Gebrauch und Mißbrauch historischer Benennungen in der Mathematik. (Q1498085)

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scientific article; zbMATH DE number 2649435
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    Gebrauch und Mißbrauch historischer Benennungen in der Mathematik.
    scientific article; zbMATH DE number 2649435

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      Gebrauch und Mißbrauch historischer Benennungen in der Mathematik. (English)
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      1905
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      Wenn ein Satz, eine Formel, eine Methode usw. mit dem Namen eines Mathematikers verknüpft wird, so sollte eine solche Bezeichnung auch durch den geschichtlichen Zusammenhang begründet sein. Das ist häufig aber nicht der Fall. Bei Benennungen, wie Pythagoreischer Satz oder Nepersche Logarithmen läßt sich der hinzugesetzte Eigenname rechtfertigen. Irreführend ist dagegen die Bezeichnung \textit{Apollonius}scher Satz für einen Satz aus der Theorie der Kegelschnitte, der sich bei \textit{Archimedes} findet, die Bezeichnung \textit{Newtonscher} Satz für einen solchen, der von \textit{Apollonius} vielfach benutzt ist und von \textit{Newton} auf alle algebraischen Kurven erweitert wurde. Während die Bezeichnung \textit{Pascal}scher Satz als Fundamentalsatz in der Theorie der Kegelschnitte in jeder Hinsicht berechtigt ist, verhält es sich anders mit dem Spezialfall, der in den Grundlagen der Geometrie eine fundamentale Rolle spielt. Die grundlegenden geometrischen Voraussetzungen sollten als Postulate und nicht als Axiome bezeichnet werden. Das sogenannte Axiom des \textit{Archimedes}, das wahrscheinlich von \textit{Eudoxos} herrührt, tritt bei \textit{Euklid} in einer Definition auf; dagegen würde es sich empfehlen, gewisse andere Voraussetzungen über die Meßbarkeit von krummen Linien und Oberflächen als Archimedische Postulate zu bezeichnen.
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