Über Pyroelektrizität an zentrisch-symmetrischen Kristallen. (Q1499486)

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scientific article; zbMATH DE number 2652065
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    English
    Über Pyroelektrizität an zentrisch-symmetrischen Kristallen.
    scientific article; zbMATH DE number 2652065

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      Über Pyroelektrizität an zentrisch-symmetrischen Kristallen. (English)
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      1905
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      Neben der Frage nach dem Grunde der azentrischen Erregung in einem zentrischen Kristalle wird die Frage erörtert, ob eine wirklich, d. h. in den kleinsten Teilen zentrische Erregung eines Kristalls möglich sei, und welche Gesetze eine solche befolgen müßte. Die Kugelfunktionenreihe für die Wirkung eines neutralen Polsystems kann mit einem beliebig hohen Gliede beginnen; polar wirkende Polsysteme sind nur diejenigen, bei denen das Glied erster Ordnung von Null verschieden ist; für solche wird die Potentialfunktion auf hinreichend ferne Punkte durch \[ \psi_1=M\;\frac{\partial^{\frac1r}}{\partial\lambda} \] dargestellt, wobei \(M\) ein Vektor in einer dem System individuellen Richtung, \(\lambda\) das Moment des neutralen Systems und \(r\) sein Abstand vom Aufpunkte ist. Verschwindet dagegen das Glied erster Ordnung, so kommt das folgende von der Form \[ \psi_2=M_1\;\frac{\partial^2\frac1r}{\partial\lambda^2_1}+M_2\;\frac{\partial^2\frac1r}{\partial\lambda^2_2}+M_3\;\frac{\partial^2\frac1r}{\partial\lambda^2_3} \] in erster Linie zur Geltung; dabei stellt \(M_1, M_2, M_3\) ein Tensortripel mit den Achsenrichtungen \(\lambda_1, \lambda_2, \lambda_3\) dar. Ein Potential der zweiten Form entspricht einer zentrisch-symmetrischen elektrischen Verteilung. Während die angeführten Potentiale für ein Volumenelement gelten, wird nun das Potential der zweiten Form für einen Körper aufgestellt und durch eine zweimalige partielle Integration in ein Raumintegral und ein Oberflächenintegral, die beide gewöhnliche \textit{Newton}sche Potentiale sind und in dem Falle räumlich konstanter Erregung verschwinden, sowie ein zweites Oberflächenintegral zerlegt. Es stellt sich dabei heraus, daß die wirklich zentrische Pyroelektrizität eine speziell kristallphysikalische Erscheinung ist, wobei obenein das reguläre System ausfällt. Der einfachste in Betracht kommende Fall liegt hei Kristallen mit nur einer ausgezeichneten Achse vor. Für diese wird das Potential gebildet und für Körper von der Form einer Kugel, eines Polyeders und eines Prismas gedeutet. Es ergibt sich, daß ein zentrisch erregtes Polyeder mit lauter gleichwertigen Flächen; aus einem einachsigen Kristall hergestellt, nur auf seinen Kanten scheinbare Ladungen trägt. Auch rhombische Kristalle werden in derselben Weise untersucht.
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