Om v. Staudt's Definitioner. (Q1448962)
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scientific article; zbMATH DE number 2587817
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Om v. Staudt's Definitioner. |
scientific article; zbMATH DE number 2587817 |
Statements
Om v. Staudt's Definitioner. (English)
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1926
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Es handelt sich um die Definition der imaginären Punkte einer reellen Geraden und um den Begriff der Projektivität, erstens im Reellen, zweitens im Imaginären. Verf. gibt eine Definition des imaginären Punktes, welche die Definitionen von \textit{v. Staudt}, von \textit{F. Klein} und von \textit{Amadeo} umfaßt; diesen Definitionen gemeinsam ist, daß die Gerade eine Menge von Dreipunktegruppen, Triaden, enthält: Von einem beliebigen Punkt einer orientierten Geraden geht eine Triade aus; zwei Punkte derselben Triade sind verschieden; eine projektive Transformation, die eine Triade in eine andere überführt, führt die ganze Triadenmenge in sich über, und diese Transformationen sind vertauschbar. Die Bedingung dieser Vertauschbarkeit findet Verf. durch Übergang zu einem Kegelschnitt, wo zwei projektive Transformationen vertauschbar sind, wenn sie dieselbe Projektionsachse haben. Ein Triadenbüschel, das zur Bestimmung eines imaginären Punktes dient, ist also durch zwei Triaden \(ABC\) und \(A_1B_1C_1\) bestimmt, wo die Paare \(AA_1\), \(BB_1\), \(CC_1\), eine Projektivität bestimmen. -- Zweitens wird die \textit{v. Staudt}sche Definition der Projektivität behandelt: Vier harmonische Punkte der einen Punktreihe entsprechen vier harmonischen Punkten der anderen Reihe. Verf. knüpft an diese Definition drei Fragen: Ist es notwendig zu postulieren, daß jedem Punkt der zweiten Reihe ein Punkt der ersten entspricht? Ist es notwendig, die Stetigkeit der Abhängigkeit zu postulieren? Ist es notwendig zu postulieren, daß \textit{jede} harmonische Vierpunktgruppe der einen Figur einer harmonischen Vierpunktgruppe der anderen entspricht? Diese Fragen werden durch die folgende Definition beantwortet: Zwei Punktreihen sind projektiv, wenn 1) jedem Punkt der einen Reihe \(L\) ein Punkt der anderen Reihe \(L_1\) entspricht, 2) es zwei Paare entsprechender Punkte \(A, A_1\) und \(B, B_1\) gibt, sodaß vier harmonischen Punkten, von denen mindestens einer in \(A\) oder \(B\) fällt, wieder vier harmonische Punkte entsprechen. Daß diese Definition hinreicht, beweist \textit{Pieri} mittels seiner logischen Zeichensprache und \textit{Darboux} durch analytische Betrachtungen. Verf. zeigt dasselbe durch eine rein geometrische Konstruktion. -- Was nun die Definition der Projektivität im Imaginären betrifft, so betrachtet \textit{v. Staudt} eine Kette, d. h. eine Punktmenge, bei der sämtliche Doppelverhältnisse reell sind; sind \(A\), \(B\), \(C\) Punkte einer Kette \(k\), \(D\) ein Punkt außerhalb der Kette, so läßt sich \(D\) durch eine orientierte Involution von Punktepaaren von \(k\) darstellen; stimmt der Umlauf dieser Involution mit dem Umlauf \(ABC\) überein, so heißt der Wurf (Tetrade) positiv, sonst negativ; der Wurf ist neutral, wenn \(D\) der Kette angehört. Die Definition läßt sich dann so aussprechen: Zwei entsprechende Punktreihen sind projektiv, wenn entsprechende Würfe (Tetraden) entweder beide neutral sind oder dasselbe Vorzeichen haben. Man kann aber in der Voraussetzung ersparen, daß \textit{jeder} Kette eine Kette entspricht; zwei entsprechende Punktreihen sind projektiv, wenn 1) jeder Kette durch \(A\) eine Kette durch den entsprechenden Punkt \(A_1\) entspricht, 2) einer einzelnen Kette ohne \(A\) eine einzelne Kette ohne \(A_1\) entspricht, 3) ein einzelner, nicht neutraler Wurf dasselbe Vorzeichen wie der entsprechende hat; \textit{oder} auch: Zwei Punktreihen sind projektiv, wenn vier harmonische Punkte wieder vier harmonischen Punkten entsprechen und wenn es zwei nicht neutrale Würfe mit demselben Vorzeichen gibt.
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