Algebraische Theorie der Körper. (Q1486485)

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scientific article; zbMATH DE number 2633762
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    Algebraische Theorie der Körper.
    scientific article; zbMATH DE number 2633762

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      Algebraische Theorie der Körper. (English)
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      1910
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      Als Körper wird ein System von Elementen bezeichnet, für welche zwei Operationen, Addition und Multiplikation, bestehen, die assoziativ, kommutativ und durch das distributive Gesetz verbunden sind, die sich ferner eindeutig und unbeschränkt umkehren lassen, wobei nur die Division durch das Nullelement auszuschließen ist. Die Sätze der elementaren Algebra, soweit sie sich nicht auf die Anordnung nach der Größe beziehen, beruhen lediglich auf den hier angegebenen Voraussetzungen. Indem nun hier der Körperbegriff (ebenso wie in \textit{H. Webers} Arbeit ``Zur \textit{Galois}schen Gleichungstheorie'') ganz allgemein gefaßt wird, entsteht die Aufgabe, näher zu untersuchen, ob auch die Gesetze der höheren Algebra, welche die \textit{Galois}sche Theorie gibt, sich in allen Körpern wiederfinden, ferner einen Überblick über sämtliche Körpertypen zu gewinnen. Dabei heißen zwei Körper ``von gleichem Typus'' oder ``isomorph'', wenn sie so eineindeutig aufeinander abgebildet werden können, daß der Summe und dem Produkt irgend zweier Elemente des einen Körpers stets die Summe und das Produkt der beiden zugeordneten des andern entspricht. Was die erste Aufgabe anlangt, so zeigt sich, daß die \textit{Galois}sche Theorie nicht in allen Körpern in vollem Umfange gilt (ein Umstand, der bisher nicht bemerkt worden war), und es werden aus diesem Anlaß ``vollkommene'' und ``unvollkommene'' Körper unterschieden. Es werden einfache Kriterien zur Unterscheidung beider Arten von Körpern angegeben und die unvollkommenen in ihren von der gewöhnlichen \textit{Galois}schen Theorie abweichenden Eigenschaften näher untersucht. Zu einer gewissen Übersicht über alle Körpertypen gelängt man auf Grund des Satzes, daß jede Erweiterung eines Körpers in eine ``rein transzendente'' und eine darauf folgende ``''algebraische Erweiterung'' zerlegt werden kann. Eine rein transzendente Erweiterung ist im wesentlichen identisch mit der Einführung der rationalen Funktionen unabhängiger Unbestimmter, deren Anzahl allerdings unendlich groß sein kann, wobei aber jede einzelne Funktion immer nur eine endliche, wenn auch unbeschränkte Anzahl dieser Unbestimmten enthält. Algebraisch heißt eine Erweiterung, wenn jedes neu hinzukommende Element einer algebraischen Gleichung genügt, deren Koeffizienten dem ursprünglichen Körper angehören. Eine wichtige Rolle spielen die sogenannten algebraisch abgeschlossenen Körper, d. h. solche Körper die, wie der Körper der komplexen Zahlen, keine algebraische Erweiterung zulassen. Es gilt hier der Satz, daß sich jeder (nicht abgeschlossene) Körper auf eine und im wesentlichen auch nur auf eine Weise zu einem algebraisch abgeschlossenen Körper erweitern läßt, der in bezug auf den gegebenen Körper algebraisch ist. Der Beweis erfordert die Herbeiziehung der Mengenlehre. Eine ausführlichere Darstellung des Inhalts der Arbeit enthält die Einleitung, und auf diese mag hier statt weiterer Ausführungen verwiesen werden.
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