On the invariants of a binary quintic and the reality of its roots. (Q1491471)

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scientific article; zbMATH DE number 2640065
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    On the invariants of a binary quintic and the reality of its roots.
    scientific article; zbMATH DE number 2640065

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      On the invariants of a binary quintic and the reality of its roots. (English)
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      1908
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      Eine binäre Form \(f\) fünfter Ordnung besitzt vier fundamentale Invarianten \(i, j, k, l\), zwischen denen eine bekannte rationale Relation besteht. Diese Relation ist, wie zunächst gezeigt wird, ``lösbar'' d. h. es lassen sich drei in den vier fundamentalen Invarianten \(i, j, k, l\) rationale Invarianten aufstellen, durch die umgekehrt wieder jene vier Invarianten rational ausdrückbar sind. Somit lassen sich alle rationalen Invarianten der Urform \(f\) rational durch drei solche darstellen, von denen zwei absolute Invarianten sind. Mit Hülfe dieser beiden absoluten Invarianten lassen sich die Wurzeln von \(f\) (bei reell gedachten Koeffizienten) in bezug auf ihre Realitätseigenschaften untersuchen. Letztere Ergebnisse werden auch auf Grund der \textit{Sylvester}schen kanonischen Darstellung von \(f\) abgeleitet. Die Untersuchung geht zurück auf \textit{Hermite} (Cambr. and Dublin Math. Journ. 9) und \textit{Sylvester} (Lond. Phil. Trans. 144), vgl. die Darstellung in Salmons höherer Algebra. Die Methode des Verf. ist eine Weiterbildung der \textit{Sylvester}schen, mit Berücksichtigung des Falles einer doppelten Wurzel. Die in Rede stehende Relation zwischen den Invarianten \(i, j, k, l\) lautet: \[ (1)\quad\quad 16i^2 = j(k^2 - jl)^2 + 8k^3l - 72jkl^2 - 432l^3. \] Hier werden die Invarianten eingeführt: \[ (2)\quad\quad \xi = \frac {l^4} {(k^2 - jl)^3},\;\eta = \frac {kl^2} {(k^2 - jl)^2},\;\zeta = \frac {i} {k^2 - jl}, \] \[ \omega = -\xi + \eta^2 + 72 \xi \eta - 432 \xi^2 - 64 \eta^3, \] von denen die beiden ersteren absolute sind. Dann werden umgekehrt die \(i, j, k, l\) rational in \(\xi, \eta, \zeta, \omega\) : \[ (3)\quad\quad i = \frac {2^{16} \xi^5 \zeta^9} {\omega^4},\;j = \frac {2^4 (\eta^2 - \xi) \zeta^2} {\omega},\;k = \frac {2^8 \xi^2 \eta \zeta^4} {\omega^2},\;l = \frac {2^{12} \xi^4 \zeta^6} {\omega^3}. \] Führt man statt \(\xi, \eta\) besser deren Vielfache \[ (4)\quad\quad X = 12^3 \xi,\;Y = 48 \eta \] ein, so hat man für die Diskriminante \(D\) der \(f_5\) die Darstellungen: \[ (5)\quad\quad D = j^2 - 2^7k = \frac {2^8 \zeta^4} {\omega^4} \{(\eta^2 - \xi)^2 - 2^7 \xi^2 \eta\} = \frac {\zeta^4} {2^4 3^6 \omega^2} \{(\tfrac 3 4\, Y^2 - X)^2 - \tfrac 8 3\, X^2 Y \} \] . Unter Deutung von \(X, Y\) als rechtwinkligen Koordinaten wird die Kurve \(D\) vierter Ordnung \((\frac 3 4 Y^2 - X)^2 = \frac 8 3 X^2 Y\) diskutiert, die im Ursprunge eine Spitze besitzt. Sie wird von der Kurve \(\omega \equiv (X - 3Y + 2)^2 + 4 (Y - 1)^3 = 0\) in einer Stelle berührt und in einer andern geschnitten; im folgenden kommt nur das zwischen diesen beiden Punkten enthaltene Stück der Kurve \(D\) in Betracht. Die verschiedenen Realitätsverhältnisse der Wurzeln von \(f_5\) lassen sich dann anschaulich verfolgen. Nunmehr wird die \textit{Sylvester}sche kanonische Gestalt \(ru^5 + sv^5 + tw^5\) für die \(f_5\) zugrunde gelegt, für die noch einzelne Unterfälle zu unterscheiden sind. Die obigen Invarianten \(i, j, k, l\) werden dann einfache Ausdrücke in \(r, s, t\). Die Realitätsverhältnisse der \(r, s, t, u, v, w\) richten sich wesentlich nach dem Vorzeichen von \(w\). Entsprechend vereinfacht sich die Diskussion der Diskriminantenkurve \(D\) sowie der Kurve \(\omega\). Für negatives \(D\) existieren 3 reelle Wurzeln der \(f_5\), für positives \(D\) entweder eine oder 5 solche. Zur Ergänzung dient noch die weitere Kurve \(2^{11}l - j^3 = 0\). Die \textit{Sylvester}sche Gestalt der \(f_5\) wird weiter dahin normiert, daß \(u + v + w = 0\) wird, also \(f_5 = ru^5 + sv^5 - t(u + v)^5\). Die Annahme \(w = 0\) stimmt mit \(r = s\) überein. Dann lassen sich die 4 Wurzeln (außer \(u + v = 0\)) sofort hinschreiben; für \(\tau = \frac 4 5 (1 + \frac {4t} r ), \varepsilon = \pm 1, \zeta = \pm 1\) hat man: \(\frac u v = \frac {1 + \zeta (\varepsilon \sqrt{\tau} - 1)^{\frac 1 2 }} {1 - \zeta (\varepsilon \sqrt{\tau} - 1)^{\frac 1 2 }}\). Dies wird wieder zur weiteren Realitätsuntersuchung des Kurvendiagramms benutzt. Analoges gilt von der Annahme \(D = 0\). Bezeichnet \(\vartheta\) die Doppelwurzel, so nimmt die \(f_5\) die Gestalt an: \(f_5 \equiv (\frac {\vartheta + 1} {\vartheta})^4 u^5 + (\vartheta + 1)^4v^5 - (u + v)^5 = (u - v\vartheta)^2 (A\vartheta^{-3}u^3 + B\vartheta^{-2}u^2v + C\vartheta^{-1}uv^2 + Dv^3) = 0\), wo \(A, B, C, D\) einfache ganzzahlige kubische Formen in \(\vartheta\) sind. Zu jedem Punkte der Diskriminantenkurve \(D = 0\) gehören dann sechs Werte von \(\vartheta : \vartheta, \frac 1 \vartheta, -\frac 1 {1 + \vartheta}, -(1 + \vartheta), -\frac {\vartheta + 1} \vartheta, -\frac \vartheta {\vartheta + 1}\), entsprechend den sechs Permutationen der Koeffizienten \(r, s, t\). Für \(\vartheta = e^{i \beta}\), \(t = \cos \beta\) lassen sich die Koordinaten \(X, Y\) eines Punktes der Kurve rational in \(t\) darstellen. Weiter ist es noch erforderlich, die Schnittpunkte der beiden Kurven \(D = 0\), \(\omega = 0\) näher zu untersuchen. Die Realitätsverhältnisse der drei außer \(\vartheta\) noch übrigen Wurzeln der \(f_5\) werden durch das Vorzeichen der Invariante \(l\) reguliert; für \(l = 0\) ist das Verhalten der Kurven im Ursprunge zu prüfen. Die Diskussion der Diskriminantenkurve kommt auch bei anderen Autoren, z. B. bei \textit{Kronecker} vor. Das Eigenartige der vorliegenden Entwicklungen ist, abgesehen von der Vervollständigung der kurventheoretischen Betrachtungen durch gewisse kovariante Kurven, die direkte Einführung der beiderlei Reihen von Invarianten, die sich gegenseitig durch einander rational ausdrücken lassen. Eine übersichtliche Zusammenstellung der Resultate wäre für den Leser erwünscht gewesen.
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