Ein Axiomensystem der Methode der kleinsten Quadrate. (Q1473044)
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scientific article; zbMATH DE number 2616101
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Ein Axiomensystem der Methode der kleinsten Quadrate. |
scientific article; zbMATH DE number 2616101 |
Statements
Ein Axiomensystem der Methode der kleinsten Quadrate. (English)
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1915
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Die Verf. haben sich die Aufgabe gestellt, die Methode der kleinsten Quadrate unter Vermeidung der Begriffe der Wahrscheinlichkeitsrechnung axiomatisch zu begründen. Sie erreichen ihren Zweck mit folgendem System von 7 Axiomen: 1. Zuordnungsaxiom \(a\sim\alpha,\;\lambda a\sim\lambda\alpha\); jede Zuordnung irgendeines Wertes \(\alpha\) zu irgendeiner festen Größe \(a\) derart, daß für jedes reelle \(\lambda\) auch \(\lambda\alpha\) zu \(\lambda a\) zugeordnet wird, heiße eine Annäherung. 2. Gewichtsaxiom: \(a\sim\alpha[p]\): Jeder Annäherung werde als Gewicht eine positive Zahl \(p\) zugeordnet, welche alle möglichen Werte annehmen kann. 3. Axiom der Unabhängigkeit vom Maßstabe: \(a\sim\alpha[p],\;\lambda a\sim\lambda\alpha[p'],\;p':p=f(\lambda)\not \equiv 1;\;f\) eine stetige Funktion von \(\lambda\). 4. Axiom der Unabhängigkeit von Annäherungen: \(a\alpha[p],\;b\sim\beta[q]\): ist dann \(\lambda a\sim\lambda\alpha[p'],\;\mu b\sim\mu\beta[q']\), so bestimmte sich das Gewicht \(r\) der komponierten Annäherung \(\lambda a+\mu b\sim\lambda\alpha+\mu\beta[r]\) eindeutig durch die Funktionalgleichung \(\psi(r)=\psi(p')+\psi(q')\), wobei \(\psi(x)\) eine reelle, eindeutige und stetige Funktion des Gewichtsarguments allein sei. 5. Axiom des arithmetischen Mittels: Das arithmetische Mittel zweier unabhängiger Annäherungswerte wird dieselbe feste Größe mit dem Gewicht 1 besitzen als Annäherungswert für dieselbe feste Größe das Gewicht 2. 6. Axiom der Größenordnung der Funktion \(\psi(x):\;a\sim\alpha_1[1],\;a\sim\alpha_2[1], \dots, a\sim\alpha_n[1],\;na\sim\alpha_1+\alpha_2+\dots+\alpha_n[r]\). Das Gewicht \(r\) der aus \(n\) nu je zweien unabhängigen Annäherungen ``komponierten'' Annäherung habe die Größenordnung \(1/n\) in dem Sinne, daß bei wachsender Anzahl \(n\) der Quotient von \(r\) und \(1/n\) von \(n>n_0\) an oberhalb einer positiven und unterhalb einer endlichen Schranke verbleibe. 7. Ausgleichungsaxiom: \(\sum_1^mA_{ik}a_i\sim l_k[p_k]\;k=1,\dots,n>m\) [\(A_{ik}\) sind bekannte Koeffizienten, \(a_i\) feste Größen]. Für irgendeinen linearen Ausdruck in den \(a_i\) sei diejenige Komposition \(\sum_1^n\lambda_kl_k\) der Annäherungen \(l_k\) mit den zu bestimmenden Faktoren \(\lambda_k\), die auf der linken Seite diesen linearen Ausdruck liefert, die beste Annäherung (Ausgleichung), die das größte Gewicht besitzt. Mit Hülfe dieser Axiome wird für die Gewichtsfunktion der Ausdruck \(f(\lambda)=\frac{1}{\lambda^2}\), für die Funktion \(\psi(x)\) der Ausdruck \(\tfrac{k}{x}\) und für das Gewicht \(r\) der komponierten Annäherung die Beziehung \(\tfrac{1}{r}=\sum \frac{\lambda_k^2}{p_k}\) abgeleitet. Für die Koeffizienten \(\lambda_k\) der besten Annäherung an \(a_i\) bestehen die Gleichungen \(\sum_{k=1}^n\lambda_kA_{ik}=\begin{matrix} 1 \\ 0 \end{matrix}\) für \(\begin{matrix} i=k \\ i\neq k\end{matrix}\); außerdem soll noch \(\sum_1^n\;\frac{\lambda_k^2}{p_k}\) ein Minimum werden, damit diese beste Annäherung aus das größte Gewicht besitze. Dies ist aber übliche Form der Methode der kleinsten Quadrate; ob diese Wahl und Anzahl der Axiome aber das Minimum dessen darstellt, was zur Lösung der Aufgabe benötigt wird, wird nicht weiter untersucht.
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