Die Einzigartigkeit der Pythagoreischen Maßbestimmung. (Q1463301)

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scientific article; zbMATH DE number 2602256
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    Die Einzigartigkeit der Pythagoreischen Maßbestimmung.
    scientific article; zbMATH DE number 2602256

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      Die Einzigartigkeit der Pythagoreischen Maßbestimmung. (English)
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      1922
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      Die von Helmholtz und Lie durchgeführte gruppentheoretische Analyse des Raumproblems stellt die Forderung der metrischen Homogenität in den Mittelpunkt. Durch die allgemeine Relativitätstheorie hat sich aber gerade hierin unsere Ansicht über das Wesen der Welt des vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuums vollständig gewandelt. Es handelt sich in der vorliegenden Arbeit um die Aufstellung und Lösung desjenigen Raumproblems, das durch diese veränderte Sachlage an die Stelle des Helmholtz-Lieschen zu treten hat. Die Metrik findet allgemein ihren Ausdruck in der Auszeichnung derjenigen linearen Abbildungen des Vektorkörpers im Punkte \(P\) auf den Vektorkörper in \(P\) (Drehungsgruppe) oder einen beliebigen zu \(P\) unendlich benachbarten Punkt, welche als \textit{kongruente} Abbildungen gelten (Metrik in \(P\), metrischer Zusammenhang von \(P\) mit den Punkten seiner Umgebung). Auf Grund der selbstverständlichen Gruppenforderung geht aus dem metrischen Zusammenhang hervor, daß die Drehungsgruppen in allen Punkten im Sinne der Äquivalenz miteinander übereinstimmen, daß die Natur der Drehungsgruppe also ein apriorisches Merkmal des Raumes ist. Was dagegen frei bleibt, ist die gegenseitige Orientierung der Drehungsgruppen in den verschiedenen Punkten, die spezielle quantitative Ausgestaltung des metrischen Feldes. Zu jedem die Umgebung eines Punktes \(P\) bedeckenden Koordinatensystem gehört ein mögliches System von Parallelverschiebungen, wobei die Vektoren in \(P\) nach den zu \(P\) unendlich benachbarten Punkten ohne Änderung ihrer Komponenten in diesem Koordinatensystem verschoben werden. Die entscheidende Forderung lautet nun so: Welches auch im Rahmen der vorgeschriebenen Natur der Drehungsgruppe die quantitative Ausgestaltung des metrischen Feldes sein mag -- ist sie einmal fixiert, so gibt es ein und nur ein System von Parallelverschiebungen, das zugleich aus kongruenten Verpflanzungen besteht; der metrische Zusammenhang determiniert eindeutig den affinen. Das kommt hinaus auf gewisse Postulate, denen die infinitesimale Drehungsgruppe \(\mathfrak g\) zu genügen hat, nämlich: 1. Es existiert in \(\mathfrak g\) keine andere symmetrische Doppelmatrix als 0; d.h. liegen \(n\) infinitesimale Drehungen vor (\(n\) bezeichnet die Dimensionszahl unseres Raumes) \(A_1, A_2,\ldots, A_n\), so kann nicht allgemein die \(k\)-te Spalte der Matrix \(A_i\) gleicht der \(i\)-ten Spalte von \(A_k\) sein, ohne daß alle \(n\) Matrizen verschwinden; und 2. die Parameterzahl der Gruppe ist die höchste, welche mit der Eigenschaft 1. vertraglich ist, nämlich \(=\dfrac{n(n-1)}2\). Es wird bewiesen, daß die euklidische Drehungsgruppe, die Gruppe derjenigen linearen Transformationen, welche eine nicht ausgeartete quadratische Form invariant lassen (der Trägheitsindex bleibt beliebig), die einzige ist, welche den aufgestellten Bedingungen genügt. Der Beweis ist sehr verwickelt; die inf. Gruppe wird konstruiert, indem von einer in ihr enthaltenen Matrix ausgegangen wird, deren charakteristische Wurzeln alle \(= 0\) sind. (VII.)
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