Über eine Gleit- und Rollbewegung starrer Körper. (Q1478046)

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scientific article; zbMATH DE number 2623005
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    Über eine Gleit- und Rollbewegung starrer Körper.
    scientific article; zbMATH DE number 2623005

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      Über eine Gleit- und Rollbewegung starrer Körper. (English)
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      1913
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      Zuerst wird die Bewegung einer homogenen Kreisscheibe auf einer festen Geraden behandelt. Dabei ergeben sich folgende Sätze: Das gesamte Impulsmoment der sich bewegenden Scheibe in bezug auf den momentanen Berührpunkt ist während der ganzen Gleit- und Rollbewegung konstant. Die gesamte Energiemenge, die während der Gleitbewegung der Scheibe auf der rauhen Führungsgeraden durch die Reibung verzehrt wird, ist ihrem Betrage nach unabhängig von der Größe des Reibungskoeffizienten. Die Scheibe befinde sich in einer beliebigen Anfangslage \(x_0, \theta_0\) auf der Führungsgeraden und habe die Geschwindigkeitskoordinaten \(x_0'\) und \(\theta_0';\) dadurch erhält das ganze Impulsmoment \(- m (Rx_0'+k^2 \theta_0')\) der Scheibe in bezug auf den momentanen Berührpunkt einen bestimmten Zahlenwert \(J_0.\) Dieser Wert wird während der ganzen folgenden Bewegung beibehalten, und die lebendige Kraft \( T \) der Scheibe ist in jedem Moment gegeben durch \(T = \frac 12 m({x'}^2 + k^2 {\theta'}^2).\) Die erste Phase der Bewegung ist eine Gleitbewegung; zu einem bestimmten Zeitmoment tritt Rollbewegung ein. Das Wertepaar \(x', \theta', \) das diesem Moment entspricht und während der darauf folgenden Rollbewegung beibehalten wird, macht \( T \) zum Minimum unter denjenigen Werten \( T, \) welche man für alle Wertepaare \(x', \theta'\) erhält, die auch das gesamte Impulsmoment gleich \(J_0\) machen. Die Kreisscheibe werde in irgendeine Anfangslage \(x, \theta \) gebracht, und es sollen ihr Geschwindigkeitskoordinaten \(x', \theta'\) so erteilt werden, daß\ a) das aus diesen Werten sich berechnende gesamte Impulsmoment \(- m (Rx'+k^2 \theta')\) in bezug auf den momentanen Berührpunkt gleich einer vorgeschriebenen Konstante \(J_0\) sei, und daß\ b) die anfängliche lebendige Kraft \( T = \frac 12m({x'}^2 + k^2 {\theta'}^2)\) für die eintretende Bewegung kleiner sei als für irgendein anderes Wertepaar \(x', \theta'\) das auch der Bedingung a) genügt. Dann erfüllen die gesuchten Werte \(x', \theta'\) auch die Relation \(v = 0,\) leiten also eine Rollbewegung ein, deren lebendige Kraft konstant gleich \( \frac {J_0^2}{2m(k^2 + R^2)}\) ist. Die dann zu behandelnde Aufgabe besteht darin, zu untersuchen, wieweit die bei dem einfachen Beispiel gewonnenen Resultate sich sinngemäß\ auf das allgemeine Problem der Gleit- und Rollbewegung einer beliebigen, mit Masse belegten ebenen Scheibe auf einer beliebigen, in ihrer Ebene liegenden rauhen, festen Kurve ausdehnen lassen. Wesentlich bei dem zuerst behandelten Beispiel ist es, daß\ die an der Scheibe angreifenden äußeren Kräfte mit Ausnahme der Reibungskraft bei keiner Bewegung Arbeit leisten; so wird denn auch bei der Verallgemeinerung zunächst vorausgesetzt, daß\ außer der Normalreaktion zwischen Scheibe und Führung und der Reibungskraft nur eine der Größe nach konstante Kraft \( P \) auf die Scheibe wirkt, welche im jeweiligen Berührpunkt zwischen beweglicher und fester Kurve normal zur gemeinsamen Tangente der beiden Kurven von der beweglichen Kurve gegen die feste gerichtet ist, und über deren absolute Größe zweckentsprechend verfügt wird. Es ergibt sich, daß\ sich nur ein Teil der im ersten Abschnitt gewonnenen Resultate sinngemäß\ auf das allgemeinere Problem ausdehnen läßt, daß\ diese Resultate aber durchweg eine Erweiterung auf den Spezialfall zulassen, in dem die rollende Scheibe von einer Kreislinie begrenzt ist, deren Mittelpunkt mit dem Schwerpunkt der auf der Scheibe verteilten Masse zusammenfällt. Am Schlusse wird dann noch ein auf die lebendige Kraft der Rollbewegung bezüglicher Minimalsatz angegeben, der gilt, falls sich die Scheibe auf der festen Kurve unter der Wirkung beliebiger äußerer Kräfte in Rollbewegung befindet.
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