Kritik der Einsteinschen Theorie an der Hand von Reichenbachs Axiomatik der relativistischen Raum-Zeit-Lehre. (Q1452151)

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scientific article; zbMATH DE number 2589186
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    Kritik der Einsteinschen Theorie an der Hand von Reichenbachs Axiomatik der relativistischen Raum-Zeit-Lehre.
    scientific article; zbMATH DE number 2589186

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      Kritik der Einsteinschen Theorie an der Hand von Reichenbachs Axiomatik der relativistischen Raum-Zeit-Lehre. (English)
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      1926
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      Wie gelangt man zu einem ``Wahrheitskriterium'' für eine Definition? Wohin gelangt man mit physikalischen Definitionen, wenn nach einer Formulierung \textit{Einstein}s die These gilt: ``Insofern sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher; und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit?'' Mit solchen Fragen grenzt Verf. seinen Standpunkt gegenüber dem ``Nominalismus'' (``Konventionalismus'') ab, welchem zum Vorwurf gemacht wird, er mache unsere fundamentalsten, strengsten und sichersten Begriffe von Definitionen abhängig, während diese Begriffe undefinierbar seien und blieben. Um diesen ablehnenden Standpunkt zu stützen, beruft sich Verf. auf eine Reihe von \textit{F. Klein} ausgesprochener Ansichten. Demnach solle die Physik die Geometrie keineswegs als eine allein abstrakte Wissenschaft betrachten, die zwar angewendet wird, ohne im engeren Zusammenhang mit ihr zu stehen; die Geometrie habe im Gegenteil, ebenso wie die Physik, ihren Ursprung in der Anschauung, Wahrnehmung und Erfahrung; sie habe aber daraus nur das Wesentlichste, das Primitivste und das Sicherste entlehnt und idealisiert, und gerade deswegen und nur auf dieser Grundlage könne sie eine strenge Norm für die Erwerbung von richtigen Erfahrungen sein. Demgegenüber werde in der \textit{Einstein-Reichenbach}schen Theorie die Analysis in ihrer abstraktesten Form (Axiomatik) angewendet, nicht aber Anschauung und Geometrie, die der Physik ``näher'' liegen, und vor allem nicht Wahrnehmung, die das Wahrscheinlichkeitskriterium der Physik ist. -- Hier zeigt sich in versteckter Form die psychologisch wohlbekannte Spur einer Abwehreinstellung, gewisse Befürchtungen vor einer Entstellung des ``einheitlichen'' physikalischen Weltbildes. In \textit{Einstein}s Physik darf schließlich überhaupt keine Geometrie gelten, sondern statt dessen die sogenannte ``Molluske''. Als ob die ``Mollusken'' etwas anderes wären als Teilgebiete eines \textit{Riemann}schen vierdimensionalen Raumes mit allerdings indefiniter Metrik. Auch die Berufung auf \textit{Poincaré} und \textit{Mach}, wonach die euklidische Geometrie vor neuen Erfahrungen nichts zu fürchten hätte und sich das ``Ökonomieprinzip'' vielleicht als ``Anthropomorphismenträger'' verwenden läßt, zeigen die gleichen psychologischen Quellen. Anschließend geht Verf. genauer auf Einzelheiten der \textit{Reichenbach}schen ``Axiomatik der relativistischen Raum-Zeit-Lehre'' ein (1924; F. d. M. 50, 688 (JFM 50.0688.*)). Es sei noch erwähnt, daß Verf. die Meinung vertritt, eine Strecke müsse unbedingt mit einer gewissen Länge gedacht werden, bevor man überhaupt auf den Gedanken kommen kann, diese Länge zu messen. Diese und ähnliche Fragen vom Typus -was war früher, die Henne oder das Ei? --, so z. B. auch die Frage nach dem a priori und a posteriori der Gleichzeitigkeit, nämlich der ``begrifflichen'' a priori- und der ``meßbaren'' a posteriori-Gleichzeitigkeit, führen auf eine Reihe weiterer logisch (aber auch psychologisch) interessanter Ausführungen über die Begriffe und ``Realitäten'' wie subjektive und objektive Koinzidenz, subjektive und objektive, relative und absolute Zeit, Gleichförmigkeit und Ungleichförmigkeit von Bewegungen und anderes mehr.
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