Über den Ptolemäischen Satz. (Q1501705)
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scientific article; zbMATH DE number 2653868
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Über den Ptolemäischen Satz. |
scientific article; zbMATH DE number 2653868 |
Statements
Über den Ptolemäischen Satz. (English)
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1904
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Sind \(P_1\), \(P_2\), \(P_3\), \(P_4\) vier Punkte die, von einem festen Punkte gesehen, im Sinne des Uhrzeigers aufeinander folgen, und wird die Entfernung \(P_iP_k = \pm r_{ik}\) gesetzt, je nachdem \(i\gtrless k\) ist, so läßt sich der Ptolemäische Satz und seine Umkehrung in der Form aussprechen: Die Gleichung \[ r_{12}r_{34} + r_{13}r_{42} + r_{14}r_{23} = 0\tag{1} \] ist notwendige und hinreichende Bedingung dafür, daß die vier Punkte auf einem Kreise liegen. Hierfür werden vier Beweise gegeben. Der erste führt (1) in eine Identität \[ (\lambda_1-\lambda_2)(\lambda_3-\lambda_4) + (\lambda_1-\lambda_3)(\lambda_4-\lambda_2) + (\lambda_1-\lambda_4)(\lambda_2-\lambda_3) = 0 \] über und zeigt die Umkehrung des Satzes durch elementare Rechnung. Im zweiten Beweise für die Umkehrung werden die Punkte \(P_1\), \(P_2\), \(P_3\) als fest betrachtet. (1) bestimmt dann als Ort für \(P_4\) eine Kurve vierter Ordnung, die aber in den durch die drei festen Punkte gehenden Kreis \(K\) und eine Kurve zweiter Ordnung \(C_2\) zerfallen muß. Von dieser letzteren wird fast ohne Rechnung gezeigt, daß sie mit \(K\) identisch ist. Im dritten Beweise wird gezeigt, daß die Gleichung \[ a_1r_{14} + a_2r_{24} + a_3r_{35} = 0\tag{2} \] für beliebige reelle Konstanten \(a_1\), \(a_2\), \(a_3\) eine ``verallgemeinerte Lemniskate'', d. h. eine Kurve vierter Ordnung mit zwei Doppelpunkten in den imaginären Kreispunkten darstellt, für welche \(P_1\), \(P_2\), \(P_3\) drei der vier Brennpunkte sind. (2) besagt dann, daß zwischen den Entfernungen eines beliebigen Punktes einer solchen Lemniskate von drei beliebigen der vier reellen Brennpunkte eine lineare Relation mit konstanten Koeffizienten besteht. Dieser Satz läßt sich umkehren. Spezialisiert man \(a_1\), \(a_2\), \(a_3\) so, daß die Lemniskate durch \(P_3\) geht, so besitzt sie in \(P_3\) einen reellen Doppelpunkt, hat aber nur noch zwei Brennpunkte \(P_1\), \(P_2\), und die vorhin erwähnte Eigenschaft gilt dann allein für das eine Dreieck \(P_1P_2P_3\). Aus diesem letzteren Satz wird vermöge Transformation durch reziproke Radien ein solcher für einen Kegelschnitt abgeleitet. Soll die Lemniskate endlich auch noch durch \(P_2\) gehen, so wird aus ihr der doppelt gerechnete Kreis \(K\), und seine Eigenschaft ist der Ptolemäische Satz. Der vierte Beweis endlich zeigt, daß der Satz nebst seiner Umkehrung auf die bekannte Tatsache der Theorie der komplexen Zahlen zurückkommt, daß das Doppelverhältnis von vier Punkten der komplexen Ebene dann und nur dann reell ist, wenn die vier Punkte auf einem Kreise liegen. Ein Druckfehler in Formel (16) ist leicht ersichtlich; ferner ist verdruckt: S. 8 Z. 14 v. o. (II) statt (13); S. 12 Z. 16 v. o. \(P\) statt \(O\); S. 13 Z. 10 u. 13 \((\text{V}^1)\) statt \(\text{IV}^1)\). S. 13 Anm. 1 fehlt der Faktor \(i\) in den Exponentialgrößen.
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