Über die Bewegung einzelner Wirbel in einer strömenden Flüssigkeit. (Q1475321)
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scientific article; zbMATH DE number 2618500
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
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| English | Über die Bewegung einzelner Wirbel in einer strömenden Flüssigkeit. |
scientific article; zbMATH DE number 2618500 |
Statements
Über die Bewegung einzelner Wirbel in einer strömenden Flüssigkeit. (English)
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1914
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``\textit{Helmholtz} und \textit{Kirchhoff} setzen voraus, daß\ die Wirbelbewegung in der unendlich ausgedehnten, einfachen und einfach zusammenhängenden Ebene stattfindet und daß\ die Flüssigkeit, von der Wirbelbewegung abgesehen, in Ruhe ist; die gesamte Strömung soll also quellenfrei, im Unendlichen in Ruhe, und außer an einzelnen Stellen auch wirbelfrei sein; die ganze Bewegung wird dann durch das von diesen Wirbelstellen bewirkte zyklische Potential geleitet. Die von \textit{Helmholtz} und \textit{Kirchhoff} angenommenen Beschränkungen zu beseitigen und Beispiele für allgemeinere Bewegungen einzelner Wirbelpunkte zu geben, ist der Zweck dieser Untersuchung. Zunächst wird angenommen, daß\ außer dem durch die beweglichen Wirbel hervorgebrachten Geschwindigkeitspotential noch ein weiteres additiv hinzutretendes Geschwindigkeitspotential existiert. Dieses kann stationär oder mit der Zeit veränderlich sein. Es kann sehr wohl durch im Endlichen liegende Wirbel oder Quellen hervorgerufen sein, die dann als fest angenommen werden müssen und aus der komplexen Ebene auszuschließen sind. Bewegung im Unendlichen ist zulässig. Zweitens soll es möglich sein, daß\ Bewegung der Wirbel im Innern oder Außern eines endlichen geschlossenen Gebietes vor sich geht, dessen Grenzen von der Flüssigkeit nicht überschritten werden dürfen. Wenn die Wirbel nach Lage, Stärke, Drehsinn gewisse Symmetriebe en erfüllen, bildet sich eine Stromlinie aus, die während der Bewegung ihre Gestalt nicht ändert und als feste Grenze genommen werden kann. Derartige Fälle, von denen das Wirbelpaar das wichtigste ist, sind von \textit{Helmholtz} u. a. behandelt worden. Im allgemeinen werden indessen die eingeschlossenen Wirbel zusammen mit dem gegebenen Geschwindigkeitspotential, das im Bereiche auch feste Singularitäten haben kann, eine Strömung hervorbringen, die den Rand des Bereiches überschreitet. Soll das vermieden werden, so muß\ noch eine weitere Potentialströmung hinzugefügt werden, die im Innern oder Äußern des Bereiches singularitätenfrei ist und deren Normalgeschwindigkeit am Rande des Bereiches der Normalgeschwindigkeit der vorhandenen Strömung entgegengesetzt gleich ist. Um diese Zusatzströmung zu finden, muß\ eine Randwertaufgabe gelöst werden. Die Lösung ist für das Innere eines Bereiches eindeutig; für das Äußere tritt noch eine Zirkulation hinzu, die eine willkürliche Konstante hereinbringt. Mit der Auffindung dieses Zusatzpotentials ist die zweite Erweiterung der \textit{Helmholtz}schen Aufgabe auf die erste zurückgeführt. Man wird im allgemeinen nicht mit Sicherheit erwarten können, daß\ das Zusatzpotential einwertig ist. Um uns von Strömungen, die durch mehrwertige Potentiale geleitet werden, ein Bild zu machen, bedienen wir uns \textit{Riemann}scher Flächen. Mit ihrer Hilfe läßt sich eine dritte Erweiterung der \textit{Helmholtz-Kirchhoff}schen Aufgabe behandeln. Man kann verlangen, daß\ die Wirbel und die ganze Strömung sich zwar in der unendlichen Ebene bewegen können, daß\ aber gewisse Linien dabei nicht überschritten werden dürfen. Man kann kurz von der Strömung um ein Hindernis sprechen. In diesem Fall kann man die Ebene zu einer \textit{Riemann}schen Fläche erweitern, indem man längs der Linien, welche von der Flüssigkeit nicht überschritten werden dürfen, ein zweites Blatt anheftet. In der so entstandenen \textit{Riemann}schen Fläche ist nun die Randwertaufgabe zu lösen. Ob allerdings die zweiblättrige Fläche genügt oder ob eine höhere \textit{Riemann}sche Fläche verwendet werden muß, um die Zusatzfunktion zu einer eindeutigen Funktion des Ortes zu machen, wird im voraus nicht immer mit Sicherheit zu entscheiden sein. Von Wichtigkeit ist noch, daß\ während in der Ebene alle einzelnen Wirbel von gleicher Art sind und sich nur durch drei Konstanten unterscheiden, in einer \textit{Riemann}schen Fläche mit der Erweiterung des Bereiches der einwertigen Funktionen auch Wirbel besonderer Art möglich sind, neben den Wirbeln der schlichten Ebene. Die folgenden Beispiele sind so gewählt, daß\ die eigentliche Lösung der Randwertaufgabe durch Anwendung des Spiegelungsprinzips zu vermeiden ist. Außer der Bewegung eines Wirbels in einem von zwei Parallelen begrenzten Kanal ist vor allem die Bewegung eines Wirbelpaares in einer zweiblättrigen \textit{Riemann}schen Fläche mit zwei Verzweigungspunkten untersucht; sie führt auf die Bewegung eines Wirbels um ein geradliniges Hindernis von endlicher oder unendlicher Ausdehnung. Über die sonstige Beweguug der Flüssigkeit sind mehrere Annahmen zulässig, für die das Problem der Behandlung zugänglich ist.''
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