Die dualistische Ergänzung des Potenzbegriffes in der Geometrie des Kreises. (Q1497480)
From MaRDI portal
| This is the item page for this Wikibase entity, intended for internal use and editing purposes. Please use this page instead for the normal view: Die dualistische Ergänzung des Potenzbegriffes in der Geometrie des Kreises. |
scientific article; zbMATH DE number 2647599
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| default for all languages | No label defined |
||
| English | Die dualistische Ergänzung des Potenzbegriffes in der Geometrie des Kreises. |
scientific article; zbMATH DE number 2647599 |
Statements
Die dualistische Ergänzung des Potenzbegriffes in der Geometrie des Kreises. (English)
0 references
1906
0 references
Unter gewissen Voraussetzungen hinsichtlich der Fortschreitungsrichtung in einer Geraden und des Umlaufsinns eines Kreises hat das Produkt aus den trigonometrischen Tangenten der halben Winkel, welche zwei von einem beliebigen Punkte \(P\) einer Geraden an einen Kreis gezogene Tangenten mit dieser Geraden bilden, den von der Lage des Punktes \(P\) auf der Geraden unabhängigen Wert \(\frac {r-p}{r+p}\), wenn \(r\) der Radius des Kreises und \(p\) der Abstand der Geraden vom Mittelpunkt ist. Dieses konstante Produkt nennt der Verf. die Potenz der Geraden in bezug auf den Kreis. Führt man bei der Definition der Potenz eines Punktes statt der wirklichen Längen der Sekantenabschnitte ihre scheinbare Größe, vom Mittelpunkt aus gesehen, ein, so ist nach einem Satze von \textit{Lagrange} das Produkt der Tangenten der halben scheinbaren Größen der Abschnitte aller durch einen Punkt gehenden Sekanten konstant. Nennt man dieses Produkt die ``absolute'' Potenz des Punktes, so besteht der Satz: Die Potenz einer Geraden in bezug auf einen Kreis ist gleich der absoluten Potenz ihres Pols. Der Potenzlinie zweier Kreise als dem Orte der Punkte gleicher Potenz entspricht nun dualistisch der Potenzpunkt als Schnittpunkt aller Geraden gleicher Potenz. Diese Potenzpunkte erweisen sich als die Ähnlichkeitspunkte der Kreise. Dem Satze, daß die drei Potenzlinien dreier Kreise durch einen Punkt gehen, steht dualistisch der Satz gegenüber, daß die drei Potenzpunkte dreier Kreise auf einer Geraden liegen. Diese ist je nach der Art der Festsetzungen über den Umlaufssinn der Kreise mit einer der vier Ähnlichkeitsachsen identisch. Den Kreisbündeln und Kreisbüscheln treten dualistisch die ``Kreissysteme'' zur Seite. Mittels dieser neuen Theorie ergibt sich eine Lösung des Apollonischen Taktionsproblems, welche das dualistische Seitenstück zu der Lösung von \textit{Poncelet} bildet. Sie ist der \textit{Gergonne}schen Lösung ähnlich, aber etwas einfacher als diese. Wie die Lehre von der Potenz eines Punktes die Grundlage für die Inversion oder die Transformation durch reziproke Radien bildet, so führt der Begriff der Potenz einer Geraden zu einer dual gegenüberstehenden ``Linieninversion'', die zwar schon von \textit{Laguerre} behandelt, aber wenig bekannt geworden ist. Die Haupteigenschaften dieser Geradenverwandtschaft werden vom Verf. bewiesen, so insbesondere der Satz: Jeder Kreis geht durch Linieninversion wieder in einen Kreis über. Die Linieninversion gehört ferner zur Gruppe der ``äquilongen'' Transformationen, d. h. jede Strecke wird in eine gleich lange Strecke transformiert. Es ist dies dualistische Seitenstück zu der Konformität der Abbildung durch reziproke Radien.
0 references