negativ ist --, so besitzt jede beschr\u00e4nkte Punktmenge eine beschr\u00e4nkte geod\u00e4tischkonvexe H\u00fclle; eine solche braucht nicht zu existieren, wenn ein Schaft vorhanden ist.  Hat die (endlichfach zusammenh\u00e4ngende) Fl\u00e4che \\(F\\) die \\textit{Euler}sche Charakteristik \\(\\chi(F)\\) und besitzt sie eine Totalkr\u00fcmmung \\(C(F) = \\iint K\\,df\\) (f\u00fcr die auch die Werte \\(\\pm\\infty\\) zugelassen sind), so gilt die Ungleichheit  \\[  C(F)\\leqq2\\pi\\cdot\\chi(F);  \\]  falls \\(F\\) keinen eigentlichen Kelch enth\u00e4lt, steht hier das Gleichheitszeichen -in Verallgemeinerung eines bekannten Satzes \u00fcber geschlossene Fl\u00e4chen. (Es ist \\(\\chi = 1\\), wenn \\(F\\) vom Typus der Ebene, \\(\\chi = 0\\), wenn \\(F\\) vom Typus des Kreiszylinders oder des (unberandeten) \\textit{M\u00f6bius}schen Bandes ist. \\(\\chi < 0\\) f\u00fcr alle anderen offenen Fl\u00e4chen.)  Jede offene Fl\u00e4che mit \u00fcberall positiver Kr\u00fcmmung ist vom topologischen Typus der Ebene. (Jede geschlossene Fl\u00e4che mit \u00fcberall positiver Kr\u00fcmmung ist bekanntlich vom Typus der Kugel oder der projektiven Ebene.)  Auf einer offenen Fl\u00e4che mit \u00fcberall positiver Kr\u00fcmmung gibt es keine geschlossene geod\u00e4tische Linie.  Wenn eine Fl\u00e4che vom Typus des Kreiszylinders an ihren beiden Enden Sch\u00e4fte besitzt, so enth\u00e4lt sie ein Gebiet positiver Kr\u00fcmmung.  Dies sind die Resultate, die in der Arbeit formuliert werden. Sie ersch\u00f6pfen gewi\u00df nicht die M\u00f6glichkeiten, die in der Problemstellung und der Methode der Arbeit enthalten sind. Eine Fortsetzung ist inzwischen in Rec. math. Moscou (2) l (1936), 139-164 (F. d. M. 62) erschienen. Der weitere Ausbau der hiermit begonnenen Theorie aber bleibt anderen Geometern \u00fcberlassen. \\textit{S. Cohn-Vossen} ist im Juni 1936 gestorben. 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