Algebraische Uniformisierung algebraischer Funktionen. (Q1482220)

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scientific article; zbMATH DE number 2625969
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    Algebraische Uniformisierung algebraischer Funktionen.
    scientific article; zbMATH DE number 2625969

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      Algebraische Uniformisierung algebraischer Funktionen. (English)
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      1912
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      ``Der transzendenten Uniformisierung der algebraischen Funktionen eines Körpers mit einer unabhängigen Variable läßt sich in gewissem Sinne eine rein algebraische \[ \tau(\mathfrak o)=\frac{(\zeta(\mathfrak o)-\zeta(\mathfrak p_1))^{h_1}\ldots (\zeta(\mathfrak o)-\zeta(\mathfrak p_r))^{h_r}} {(\zeta(\mathfrak o)-\zeta(\mathfrak q_1))^{k_1}\ldots (\zeta(\mathfrak o)-\zeta(\mathfrak q_s))^{k_s}}E(\mathfrak o), \] wo \(\sum h=\sum k\), zur Seite stellen, die die algebraische Funktion \(\tau(\mathfrak o)\) des Punktes \(\mathfrak o\) des Körpers unmittelbar in ihrer Abhängigkeit von ihren Nullpunkten \(\mathfrak p_1\), \(\mathfrak p_2,\ldots\), \(\mathfrak p_r\) und Unendlichkeitspunkten \(\mathfrak q_1\), \(\mathfrak q_2,\ldots\), \(\mathfrak q_s\) sowie deren Ordnungen \(h_1\), \(h_2,\ldots\), \(h_r\) und \(k_1\), \(k_2,\ldots\), \(k_r\) zeigt. Die uniformisierende Variable \(\zeta(\mathfrak o)\) ist bei positiven Geschlecht natürlich nicht eine Funktion des Körpers; sie existiert nur als algebraisches Funktional, desgleichen der Faktor \(E(\mathfrak o)\), der die Rolle einer weder Null, noch unendlich werdenden Konstante spielt und sich der Darstellung durch \(\mathfrak p (\mathfrak o)\) allein entzieht. Diese Tatsache, die ich schon 1903 ausgesprochen habe (F. d. M. 35, 418 (JFM 35.0418.*), 1904), erweist sich in der rein arithmetisch-algebraischen Theorie der algebraischen Funktionen, an deren Ausbau ich arbeite, als so überaus fruchtbar, daß mir die Mitteilung des nicht ganz einfachen Beweises auch außerhalb des Rahmens meiner Theorie gerechtfertigt erscheint. Der leichteren Verständigung wegen werde ich aber einige Begriffe funktionentheoretisch umdeuten und auf analoge Gedankengänge in der Theorie der Zahlkörper hinweisen. Die Theorie der Zahlkörper ist ja für die Theorie der Funktionenkörper vorbildlich gewesen; erst bei \textit{Hensel} (F. d. M. 39, 269 (JFM 39.0269.*), 1908) sehen wir funktionentheoretische Methoden auf die Theorie der Zahlkörper zurückwirken. Die älteste algebraische Theorie der algebraischen Funktionen, die \textit{Dedekind-Weber}sche (F. d. M. 14, 352 (JFM 14.0352.*), 1882), beruht auf den sehr abstrakten Methoden der \textit{Dedekind}schen Zahlentheorie, während meine Theorie, ähnlich wie die \textit{Weber}sche (F. d. M. 39, 508 (JFM 39.0508.*), 1908), auch die Hülfsmittel heranzieht, durch die \textit{Kronecker} (F. d. M. 14, 38 (JFM 14.0038.*), 1882) die Theorie der algebraischen Größen bereichert hat. Die \textit{Weber}sche Theorie der Funktionenkörper entspricht seiner Theorie der Zahlenkörper im vierten Buche des zweiten Bandes seiner Algebra, und zwar steht der ganzen rationalen Zahl die ganze rationale Funktion von \(x\) gegenüber, während meine Theorie als Analogon der rationalen ganzen Zahl die rationale ganze Binärform zweier homogenen Variabeln \(x_1\), \(x_2\) betrachtet. Der tiefere Unterschied liegt jedoch im Integritätsbegriff. Die ganze algebraische Funktion von \(x\) wird bei \textit{Weber}, funktionentheoretisch gesprochen, als eine Funktion von \(x\) definiert, die nur mit \(x\) und zu endlicher Ordnung unendlich wird; in meiner Theorie wird weder das unendliche Gebiet der \(x\)-Ebene, noch überhaupt eine bestimmte Variable als die unabhängige bevorzugt, indem ich von vornherein den Satz beweise, daß zu jeder algebraischen Funktion \(\xi\) eines Körpers auf unendlich viele Weisen eine Funktion \(\eta\) gefunden werden kann, sodaß alle Funktionen des Körpers durch \(\xi\) und \(\eta\) rational ausdrückbar sind. Diesen birationalen Transformationen des Körpers gegenüber ist nur der ``absolute'' Integritätsbegriff invariant, wonach die ''ganze'' Größe sich dadurch auszeichnet, daß sie überhaupt nicht unendlich wird. Derartige Größen existieren als Funktionale. Die gegenüber den birationalen Transformationen des Körpers invariante Durchführung der Theorie bereitet am Anfange größere Schwierigkeiten, führt aber zu größerer Einfachheit; insbesondere fällt mein Begriff des Primideals mit dem \textit{Dedekind-Weber}schen Punktbegriffe zusammen''. \S\ 1. Funktionen, Formen und Funktionale. \S\ 2. Teilbarkeit. \S\ 3. Funktionalbasen. \S\ 4. Das Primfunktional.
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