Zur Thermodynamik der Interferenzerscheinungen. (Q1497786)

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scientific article; zbMATH DE number 2649035
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    Zur Thermodynamik der Interferenzerscheinungen.
    scientific article; zbMATH DE number 2649035

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      Zur Thermodynamik der Interferenzerscheinungen. (English)
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      1906
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      Die Thermodynamik der Strahlung hat bisher Interferenzerscheinungen nicht beachtet und den Begriff der Kohärenz nicht verwendet, alle Energiegrößen vielmehr additiv aus den entsprechenden Werten der zusammentreffenden Strahlenbündel gebildet. Die Untersuchung will einen Beitrag zur Ausfüllung der Lücke in der Theorie liefern, ob zusammentreffende Strahlen kohärent sind oder nicht. Die Untersuchung behandelt den Fall, bei dem sich zwei kohärente Strahlenbündel durch Interferenz zu zwei andern zusammensetzen, dargestellt durch das \textit{Michelson}sche Interferometer, welcher Fall wegen der Anwendbarkeit der \textit{Planck}schen Formel für die Entropie eines Strahlenbündels am leichtesten zugänglich ist. Im besonderen wird gezeigt, daß der bisher stillschweigend angenommene Satz, wonach die Entropie eines Systems sich additiv aus der Entropie seiner Teile zusammensetzt, sich nicht mit dem Entropiegesetze verträgt. Unter vorläufiger Annahme des Additionstheorems wird in den beiden ersten Abschnitten gezeigt, daß dann die Entropie unter Umständen abnimmt. Die dabei gebrauchte ideelle Versuchsanordnung, um den Phasenunterschied der interferierenden Wellen von der Wellenlänge unabhängig zu machen, entspricht mit geringer Änderung dem \textit{Michelson}schen Interferometer. Aus dem dritten Abschnitte ergibt, daß nicht das Axiom der Unmöglichkeit des Perpetuum mobile zweiter Art, also nicht die eigentliche Thermodynamik, zur Entscheidung führt, daß dazu vielmehr der \textit{Boltzmann}sche Gedanke von dem Zusammenhange zwischen Entropie und Wahrscheinlichkeit benutzt werden muß. Auf diesem Wege wird im vierten Abschnitte der Schluß gezogen, daß, wie bisher, die Absorption eines Strahlenbündels durch einen schwarzen Körper für reversibel erklärt werden muß, wenn nur der Körper und das absorbierte Strahlenbündel beachtet wird, dagegen für irreversibel, wenn ein System kohärenter Bündel, dem das absorbierte angehörte, in Frage kommt.
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