Zur Umkehrung des elliptischen Integrals erster Gattung.
``Entwickelt man die Theorie der elliptischen Funktionen nach \textit{Liouville} ausgehend von meinen Sätzen der Funktionentheorie über eindeutige doppeltperiodieche Funktionen komplexer Variabler, so wird der Zusammenhang mit den elliptischen Integralen herbestellt durch den Sstz, daß\ eine gewisse doppeltperiodische Funktion eine Differentialgleichung erster Ordnung erfüllt, die mit dem elliptischen Integral erster Gattung in enger Beziehung steht. So findet man für die Funktion \(s = \wp (u),\) die rein funktionen-theoretisch durch die Art ihrer Singularität definiert wird, die Gleichung \[ \left( \frac {ds}{du} \right)^2 = 4s^3 -g_2 s - g_3, \;u=\int _s^\infty \frac {ds}{\sqrt{4s^3 -g_2s-g_3}}, \] in der die Konstanten \(g_2\) und \(g_3\) durch die Perioden der Funktion \(\wp (u)\) ausgedrückt werden können. Ist nämlich die allgemeine Periode \[ w = 2m_1 \omega + 2m_2 \omega', \] indem durch \(m_1\) und \(m_2\) ganze Zahlen bezeichnet werden, so gelten die Gleichungen \[ (1)\quad g_2 = 60 \varSigma' \frac 1{w^4}, \;g_3 =140 \varSigma' \frac 1{w^6}, \;\wp (u) = \frac 1{u^2} + \varSigma' \left[ \frac 1{(u-w)^2} - \frac 1{w^2}\right], \] und der Akzent bedeutet, daß\ das Wertsystem \(m_1 = m_2 = 0\) und nur dieses bei der Summation wegzulassen ist. Die Umkehrung des elliptischen Integrals erscheint jetzt als die Aufgabe, bei gegebenen Werten von \(g_2\) und \(g_3\) die Perioden \(2\omega\) und \(2\omega'\) so zu bestimmen, daß\ die Gleichungen (1) gelten, und überhaupt zu zeigen, daß\ dies möglich sei. ``Eine solche Auffassung des Umkehrproblems darf wohl im Zusammenhang der \textit{Liouville}schen Teorie als die nächstliegende und naturgemäße gelten. Sie ist zuerst zur vollen Lösung des Problems von \textit{Hurwitz} in einer schönen und wichtigen Abhandlung angewandt worden (F. d. M. 35, 468 (JFM 35.0468.*),1904). Dabei werden eine Reihe konkreter analytischer Entwicklungen gegeben die an sich von großem Interesse, aber für die Umkehrungsaufgabe nicht unentbehrlich sind; es lohnt sich deshalb, den Grundgedanken jener Abhandlung zu benutzen, um auf möglichst kurze Weise zur Umkehrung des Integrals erster Gattung zu gelangen, indem man aus der Funktionentheorie nur solche Sätze über eindeutige Funktionen heranzieht, die schon in der \textit{Liouville}schen Theorie mittelbar oder unmittelbar benutzt werden. Ein ähnliches Problem tritt auf, wenn man die elliptischen Funktionen sn \((u, k),\) cn \((u, k),\) dn \((u, k)\) durch die \textit{Jacobi}schen \(\vartheta\)-Funktionen \(\vartheta_0 (x, q), \vartheta_1 (x, q), \vartheta_2 (x, q), \vartheta_3 (x, q)\) ausdrücken will; man hat dann für jeden gegebenen Wert von \(k\) einen der Gleichung \[ k=\frac {\vartheta_2^2 (0, q)}{\vartheta_3^2 (0, q)} \] befriedigenden Wert von \[ q=e^{-\pi \frac {K'}K} \] zu bestimmen, vgl. \textit{Weierstraß}, Zur Theorie der elliptischen Funktionen, F. d. M. 15, 394 (JFM 15.0394.*), 1883 (Werke Bd. II, S. 257).
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