Zur Einordnung der Kettenbruchtheorie in die Theorie der quadratischen Formen von unendlichvielen Veränderlichen. (Q1473347)

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scientific article; zbMATH DE number 2616576
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    Zur Einordnung der Kettenbruchtheorie in die Theorie der quadratischen Formen von unendlichvielen Veränderlichen.
    scientific article; zbMATH DE number 2616576

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      Zur Einordnung der Kettenbruchtheorie in die Theorie der quadratischen Formen von unendlichvielen Veränderlichen. (English)
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      1914
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      Die Arbeit will die Bedeutung der ``J-Formen'' unendlichvieler Veränderlicher \[ (1)\quad J(x)=a_1x_1^2+a_2x_2^2+\cdots-2b_1x_1x_2-2b_2x_2x_3- \dots \] und der bekanntlich mit ihnen nahe zusammenhängenden Kettenbruchentwicklungen der Gestalt \[ (2)\quad u(\lambda)=\frac{1|}{| a_1-\lambda}- \frac{b_1^2|}{| a_2-\lambda}-\frac{b_2^2}{| a_3- \lambda}-\dots \] innerhalb der \textit{Hilbert}schen Theorie (Gött. Nachr. 1906, S. 157; F. d. M. \textit{37}, 351, 1906) der reellen beschränkten quadratischen Formen unendlichvieler Veränderlicher klarlegen; dabei handelt es sich um reelle beschränkte Formen \(J(x)\), für die also die \(a_1,a_2,\dots,b_1,b_2,\dots\) reell sind und zwischen endlichen Grenzen liegen. Für solche Formen wird zunächst gemäß der \textit{Hellinger}schen Ausführung der \textit{Hilbert}schen Theorie (J. für Math. \textit{136}; F. d. M. \textit{}, 40393, 1909) die kanonische Spektraldarstellung gegeben, die im wesentlichen bekannte Formeln der Kettenbruchtheorie liefert; es ergibt sich, daß \(J(x)\) einfache Eigenwerte, die die Sprungstellen, und ein einfaches Streckenspektrum, dessen Punkte die Stellen stetigen Wachstums einer gewissen durch \(J(x)\) bis auf einen willkürlichen konstanten Faktor bestimmten monomtonon (d. h. mit wachsendem \(\mu\) nicht abnehmenden) Funktion \(\varrho(\mu)\) sind, besitzt. Der Kettenbruch (2) konvergiert für alle reellen und komplexen Werte \(\lambda\) außerhalb des Spektrums und gestattet die \textit{Stieltjes}sche Integraldarstellung \[ u(\lambda)=e^2\int \frac{d\varrho(\mu)}{\mu-\lambda}; \] seine Näherungsnenner, die ein in bezug af \(\varrho(\mu)\) orthogonales Polynomsystem bilden (\textit{Darboux}sche Polynome): \[ \int\pi_p(\mu)\pi_q(\mu)d\varrho(\mu)=\begin{cases} 0\;(p\neq q) \\ 1\;(p=q)\end{cases}, \] liefern Eigenformen und Eigendifferentialformen von \(J(x)\) und damit die kanonische Integraldarstellung dieser Form. Ist umgekehrt eine beliebige reelle beschränkte quadratische Form \(K(x)\) mit einfachem Steckenspektrum und einfachen Eigenwerten gegeben, so wird ihre kanonische Integraldarstellung so umgeformt, daß sie durch eine einzige monotone Funktion \(\varrho(\mu)\) charakterisiert wird. Zu dieser Funktion wird nach dem bekannten Orthogoanlisierungsverfahren das System \textit{Darboux}scher Polynome gebildet und mit ihrer Hilfe eine orthogonale Transformation angegeben, die \(K(x)\) in eine \(J\)-Form transformiert, die durch \(\varrho(\mu)\) eindeutig bestimmt ist. Es läßt sich also -- und das ist das Hauptresultat -- jede Form mit einfachem Spektrum in unendlich viele verschiedene \(J\)- Formen transformieren, je nach der zur Darstellung verwendeten Funktion \(\varrho(\mu)\). Da nach \textit{Hilbert} jede Form in höchstens abzählbar unendlichviele Formen verschiedener Reihen von Veränderlichen mit einfachem Spektrum zerspalten werden kann, ist damit ein älteres Resultat von \textit{Toeplitz} (Gött. Nachr. 1910, S. 489; F. d. M. \textit{41}, 381) in verschärfter Form neu bewiesen und gezeigt, daß die \(J\)- Formen, bzw. die zugehörigen Kettenbruchenentwicklungen geeignet sind, als Grundsteine für den Aufbau einer allgemeinen Theorie der quadratischen Formen zu dienen.
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