Liniengeometrie mit Anwendungen. (Q1508045)

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scientific article; zbMATH DE number 2660822
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    Liniengeometrie mit Anwendungen.
    scientific article; zbMATH DE number 2660822

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      Liniengeometrie mit Anwendungen. (English)
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      1902
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      Der Verf. des vorliegenden Lehrbuches; welches für das noch zu wenig bekannte Gebiet der Liniengeometrie wohl in weiteren Kreisen Interesse erwecken dürfte, bedient sich zur Entwicklung seiner Resultate mit Recht vornehmlich derjenigen Hülfsmittel, welche am raschesten und natürlichsten weiterführen, und wechselt daher nach Bedürfnis zwischen synthetischer und analytischer Methode ab. Der vorliegende erste Band umfaßt die linearen Komplexe und Kongruenzen und die linearen Mannigfaltigkeiten dieser Komplexe nebst den dabei auftretenden höheren Gebilden. Die beiden ersten Abschnitte sind ganz elementar gehalten. Den Gegenstand des ersten Abschnitts bildet das Nullsystem und das durch dasselbe definierte Strahlengewinde. Am Schluß\ wird der Graßmannsche Begriff des Stabes eingeführt; es ist dies ein Vektor, der nicht parallel mit sich, sondern nur längs seines Trägers verschoben werden darf. Der zweite Abschnitt enthält Anwendungen auf Kinematik und graphische Statik, wobei die Zusammensetzung der Kräfte ihrer größeren Anschaulichkeit wegen derienigen der Geschwindigkeiten vorangestellt wird. Im Zusammenhang mit dem ebenen Fachwerk werden einige Sätze aus der Lehre von den Polyedern gegeben. Der dritte Abschnitt umfaßt die Koordinaten der Linien und der Stäbe, sowie die Gleichungen zwischen denselben. Ob es gelingen wird, das internationale Kunstwort ``Koordinaten'' durch das Graßmannsche ``Zeiger'' zu verdrängen, möchte Referent bezweifeln. Dagegen ist es sehr zweckmäßig, ein vierfach unendliches System von Stäben ``Stabwald'' zu nennen. Hervorzuheben ist im vierten Abschnitt, der den linearen Linien- und Stabgebilden gewidmet ist, die Betrachtung der linearen Linienkongruenzen (Strahlennetze) mit zwei imaginären Brennlinien. Auch wird angegeben, wie man das Koordinatensystem am zweckmäßigsten annehmen muß, um für die einzelnen Fälle der Strahlennetze möglichst einfache Gleichungsformen zu erhalten. Der Verf. zeigt auch, daß\ ein nichtspezieller Komplex (Strahlengewinde) durch Translation, Rotation oder Schraubung einer Kongruenz vollständig erzeugt werden kann, und begründet darauf die Parameterdarstellungen des Komplexes. Im nächsten Abschnitt werden die durch elliptische Involutionen definierten imaginären Elemente in die Liniengeometrie eingeführt, wobei insbesondere die allgemein imaginären Tangenten der Flächen zweiter Ordnung diskutiert werden. Der letzte Abschnitt behandelt Mannigfaltigkeiten linearer Komplexe, wobei der Verf. Veranlassung nimmt, der Verwendung der mehrdimensionalen Geometrie auch in der Liniengeometrie warm das Wort zu reden. An die Einführung der allgemeinen Linienkoordinaten schließt sich die Betrachtung reziproker und koreziproker Komplexe (Schrauben) mit Anwendung auf Statik und Dynamik. Da die Komplexe dieselbe Mannigfaltigkeit haben wie die Stäbe, so können die Komplexsysteme durch Stabsysteme dargestellt werden, indem den Komplexgeweben und Komplexnetzen Stabwälder und Stabkongruenzen entsprechen. Hierbei ist der Fall von besonderem Interesse, daß\ in der Achsenkongruenz des Komplexnetzes keine sich senkrecht schneidenden Strahlen vorkommen. Jedem einzelnen Abschnitt sind Übungsaufgaben beigegeben. Am Schluß\ werden Anleitungen zur Lösung dieser Aufgaben gegeben, ebenso Erläuterungen betreffend die Anfertigung der liniengeometrischen Figuren und ein alphabetisches Sachregister. Hoffentlich bringt der zweite Band auch ein möglichst vollständiges Literaturverzeichnis, das in einem so grundlegenden Werke nicht fehlen sollte.
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