Zur Theorie der Fredholmschen Funktionalgleichung. (Q1503170)
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scientific article; zbMATH DE number 2654853
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Zur Theorie der Fredholmschen Funktionalgleichung. |
scientific article; zbMATH DE number 2654853 |
Statements
Zur Theorie der Fredholmschen Funktionalgleichung. (English)
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1904
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Die in der vorliegenden Arbeit abgeleiteten, schon im vorigen Jahre kurz mitgeteilten (s. F. d. M. 34, 830, 1903, JFM 34.0830.01) Resultate decken sich, wie der Verf. angibt, großenteils mit denen einer inzwischen erschienenen Arbeit von Fredholm (s. F. d. M. 34, 422, 1903, JFM 34.0422.02). Die Darstellung und teilweise die Begründung sind indessen eigenartig. Zunächst lassen sich die beiden Funktionalgleichungen \[ \left\{\begin{aligned} \varphi(t) + \lambda\int f(t,\vartheta)\varphi(\vartheta)d\vartheta &= \chi(t),\\ \psi(t) + \lambda\int \psi(\vartheta)f(\vartheta,t)d\vartheta &= \xi(t)\end{aligned}\right.\tag{1} \] (das Integrationsgebiet ist ebenso wie die Funktionen \(f\), \(\chi\), \(\xi\) gegeben) mittels derselben Hülfsfunktion \(F(t,s)\) lösen, und zwar ist \[ \varphi(t) = \chi(t) - \lambda\int F(t,\vartheta)\chi(\vartheta)d\vartheta, \] und ähnlich \(\psi(t)\). Die Funktion \(F(t,s)\), die Fredholmsche Resolvente, genügt ihrerseits der Gleichung \[ F(s,t) + \lambda\int F(s,\vartheta)f(\vartheta,t)d\vartheta = f(s,t).\tag{2} \] Es läßt sich leicht zeigen, daß es nur eine Lösung von (2) gibt, und daß diese sich in eine nach Potenzen von \(\lambda\) fortschreitende Reihe entwickeln läßt, deren Koeffizienten sich mittels wiederholter Integrationen ergeben. Auch jenseits des etwaigen Konvergenzkreises der Reihe läßt sich die Funktion fortsetzen mittels analoger Reihen, die nach Potenzen von \(\lambda-\lambda_1\) fortschreiten, wo \(\lambda_1\) selbst innerhalb des Konvergenzkreises liegt. Ist die Funktion \(f(s,t)\) im ganzen Integrationsgebiet endlich, so kann man in (2) die Integration als Grenzfall einer Summation auffassen. Die Betrachtung dieser Summe liefert eine Reihe von linearen Gleichungen, vermöge deren sich \(F(s,t)\) als Quotient zweier Determinanten darstellen läßt. Daraus erhält man schließlich \(F(s,t)\) als Quotienten zweier ganzen transzendenten Funktionen von \[ F(s,t) = \frac{D\left(\lambda,{s\atop t}\right)}{D(\lambda)},\tag{3} \] und zwar ist die Determinante \(D(\lambda)\) von den Punkten \(s\) und \(t\) unabhängig. Die Koeffizienten der für alle \(\lambda\) konvergenten Potenzreihen \(D\) lassen sich aus der gegebenen Funktion \(f(s,t)\) durch iterierte Integrationen bilden. Von besonderer Wichtigkeit ist die Darstellung von \(F\) mittels der Wurzeln von \(D(\lambda) = 0\). Es sei \(\lambda = \lambda_0\) eine \(p\)-fache Nullstelle von \(D(\lambda)\), und es habe \(F(s,t)\), als Funktion von \(\lambda\) betrachtet, nur einfache Pole, so wird \[ F(s,t) = \frac{P_{\lambda_0}(s,t)}{\lambda-\lambda_0} + \mathfrak F(s,t),\tag{4} \] wobei die Funktion \(\mathfrak F\) für \(\lambda = \lambda_0\) endlich bleibt, \(P_{\lambda_0}(s,t)\) aber die Form hat \[ P_{\lambda_0}(s,t) = \Phi_1(s,\lambda_0)\Psi_1(t,\lambda_0) +\cdots+ \Phi_p(s,\lambda_0)\Psi_p(t,\lambda_0).\tag{5} \] Jede der Funktionen \(\Phi\) genügt der homogenen Funktionalgleichung \[ \varphi(s) + \lambda_0\int f(s,\vartheta)\varphi(\vartheta)d\vartheta = 0,\tag{6} \] und die \(\Psi\) sind Lösungen von \[ \psi(s) + \lambda_0\int \psi(\vartheta)f(\vartheta,s)d\vartheta = 0.\tag{6a} \] Die letztgenannten beiden Funktionalgleichungen besitzen je \(p\) linear unabhängige Lösungen. Für zwei Funktionen \(\Phi_k\), \(\Psi_k\), welche zu derselben Nullstelle \(\lambda_0\) gehören und denselben Index \(k\) haben, gilt die Gleichung \[ \int\Phi_k(f,\lambda_0)\Psi_k(t,\lambda_0) dt = 1, \] während in allen übrigen Fällen das Integral \[ \int\Phi(t)\Psi(t)dt \] verschwindet. Der Verf. untersucht allgemein auch die Darstellung von \(F(s,t)\) für den Fall, daß \(\lambda_0\) ein \(i\)-facher Pol von \(F(s,t)\) ist. Die sich hier ergebenden Resultate übergehen wir, da bei der Anwendung auf die Randwertaufgabe nur einfache Pole von \(F(s,t)\) in Betracht kommen. Die Fredholmsche Methode ist, wie zum Schluß gezeigt wird, unter gewissen Voraussetzungen auch dann noch anwendbar, wenn die Funktion \(f(s,t)\) nicht im ganzen Integrationsgebiet endlich ist.
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