Relazione sulla memoria del Dr. B. Levi intitolata: Fondamenti della metrica projettiva. (Q1501802)

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scientific article; zbMATH DE number 2654175
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    Relazione sulla memoria del Dr. B. Levi intitolata: Fondamenti della metrica projettiva.
    scientific article; zbMATH DE number 2654175

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      Relazione sulla memoria del Dr. B. Levi intitolata: Fondamenti della metrica projettiva. (English)
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      1904
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      Die vorliegende Abhandlung (JFM 35.0555.02) zeigt einen neuen Versuch, die ganze Geometrie auf ein geschickt gewähltes System von Grundsätzen zu begründen; dieser Versuch unterscheidet sich aber von anderen gleichartigen darin, daß er sich nicht nur auf die euklidische Geometrie, sondern auch auf die Lobatschewskijsche und Riemannsche erstreckt. Der Verf. nimmt einen Ausgangspunkt ähnlich demjenigen, welcher Leibniz und Bolyai zugeschrieben wird; er wählt nämlich die folgenden Sätze als Grundlage seiner Untersuchung: ``Es existiert eine Klasse von Wesen, ``Punkte'' genannt, welche mehrere Elemente enthält, und in welcher man eine Relation unter Punktpaaren definieren kann, welche ``Kongruenz'' heißt''. Die übrigen Eigenschaften dieser beiden Urbegriffe (Punkt und Kongruenz) werden durch andere Postulate festgestellt. Zwei weitere führen auf den Begriff ``Mittelpunkt eines Punktpaares'' und dann auf den anderen ``Kette eines Punktpaares \(ab\)'', als des Inbegriffs der Punkte \(a\), \(b\), der Mittelpunkte des Paares \(ab\), der Punkte, welche zu \(a\) oder \(b\) in bezug auf \(b\) oder \(a\) symmetrisch sind, und derjenigen, welche aus Punkten der Kette durch Bestimmung von Paarmittelpunkten oder durch Symmetrie entstehen. Mittels des Begriffes und der Eigenschaften der Ketten werden vom Verf. der Begriff und die Eigenschaften der ``Geraden'' festgestellt. Nimmt man nun an, daß außerhalb einer Geraden ein Punkt existiere, so gelangt man zur ``Ebene''; und wenn man die Voraussetzung einführt, daß außerhalb einer Ebene ein anderer Punkt existiere, so kommt man zum Raume. Die Grundeigenschaften der Geraden, der Ebene und des Raumes werden vom Verf. im ersten Kapitel auf Grund von 22, am Ende der Arbeit zusammengestellten Postulaten bewiesen, die wir der Kürze halber nicht wiederholen wollen. Das zweite Kapitel fängt mit dem Beweise des folgenden besonderen Falles des Desarguesschen Satzes an: ``Wenn in einer Ebene zwei Dreiecke \(abc\), \(a'b'c'\) aufeinander bezogen werden, so daß ihre entsprechenden Seiten sich auf einer Geraden \(r\) schneiden und ferner zwei der Verbindungslinien der Paare entsprechender Endpunkte zu \(r\) rechtwinklig sind, so gilt dasselbe von der dritten.'' Daraus folgt der Desarguessche Satz im allgemeinen. Wendet man nun die Schlußfolge an, welche Hilbert in seiner berühmten ``Festschrift'' gebraucht hat, so kann man ein Koordinatensystem für Elemente eines Bündels und dann für alle Raumelemente feststellen. So kommt man in die Lage, den schon definierten Raum zu vervollständigen, d. h. den ``projektiven Raum'' aufzubauen, welcher Raum alle Eigenschaften besitzt, die durch die Hilbertschen ``Verknüpfungsaxiome'' beschrieben sind. Dann kann man den Pascalschen Satz für ein Geradenpaar (``Pappus-Pascalscher Satz'') durch die Schursche Methode (vgl. Math. Ann. 51) beweisen, ferner (wieder nach Schur) den Staudtschen Fundamentalsatz der projektiven Geometrie, und gelangt zuletzt zur Begründung der ganzen projektiven Geometrie. So kann man den Zusammenhang begründen, welcher zwischen der projektiven und der im ersten Kapitel untersuchten metrischen Geometrie besteht; ferner wird auch der Unterschied der parabolischen Geometrie und der Geometrien aufgedeckt, welche die Namen von Lobatschewskij und Riemann tragen, ebenso derjenigen, welche Dehn ersonnen hat, oder zuletzt derjenigen, deren im dritten Kapitel der vorliegenden Abhandlung Erwähnung geschieht. Dieses dritte Kapitel gibt bemerkenswerte Ergänzungen zu den beiden vorangehenden. Der Hauptzweck, welchen der Verf. in ihnen verfolgt hat, ist die Begründung der ``geordneten'' Unabhängigkeit der vorgeschlagenen Postulate voneinander. Die dazu angewandte Methode gehört einem wohlbekannten Typus an; der Verf. führt nämlich Beispiele mathematischer Systeme an, in denen nur einige derselben erfüllt sind. Besonders bemerkenswert ist eine die Postulate I-XIX erfüllende ``Ebene'', welche aus der Konfiguration der Inflexionspunkte einer ebenen Kurve dritter Ordnung entsteht. Viele Bemerkungen des Verf. über die Arbeiten von Dehn und Schoenflies müssen der Kürze wegen hier unterdrückt werden; dieselben werden aber künftigen Forschern über die Grundlagen der Geometrie sehr nützlich sein; möge ihnen dieser Bericht als Fingerzeig dienen.
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