Sur la théorie des multiplicités et le calcul des variations. (Q1482102)

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scientific article; zbMATH DE number 2625845
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    Sur la théorie des multiplicités et le calcul des variations.
    scientific article; zbMATH DE number 2625845

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      Sur la théorie des multiplicités et le calcul des variations. (English)
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      Seien \(p_1,p_2,\ldots, p_n\) rechtwinklige Punktkoordinaten eines \(n\)-dimensionalen Raumes, \(q_1,q_2,\ldots,q_n\) die Koordinaten der Ebene \(\sum\limits_{i=1}^n q_ix_i=1\). Durch \((p_1,\ldots, p_n;q_1,\ldots, q_n)\) ist ein Flächenelement gegeben, wenn \(\sum\limits_{i=1}^np_iq_i=1\). Es werden \((n-1)\)-dimensionale Mannigfaltigkeiten \(M\) von Flächenelementen betrachtet, die den beiden (miteinander äquivalenten) Bedingungen genügen: \[ \sum_{i=1}^n q_idp_i=0, \quad \sum_{n=1}^n p_idq_i=0. \] Durch Elimination der \(q_i\) aus den Gleichungen von \(M\) findet man die Punktgleichungen von \(M\): \[ F_h(p_1,p_2,\ldots, p_n) = 0 \quad (h= 0,1,2,\ldots,\alpha), \] durch Elimination der \(q_i\) die Tangentialgleichungen: \[ G_k(q_1,\ldots, q_n) = 0 \quad (k= 0,1,2,\ldots,\beta). \] Die Punktgleichungen können im allgemeinen auf die Form gebracht werden: \[ F(p_1,\ldots, p_n)-1 = 0, \quad F_h(p_1,\ldots, p_n) =0 \quad (h= 1,2,\ldots,\alpha), \tag{1} \] wo \(F\) positiv-homogen von erster, die \(F_h\) von nullter Ordnung sind; ebenso die Tangentialgleichungen auf die Form: \[ G(q_1,\ldots, q_n)-1 = 0, \quad G_k(q_1,\ldots, q_n) = 0 \quad (k=1,2,\dots,\beta), \tag{2} \] wo \(G\) positiv-homogen von erster, die \(G_k\) von nullter Ordnung sind. Für die zum Punkte \(p_1, \ldots,p_n\) gehörigen Flächenelemente von \(M\) ist dann: \[ q_i=\frac{\partial f}{\partial p_i}, \quad \text{wo} \quad f=F+\sum_{h=1}^\alpha \lambda_hF_h \quad (\lambda_h \;\text{beliebige Konstante}); \tag{3} \] ebenso für die zur Ebene \(q_1,\ldots,q_n\) gehörigen Flächenelemente von \(M\): \[ p_i=\frac{\partial y}{\partial q_i}, \quad \text{wo} \quad q=G+\sum_{k=1}^\beta \mu_kG_k \quad (\mu_k \;\text{beliebige Konstante}). \tag{4} \] Seien die Punktgleichungen von \(M\) in der Form gegeben: \[ p_i =\varphi_i(t_1,\ldots,t_\gamma) \quad (\gamma=n-\alpha-1; \quad i = 1, 2,\ldots, n). \] Die \textit{Hesse}sche Determinante nach den \(t_\gamma\) von: \[ \varphi=\sum_{i=1}^nq_i\varphi_i \] sei auf \(M\) im allgemeinen vom Range \(\gamma -\beta\); in der Umgebung jedes Flächenelementes von \(M\), für das sich dieser Rang nicht erniedrigt, kann \(M\) in der Form (2) dargestellt werden. Dies kann auch so ausgedrückt werden: Man betrachte auf \(M\) die quadratische Form: \[ \omega =\sum_{i=1}^n dp_i\,dq_i, \tag{5} \] die eine Form von \(n-1\) unabhängigen Differentialen ist. Die Elemente, in denen die Darstellungen (1), (2) von \(M\) versagen, sind diejenigen, in welchen sich der Rang der Determinante von \(\omega\) vermindert. Oder: Die Elemente, in denen die Darstellung (2) einer in der Form (1) gegebenen Mannigfaltigkeit \(M\) versagt, sind diejenigen, für welche der Rang der \textit{Hesse}schen Determinante der in (3) definierten Funktion \(f\) nach den \(p_i\) sich erniedrigt (analog beim Übergange von (2) zu (1) für \(g\)). -- Die Form (5) spielt auch eine Rolle bei der Frage nach der Konkavität der Mannigfaltigkeit \(M\) in einem gegebenen Elemente, die auf zweierlei (im allgemeinen äquivalente) Weisen definiert werden kann: \(M\) heißt konkav gegen den Ursprung im Elemente \(E\), wenn für jedes benachbarte Element \(E'\) der Punkt auf derselben Seite der Ebene von \(E\) liegt, wie der Ursprung; oder: wenn die Ebene jedes benachbarten Elementes E\('\) den Punkt von \(E\) zu derselben Seite hat, wie den Nullpunkt. Für Konkavität ist es hinreichend, daß die Form \(\omega\) positiv definit sei, und notwendig, daß sie keines negativen Wertes fähig sei. Ist in (2) \(\beta=0\), d. h. ist die Schar der Tangentialebenen von \(M(n-1)\)-dimensional, so ist für Konkavität hinreichend, daß die quadratische Form von \(n+\alpha\) Differentialen: \[ \overline \omega=\sum_{i=1}^n \sum_{j=1}^n \frac{\partial^2f}{\partial p_i\partial p_j}\,dp_i\,dp_j+ \sum_{i=1}^n \sum_{h=1}^\alpha \frac{\partial F_h}{\partial p_i}\,dp_i\,d\lambda_h \] in eine Summe von \(n+\alpha-1\) positiven und \(n-1\) negativen Quadraten transformiert werden könne. Eine ähnliche Bedingung erhält man, wenn in (1) \(\alpha=0\) ist. Von dieser Theorie wird nun Anwendung gemacht auf das \textit{Lagrange}sche Problem der Variationsrechnung: das Integral: \[ \begin{gathered} J = \int F(x_1,\ldots,x_n, dx_1,\ldots, dx_n) \\ (F > 0 \;\text{und positiv-homogen von erster Ordnung in den} \;dx_i) \end{gathered} \] zu einem Minimum zu machen, bei vorgeschriebenen Endpunkten unter den Nebenbedingungen: \[ \begin{gathered} F_h(x_1,\ldots,x_n,dx_1,\ldots, dx_n) =0 \tag{6} \\ (h=1,2,\ldots,\alpha; \;F_h \;\text{positiv homogen von nullter Ordnung in den} \;dx_i). \end{gathered} \] Sei \(u\) ein Parameter, der bei Durchlaufung des betrachteten Kurvenbogens von 0 bis 1 wächst; wird \(\omega\) definiert durch: \[ F(x_1,\ldots,x_n, dx_1,\ldots, dx_n) = \omega\,du, \] so wird \(J= \int\limits_0^1\omega\,du\). Setzt man noch \(dx_i=\omega p_i\,du\), so hat man: \[ F(x_1,\ldots,x_n,p_1,\ldots,p_n)=1, \quad F_h(x_1,\ldots,x_n,p_1,\ldots,p_n)=0 \quad (h=1, 2,\ldots,x). \] Deutet man die \(p_i\) als Koordinaten eines \(n\)-dimensionalen Raumes, die \(x_i\) als Parameter, so sind dies die Punktgleichungen (1) einer Mannigfaltigkeit (in der Variationsrechnung als ``Indikatrix'' bekannt), die als zum Punkte \(x_1,\ldots,x_n\) gehörige Wellenmannigfaltigkeit bezeichnet und in folgender Weise gedeutet wird: eine vom Punkte \(x_1,\ldots, x_n\) ausgehende Erschütterung pflanzt sich in der (den Gleichungen (6) genügenden) Richtung \(dx_1, \ldots,dx_n\) mit der Geschwindigkeit von den Komponenten \(p_1,\ldots, p_n\) fort. Das Integral \(J\) ist dann nichts anderes als die Zeit, die die Erschütterung braucht, um die betrachtete Kurve zu durchlaufen. -- Nun wird zur Darstellung (2) der Wellenmannigfaltigkeit übergegangen (Übergang von der Indikatrix zur Figuratrix), wobei Beschränkung auf den Fall \(\beta=0\) eintritt, so daß also die zum Punkte \(x_1,\ldots, x_n\) gehörige Wellenmannigfaltigkeit durch eine Gleichung: \[ \begin{gathered} G(x_1,\ldots,x_n;q_1,\ldots,q_n)=1 \tag{7} \\ (G \;\text{positiv homogen von erster Ordnung in den} \;q_i) \end{gathered} \] gegeben ist. Das \textit{Lagrange}sche Variationsproblem ist dann gleichbedeutend mit dem folgenden: es sind \(x_1,\ldots, x_n\), \(q_1,\ldots, q_n\), \(\omega\) so als Funktionen von \(u\) zu bestimmen, daß das Integral: \[ J=\int\limits_0^1 \omega\,du \] unter den für die \(x_i\) vorgeschriebenen Grenzbedingungen und den Nebenbedingungen (6) und \[ \frac {dx_i}{du}=\omega\frac{\partial G}{\partial q_i} \] zu einem Extremum gemacht wird. Die üblichen Methoden ergeben, falls keine Nebenbedingungen (6) vorgeschrieben sind, die Extremalengleichungen in der Form (\(t\) ein neuer Parameter): \[ \frac {dx_i}{dt}=\frac{\partial G}{\partial q_i}, \quad \frac {dq_i}{dt}=-\frac{\partial G}{\partial x_i}, \tag{8} \] von der sofort, bei Einführung der \(p_i\) statt der \(q_i\), zur gewöhnlichen Form der \textit{Lagrange}schen Gleichungen übergegangen werden kann. Sind Nebenbedingungen vorhanden, so erhält man wieder die Gleichungen (8), nur daß noch die so erhaltenen \(q_i\) durch beliebige Lösungen \(\overline q_i\) der Gleichungen: \[ \sum_{i=1}^n \overline q_i\frac{\partial G}{\partial q_i}=1, \quad \sum_{i=1}^n \overline q_i \frac{\partial^2G}{\partial q_i\partial q_j}=0 \quad (j = 1,2,\ldots,n) \] ersetzt werden können; die Lösungen \(x_1,\ldots, x_n\), \(q_1,\ldots, q_n\) von (8) werden als kanonische bezeichnet; es genügt, sich auf diese zu beschränken, da man auch so alle Extremalen erhält; von den Gleichungen (8) der kanonischen Lösungen kann wieder sofort zu den bekannten \textit{Lagrange}schen Gleichungen übergegangen werden. -- Es folgen einige Bemerkungen über den Fall variabler Endpunkte, und es wird gezeigt, wie man sich von der bisher festgehaltenen Voraussetzung \(F>0\) freimachen kann. -- Zur Voraussetzung \(F>0\) zurückkehrend, wird gezeigt, daß die Aufgabe, die Funktionen \(x_1,\ldots, x_n\), \(q_1,\ldots,q_n\) so zu bestimmen, daß \[ H= \int\limits_0^1 \sum _{i=1}^n q_i\,dx_i \] ein Extremum wird unter der Nebenbedingung (7), auch auf die Differentialgleichungen (8) und mithin auf die Extremalen unseres \textit{Lagrange}schen Problems führt, während die Aufgabe, bei gegebenen \(x_i\) die Funktionen \(q_i\) so zu bestimmen, daß \(H\) ein Extremum wird, auf die Gleichungen \(\dfrac{dx_i}{dt}= \dfrac{\partial G}{\partial q_i}\) führt, die zur Folge haben, daß \(H = J\) wird. Aus diesen Bemerkungen folgt ganz von selbst die Bedeutung der \textit{Jacobi-Hamilton}schen Gleichung: \[ G\left(x_1,\ldots, x_n,\frac{\partial t}{\partial x_1}, \ldots, \frac{\partial t}{\partial x_n}\right)= 1, \tag{9} \] nämlich: die Transversalen einer Flächenschar \(t=\) const, wo \(t\) Lösung von (9) ist, sind Extremalen unseres Problems. Die Flächen dieser Schar stellen die Fortpflanzung einer Welle dar. -- Es wird endlich noch, im wesentlichen in bekannter Weise auf Grund des Unabhängigkeitssatzes, gezeigt, daß Existenz eines geeigneten Feldes und Konkavität der Wellenmannigfaltigkeit (es ist dies die Bedingung von \textit{Clebsch}) für ein schwaches Extremum hinreichen. Den Schluß bildet die Übertragung auch dieser letzteren Resultate auf den Fall, daß \(F\) beliebigen Zeichens ist.
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