Über da quadratische Reziprozitätsgesetz. (Q1472941)

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scientific article; zbMATH DE number 2615921
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    Über da quadratische Reziprozitätsgesetz.
    scientific article; zbMATH DE number 2615921

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      Über da quadratische Reziprozitätsgesetz. (English)
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      1914
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      I. ``Die vom \textit{Gauß}schen Lemma ausgehenden Beweise des Reziprozitätsgesetzes erfordern eine Abzählung von Gitterpunkten, die sich durch Zerschneiden und Zusammengesetzen von Figuren in ähnlicher Weise ausführen läßt, wie die zahlreichen Beweise des pythagoreischen Lehrsatzes. Die größte Bewenderung hat mit Recht die Art erregt, wir \textit{Zeller} (Monatsber. 1874, 846) diese Abzählung ganz direkt ausführt. Aber auch seine Schlüsse lassen sich noch durch passende Anwendung jenes Verfahrens und konsequentere Benutzung seines Symmetrieprinzips vereinfachen. Für die Behauptung, daß \(k=\frac{1}{4}\,(p-1)(q-1)+\lambda+\mu\) gerade ist, erhält man einem überaus anschaulichen und der geometrischen Deutung unmittelbar zugänglichen Beweis, der die Vorzüge des fünften Beweises von \textit{Gauß} mit denen des dritten vereinigt. Seine von kleiner Rechnung getrübte Durchsichtigkeit läßt deutlich erkennen, daß der Schluß, der in den meisten Darstellungen als der Nerv des Beweises erscheint, für die Herleitung des Reziprozitätsgesetzes selbst ganz überflüssig ist. Notwendig ist er, um zu zeigen, daß \(k\) durch 4 teilbar ist, was noch nirgends bemerkt zu sein scheint. Jene Behauptung begründe ich näher durch Vergleichung des Beweises mit dem fünften und dritten Beweise von \textit{Gauß}. Voraus schicke ich einige Bemerkungen über die Definition, die \textit{Zolotareff} für das \textit{Jacobi}sche Zeichen gegeben hat.'' II. ``Wenn ein System von Punkten symmetrisch um ein Zentrum \(C\) gelagert ist, so ist ihre Anzahl ungerade oder gerade, je nachdem \(C\) dem System angehört oder nicht. Nun ist \(\lambda\) die Anzahl der Punkte zwischen \(OO'\) und \(LL'\), \(\mu\) die der Punkte zwischen \(OO'\) und \(MM'\). Keine dieser beiden Punktmengen ist symmetrisch. Werden sie aber vereinigt, so bilden die \(\lambda+\mu\) Punkte zwischen \(LL'\) und \(MM'\) eine symmetrische Menge. Ihr Mittelpunkt \(C\) ist zugleich das Zentrum der \(\varrho\) Gitterpunkte im Rechteck \(OPQR\). Daher ist \(\lambda+\mu\) zugleich mit \(\varrho\) gerade oder ungerade. \textit{Gauß} legt meistens, und auch in seinem dritten Beweise, großen Wert darauf, die Gleichungen zu entwickeln, die zu den abzuleitenden Kongruenzen führen. Beweise, die von vornherein mit Kongruenzen opeieren, sind meist wenig durchsichtig. Es bleibt eben wenig von einer Gleichung übrig, wenn man sie in eine Kongruenz \((\mod 2)\) verwandelt. Ich habe nun bemerkt, daß man dem geometrischen Beweise von \textit{Eisenstein} (J. für Math. 28) durch unmerkliche Abänderungen eine Form geben kann, die der obigen Forderung gerecht wird. Im Grunde beruhen ja alle dieser Beweise auf denselben Schlüssen; sie unterscheiden sich nur durch den Grad der Deutlichkeit, womit sie die entscheidenden Argumente ins Licht setzen. Die Beweisanordnung von \textit{Eisenstein} verdient nun, wie mir scheint, vor der von \textit{Gauß} den Vorzug, weil sie diejenige Deutung der Zahl \(\lambda\), welche die Kongruenz \(\lambda\equiv\lambda' (\mod 2)\) evident macht, unabhängig von der Definition von \(\lambda'\) entwickelt. Im Aschluß an diesen Beweis werde ich die verschiedenen Anordnungen des dritten Beweises von \textit{Gauß} besprechen und miteinander vergleichen.''
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