Leçons sur la viscosité des liquides et des gaz. (Q1495571)
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scientific article; zbMATH DE number 2645271
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Leçons sur la viscosité des liquides et des gaz. |
scientific article; zbMATH DE number 2645271 |
Statements
Leçons sur la viscosité des liquides et des gaz. (English)
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1907
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Das Werk ist aus den Vorlesungen entstanden, welche \textit{Brillouin} am Collège de France 1898/99 und 1899/1900 gehalten hat. Die Viskosität der flüssigen und gasförmigen Körper wird hier als das einfachste der irreversiblen Phänomene behandelt; einerseits werden die Ergebnisse der im Laufe der Zeit angestellten Versuche durchgegangen, andererseits die zu ihrer Erklärung aufgestellten Theorien dargestellt. In dem ersten Buche des Bandes beschäftigt sich der Verf. nur mit den tropfbaren Flüssigkeiten. Die Ansichten von \textit{Newton} und \textit{Coulomb} werden zuerst besprochen. Nach den Arbeiten von \textit{Coulomb}, in denen die verschiedenen Umstände gesondert sind, welche auf die Erscheinung Einfluß\ ausüben, war es möglich, die Prinzipien der Dynamik anzuwenden; es ließen sich die Bewegungsgleichungen einer viskosen Flüssigkeit niederschreiben. Es galt dann, die Integration dieser Differentialgleichungen genau oder angenähert in möglichst vielen Fällen auszuführen. Diese Dinge bilden den Stoff für das erste Buch des Bandes. Das zweite Buch hebt an mit der eingehenden Beschreibung der denkwürdigen Versuche von \textit{Poiseuille}, denen zufolge die Proportionalität des viskosen Widerstandes gegen die Geschwindigkeit der Deformation in einem ganz ausgedehnten Bereiche dem Experimente entspricht. Dann folgen die Versuche über das Quecksilber, nach denen das Haften an der Wand für nicht benetzende Flüssigkeiten ebenso vollständig ist wie für benetzende. Ein anderes Kapitel ist den Versuchen über die reinen organischen Flüssigkeiten gewidmet und den Beziehungen zwischen der molekularen Viskosität und der chemischen Konstitution; es schließt mit den schönen Versuchen \textit{Warburgs} über die Kohlensäure bei dem kritischen Punkte und einigen anderen. In dem letzten Kapitel werden die Versuche von \textit{Hagen}, \textit{Reynolds} und \textit{Couette} über den Übergang aus dem langsamen Fluß\ \ in den schnellen oder hydraulischen beschrieben. Der zweite Band enthält in den beiden Büchern III und IV die auf die Gase bezüglichen Untersuchungen und die molekularen Theorien. Statt einer Aufzählung der einzelnen Kapitel und der in ihnen genannten Forscher, deren Namen den Physikern geläufig sind, setzen wir einige Sätze aus den Schlußworten her. Bei wachsender Temperatur nimmt die Viskosität der Flüssigkeiten rasch bis zu Werten ab, die in der Nähe des kritischen Punktes mindestens nur noch ein Zehntel der anfänglichen sind, und beginnt beim gasförmigen Zustande wieder zu wachsen. In diesem letzteren Zustande hat bei schwacher Dichtigkeit die Temperatur allein Einfluß, nicht aber die Dichtigkeit. In dem flüssigen Zustande ist, wenigstens in der Nähe der kritischen Temperatur, der Einfluß der Dichtigkeit vorwiegend. Weit unter dem kritischen Punkte sind die Experimente über den Einfluß\ des Druckes noch zu wenig zahlreich, um zu entscheiden, ob die beiden unabhängigen Variabeln: Temperatur und Dichtigkeit, eine vergleichbare Rolle spielen,oder ob die Temperatur nur durch die sie begleitenden Änderungen der Dichtigkeit wirkt. Die Fruchtbarkeit der dynamischen Theorie der Flüssigkeiten ist noch lange nicht erschöpft; sie allein vermittelt die Verbindung der Eigenschaften der Flüssigkeiten mit denen der Gase; sie allein liefert das Mittel, die Erforschung von Gesetzen molekularer Aktion direkt in Angriff zu nehmen. Sie vollzieht keineswegs unnütz dieselbe Arbeit wie die modernen Elektronentheorien. Sie leiht ihnen vielmehr ihre Unterstützung, teilweise auch ihre Methoden; indem diese die Aktionen von Molekül zu Molekül außer acht lassen, erweisen sie sich besonders mächtig bei der Erforschung des inneren Baues des Moleküls und noch mehr des Atoms selbst. Es bleibt also ganz wünschenswert, daß\ einige geschickte Physiker die Forschung der Viskosität und der Diffusion der Flüssigkeiten weiterführen sowohl unter dem theoretischen, als unter dem experimentellen Gesichtspunkte.
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