Lecons sur les séries trigonométriques professées au Collège de France. (Q1496952)
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scientific article; zbMATH DE number 2647013
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Lecons sur les séries trigonométriques professées au Collège de France. |
scientific article; zbMATH DE number 2647013 |
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Lecons sur les séries trigonométriques professées au Collège de France. (English)
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1906
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Das Buch gehört zur ``Collection de monographies sur la théorie des fonctions'' und enthält im wesentlichen die vom Verf. 1904 bis 1905 am Collège de France gehaltenen Vorlesungen, verkürzt um die elementarsten Teile und vermehrt um neuere Resultate aus der Darstellung willkürlicher Funktionen durch \textit{Fourier}sche Reihen. In der Einleitung werden kurz gewisse Eigenschaften von Funktionen, die beschränkte Schwankung, die verallgemeinerte zweite Ableitung, Punktmengen, maßbare Mengen und Funktionen, erweiterte Definition des Integrals im \textit{Lebensgue}schen Sinne, summierbare Funktionen und anderes erörtert. Das erste Kapitel enthält geschichtliche Bemerkungen über das erste Auftreten der trigonomischen Reihen, eine kritische Besprechung der \textit{Euler}schen und \textit{Fourier}schen Formeln zur Bestimmung der Koeffizienten und die Definition: Die zu einer Funktion von der Periode \(2\pi\) gehörende \textit{Fourier}sche Reihe ist die Reihe \(\frac 12a_0+(a_1\cos x+b_1\sin x)+(a_2\cos 2x+b_2\sin 2x)+\dotsm \), worin \(a_n\), \(b_n\) die bekannten (im \textit{Lebesgue}schen Sinne zu nehmenden) Integrale bedeuten. Im zweiten Kapitel werden verschiedene (nicht strenge) Methoden der Summation trigonometrischer Reihen, z. B. mittels ihrer Beziehung zu den Potenzreihen einer komplexen Veränderlichen (nach \textit{Euler, Lagrange} und \textit{Fourier}) behandelt. Dann wird gezeigt, daß die absoluten Beträge von \(a_n\) und \(b_n\) kleiner als \(A/n\) sind, wo \(A\) von \(n\) unabhängig ist, und der Satz bewiesen: Wenn das Intervall \((0,2\pi )\) in eine endliche Anzahl von Teilintervallen zerlegt werden kann, in deren jedem die Funktion \(f(x)\) eine Ableitung von beschränkter Schwankung besitzt, so ist ihre \textit{Fourier}sche Reihe überall konvergent und konvergiert gleichmäßig gegen \(f(x)\) in jedem Intervall, das keinen Unstetigkeitspunkt enthält; in einem Unstetigkeitspunkt konvergiert sie gegen das arithmetische Mittel der Werte, gegen welche \(f(x)\) konvergiert, wenn \(x\) sich dem Unstetigkeitspunkt nähert. Anwendungen werden auf das \textit{Dirichlet}sche Problem und das \textit{Poisson}sche Integral gemacht. Im dritten Kapitel wird bewiesen: Die \textit{Fourier}sche Reihe der Funktion \(f(x)\) konvergiert im Punkte \(x\) gegen \(f(x)\), wenn das unbestimmte Integral \(\varPhi (t)=\int_0^t|\varphi (t)|dt\) für \(t=0\) die Ableitung Null hat, und wenn \[ \int_0^{\frac {\pi}2}|\psi (t+\delta )-\psi (t)|dt\quad \left( 0<\delta <\frac {\pi}2\right) \] mit \(\delta\) gegen Null konvergiert; darin ist \(\varphi (t)=f(x+2t)+f(x-2t)-2f(x)\) und \(\psi (t)=\varphi (t)\sin t\) gesetzt. (Statt der oberen Grenze \(\frac 12\pi\) kann auch jeder zwischen 0 und \(\frac 12\pi\) gelegene Wert genommen werden.) Im Anschluß hieran werden andere Konvergenzbedingungen und verschiedene Sätze hergeleitet, z. B. der \textit{Riemann}sche, daß die Konvergenz der \textit{Fourier}schen Reihe einer Funktion \(f(x)\) für eine bestimmte Stelle \(x\) nur vom Verhalten der Funktion \(f(x)\) in der Umgebung von \(x\) abhängt, und der folgende : Die \textit{Fourier}sche Reihe einer im Intervall \((a,b)\) stetigen Funktion ist im Intervall \((a_1,b_1)(a<a_1<b_1<b)\) gleichmäßig konvergent, wenn das zweite obige Integral (das eine Funktion von \(x\) und \(\delta\) ist) für jeden in \((a_1,b_1)\) gelegenen Wert von \(x\) mit \(\delta\) gleichmäßig gegen Null konvergiert. Als Anwendungen werden die \textit{Fourier}sche Integralformel, die \textit{Fourier}sche, \textit{Euler-Maclaurin}sche und die \textit{Gauß}sche Summenformel behandelt. Im vierten Kapitel werden für eine stetige Funktion, deren \textit{Fourier}sche Reihe divergiert, zwei Beispiele gegeben und die Existenz einer stetigen Funktion \(f(x)\) von der Art nachgewiesen, daß ihre \textit{Fourier}sche Reihe überall gegen \(f(x)\) konvergiert, ohne gleichmäßig konvergent zu sein. Von den Summationsmethoden divergenter Reihen beruht die einfachste darauf, \(\lim_{n=\infty}\sigma_n\) als Summe der Reihe zu definieren, wenn \(S_n\) die Summe der \(n+1\) ersten Glieder der Reihe bedeutet, und \(\sigma_n\) das arithmetische Mittel der \(n\) ersten \(S_i\) ist: \[ \sigma_n=\frac {S_0+S_1+\dotsm +S_{n-1}}n= u_0+u_1\left( 1-\frac 1n\right) +u_2\left( 1-\frac 2n\right) +\dotsm +u_n\left( 1-\frac nn\right) . \] Wenn \(n\) wächst, konvergieren die Größen \(\sigma_n\) gegen \(f(x)\) in allen Punkten, für die \(\varPhi '(0)=0\) ist; \(\sigma_n\) konvergiert gleichmäßig gegen \(f(x)\) in jedem Intervall, wo \(f(x)\) stetig ist. Bei der Besprechung der Multiplikation, Integration und Differentiation der \textit{Fourier}schen Reihen ergibt sich: Integriert man die \textit{Fourier}sche Reihe der Funktion \(f(x)\) gliedweise über ein beliebiges Intervall, so erhält man das Integral von \(f(x)\). Ist eine der Grenzen veränderlichen, so ist die erhaltene Reihe gleichmäßig konvergent. Hat \(f(x)\) eine im \textit{Lebesgue}schen Sinne integrierbare Ableitung \(f'(x)\), so liefert die durch gliedweise Differenzierung der \textit{Fourier}schen Reihe von \(f(x)\) erhaltene Reihe, wenn sie nach dem (auf der Einführung des arithmetischen Mittels \(\sigma_n\) beruhenden) Verfahren summiert wird, den Wert von \(f'(x)\) überall, wo die \textit{Fourier}sche Reihe von \(f'(x)\), nach demselben Verfahren summiert, \(f'(x)\) liefert. Als Anwendungen werden behandelt eine Aufgabe von \textit{Johann Bernoulli} und eine von \textit{Hurwitz} für das isoperimetrische Problem abgeleitete Formel. Im fünften Kapitel wird die Frage: Welche trigonometrischen Reihen stellen gegebene Funktionen dar? behandelt und auf Grund des Satzes von \textit{Georg Cantor}: Wenn eine trigonometrische Reihe für alle Punkte eines Intervalls konvergent ist, so konvergieren ihe Koeffizienten gegen Null, und des \textit{Riemann}schen Satzes, daß die trigonometrische Reihe den Wert \(\lim_{n=0}\left\{\frac {a_0}2+\sum\left(\frac {\sin nh}{nh}\right)^2(a_n\cos nx+b_n\sin nx)\right\}\) überall hat, wo diese Grenze existiert, dahin beantwortet, daß, wenn eine endliche Funktion \(f(x)\) in eine trigonometrische Reihe entwickelbar ist, dies nur die \textit{Fourier}sche Reihe von \(f(x)\) sein kann. Die Darstellung ist gut. Das Buch wird gewiß vielen willkommen sein.
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