Über die Poincarésche lineare Differenzengleichung. (Q1489331)

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scientific article; zbMATH DE number 2637377
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    Über die Poincarésche lineare Differenzengleichung.
    scientific article; zbMATH DE number 2637377

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      Über die Poincarésche lineare Differenzengleichung. (English)
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      1909
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      \textit{H. Poincaré} [Am. J. Math. 7, 203--258 (1885; JFM 17.0290.01)] hat folgenden Satz bewiesen: ``Die Koeffizienten der homogenen linearen Differenzengleichung \(r\)-ter Ordnung \[ D_{\nu+r} + a_1(\nu)D_{\nu+r-1}+a_2(\nu)D_{\nu+r-2}+\cdots +a_r(\nu)D_\nu=0 \tag{1} \] mögen mit wachsendem \(\nu\) gegen gewisse Grenzwerte konvergieren: \[ \lim_{\nu=\infty}a_i(\nu)=a_i\quad (i = 1, 2,\dots, r). \] Die Wurzeln der ``charakteristischen'' Gleichung \[ f(\varrho)\equiv \varrho^r+a_1\varrho^{r-1}+ a_2 \varrho^{r-2}+\cdots+a_r = 0 \tag{2} \] seien \(\varrho_1,\varrho_2,\dots,\varrho_r\), und es sei \(| \varrho_1| > |\varrho_2|>\cdots >|\varrho_r|\). Dann ist für die allgemeine Lösung der Gleichung (1) der Grenzwert \(\lim_{\nu=\infty}\frac{D_{\nu+1}}{D_\nu} =\varrho_1\), während für gewisse Partikularintegrale auch \(\lim_{\nu =\infty}\;\frac{D_{\nu+1}}{D_\nu}=\varrho_i\) \((i>1)\) sein kann.'' -- In der ersten Arbeit gibt Verf. zwei Beweise dieses Satzes und präzisiert denselben, falls für alle \(\nu\;(= 0, 1, 2,\dots) a (\nu)\neq = 0\) ist, durch den zweiten Beweis folgendermaßen: ``Die Differenzengleichung (1) besitzt \(r\) unabhängige Partikularintegrale \(D^{(1)}_\nu,D^{(2)}_\nu,\dots,D^{(r)}_\nu\) von der Art, daß die Beziehungen gelten: \[ \lim_{\nu=\infty}\;\frac{D^{(i)}_{\nu+1}}{D^{(i)}_\nu}=\varrho_i\quad (i=1,2,\ldots,r). \] \bigskip In der zweiten Arbeit [JFM 40.0385.01] wird der Fall behandelt, daß die Gleichung (2) Wurzeln von gleichem absoluten Betrage oder mehrfache Wurzeln hat, in welchem Falle die Schlüsse von Poincaré zum Teil unrichtig sind. Nachdem Verf. in der Einleitung die Verhältnisse an der Differenzengleichung mit konstanten Koeffizienten auseinandergesetzt und darauf an drei Beispielen das abweichende Verhalten bei variablen Koeffizienten gezeigt hat, wobei sich herausstellt, daß unter Umständen überhaupt kein Grenzwert der oben angegebenen Art existiert, beweist er den folgenden allgemeinen Satz: ``Sind \(q_1,q_2,\ldots,q_q\) die voneinander verschiedenen absoluten Beträge der Wurzeln der charakteristischen Gleichung, und ist allgemein \(e_\lambda\) die Anzahl der Wurzeln vom absoluten Betrage, wobei mehrfache Wurzeln auch ihrer Multiplizität entsprechend zu zählen sind, so daß \(e_1+e_2+\cdots+e_\sigma=r\) ist, so hat die Differenzengleichung (1), sofern ihr letzter Koeffizient \(a_r(\nu)\) für alle \(\nu\) von Null verschieden ist, ein Fundamentalsystem von Integralen, die derart in \(\sigma\) Klassen zerfallen, daß allgemein für die Integrale der \(\lambda\)-ten Klasse und deren lineare Verbindungen die Beziehung \[ \limsup_{\nu=\infty}\left|\sqrt[\nu]{D_\nu}\right|=q_\lambda \] statthat. Die Anzahl der Integrale der \(\lambda\)-ten Klasse ist gleich \(e_\lambda\).'' Läßt man die Voraussetzung \(a_r(\nu)\neq 0\) für \(\nu = 0, 1, 2,\dots\) fallen, so bleibt noch folgender Satz bestehen: ``Bei jedem Integral, welches für unendlich viele Werte seines Index von Null verschieden ist, ist der obere Limes \(\limsup_{\nu=\infty}\left| \sqrt[\nu]{D_\nu}\right|\) stets gleich dem absoluten Betrag einer Wurzel der charakteristischen Gleichung''. Der Beweis dieser beiden Sätze wird auf drei Hülfssätze gegründet. Den Schluß bilden zwei Anwendungen des Hauptsatzes: 1. Ist der letzte Koeffizient der Differenzengleichung (1) für alle \(\nu\) von Null verschieden, und hat die charakteristische Gleichung \(e_{\lambda}\) Wurzeln vom absoluten Betrage \(q_\lambda\) \((\lambda = 1, 2,\dots,\varrho)\), so gibt es \(r\) linear unabhängige Potenzreihen, deren Koeffizienten der Differenzengleichung genügen, und die derart in \(\sigma\) Klassen zerfallen, daß die \(e_\lambda\) Reihen der \(\lambda\)-ten Klasse und deren lineare Verbindungen den Konvergenzradius \(1/q_\lambda\) haben. 2. Sind die Koeffizienten einer linearen homogenen Differentialgleichung \(m\)-ter Ordnung Polynome, und ist der Koeffizient der höchsten Ableitung vom \(s\)-ten Grade, so sind mindestens \(m-s\) linear unabhängige Integrale im Endlichen überall analytisch, also ganze Funktionen. -- Es sei noch bemerkt, daß Verf. sich durchweg auf die Werte \(\nu = 0, 1, 2,\ldots\) beschränkt.
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      linear difference equations
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