On the solutions of ordinary linear homogeneous differential equations of the third order. (Q1483389)

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scientific article; zbMATH DE number 2629663
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    English
    On the solutions of ordinary linear homogeneous differential equations of the third order.
    scientific article; zbMATH DE number 2629663

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      On the solutions of ordinary linear homogeneous differential equations of the third order. (English)
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      1911
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      Verf. will in der vorliegenden Arbeit für eine lineare Differentialgleichung dritter Ordnung \[ (1)\quad y'''+py''+qy'+ry=0\quad(a\leqq x\leqq b), \] in welcher die Koeffizienten \(p,q,r\) mit ihren sämtlichen Ableitungen stetige, aber sonst ganz beliebige reelle Funktionen von \(x\) sind, den allgemeinen Charakter der Lösungen (insbesondere die Lage ihrer Nullstellen) und ihre Abhängigkeit von diesen Koeffizienten zu ermitteln suchen. Nachdem in der Einleitung die analoge Frage für Differentialgleichungen erster und zweiter Ordnung kurz erledigt ist, werden zum Zwecke der Untersuchung drei linear unabhängige Lösungen der Gleichung (1) \(w_1=y_1(x),w_2=y_2(x),w_3=y_3(x)\) als homogene Koordinaten eines Punktes in der projektiven Ebene, bezogen auf ein Fundamentaldreieck, gedeutet, sodaß ihnen eine Integralkurve \(C\) entspricht; diese ist ``vollständig regelmäßig'' und besitzt wegen des Nichtverschwindens der zugehörigen \textit{Wronski}schen Determinante keine Inflexionspunkte. Neben den Lösungen der Gleichung (1) werden auch die Lösungen \(z_1,z_2,z_3\) der adjungierten Gleichung betrachtet und als homogene Koordinaten der Tangente an die Integralkurve gedeutet. Die Ergebnisse der mit diesen geometrischen Hülfsmitteln geführten Untersuchung lassen sich in gewissen Trennungs- und Vergleichungssätzen aussprechen, von denen die wichtigsten hier mitgeteilt werden sollen. \textit{Allgemeiner Trennungssatz}: ``Zwischen zwei aufeinanderfolgenden Nullstellten von \(y_i\) (oder von \(z_i\)) liegt eine ungerade Anzahl Nullstellen von \(y_k\) und \(z_l\) zusammen, wobei \((i,k,l)\) irgendeine Permutation von (1,2,3) ist.'' Ist Gleichung (1) sich selbst adjungiert, so ist die Integralkurve \(C\) ein Kegelschnitt, und es gilt der Satz: ``Es gibt Lösungen der auf die selbstadjungierte Form reduzierbaren Gleichung (1), welche im Intervall \((a,b)\) nirgends verschwinden; sind \(y_1\) und \(y_2\) Lösungen derselben mit wenigstens einer Nullstelle in \((a,b)\), so trennen die Nullstellen von \(y_1\) und \(y_2\) einander einzeln oder in Paaren''. Wird ein ``regelmäßiges Intervall'' \((a,b)\) dadurch definiert, daß die entsprechende Intgralkurve ein Oval ist oder keine Doppelpunkte oder Doppeltangenten besitzt (ausgenommen da, wo \(C\) sich selbst berührt, ohne sich zu schneiden), so gilt der folgende Satz: ``Ist \((a,b)\) ein regelmäßiges Intervall, so gibt es eine Lösung von (1), welche in \((a,b)\) ihr Vorzeichen nicht ändert, und eine Klasse von Lösungen \(c_2y_2+c_3y_3\) derart, daß die Nullstellen irgend zweier Glieder der Klasse einander trennen.'' Ein regelmäßiges Intervall \((a,b)\) nennt Verf. von der ersten (zweiten) Art, wenn die Tangente in \(A(B)\) den Bogen \(BA\) der Integralkurve nicht in einem zweiten Punke trifft (\(A\) und \(B\) die den Werten \(a\) und \(b\) entsprechenden Punkte der Integralkurve). Es gilt dann der \textit{Vergleichungssatz}: ``Ist \((a,b)\) ein regelmäßiges Intervall erster (zweiter) Art für die reduzierte Gleichung \[ (2)\quad y'''+qy'+ry=0, \] und ist \(R\leqq0\,(R\geqq0)\), so ist das rückwärts (vorwärts) genommene Oszillationsintervall \((\beta_1,a)\) \([(a,\beta_1)]\) bei \(x=a\) für die Gleichung \[ (3)\quad y'''+qy'+(r+R)y=0 \] kleiner als das gleiche Intervall \((\beta,a)\) \([(a,\beta])\) für die Gleichung (2).'' Für den selbstadjungierten Fall ergibt sich: ``Ist für zwei Gleichungen \[ y'''+q_1y'+\frac{q_1^{'}}2y=0,\quad y'''+q_2y'+\frac{q_2^{'}}2y=0 \] im Intervall \((a,b)\,q_1>q_2\), so ist das rückwärts (vorwärts) genommene Oszillationsintervall der ersten dieser Gleichungen kleiner als das der zweiten Gleichung.'' Endlich wird noch das folgende Theorem bewiesen, welches oft die Entscheidung darüber ermöglicht, ob eine gegebene Lösung im Intervall \((a,b)\) verschwindet: ``Ist \((a,b)\) ein regelmäßiges Intervall erster (zweiter) Art für die Gleichung (2) und \(R\leqq0\,(R\geqq0)\), sind ferner \(\eta\) und \(y\) Lösungen von (2) bzw. (3) derart, daß \(y(a)=\eta(a),y'(a)=\eta'(a),y''(a)=\eta''(a)\) ist, so gilt die Ungleichung \(|y|<|\eta|\) für Werte von \(x\) kleiner (größer) als \(a\) und in dem rückwärts (vorwärts) gelegenen Oszillationsintervall bei \(x=a\) bis zu einem Werte von \(x\), für den \(y=0\) ist; die Ungleichung \(|y|>|\eta|\) gilt für alle Werte von \(x\) größer (kleiner) als \(a\) bis zu einem Werte von \(x\), für den \(\eta=0\) ist.'' Die vom Verf. auseinandergesetzte Theorie wird durch das Beispiel \(y'''+y'+xy=0\) illustriert. Den Schluß der Arbeit bildet eine Vergleichung der vom Verf. entwickelten Sätze mit den Theoremen von \textit{Liouville} (\textit{Liouvilles} Journal 3, 561-614, 1838).
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