Über konforme Abbildungen der Flächen. (Q1490243)
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scientific article; zbMATH DE number 2638569
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Über konforme Abbildungen der Flächen. |
scientific article; zbMATH DE number 2638569 |
Statements
Über konforme Abbildungen der Flächen. (English)
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1909
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Der Verf. hatte (F. d. M. 38, 168, 1907, JFM 38.0168.02) alle Differentialinvarianten und Differentialparameter einer binären quadratischen Differentialform \(A\) in einer Form erhalten, die deren geometrische Bedeutung unmittelbar angibt. Von diesem Gesamtsysteme soll hier ein System aller derartigen Invarianten abgesondert werden, die bei konformen Abbildungen unverändert bleiben. Hierbei kann es sich von vornherein nur um Differentialparameter handeln; außerdem genügt die Betrachtung einer einzigen willkürlichen Funktion nicht. Somit sollen alle Differentialparameter der konformen Abbildungen von Flächen mit zwei willkürlichen Funktionen aufgestellt werden. Zuvor werden explizit die Transformationsformeln abgeleitet, die für Differentialparameter und Differentialinvarianten niedrigster Ordnungen von \(A\) bei konformen Abbildungen bestehen. Es seien die Koordinaten der Punkte zweier reellen Flächen \(S,S'\) durch dasselbe Paar von Parametern \(u_1,u_2\) reell ausgedrückt; die Koeffizienten in \(ds^2,ds^{\prime 2}\) seien \(a_{ik},a_{ik}^\prime\). Da die so festgelegte Abbildung konform sein soll, muß eine Funktion \(\varrho(u_1,u_2)\) existieren, so daß identisch \(ds^{\prime 2}=\varrho^2ds^2\) wird, also \(\varrho\) die Relationen befriedigt \((\varepsilon=\pm 1)\): \[ (1)\quad \sqrt{a_{11}^\prime}=\varepsilon\varrho\sqrt{a_{11}}, a_{12}^\prime=\varrho^2a_{12}, \sqrt{a_{22}^\prime}=\varepsilon\varrho\sqrt{a_{22}}. \] Da man im kanonischen Falle setzen darf \((i=1,2)\): \(ds_i=\sqrt{a_{ii}du_i}\), \(ds_i^\prime=\sqrt{a_{ii}^\prime du_i}\), so gilt auch: \[ (2)\quad ds_i^\prime=\varepsilon\varrho ds_i. \] Ferner setze man noch \((i,k=1,2)\) für die Fläche \(S: p_i=-\frac{dl\sqrt{a_{ii}}}{ds_k}, q_i=\frac{p_i+p_k\cos\vartheta}{\sin \vartheta}, g_i=q_i-\frac{d\vartheta}{ds_i}\), wo \(\vartheta\) den Koordinatenwinkel bedeutet, und entsprechend für \(S'\). ``Uberdies sei die Größe \(\tau=\varepsilon/\varrho\) keine Konstante. Daraufhin lassen sich die \(q_i^\prime,g_i^\prime\) sehr einfach durch die \(q_i,g_i,\tau,\vartheta\) ausdrücken; diese Beziehungen bleiben bei beliebiger Variabelnänderung invariant. Man beachte dabei noch, daß die fraglichen Formeln und Relationen auch im imaginären Gebiete in Anwendung gebracht werden können. Ist weiter \(\varphi(u_1,u_2)\) eine willkürliche Funktion, so läßt sich diese einer analogen Behandlung unterwerfen wie \(\tau\), und Entsprechendes gilt für eine zweite willkürliche Funktion \(\psi(u_1,u_2)\). Aus den obigen Formeln für die \(q_i^\prime,g_i^\prime\) gehen dann weitere hervor, indem man \(u_1\) durch \(\varphi_1\) und \(u_2\) durch \(\psi\) ersetzt; diese Beziehungen lassen sich auch durch solche ersetzen, vermöge deren die geodätischen Krümmungen \(\overline{g}_\varphi\) und \(\overline{g}_\psi\) transformiert werden. Daraus folgt, daß eine Schar geodätischer Kurven bei der konformen Abbildung -- falls sie nur nicht die Kurven \(\tau=\text{konst.}\) senkrecht durchsetzen -- stets wieder in eine solche Schar übergeht, ein Satz, der sich noch verallgemeinem läßt. Eine Weiterführung erfolgt dadurch, daß noch eine Hülfefunktion \(\sigma(u_1,u_2)\) eingeführt wird, die ähnlich wie \(\varphi\) und \(\psi\) behandelt wird. Es wird dann im besonderen \(\varphi=\psi\) genommen und die Schar \(\sigma=\text{konst}\) als die der orthogonalen Trajektorien gewählt, andererseits \(\sigma=\varphi\) und die Schar \(\psi=\text{konst.}\) als die der orthogonalen Trajektorien. Damit ergibt sich eine elegante Beziehung zwischen den Krümmungsmaßen \(K, K'\) beider Flächen. Nach diesen Vorbereitungen wird die eingangs gestellte invariantentheoretische Aufgabe verfolgt. Zu dem Behuf wird noch eine dritte, mit \(S'\) isometrische Fläche \(T'\) eingeführt, so daß (3) \(dt^{\prime 2}=ds^{\prime 2}=\varrho^2ds^2\), wodurch \(S\) und \(T'\) konform abgebildet sind. Indem man (3) in Gleichungen spaltet, die als Transformation der \(u_i,u_k,a_{ik}\), an in die \(v_i,v_k,b_{ik}\) aufgefaßt werden, gelangt man zu einer unendlichen Transformationsgruppe, die noch in bezug auf die Differentialquotienten aller Ordnungen der \(a_{ik}\) nach den \(u_i\) erweitert werden kann. Zieht man aber noch die Invarianzen (4) \(\varphi(u_1,u_2)=\varphi'(v_1,v_2), \psi(u_1,u)2)=\psi'(v_1,v_2)\) heran und erweitert die Gruppe abermals in bezug auf die Differentialquotienten dieser Funktionen, so erhält man eine Reihe von Differentialparametern, die sicher in der Reihe derjenigen inbegriffen sind, die der durch die Invarianz der Linienelemente charakterisierten Gruppe angehören; letztere, die ``Differentialparameter der Isometrie'', waren l. c. aufgestellt, und man hat aus ihnen diejenigen abzusondern, die auch bei der anderen Gruppe invariant bleiben. Diese Differentialparameter werden nach dem Range klassifiziert: der Rang ist gleich \(m\), wenn sie erstens von allen Differentialparametern unabhängig sind, in denen die \(a_{ik}\) und ihre Ableitungen nur bis zur \((m-1)\)-ten Ordnung und die Ableitungen von \(\varphi\) und \(\psi\) nur bis zur \((m-1)\)-ten Ordnung auftreten, und wenn sie zweitens keine Ableitungen enthalten, deren Ordnung für die an größer als \(m-1\) und für die \(\varphi,\psi\) größer als \(m\) ist. Die Anzahl solcher Differentialparameter \(m\)-ten Ranges ist gleich \(2m\). Es ist noch von Interesse, wieviel Differentialparameter \(m\)-ten Ranges vorhanden sind, in denen die Ableitungen nur von \(\varphi\) oder aber von \(\psi\) vorkommen; ihre Anzahl beträgt \(m-1\). Ferner existieren sicher zwei Differentialparameter eines jeden Ranges, in denen die Ableitungen beider Funktionen \(\varphi,\psi\) auftreten. Es wird gezeigt, wie man die so charakterisierten Bildungen bestimmt. Insbesondere gibt es zwei Differentialparameter ersten Ranges (der obigen Gruppe); man erhält zunächst vier gleichberechtigte Ausdrücke, zwischen denen dann zwei Relationen bestehen. Des weiteren wird untersucht, wie man die Form der Differentialparameter verschiedener Ränge näher bestimmen kann. Endhch wird gefragt, welche Differentialparameter von jedem Range existieren, wenn für \(\varphi,\psi\) Transformationsgleichungen \(\varPhi=\varPhi(\varphi)\), \(\Psi=\psi\) angenommen werden.
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