Träge und schwere Masse. (Q1463657)
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scientific article; zbMATH DE number 2603736
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Träge und schwere Masse. |
scientific article; zbMATH DE number 2603736 |
Statements
Träge und schwere Masse. (English)
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1922
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Ziel der Arbeit ist, ``die Einsteinsche Gravitationstheorie möglichst genau den Vorstellungen der Newtonschen Mechanik anzupassen, um so Vergleiche möglichst anschaulich und leicht zu machen''. Früher (Ann. der Physik 40, 1, 34, 1913) war vom Verf. gezeigt, daß das Begriffssystem der alten Mechanik von den bewegenden Kräften der Felder und von den Trägheitswiderständen bewegter materieller Teilchen sich vollständig wiederaufbauen läßt, wenn man die Voraussetzung macht, daß das ``materielle Teilchen'' in dem betreffenden Raumgebiet genau ebenso existenzfähig ist wie in einem feldfreien Gebiet. Nach der Einsteinschen Theorie der allgemeinen Transformierbarkeit der Gravitationsgleichungen ist diese Voraussetzung erfüllt. Der Verf. bezeichnet dies als die wichtigste Konsequenz, ja als den tiefsten Sinn der Theorie. Da für das elektromagnetische Feld anscheinend die Voraussetzung nicht erfüllt ist, gilt hier die alte Mechanik nicht, sie ist durch die Quantenmechanik zu ersetzen. In seinen Ableitungen gibt der Verf. 1. Eine kurze Darstellung der Einsteinschen Gravitationstheorie mit Benutzung der von ihm früher ausgearbeiteten Formeln. 2. Die Betrachtung von Energie und Impuls eines im Gravitationsfelde sich bewegenden Körpers zeigt: die träge Masse eines Körpers im Gravitationsfelde ist ein vierdimensionalen Tensor. Im Gravitationsfeld gehört zur geradlinigen Bewegung ein (vierdimensionales) Trägheitsellipsoid. 3. Bringt man in ein ausgedehntes Gravitationsfeld einen verhältnismäßig kleinen Körper, so sind durch lineare Transformationen die Feldgrößen des Körpers, wie sie für ein von einem äußeren Felde freies Gebiet gelten, zunächst auf das umgebende äußere Feld umzurechnen. Dann können die Christoffelschen Symbole \(\left\{{\mu \, \nu \atop \alpha}\right\}\) und die Feldgrößen \(\mathfrak t_{\mu\nu}^\alpha\) zur Ermittlung des Gesamtfeldes einfach addiert werden. Für die \(g_\alpha^{\mu\nu}\) ist das Additionstheorem komplizierter. 4. Die Bewegungsgleichungen eines kleinen Körpers (Stein) lauten wie bei Newton. Der Unterschied besteht darin, daß Gravitationspotential, träge Masse und schwere Masse vierdimensionale Tensoren sind. Ferner hängen träge und schwere Masse nach verschiedenen Gesetzen von Geschwindigkeit und Gravitationspotential der Umgebung ab, so daß ihr Verhältnis variabel ist. Das Verhältnis hängt nicht von der chemischen Natur oder anderen Zustandsgrößen (z. B. Temperatur) ab. Voraussetzungen sind dabei: Außerhalb des von dem betrachteten Körper eingenommenen Volums \(V\) ist die in seinem Gravitationsfeld enthaltene Energie so klein, daß sie für Masse und Impuls vernachlässigt werden kann. ``Begrenztheit der Materie''. Ferner: die Bewegung des Körpers ist quasistationär. 5. Für einen großen Körper (Planeten) gilt hinsichtlich Bewegungsgleichungen und Masse das gleiche wie für den kleinen Körper. 6. Abgesehen von der kleinen Änderung der trägen und schweren Masse wird die Einsteinsche Theorie für quasistatische Gravitationsfelder identisch mit der Newtonschen Gravitationstheorie. 7. Die Weltlinie eines kleinen Körpers im Gravitationsfeld ist eine geodätische Linie des Hilbertschen Kontinuums. 8. In einem zeitlich unveränderlichen Gravitationsfeld bleibt der Energiegehalt eines Körpers, auf den keine anderen als Schwerekräfte wirken, immer ungeändert, d. h. ein zur Erde fallender Stein nimmt nicht aus dem Gravitationsfeld Energie auf, sondern er gewinnt die Bewegungsenergie durch eine innere Umwandlung seiner eigenen Atome, deren ``Energie der Lage'' zur Bewegungsenergie wird. Wenn zwei schwere Massen \(m_1\) und \(m_2\) sich um \(dr\) von einander entfernen, gewinnt jede an Energie der Lage denselben Betrag, nämlich \(\gamma m_1 m_2\, dr/r^2\), gleichzeitig verliert der Äther an Energie des Gravitationsfeldes denselben Betrag, so daß der gesamte Energiezuwachs des Systems nur der einfache Betrag \(\gamma m_1 m_2\, dr/r^2\) ist.
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