Distribution functions and the Riemann zeta function.
In dieser groß angelegten Arbeit beginnen die Verf. zunächst mit einer Zusammenstellung der grundlegenden Begriffe und Hilfsmittel in der Theorie der \(k\)-dimensionalen Verteilungsfunktionen. Diesbezüglich muß auf die Arbeit selbst verwiesen werden. Es werden dann zunächst Konvergenzkriterien für ``unendliche Faltungen \(\varPhi_1 \ast \varPhi_2 \ast \cdots\) von Verteilungsfunktionen \(\varPhi_n\) gegeben, die sinngemäß den \textit{Cauchy}schen Reihenkriterien entsprechen. Das Beweismittel ist, wie üblich, die \textit{Fourier}transformation (die Verf. legen \textit{Lebesgue-Radon}sche Integrale zugrunde). Für das Spektrum einer konvergenten Faltung \(\varPsi = \varPhi_1 \ast \varPhi_2 \ast \cdots\) gilt die Additionsregel \[ S(\varPsi) = S(\varPhi_1) + S(\varPhi_2) \cdots . \] Es bezeichne \(c(\varPhi)\) den ``Schwerpunkt der Verteilung und es sei \(\widetilde{\varPhi}(E) = \varPhi(E + c(\varPhi))\), so daß wird. Endlich werde für ganzes \(p > 0\) \[ M_p(\varPhi) = \int\limits_{R_x} |x|^p \varPhi\, (dRx) \qquad (R_x\, \text{der } k\text{-dimensionale } x\text{-Raum}) \] gesetzt. Dann gilt noch z. B. das folgende Kriterium: Wenn alle Spektra \(S(\varPhi_n)\) in einer festen Kugel enthalten sind, so ist die Konvergenz der beiden Reihen \[ \sum_{1}^{\infty} c(\varPhi_n), \quad \sum_{1}^{\infty} M_2(\varPhi_n) \] notwendig und hinreichend für die Konvergenz der Faltung \(\varPsi = \varPhi_1 \ast \varPhi_2 \ast \cdots\). Wenn die erste Reihe absolut konvergiert, so gilt das gleiche für \(\varPsi\). Die Verf. gehen dann zur Spezialisierung der allgemeinen Sätze über: (1) Es sei \(k > 1\) und die \(\varPsi_n\) seien ``sphärische Gleichverteilungen auf Kugeln des Radius \(r_n\). Dann gilt: \(\varPsi\) konvergiert dann und nur dann (sogar absolut), wenn \(\sum\limits_{1}^{\infty}r_n^2\) konvergiert. \(\varPsi\) ist ``absolut stetig (d. h. \(\varPsi(E) = 0\), wenn \(E\) das Maß 0 hat), und seine Dichte \(D(x)\) besitzt stetige Ableitungen beliebig hoher Ordnung. Wenn \(\sum\limits_{1}^{\infty}r_n\) konvergiert, so ist das Spektrum \(S(\varPsi)\) durch \(a \leqq |x| \leqq b\) gegeben, wo \(b = \sum\limits_{1}^{\infty}r_n\) und \(a\) im allgemeinen = 0 ist. (Nur wenn es ein \(r_{\nu}\) mit \(r_{\nu} > {\sum\limits_{n \neq \nu}}' r_n\) gibt, ist \(a = r_{\nu}\).) Wenn \(\sum\limits_{1}^{\infty}r_n\) divergiert, ist \(S(\varPsi)\) derganze Raum \(R_x\) und \(D(x)>0\). (2) Es sei \(k=1\) und \(\varPhi_n\) die zu \(r_n > 0\) gehörige ``\textit{Bernoulli}sche Verteilung, d. h. \(\varPhi_n(E) = 0,\frac{1}{2}\) oder 1, je nachdem ob \(E\) von dem Punktepaar \(\pm r_n\) keinen, einen oder beide Punkte enthält. \(\varPsi\) ist dann und nur dann (sogar absolut) konvergent, wenn \(\sum\limits_{1}^{\infty}r_n^2\) konvergiert. Das Spektrum \(S(\varPsi)\) ist beschrankt, wenn \(\sum\limits_{1}^{\infty}r_n\) konvergiert, und sonst die ganze Gerade. Das ``Punktspektrum \(P(\varPsi)\) ist leer und \(\varPsi\) entweder absolut stetig oder ``singular (d. h. es gibt ein \(E\) vom Maße 0 mit \(\varPsi(E) = 1\)). Hierzu werden mancherlei interessante Beispiele gegeben (vgl. \textit{Wintner}, Amer. Journ. of Math. 56 (1934), 659-663; Bull. Amer. Math. Soc. 41 (1935), 137-138. F.~d.~M. 60\(_{\text{I}}\), 463; 61\(_{\text{I}}\), nachfolgendes Referat). (3) Es sei \(k = 2\) und eine Kurve durch ihre Parameterform \[ x=x(\theta) =\left( \xi_1(\theta), \xi_2(\theta) \right) \tag{S} \] gegeben. Ist \(E\) eine \textit{Borel}menge der \((\xi_1, \xi_2)\)-Ebene \(R_x\), und wird \[ \varPhi(E)=m(E \cdot S) \] gesetzt, wo \(m\) das \(\theta\)-Maß ist, so heißt diese Verteilungsfunktion \(\varPhi\) durch \(S\) bestimmt. Es werden zunächst einige Sätze und Abschätzungen der ``\textit{Fourier}transformierten \[ \varLambda(y, \varPhi)=\int\limits_{R_x} e^{ixy}\, \varPhi(dR_x) \] für den Fall einer konvexen Kurve \(S\) gegeben. Ferner gilt z. B. der folgende Satz: Es sei \(F(z)= \sum\limits_{1}^{\infty} a_n z^n, \, a_1 \neq 0\), für \(|z|<\varrho \leqq \infty\) konvergent. Es sei \(0 < r_n \leqq r < \varrho\), und \(S_n\) bezeichne die Parameterdarstellung \(x=F(r_n \, e^{2\pi i \theta}); \, \varPhi_n\) sei die zugehörige Verteilungsfunktion. Dann ist die Konvergenz von \(\sum\limits_{1}^{\infty}r_n^2\) notwendig und hinreichend für die (absolute) Konvergenz von \(\varPsi\). Das Spektrum \(S(\varPsi)\) ist beschränkt, wenn die \(\sum\limits_{1}^{\infty}r_n\) konvergiert, andernfalls die ganze Ebene. \(\varPsi\) ist absolut stetig, und seine Dichte \(D(x)=D(\xi_1, \xi_2)\) besitzt stetige partielle Ableitungen beliebig hoher Ordnung, und alle diese Ableitungensind für jedes \(\lambda>0\) von der Größenordnung \(O(c^{-\lambda |x|^2}), \, |x| \to \infty\). Wenn \(\sum\limits_{1}^{\infty}r_n\) divergiert, ist überdies \(D(x)>0\). Ist \(r_n^{-1}=O(n)\), so ist \(D(x)\) regulär analytisch in jedem Punkte \(x\); und wenn \(r_n^{-1}=o(n)\) ist, so ist \(D(x)\) sogar eine ganze Funktion von \(\xi_1\), \(\xi_2\). (4) Es sei \(p_n\) die \(n\)-te Primzahl und \(\varPhi_{n, \sigma}\) die zur Parameterdarstellung \[ x=x_{n,\sigma}=-\log (1-p_n^{-\sigma}\, e^{2 \pi i \theta}) \qquad (\sigma>0) \] gehörige Verteilungsfunktion. \(\varPsi_{\sigma}=\varPhi_{1,\sigma} \ast \varPhi_{1,\sigma} \ast \cdots\) konvergiert dann und nur dann, wenn \(\sigma>\frac{1}{2}\) ist, und ist dann symmetrisch bezüglich \(\xi_2=0\). Für \(\frac{1}{2}<\sigma \leqq 1\) ist das Spektrum die ganze Ebene. Für \(\sigma>1\) ist \(S(\varPsi_{\sigma})\) ein konvexer oder ``ringförmiger Bereich. \(\varPsi(\sigma)\) ist absolut stetig, und die Dichte \(D_{\sigma}(x)\) besitzt stetige partielle Ableitungen beliebig hoher Ordnung von der Größenordnung \(O(c^{-\lambda |x|^2}), \, \lambda>0, \, |x| \to \infty\). Für \(\frac{1}{2}<\sigma < 1\) ist \(D_{\sigma}(x)\) eine ganze Funktion von \(\xi_1\), \(\xi_2\). Für \(\sigma \to \frac{1}{2}\) streben \(D_{\sigma}(x)\) und alle seine Ableitungen gleichmäßig gegen Null. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich im wesentlichen mit der Werteverteilung fastperiodischer Funktionen. \(G\) sei ein abstrakter Raum des variablen Punktes \(t\), in welchem für ein \textit{Borel}feld von Mengen \(A\) ein Maß \(m(A)\) mit \(m(G)=\infty\) erklärt ist. Ferner seien gewisse Mengenfolgen \(A_n\) mit \(m(A_n) \to \infty\) als ``zugelassen ausgewählt. Ist nun \(f(t)\) eine meßbare Funktion in \(G\), und existiert \[ M(f)=\lim_{n \to \infty} \frac{1}{m(A_n)} \int\limits_{A_n} f(t) m(dG) \] für jede zugelassene Folge \(A_n\), so heißt \(M(f)\) der ``Mittelwert von \(f\). Es sei ferner \(x(t)\) eine meßbare Vektorfunktion mit \(k\) Komponenten. Ist \(E\) eine \textit{Borel}menge in \(R_x\) und bedeutet \(A_E\) die Menge der \(t\), mit \(x(t) \subset E\), so besitzt \(x(t)\) dann eine ``asymptotische Verteilungsfunktion \(\varPhi\), wenn für alle zugelassenen Folgen \(A_n\) der Grenzwert \[ \varPhi_{A_n} (E) = \frac{m(A_{n_E}A_n)}{m(A_n)} \to \varPhi(E) \] existiert. \(x(t)\) besitzt übrigens dann und nur dann eine asymptotische Verteilungsfunktion \(\varPhi\), wenn der ``Mittelwert \(M(e^{i x(t) y})\) gleichmäßig in jeder Kugel \(|y| \leqq a\) von \(R_y\) existiert. Und zwar ist dann die \textit{Fourier}transformierte \(\varLambda(y,\varPhi)=M(e^{i x(t) y})\). (1) Es sei jetzt \(G\) die reelle Achse und \(m\) das \textit{Lebesgue}sche Maß daselbst, während die Intervalle \((a_n,b_n)\) mit \(b_n-a_n \to \infty\) die zugelassenen \(A_n\) sind. Dann gilt: Jede (im Sinne von \textit{Bohr}) fastperiodische Funktion \(x(t)\) besitzt eine asymptotische Verteilungsfunktion. Deren Spektrum ist die Hülle des Wertevorrats von \(x(t)\). Für die verschiedenen Verallgemeinerungen des Begriffs ``fastperiodisch gelten ähnliche Sätze. Nur müssen hier unter Umständen andere Intervalle \(\left( (0,a_n) \right.\) und \((-b_n,0), \, a_n~\to~\infty\), \(\left. b_n \to \infty \right)\) als ``zugelassen gewählt werden (asymptotische Verteilungsfunktion im eingeschränkten Sinne). (2) \(\zeta(s)=\zeta(\sigma+it)\) sei die \textit{Riemann}sche \(\zeta\)-Funktion. Für \(\sigma>1\) besitzt \(\log \zeta(\sigma+it)\) eine asymptotische Verteilungsfunktion, für \(\frac{1}{2}<\sigma \leqq 1\) nur im ein geschränkten Sinne. Diese Verteilungsfunktion ist die oben (unter 4) genannte Verteilungsfunktion \(\varPsi_{\sigma}\). Das dort geschilderte Spektrum \(S(\varPsi_{\sigma})\) ist die Hülle des Werte vorrats von \(\log \zeta(\sigma+it)\). Auch die asymptotische Verteilungsfunktion \(\varPsi_{\sigma}\) von \(\zeta(\sigma+it)\) selbst existiert für \(\sigma>1\) und \(\frac{1}{2}<\sigma \leqq 1\) im eingeschränkten Sinne. Sie wird näher bestimmt. Ihr Spektrum ist die Hülle des Wertevorrats von \(\zeta(\sigma+it)\) (vgl. \textit{Bohr} und \textit{Jessen}, K. Danske Vidensk. Selsk. Skr. Nat. mat. Afd. 12 (1929) 325-405; Acta math. 54 (1930), 1-35. F.~d.~M. 55\(_{\text{II}}\), 1068; 56\(_{\text{I}}\), 287). Der letzte Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Konvergenzproblem für unendliche Faltungen von Verteilungsfunktionen von Vektorfunktionen in abstrakten Räumen und bringt Sätze in Richtung der Ergebnisse von \textit{Khintchine}, \textit{Kolmogoroff} und \textit{Lévy} (\textit{Khintchine} und \textit{Kolmogoroff}, Rec. math. Moscou 32 (1925), 668-677; F.~d.~M. 52, 212. \textit{Kolmogoroff}, Math. Ann. 99 (1928), 309-319, 102 (1929), 484-488; F.~d.~M. 54, 543, 55\(_{\text{I}}\), 296. \textit{Lévy}, Studia Math. 8 (1931), 119-155; F.~d.~M. 57). Sehr beachtenswert ist noch der 60 Arbeiten des Problemkreises umfassende Literaturnachweis. (IV 4 D.)
- A Note on Distribution Functions
- A Note on the Non-Differentiable Function of Weierstrass
- A Proof of the Generalized Second-Limit Theorem in the Theory of Probability
- Das Problem der Irrfahrt ohne Richtungsbeschränkung und die Randwertaufgabe der Potentialtheorie
- Distribution functions and positive definite functions
- scientific article; zbMATH DE number 3004995 (Why is no real title available?)
- MEAN-VALUE THEOREMS FOR THE RIEMANN ZETA-FUNCTION
- Monotone Funktionen, Stieltjessche Integrale und harmonische Analyse
- On An Application of Diophantine Approximation To the Repartition Problems of Dynamics
- On Analytic Convolutions of Bernoulli Distributions
- On symmetric Bernoulli convolutions
- On the Addition of Convex Curves in Bohr's Theory of Dirichlet Series
- On the Addition of Independent Distributions
- On the Asymptotic Differential Distribution of Almost-Periodic and Related Functions
- On the Asymptotic Repartition of the Values of Real Almost Periodic Functions
- On the Theory of Absolutely Additive Distribution Functions
- The theory of integration in a space of an infinite number of dimensions
- Upon a Statistical Method in the Theory of Diophantine Approximations
- Über die Nullstellen einer analytischen fastperiodischen Funktion. Eine Verallgemeinerung der Jensenschen Formel
- Über die statistische Unabhängigkeit der asymptotischen Verteilungsfunktionen inkommensurabler Partialschwingungen
- Estimates of Kato-Temple type for \(n\)-dimensional spectral measures
- The number of zeros of linear combinations of \(L\)-functions near the critical line
- Existence of exponential orthonormal bases for infinite convolutions on \(\mathbb{R}^n\)
- The spectrality of infinite convolutions in \(\mathbb{R}^d\)
- Spectrality of infinite convolutions and random convolutions
- Asymptotic behaviors for random geometric series
- Absolutely continuous self-similar measures with exponential separation
- Opinion dynamics in communities with major influencers and implicit social influence via mean-field approximation
- Distribution of unit mass on one fractal self-similar web-type curve
- Existence and spectrality of infinite convolutions generated by infinitely many admissible pairs
- Spectral properties of infinite convolutions generated by complete residue systems
- Measures and trajectory properties in oscillator systems
- On absolute continuity and maximal Garsia entropy for self-similar measures with algebraic contraction ratio
- A random variable related to the Hurwitz zeta-function with algebraic parameter
- Functional large deviation principle and functional laws of iterated logarithm for random Dirichlet series
- M-functions and screw functions: applications to Goldbach's problem and zeros of the Riemann zeta-function
- Singular distributions of random variables with independent digits of representation in numeral system with natural base and redundant alphabet
- An annotated bibliography for comparative prime number theory
- Asymptotic behavior of the Fourier-Stieltjes transform of the distribution of one random power series
- Fractal dimensions of the graph and level sets of the Riemann-Rademacher functions
- On the Fourier transform of random Bernoulli convolutions
- Fourier transform of certain self-affine measures
- On the precise deviations of the characteristic polynomial of a random matrix
- A family of compactly supported C^ radial basis functions with explicit spectral expansions
- On Bernoulli convolutions generated by second Ostrogradsky series and their fine fractal properties
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