Nekrolog: \textit{Hermann Karl Vogel}. (Q1494537)
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scientific article; zbMATH DE number 2642956
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Nekrolog: \textit{Hermann Karl Vogel}. |
scientific article; zbMATH DE number 2642956 |
Statements
Nekrolog: \textit{Hermann Karl Vogel}. (English)
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1907
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Geb. 3. April 1841 in Leipzig, studierte \textit{Vogel} von 1860-1863 auf dem Polytechnikum in Dresden, seit 1863 unter \textit{Karl Bruhns} in Leipzig und widmete sich hier insbesondere den Positionsbestimmungen von Nebelflecken und Sternhaufen, veröffentlichte hierüber eine erste Schrift 1867, eine zweite 1870. Er promovierte in Jena 1870 auf Grund der Dissertation ``Beobachtungen von Nebelflecken und Sternhaufen, deren Deklinationen zwischen \(9^{\circ} 30'\) und \(15^{\circ} 30'\) gelegen sind''. Während der Jahre 1865-1870 war er Assistent an der Leipziger Sternwarte und erfreute sich in regem Verkehr mit \textit{Zöllner} der Förderung durch diesen Gelehrten, von 1870-1874 arbeitete er mit \textit{Lohse} auf der Privatsternwarte des Kammerherrn \textit{v. Bülow} in Bothkamp bei Kiel. Durch seine Untersuchungen über die Spektren der Sonne und der Gestirne und seine ersten gelungenen Versuche, die Bewegung einiger Fixsterne im Visionsradius mit Hülfe des Spektroskops zu bestimmen, erlangte er schnell einen geachteten Ruf in der wissenschaftlichen Welt. Daher wurde er 1874 als Observator für das zu gründende astrophysikalische Observatorium auf dem Telegraphenberge bei Potsdam berufen, und seiner Mitarbeit ist der wohldurchdachte Plan der ganzen Anlage hauptsächlich zu verdanken. Zunächst fuhr er an der Berliner Sternwarte mit den in Bothkamp begonnenen Untersuchungen fort, bis der 1877 in Potsdam geeignete Räume für seine Arbeiten erhielt. Hier führte er eine Klassifikation der Fixsterne nach ihren spektroskopischen Eigenschaften durch. Seit 1882 zum Direktor der Potsdamer Sternwarte ernannt, gelangte er bei der Verfolgung seines Lieblingsproblems, die Geschwindigkeit der Sterne im Visionsradius zu bestimmen, mit Hülfe der Photographie zu sicheren Resultaten. Die Einführung der spektrographischen Methode ermöglichte ihm ferner die Entdeckung der binären Natur Algols und einiger anderen Sterne. Zum Mitgliede der Akademie der Wissenschaften in Berlin wurde er 1892 erwählt. Seine größte Sorge war die stetig fortschreitende Entwickelung des ihm unterstehenden Instituts. Er starb in Potsdam am 13. August 1907. Ein Vermächtnis an das Potsdamer Observatorium bekundet seine Fürsorge für das Institut, das er 25 Jahre geleitet hat.
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