Über einige Existenzprobleme der Variationsrechnung. Methode der unendlich vielen Variabeln. (Q1473541)
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scientific article; zbMATH DE number 2616809
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| English | Über einige Existenzprobleme der Variationsrechnung. Methode der unendlich vielen Variabeln. |
scientific article; zbMATH DE number 2616809 |
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Über einige Existenzprobleme der Variationsrechnung. Methode der unendlich vielen Variabeln. (English)
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1914
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Zunächst wird die Aufgabe behandelt, diejenigen in \(0\leqq x\leqq \pi\) nebst ihrer Ableitung erster Ordnung stetigen, für \(x=0\) und \(x=\pi\) verschwindenden Funktionen \(y(x)\) zu bestimmen, die das Integral \[ (1)\quad y=\int_0^{\pi}\left[ \left( \frac{dy}{dx}\right)^2+f(x,y)\right] dx\quad (f(x,y)>A) \] zu einem (absoluten) Minimum machen. Die gesuchte Lösung \(y(x)\) wird in der Form angesetzt: \[ (2)\quad y(x)\sim\sum_{i=1}^{\infty}\frac{c_i}{i}\sin ix, \] wodurch das Integral \(y\) in eine Funktion der unendlich vielen Variabeln \(c_i\) übergeht. Es gibt stets mindestens eine, und wenn \(\frac{\partial^2}{\partial y^2}f(x,y)>0\) ist, nur eine Lösung; sie erfüllt gleichzeitig die Differentialgleichung: \[ \frac{d^2y}{dx^2}=\frac{1}{2}\frac{\partial}{\partial y}f(x,y). \] Ähnlich erledigt sich die Aufgabe, wenn die Randwerte von \(y(x)\) für \(x=0\) und \(x=\pi\) beliebig vorgeschrieben sind. Ist \(F(x,y)\) in \(x\) von der Periode \(2\pi\), ist ferner für große positive \(y \frac{\partial F}{\partial y}>0\), für große negative \(y\) aber \(<0\), so kann durch den Ansatz: \[ y(x)\sim \overline{\xi_0}+\sum_{i=1}^{\infty}\frac{1}{i}(\xi_i \sin ix+\overline{\xi_i} \cos x) \] nachgewiesen werden, daß es unter allen stetig differenzierbaren Funktionen \(y(x)\) der Periode \(2\pi\) eine gibt, die das Integral: \[ y=\int_0^{2\pi}\left[\left(\frac{dy}{dx}\right)^2+F(x,y)\right] dx \] zu einem Minimum macht; sie ist gleichzeitig eine periodische Lösung von : \[ \frac{d^2y}{dx^2}=\frac{1}{2}\;\frac{\partial}{\partial y}F(x,y). \] Die Gleichung: \[ \frac{d^2y}{dx^2}=k(x)e^y\quad (k(x+2\pi)=k(x);\;k(x)>0) \] fällt nicht unter diese Typus; in der Tat besitzt sie keine stetig differenzierbare periodische Lösung, wohl aber eine stetige periodische Lösung, deren Ableitung an der Stelle \(\xi\) (und allen mod \(2\pi\) kongruenten Stellen) einen Sprung aufweist. Endlich wird noch, wieder vermöge des Ansatzes (2), die Existenz eines Minimums nachgewiesen für das isoperimetrische Problem: die stetig differenzierbaren, für \(x=0\) und \(x=\pi\) verschwindenden Funktionen \(y(x)\) zu bestimmen, die das Integral (1) zu einem Minimum machen unter der Nebenbedingung: \[ \int_0^{\pi}f_1(x,y)dx=1. \] Sodann werden zweidimensionale Variationsprobleme behandelt (die Resultate waren vom Verf. schon in den \(C.R.\) ohne Beweis mitgeteilt worden, vgl. F. d. M. \(44\), 451, 1913). Sei \(T\) ein von einer endlichen Anzahl geschlossener, regulär analytischer Kurvenbogen begrenztes Gebiet der \(xy\)-Ebene, \(S\) der Rand im \(T,Punkte(x,y,u)\) eine in \(T\) und auf \(S\) für alle \(u\) samt ihren partiellen Ableitungen erster und zweiter Ordnung stetige, den Ungleichungen: \[ (3)\quad P(x,y,u)>0,\;\left|\frac{\partial}{\partial u}P(x,y,u)\right|<A,\;\left|\frac{\partial^2}{\partial u^2}\;P(x,y,u)\right|<A \] genügende Funktion. Es wird die Aufgabe behandelt, unter allen in \(T\) und auf \(S\) stetigen, auf \(S\) verschwindenden Funktionen \(u(x,y)\), deren partielle Ableitungen erster Ordnung in \(T\) abteilungsweise stetig sind, diejenigen zu bestimmen, die das Doppelintegral: \[ y=\iint_T \left\{ \left( \frac{\partial u}{\partial x}\right)^2+\left(\frac{\partial u}{\partial y}\right)^2+P(x,y,u)\right\}dxdy \] zum Minimum machen. An Stelle des Ansatzes (2) tritt hier: \[ (4)\quad u(x,y)\sim\sum_{i=1}^{\infty}\frac{c_i}{\sqrt{\lambda_i}}\;\omega_i(x,y), \] wo \(\omega_i(x,y)\) die auf \(\varphi\) verschwindenden Eigenfunktionen der Differentialgleichung \[ \frac{\partial^2u}{\partial x^2}+\frac{\partial^2u}{\partial y^2}+\lambda u=0 \] und \(\lambda_i\) die zugehörigen Eigenwerte bedeuten. Es gibt eine (und wenn \(\frac{\partial^2}{\partial u^2}P(x,y,u)>0\) ist, nur eine) Lösung, und sie genügt der partiellen Differentialgleichung: \[ \frac{\partial^2u}{\partial x^2}+\frac{\partial^2u}{\partial y^2}=\frac{1}{2}\;\frac{\partial}{\partial u}P(x,y,u). \] Die Gleichung: \[ \frac{\partial^2u}{\partial x^2}+\frac{\partial^2u}{\partial y^2}=k(x,y)e^u \] fällt nicht unter diesen Satz, doch kann durch eine geringfügige Abänderung des Verfahrens auch in diesem Falle die Existenz einer und nur einer auf \(S\) verschwindenden Lösung nachgewiesen werden. Sodann wird die Aufgabe behandelt, unter allen in \(T\) und auf \(S\) stetigen Funktionen \(u(x,y)\), deren partielle Ableitungen erster Ordnung in \(T\) abteilungsweise stetig sind, diejenigen zu bestimmen, die den Ausdruck \[ (5)\quad J=\iint_T \left[ \left( \frac{\partial u}{\partial x}\right)^2+\left( \frac{\partial u}{\partial y}\right)^2+qu^2+P(x,y,u)\right] dxdy+\int_Shu^2ds, \] wo \(P(x,y,u)\) den Ungelichungen (3) genügt, und \(q(x,y)\geqq 0,\;h(s)>0\) ist, zum Minimum machen. Die Entwicklung (4) erfolgt hier nach den der Randbedingung \[ \frac{\partial \omega_i}{\partial n}=h\omega_i \] genügenden Eigenfunktionen der Differentialgleichung: \[ \frac{\partial^2u}{\partial x^2}+\frac{\partial^2u}{\partial y^2}-qu+\lambda u=0. \] Es gibt eine Lösung des Variationsproblems (5), sie genügt in \(T\) der partiellen Differentialgleichung \[ (6)\quad \frac{\partial^2u}{\partial x^2}+\frac{\partial^2u}{\partial y^2}- qu=\frac{1}{2}\;\frac{\partial}{\partial u}\;P(x,y,u) \] und entlang \(S\) der Randbedingung: \[ \frac{\partial u}{\partial n}=hu. \] Wenn \(q\) in \(T\) nicht identisch verschwindet, bleibt dies alles noch gültig, wenn \(h=0\) ist, und man erhält so für die Gleichung (6) eine Lösung der zweiten Randwertaufgabe, d. h. eine Lösung, deren Ableitung \(\frac{\partial u}{\partial n}\) auf \(S\) verschwindet. Ist eine geschlossene singularitätenfreie Fläche \(T\) gegeben (dargestellt durch die Parameter \(p,q\)), ist auf dieser Fläche \(Q(p,q)\geqq 0\) (ohne identisch zu verschwinden) und genügt \(P(p,q,u)\) den Ungleichungen: \[ P(p,q,u)>0,\;\left|\frac{\partial}{\partial u}\;P(p,q,u)\right|<A,\;\left|\frac{\partial^2}{\partial u^2}\;P(p,q,u)\right|<A, \] bedeuten endlich \(\varDelta_1\) und \(\varDelta_2\) ersten und zweiten \textit{Beltrami}schen Differentialparameter, so gelangt man durch Betrachtung des Variationsproblemes, ``unter allen auf \(T\) stetigen Funktionen, deren partielle Ableitungen erster Ordnung abteilungsweise steig sind, diejenigen zu bestimmen, die das Integral: \[ \iint_t[\varDelta_1u+Qu^2+P(p,q,u)]d\omega \] zum Minimum machen'' zum Nachweis der Existenz auf \(T\) samt den partiellen Ableitungen erster und zweiter Ordnung stetiger Lösungen der partiellen Differentialgleichung: \[ \varDelta_2u-Qu=\frac{1}{2}\frac{\partial}{\partial u}\;P(p,q,u). \] Endlich wird noch die Auflösung einer nichtlinearen Integralgleichung behandelt. Sei \(K(s,t,u)\) eine für \(0\leqq s\leqq \pi,\;0\leqq t\leqq \pi,\;0\leqq t\leqq u\) definierte, stetige symmetrische Funktion. Das (bereits von \textit{G. Fubini} -- vgl. F. d. M. \(44\), 452, 1913 -- behandelte) Variationsproblem: ``Unter allen, in \(0\leqq s\leqq \pi\) stetigen, der Bedingung: \[ \int_0^{\pi}(\varphi(s))^2ds=\frac{\pi}{2} \] genügenden Funktionen diejenigen zu bestimmen, die das dreifache Integral: \[ (7)\quad \int_0^{\pi}\int_0^{\pi}\int_0^{\pi}K(s,t,u)\varphi(s) \varphi(t) \varphi(u)dsdtdu \] zum Maximum machen'' wird durch den Ansatz \[ \varphi(s)\sim\sum_{i=0}^{\infty}x_i\cos is \] in ein Maximumproblem für eine vollstetige Funktion der unendlich vielen Veränderlichen \(x_i\) verwandelt. Die bei den bereits besprochenen Problemen verwendete Methode führt auch hier zum Nachweis der Existenz einer das Maximum liefernden Funktion \(\varphi(s)\). Sie genügt der Integralgleichung: \[ \varphi(u)=\frac{\pi}{2d}\int_0^{\pi}\int_0^{\pi}K(s,t,u) \varphi(s) \varphi(t)dsdt, \] wo \(d\) der Maximalwert des Integrales (7) ist.
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