Lehrbuch der Kombinatorik. (Q1509409)
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scientific article; zbMATH DE number 2662381
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Lehrbuch der Kombinatorik. |
scientific article; zbMATH DE number 2662381 |
Statements
Lehrbuch der Kombinatorik. (English)
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1901
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Das vorliegende Werk, das erste ausführliche Lehrbuch über Kombinatorik seit \textit{L. Öttingers} ``Lehre von den Kombinationen'' (1837), schließt sich in der Auswahl des Stoffes sowie in seiner Anordnung eng an des Verf. Artikel ``Kombinatorik'' in der Encyklopädie der mathematischen Wissenschaften an. Die Darstellung geht naturgemäß\ weiter ins einzelne und ist mit ausführlichen Beweisen ausgestattet. Es werden weniger wichtige Gegenstände, die dort nicht einmal erwähnt werden konnten, kurz gestreift und unabgeschlossene Probleme der Aufmerksamkeit des Lesers empfohlen. Auch benachbarte Gebiete geometrischer und analytischer Natur werden betreten; nur wird von der Behandlung solcher Fragen abgesehen, welche den Charakter der Spielerei noch nicht abgestreift haben, obwohl, wie der Verf. bemerkt, auch diese das Interesse bedeutender Forscher finden und an Schwierigkeit der Lösung anderen Problemen nicht nachstehen. Den Anwendungen der Kombinatorik (auf Wahrscheinlichkeitsrechnung, Algebra, Determinantentheorie u. dgl.) ist ein nur geringer Raum gewidmet; hier konnte mit Recht auf die einschlägigen speziellen Lehrbücher verwiesen werden. Die auf elf Kapitel verteilte Theorie der Kombinatorik gliedert sich in drei größere Abschnitte. In dem ersten werden die Fundamentalprobleme und deren wichtigste Anwendungen behandelt. Jene beschränken sich im wesentlichen auf die Bestimmung der Anzahl der Kombinationen und Variationen mit unbeschränkter und mit beschränkter Wiederholung, sowie der Komplexionen, in denen ein Element eine vorgeschriebene Mindestanzahl von Malen vorkommt; diese bestehen in dem binomischen dem polynomischen Satz sowie den Erweiterungen des binomischen Satzes durch \textit{Abel} und \textit{von Burg-Cayley}. In dem zweiten Abschnitt folgt die Behandlung von Fragen, welche aus den Fundamentproblemen durch spezielle Bedingungen entstehen, und auf welche sich gegenwärtig das Interesse der Forschung besonders bei den englischen und amerikanischen Mathematikern konzentriert. Hier ist zunächst die Rede von den Komplexionen mit beschränkter Stellenbesetzung; ausgehend von dem Problem der acht Königinnen auf dem Schachbrett, führt die Darstellung über die einschlägigen Untersuchungen \textit{von Euler, Cayley, Weyrauch, P. G. Tait} (Beziehungen zur Determinantentheorie) zu dem von \textit{H. A. Rothe} eingeführten Begriff der verwandten Permutationen und dessen Erweiterung \textit{von MacMahon}. Dann folgt die Lehre von den Inversionen und Sequenzen, u. a. die neuen interessanten Untersuchungen \textit{von Metzler} über die Inversionen bei Kombinationen enthaltend. Kapitel 5 spricht von den Kombinationen und Variationen zu bestimmten Summen, über welche schon \textit{Scherk} zwei wichtige Sätze bewiesen hat. Von großer Bedeutung für die Entwicklung der hierher gehörenden Fragen wurde das von \textit{Euler} aufgestellte ``Teilungsproblem''. Verf. bringt daher in zwei besonderen Kapiteln die analytische Behandlung dieses Problems, zu dessen Weiterführung \textit{Cayley} und namentlich \textit{Sylvester} das Bedeutendste geleistet haben, sowie einige Anwendungen des Teilungsproblems auf die Analysis. In dem letzten Kapitel des zweiten Abschnittes werden die kombinatorischen Komplexionen als Produkte betrachtet (\textit{Möbius, Scherk}). Das neunte Kapitel, welches den dritten Abschnitt des Werkes einleitet, enthält einige spezielle Untersuchungen über cyklische Permutationen sowie über Berechnungsarten von Summen und Produkten im Anschluß\ an die \textit{Schröder}schen Probleme. Sodann folgt in ausführlicher Darstellung die Lehre von den Dreier-Systemen, die in dem \textit{Steiner}schen Problem ihren Ausgang genommen und durch die \textit{Kirkman}sche Schulmädchenaufgabe nach einer neuen Richtung hin Erweiterung gefunden hat. Das \textit{Steiner}sche Problem kann folgendermaßen formuliert werden: ``Welche Zahl \(N\) von Elementen hat die Eigenschaft, daß\ sich die Elemente so zu dreien ordnen lassen, daß\ je zwei in einer, aber nur in einer Verbindung vorkommen? Wie viel wesentlich verschiedene Anordnungen, d. h. solche, die nicht durch eine bloße Permutation der Elemente aus einander hervorgehen, gibt es bei jeder Zahl?'' Die \textit{Kirkmansche} Aufgabe lautet in verallgemeinerter Form: ``Es sollen die \((2n+1) (3n+ 1)\) Dreier eines Systemes von \((6n+3)\) Elementen so in \((3n + 1)\) Gruppen von je \((2n + 1)\) Dreiern geteilt werden, daß\ in jeder der Gruppen alle \((6n + 3)\) Elemente auftreten und natürlich ein jedes nur ein einziges Mal.'' Hier, wie überhaupt in dem ganzen Werke, werden auch die neuesten Forschungsergebnisse mitgeteilt. Besonders eingehend sind die Heffterschen Untersuchungen über cyklische Dreier-Systeme behandelt. In den ``Anwendungen der Kombinatorik'', denen das vorletzte Kapitel gewidmet ist, beschränkt sich der Verf., wie schon erwähnt, meist auf kurze Andeutungen und historische Hinweise. Den Schluß\ des Werkes bildet eine Sammlung von Formeln, welche sich auf Summen von Binomialkoeffizienten beziehen.
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