Turbulenz bei einem Flusse. (Q1487540)

From MaRDI portal





scientific article; zbMATH DE number 2635148
Language Label Description Also known as
default for all languages
No label defined
    English
    Turbulenz bei einem Flusse.
    scientific article; zbMATH DE number 2635148

      Statements

      Turbulenz bei einem Flusse. (English)
      0 references
      1910
      0 references
      (Siehe JFM 41.0835.01) Die erstgenannte Arbeit zerfällt in die beiden Teile die der Titel ankündigt: 1. Turbulenz bei einem Flusse (S. 5-46). 2. Über Schiffswellen (S. 47-91). Die Resultate des ersten Teiles lauten nach der Zusammenstellung auf S. 33-35: 1. Es wurde ein Idealfluß von geringer Tiefe hergestellt, in welchem die Strömung nicht mehr, wie bei wirklichen Flüssen, ``hydraulisch'' vor sich ging sondern, von der Reibung beherrscht, die einfachen hydrodynamischen Gesetze befolgte. 2. Es bestätigte sich auch hier in erster Näherung das von anderen Strömungen (in Röhren usw.) her bekannte \textit{Reynolds}sche Gesetz, wonach absolute Werte der Geschwindigkeit, Tiefe, Reibung usw. für den Verlauf der Strömung nicht maßgebend sind, sondern nur die sogenannte \textit{Reynolds}sche Zahl \(R=\varrho\overline{v}l/\mu\). Bei kleinem \(R\) befolgt die Strömung die einfachen hydrodynamischen Gesetze, d. h. sie verläuft laminar; bei großem \(R\) treten die sogenannten turbulenten Bewegungen auf, welche für den ``hydraulischen'' Zustand charakteristisch sind. Der Übergang von dem einen Zustand in den anderen läßt sich ungezwungen als sprunghaft, d. i. durch einen Knick in den Beobachtungskurven darstellen. Trotz der großen Unsicherheit der Tiefenmessung konnte die kritische \textit{Reynolds}sche Zahl \(R_k\), bei welcher der Sprung erfolgt, durch Mittelung auf wenige Prozent genau angegeben werden. Sie liegt etwa bei 300. 3. Eine Abhängigkeit der Größe \(R_k\) von Material und Rauhigkeitsgrad der Grundfläche konnte nicht konstatiert werden. 4. Das \textit{Reynolds}sche Ähnlichkeitsgesetz bewährt sich innerhalb der Genauigkeitsgrenzen bei Änderung des Gefälles, die gleichbedeutend ist mit einer Änderung der Geschwindigkeit oder der Tiefe. 5. Das \textit{Reynolds}sche Ähnlichkeitsgesetz bewährt sich nicht bei Anwendung von verschieden stark reibenden Flüssigkeiten. Hier wurden Abweichungen bis zu 25 Proz. gefunden, während bei entsprechenden Experimenten an Röhren die Differenz der kritischen Zahlen nur etwa 3 Proz. betrug. Bei freier Oberfläche erfolgt die Abweichung in der Richtung, daß ceteris paribus \(R_k\) sinkt mit wachsendem Reibungskoeffizienten. 6. Daß solche Abweichungen auftreten, ist theoretisch leicht verständlich, da durch eine Grenzbedingung an der freien Oberfläche neue, für die Strömung charakteristische Zahlen ins Spiel kommen, welche bei Strömungen zwischen festen Wänden nicht auftreten, besonders durch die den Differentialgleichungen ganz fremde, für die freie Oberfläche aber sehr wichtige Größe der Kapillarität. Warum man das Ähnlichkeitsgesetz mit Rücksicht auf die Kapillarität nicht einwandfrei erweitern kann, wird in \S\,4 auseinandergesetzt. 7. Die Verhältnisse werden stark kompliziert durch die auf der Flußoberfläche auftretenden Wellen. Diese sind vom Turbulenzphänomen ganz unabhängig und verwehren eine direkte Beobachtung der turbulenten Bewegungen durch Augenschein. Die Gesetze, denen sie gehorchen, weichen von den für Wellen auf ruhendem Wasser berechneten erheblich ab. Als Anhang zu diesem wesentlich experimentellen ersten Teile der Schrift werden mehrere meist mathematische Untersuchungen gegeben: 1. Berechnung der Ausflußmenge eines reibenden Flusses von endlicher Breite. 2. Berechnung der Oberflächenform unter Einwirkung der Kapillarität. 3. Experimente über Strahlzuckungen. 4. Oberflächenwellen auf ruhendem, reibendem Wasser von endlicher Tiefe. Der zweite Teil der Schrift über Schiffswellen enthält in den einzelnen Paragraphen; 1. Problem und Gedankengang. 2. Allgemeine mathematische Behandlung. 3. Diskussion der Integrale für große Entfernung vom Schiff. 4. Gestalt der Oberfläche auf tiefem Wasser. 5. Gestalt der Oberfläche auf seichtem Wasser. 6. Andere Ansatzmöglichkeiten. 7. Vergleich der Methode mit der von \textit{Rayleigh-Kelvin}. In dem Schlußparagraphen (\S\,7) heißt es: ``Unsere Resultate enthalten im Grunde nichts wesentlich Neues; die Form der Wellenzüge ist seit \textit{Kelvins} erster Arbeit bekannt und hat, wie eine Arbeit von \textit{Ekman} (F. d. M. 37, 764, 1906, JFM 37.0764.03) über Störungen am Wassergrund zeigt, eine sehr allgemeine Gültigkeit. Die Ausdrücke für die Amplituden unterscheiden sich von den bisher bekannten einigermaßen, und ich glaube, wir können sie als konsequenter ansehen als die von den früheren Autoren gegebenen. .... Die \textit{Rayleigh-Kelvin}sche Methode ist von der unsrigen in zwei Punkten verschieden: 1. In der Benutzung der Wasserbewegung anstatt der Schiffsbewegung. 2. Im Aufbau der Störung durch das begrenzte Schiff aus unendlich breiten, d. h. eindimensionalen Störungen. . . . Schließlich muß ich noch bekennen, daß die vorliegende Arbeit gegenüber der von \textit{Ekman} in den Resultaten kaum Vorzüge aufzuweisen hat.''
      0 references
      0 references

      Identifiers