Unvollkommenheiten im Gleichgewichtszustande der Erdkruste. (Q1493532)
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scientific article; zbMATH DE number 2642595
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| default for all languages | No label defined |
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| English | Unvollkommenheiten im Gleichgewichtszustande der Erdkruste. |
scientific article; zbMATH DE number 2642595 |
Statements
Unvollkommenheiten im Gleichgewichtszustande der Erdkruste. (English)
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1908
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Wenn die ``\textit{Pratt}sche Hypothese'', die besagt, daß die Erdschichten sich im hydrostatischen Gleichgewicht (Isostasie) befinden, strenge Gültigkeit hätte, so müßte die untere Begrenzung der Erdkruste eine Niveaufläche sein, und die beobachteten Schwerestörungen müßten sich aus Höhenstörungen der Massenlagerungen erklären lassen. Dies gelingt aber nicht vollständig, und man muß annehmen, daß die Massenlagerungen durch ausgedehnte Horizontalverschiebungen gestört sind. Diese stellen sich zum Teil als erhebliche Abweichungen von der \textit{Pratt}schen Hypothese dar. Die innere Begrenzung der Erdkruste muß sich dementsprechend durchbiegen und kann keine Niveaufläche mehr sein; aber es muß sich eine tieferliegende Niveaufläche angeben lassen, wo die Druckausgleichung stattfindet, diese wird als ``Ausgleichsfläche'' bezeichnet. Es folgt dann eine theoretische Betrachtung über die Schwerestörungen und ihre Reduktion. Dann werden die beobachteten Schwerestörungen im allgemeinen betrachtet. Die allgemeine Gültigkeit der \textit{Pratt}schen Hypothese folgt aus dem allgemeinen geringen Betrage der Schwerestörungen und ihrem ziemlich rasch wechselnden Charaker. Dagegen gibt es eine Reihe von systematischen Abweichungen, die in Verbindung mit der Gestaltung der Erdoberfläche stehen: kleine ozeanische Inseln und die Gebiete in der Nähe der Küstenabfälle des Meeres. Die höchsten Erhebungen der Erde, der Himalaja sowie zum Teil die Nachbargebiete, scheinen, soweit Beobachtungen vorliegen, der \textit{Pratt}schen Hypothese zu genügen; dagegen weisen zahlreiche Messungen in den nördlich und westlich angrenzenden Gebieten auf bedeutende außerhalb der Hypothese liegende Massenstörungen hin. Ebenso in den österreichischen Alpen, Karpathen, in England, Schottland, Dänemark, Norddeutschland usw. Offen bleibt die Frage, ob zur Herstellung des Gleichgewichts die Annahme einer 30 km starken Kruste, die auf einer sehr nachgiebigen Magmaschicht ruht, ausreicht, oder ob nicht eine weit stärkere Kruste anzunehmen ist, oder auch für die Magmaschicht elastischer Widerstand vorauszusetzen ist, der nur im Laufe vielhundertjähriger Beanspruchung zum Weichen gebracht wird. Dies würde auch mit Untersuchungen von \textit{Tittmann} und \textit{Hauford} stimmen, die aus den Lotabweichungen in Nordamerika eine Tiefe von 114 km für die Ausgleichsfläche folgern.
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