Über den Zusammenhang zwischen den \textit{Cauchy-Riemann}schen und den \textit{Maxwell}schen Differentialgleichungen. (Q1473486)
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scientific article; zbMATH DE number 2616734
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Über den Zusammenhang zwischen den \textit{Cauchy-Riemann}schen und den \textit{Maxwell}schen Differentialgleichungen. |
scientific article; zbMATH DE number 2616734 |
Statements
Über den Zusammenhang zwischen den \textit{Cauchy-Riemann}schen und den \textit{Maxwell}schen Differentialgleichungen. (English)
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1914
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Da die \textit{Cauchy-Riemann}schen Differentialgleichungen der Funktionentheorie als besonderer Fall der \textit{Maxwell}schen Gleichungen für ruhende homogene isotrope Nichtleiter angesehen werden können, so liegt die Aufgabe nahe, diese Form der \textit{Maxwell}schen Gleichungen in solcher Weise in die Analysis einzuführen, wie die \textit{Cauchy-Riemann}schen Gleichungen. Im ersten Abschnitt zeigt Verf., daß man durch Anwendung des \textit{Green}schen Satzes nicht nur in der bekannten Weise zu den \textit{Cauchy-Riemann}schen Gleichungen, sondern auch zur symmetrischen Form der \textit{Maxwell}schen Gleichungen samt den dazu gehörigen Kontinuitätsbedingungen gelangt, indem man die notwendigen und hinreichenden Bedingungen dafür aufstellt, daß ein über die geschlossene \((n-1)\)-dimensionale Begrenzung eines endlichen \(n\)-dimensionalen Bereiches \((n=2,3,4)\) erstreckes Integral von der Form \(\int_{\sigma}\varphi d\sigma\) verschwindet, wenn \(\varphi\) ein Vektor bzw. ein Bivektor und \(d\sigma\) ein Vektor bzw. eine Quaternion ist. Ferner zeigt Verf., daß jeder analytischen Funktion einer komplexen Veränderlichen durch eine einfache Transformation umkehrbar eindeutig geradlinig polarisierte ebene Transversalwellen zugeordnet werden können und man daher durch die Analogie der oben genannten Bedingungsgleichungen zu einer Übertragung der für einen zweidimensionalen Bereich bestehenden Definition einer analytischen Funktion auf einen drei- und vierdimensionalen Bereich gelangt, indem man zu solchen Funktionen übergeht, die \textit{beliebigen} Transversalwellen entsprechen (anstelle der \textit{Laplace}schen Gleichung tritt dann die Wellengleichung). Im zweiten Abschnitt werden die vorhergehenden Überlegungen durch die Betrachtung des Falles ergänzt, daß die im \textit{Green}schen Satze auftretende Funktion eine Quaternion oder eine Biquaternion ist und bei der Zusammenfassung der Integrale die Einheiten \(j_1,j_2,j_3,1\) statt, wie vorher \(j_1,j_2,j_3,i\) verwendet werden; damit sind dann die Fälle erschöpft, die unter Berücksichtigung der im ersten Teile aufgestellten Forderungen bei der dort zur einheitlichen Einführung der \textit{Cauchy-Riemann}schen und der \textit{Maxwell}schen Gleichungen verwendeten Problemstellung in Betracht kommen. -- Im dritten Abschnitt wird der Zusammenhang untersucht, welcher zwischen dieser Art der Verallgemeinerung der \textit{Cauchy-Riemann}schen Gleichungen und der Weiterbildung der Theorie der analytischen Funktionen von zwei komplexen Veränderlichen besteht. -- Im vierten Abschnitt wird gezeigt, daß die \textit{Maxwell}schen Gleichungen ganz unabhängig von der im ersten Teile angegebenen Aufgabe der \textit{Integral}rechnung auch durch dieselbe Problemstellung der \textit{Differential}rechnung wie die \textit{Cauchy-Riemann}schen Gleichungen eingeführt werden können: Wie man nämlich bei Vektoren in der Ebene, die von zwei reellen Veränderlichen abhängen, die \textit{Cauchy-Riemann}schen Gleichungen erhält, indem man verlangt, daß nicht nur partielle Differentialquotienten nach den beiden unabhängigen reellen Veränderlichen, sondern auch ein in den Punkten eines ebenen Bereiches von der Richtung unabhängiger Differentialquotienten existiere, so gelangt man auch zu den \textit{Maxwell}schen Gleichungen in der symmetrischen Form, indem man bei Bivektoren \({\mathfrak u}+{\mathfrak pi}\), die von vier reellen Veränderlichen abhängen, die notwendige und hinreichende Bedingung dafür aufstellt, daß sie nicht nur partielle Differentialquotienten nach den unabhängigen reellen Veränderlichen, sondern zugleich noch in jeder beliebigen Ebene innerhalb eines vierdimensionalen Bereiches einen von der Richtung unabhängigen Differentialquotienten bezitzen sollen, falls \({\mathfrak u}+{\mathfrak pi}\) nur als Funktion der in der betreffenden Ebene liegenden Werte der unabhängigen Veränderlichen betrachtet wird. Die Forderung der Existenz eines von der Richtung \textit{ganz} unabhängigen Differentialquotienten führt, wie im fünften Abschnitt gezeigt wird, auf \textit{lineare} Funktionen der vier unabhängigen reellen Veränderlichen. -- Im sechsten Abschnitt werden die in drei Gruppen der oben angegebenen Bedingungsgleichungen auftretenden abhängigen reellen Veränderlichen durch die partiellen Differentialquotienten einer Potentialfunktion dargestellt, die der \textit{Laplace}schen Gleichung für den zwei- bzw, drei- oder vierdimensionalen Raum genügt; dagegen gelangt Verf. zu den \textit{Maxwell}schen Gleichungen von der \textit{Wellen}gleichung aus, indem er eine im dreidimensionalen Punktraum gegebene Wellenbewegung zugleich als im Ebenenraum bestehend betrachtet; wegen des Auftretens der Kontinuitätsgleichung kommen nur Transversalwellen in Betracht. -- Die Überlegungen des Verf. führen zu einer Analysis für den drei- und vierdimensionalen Raum, die eine systematische Übertragung der Theorie der analytischen Funktionen einer komplexen Veränderlichen darstellt; als wesentlches Hilfsmittel zum Ausbau dieser Analysis erscheint einerseits der Zusammenhang zwischen dem logarithmischen und dem \textit{Newton}schen Potential, anderseits der Übergang von linear polarisierten ebenen Wellen zu beliebigen Transversalwellen, außerdem der Zusammenhang mit der Theorie der analytischen Funktionen von zwei komplexen Veränderlichen. -- Unabhängig von diesen Betrachtungen ist heutzutage eine an die Physik sich anschließende Darstellung der Vektoranalysis üblich, die sich durch ihren Ausgangspunkt, die Definition neuer Operatoren \((\triangledown)\), div u. curl), von der des Verf. wesentlich unterscheidet. Unter dieser Darstellungen gibt es auch solche, die mit Vektoren im dreidimensionalen Raume rechnen, ohne die Arithmetik der Quaternionen zu berücksichtigen. Verf. weist im siebenten Abschnitt die Inkonsequenz dieses Verfahrens nach und hebt die Vorzüge der Verwendung der Arithmetik der Quaternionen in der Vektoranalysis hervor.
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