The discriminant of a family of curves or surfaces. (Q1504697)

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scientific article; zbMATH DE number 2657710
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    The discriminant of a family of curves or surfaces.
    scientific article; zbMATH DE number 2657710

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      The discriminant of a family of curves or surfaces. (English)
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      1902
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      Eine Flächengleichung \(\varphi(x,y,z,c)=0\) sei algebraisch in den Koordinaten \(x, y, z\) und dem Parameter \(c\); \(\varphi=0\) stellt dann eine ``Flächenfamilie'' dar. Die Resultante \(D\) der Gleichungen \(\varphi=0\), \(\partial \varphi/\partial c=0\) hinsichtlich \(c\) heißt kurz die ``Diskriminante'' der Familie, gleich Null gesetzt, die ``Diskriminantenfläche''. Behufs eingehender Untersuchung dieser Diskriminante \(D\) wird eine analytische und eine geometrische Methode angewandt; die erstere wurde von \textit{Dyck} und \textit{Chrystal} (F. d. M. \(23\), 739, 1891, JFM 23.0739.02; \(27\), 259, 1896, JFM 27.0259.01) für die singulären Lösungen einer partiellen Differentialgleichung erster Ordnung entwickelt, während die letztere Methode von \textit{Hill} (F. d. M. \(21\), 323, 1889, JFM 21.0323.01) herstammt. Indem man in der Gleichung \(\varphi=0\) setzt: \[ x=x_0+\xi,\quad y=y_0+\eta,\quad z=z_0+\zeta,\quad c=c_0+t, \] wo \((x_0,y_0,z_0)\) einen Punkt der Diskriminantenfläche bezeichnet, und nach dem \textit{Taylor}schen Satze für 4 Variabeln entwickelt, nimmt \(\varphi=0\) die Gestalt an: \[ \psi \equiv A+Bt+Ct^2+\cdots + Kt^n=0. \] Hier ordne man insbesondere die drei ersten Koeffizienten \(A, B, C\) nach Dimensionen an: \[ \begin{aligned} & A=A_0+A_1+A_2+\cdots,\\ & B=B_0+B_1+B_2+\cdots,\\ & C=C_0+C_1+C_2+\cdots,\end{aligned} \] so gilt für die ersten Glieder: \[ \begin{aligned} & A_0=0,\quad A_1=\xi \varphi_x + \eta \varphi_y + \zeta \varphi_z,\quad 2A_2=\xi^2 \varphi_{xx} + 2 \xi \eta \varphi_{xy}+\cdots,\\ & B_0=0,\quad B_1=\xi\varphi_{xc}+\eta \varphi_{yc} + \zeta \varphi_{zc} \dots,\\ & 2C_0=\varphi_{cc},\dots \end{aligned} \] Um die Diskriminante von \(\varphi\) zu erhalten, hat man \(c\) zwischen \(\varphi=0\) und \(\partial \varphi/\partial c=0\) zu eliminieren, oder, was auf dasselbe hinauskommt, \(t\) zwischen \(\psi=0\) und \(\partial \psi/\partial t=0\). Bedeuten \(t_1,t_2,\dots,t_{n-1}\) die \(t\)-Wurzeln von \(\partial \psi/\partial t=0\), so lautet die Resultante: \[ K^{n-1}\psi(t_1) \psi(t_2)\dots \psi(t_{n-1}). \] Die \(t_1, t_2, \dots, t_{n-1}\) sind irrationale algebraische Funktionen der \(\xi,\eta,\zeta\), die sich aber in unendliche Reihen nach Potenzen von \(\xi,\eta,\zeta\) entwickeln lassen, welche für genügend kleine absolute Werte der \(\xi,\eta,\zeta\) konvergieren; und entsprechendes gilt für \[ \psi(t_1),\psi(t_2),\dots,\psi(t_{n-1}). \] Nun besitzt \(\partial \psi/\partial t=0\) eine Wurzel, etwa \(t_1\), die zugleich mit den \(\xi,\eta,\zeta\) verschwindet, so daß\ die Reihe für \(t_1\) kein von \(\xi,\eta,\zeta\) unabhängiges Glied besitzt, und ebenso auch \(\psi(t_1)\), da \(A_0=0\). Somit wird die Diskriminante von \(\varphi\) in der Nachbarschaft des Punktes \(\xi = 0\), \(\eta = 0\), \(\zeta = 0\) dargestellt durch die Anfangsglieder von \(\psi(t_1)\). Um die Reihe für \(t_1\) zu entwickeln, bediene man sich des \textit{Newton-Puiseux}schen Diagrammes. Da \[ \frac{\partial \psi}{\partial t} \equiv (B_1+B_2+\cdots) + 2(C_0+C_1+C_2+\cdots)t+\cdots, \] so wird die erste Annäherung von \(t_1\) geliefert durch: \[ B_1+2C_0t=0, \] die zweite durch: \[ (B_1+2C_0t)+(B_2+2C_1t+3D_0t^2)=0, \] usf. Damit gibt das Anfangsglied von \(\psi(t_1)\): \(A_1+A_2-\frac 14 B_1^2/C_0\) die Gestalt der Diskriminante in der Nähe von \((x_0,y_0,z_0)\). Daraus geht sofort hervor, daß\ die Diskriminante und die Fläche \(c=c_0\) (i. e. \(A = 0\)) in \((x_0,y_0,z_0)\) eine gemeinsame Tangentialebene \((A_1= 0)\) besitzen, d. i. der bekannte Satz, daß\ die Diskriminante die Flächenfamilie einhüllt. Weniger bekannt ist aber das Ergebnis des weiteren Schlusses, daß, wenn \(A_1\) identisch verschwindet, also die Fläche \(c=c_0\) in \((x_0,y_0,z_0)\) einen konischen Punkt besitzt, dasselbe für die Diskriminante zutrifft, daß\ aber die beiden Tangentenkegel nicht zusammenfallen, sondern nur sich doppelt (d. i. längs zweier Erzeugenden) berühren. Behandelt man entsprechend den Fall \(C_0 = 0\) (i.e. \(\varphi_{cc}=0\)), so hat \(\frac{\partial \psi}{\partial t}=0\) für \(\xi=0\), \(\eta=0\), \(\zeta=0\) zwei Null-Wurzeln, etwa \(t_1\), \(t_2\), und man hat die Leitglieder von \(\psi(t_1)\cdot \psi(t_2)\) aufzusuchen. Das niedrigste Glied wird ein volles Quadrat \((A_1^2)\), also \((x_0,y_0,z_0)\) eine Kuspidalkurve der Diskriminante. Andererseits erhält man durch Elimination von \(c\) aus \(\varphi=0\), \(\varphi_c=0\), \(\varphi_{cc}=0\) diese Kurve, und diese erweist sich als eine Kuspidalkurve der Diskriminante. Eine weitere Modifikation tritt ein, wenn \(\partial \psi/\partial t\) eine mit \(\xi,\eta,\zeta\) verschwindende Wurzel, etwa \(t_2\), besitzt, derart, daß\ \(\psi(t_2)\) zugleich mit \(\xi,\eta,\zeta\) verschwindet, ohne daß\ es \(t_2\) tut. Es ergibt sich, daß\ die Diskriminante auch noch eine Knotenkurve besitzt. Analoges gilt für eine Familie von Kurven \(\varphi (x, y, c) = 0\) einer Ebene, nur daß\ die geometrischen Schlüsse aus den analytischen Formeln zu modifizieren sind. Im allgemeinen hat die Diskriminante einen Doppelpunkt mit getrennten Tangenten, überdies aber Spitzen, letztere als gemeinsame Lösungen von \(\varphi=0\), \(\varphi_c=0\), \(\varphi_{cc}=0\). Ein interessanter Spezialfall ist der, wenn die Kurven \(\varphi(x, y, c) = 0\) sämtlich Gerade sind. Es ergibt sich weiter u. a. der Satz, daß, wenn eine variable Kurve ihre Enveloppe in verschiedenen Punkten trifft, und einer von diesen ein Oskulationspunkt (mit einem einzelnen Zweige der Enveloppe) ist, so gilt das nämliche auch für die andern Berührungspunkte. Eine bemerkenswerte geometrische Deutung erfährt die Theorie der Enveloppen der Kurven \(\varphi(x, y, c) = 0\), wenn man diese Gleichung als die einer Fläche mit der dritten Koordinate \(c\) auffaßt. Kehren wir zurück zu der Kurvenfamilie \(\varphi(x,y,c)=0\). Die Bedingungen \(\varphi=0\), \(\varphi_c=0\), \(\varphi_{cc}=0\) sind im allgemeinen nur für vereinzelte Punkte der Diskriminante erfüllt, nämlich für die oben erwähnt Spitzen. Es wird nunmehr der (infolge besonderer Beziehungen zwischen den Koeffizienten von \(\varphi\) eintretende) Fall untersucht, wo jene drei Bedingungen für alle Punkte einer gewissen Kurve \(\varGamma\) erfüllt sind. Dann artet die Diskriminante aus, derart, daß\ sie die Kurve als doppelt zählenden Bestandteil enthält. Diese Kurve \(\varGamma\) oskuliert dann die Kurven der Familie (ist eine ``oskulierende Enveloppe''). Wendet man dies auf die Krümmungskreise einer Kurve an, so erscheinen alle hyperoskulierenden Kreise als Faktoren der Diskriminante und die Kurve selbst als Doppelfaktor. Endlich wird noch der Fall diskutiert, wo die drei Bedingungen \(\varphi=0,\frac{\partial \varphi}{\partial x}=0,\frac{\partial \varphi}{\partial y}=0\) (bei geeignetem Werte von \(c\)) für alle Punkte einer Kurve ( ``Doppelpunktskurve'') erfüllt sind.
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