Das Prinzip von Le Chatelier und Braun.

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Es wird dem Prinzip eine mathematische Formulierung gegeben. Sind \(x_1\) und \(x_2\) zwei Parameter und \(y_1\) und \(y_2\) die zugehörigen Kräfte in dem Sinne, daß \(y_i \delta x_i\) die äußere Arbeit darstellt, so läßt sich dem Prinzip die Formulierung geben: \[ \left ( \frac {\partial y_1}{\partial x_1} \right )_{x_2} \cdot \left ( \frac {\partial y_1}{\partial x_2} \right )_{x_1} \cdot \left ( \frac {\partial y_2}{\partial x_1} \right )_{x_2} \cdot \left ( \frac {\partial y_2}{\partial x_2} \right )_{x_2} < 0, \] die für den Fall, daß die Kräfte aus einem Potential ableitbar sind, sich zu \[ \left ( \frac {\partial y_1}{\partial x_1} \right )_{x_2} \cdot \left ( \frac {\partial y_2}{\partial x_2} \right )_{x_1} < 0 \] vereinfachen läßt. Ist das Potential insbesonderen gleich der Energie, so ist \[ \delta E=y_1 \delta x_1 + y_2 \delta x_2. \] Nun müssen, da die Energie im stabilen Gleichgewicht ein Minimum hat, beide Differentialquotienten positiv sein, was dem Prinzip widerspricht. Es kann also in dieser Allgemeinheit nicht richtig sein. Wenn man zwischen Quantitätsgrößen als jenen, deren Kräftefunktion mit der Energie des Gebildes zusammenfällt, und Intensitätsgrößen als den dazugehörigen Kräften unterscheidet, so läßt sich das Prinzip eindeutig formulieren. Dabei ergibt sich, daß die Natur nicht immer für die Aufrechterhaltung eines Gleichgewichtszustandes sorgt. Das richtig formulierte Prinzip sagt nämlich aus, daß der zweite, sich selbst überlassene Parameter die Verschiebung des ersten vergrößert oder verkleinert, je nachdem, ob beide Parameter derselben oder verschiedenen Arten von Zustandsgrößen angehören.












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