Quelques remarques sur les groupes continus. (Q1509684)

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scientific article; zbMATH DE number 2662714
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    Quelques remarques sur les groupes continus.
    scientific article; zbMATH DE number 2662714

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      Quelques remarques sur les groupes continus. (English)
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      1901
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      Eine in vielen Beziehungen interessante und wichtige Arbeit, die aber sehr deutlich erkennen läßt, daß\ sich der Verf. um die gruppentheoretischen Literatur allzuwenig bekümmert hat; eine ganze Reihe seiner Resultate ist nicht neu oder doch nur der Form nach neu, wenn auch die neue Form, in der sie hier auftreten, sehr bemerkenswert ist. Einige der Resultate hat der Verf. schon in der Arbeit ``Sur les groupes continus'' mitgeteilt, die in der Festschrift zu Ehren von \textit{Stokes} erschienen ist (Cambrige 1900). Er geht aus von einer sehr schönen Darstellung der zu der Zusammensetzung \(c_{iks}\) gehörigen adjungierten Gruppe. Setzt man: \(l_{ik} = \sum_s c_{sik} v_s\), und bezeichnet man die bekannte Determinante \(| b_{ik} - \varepsilon_{ik} \xi |\) mit \(F(\xi)\), ihre \((r-1)\)-reihigen Unterdeterminanten mit \(P_{ik}\), dann wird \[ \sum_k (b_{ki} - \varepsilon_{ki} \omega) P_{kj} = \varepsilon_{ij} F(\xi), \] und die endliche Transformation der adjungierten Gruppe, deren kanonische Parameter \(v_1, \dots, v_r\) sind, erscheint in der eleganten Form: \[ t_i' = \frac{1}{2\pi \sqrt -1} \int \frac{e^{-\xi} \sum_j P_{ij} t_j}{F(\xi)}\;d\xi, \] wo man längs eines geschlossenen Weges zu integrieren hat, der alle Wurzeln von \(F(\xi) =0\) umschließt. Fragt man umgekehrt nach den infinitesimalen Transformationen der adjungirten Gruppe, von denen eine vorgelegte endliche Transformation \(t_i' = \sum_j l_{ij} t_j\) oder kurz \(L\) der Adjungierten erzeugt ist, so hat man zunächst bei gegebenen \(l_{ij}\) die \(b_{ij}\) zu berechnen (auf die Frage, welche der gefundenen \(b_{ij}\) ein Wertsystem \(v_j\) liefern, geht der Verf. nicht ein), mit andern Worten, man hat die linearen homogenen infinitesimalen Transformationen zu bestimmen, von denen eine vorgelegte endliche lineare homogene Transformation erzeugt ist. Die längst bekannte Lösung dieser Aufgabe entwickelt der Verf. in ganz neuer Weise. Er setzt: \(| l_{ik} - \varepsilon_{ik} e^{-\xi} | = \varPhi (e^{-\xi})\) und bezeichnet die zugehörigen \((r-1)\)-reihigen Unterdeterminanten mit \(Q_{ik}\) so daß\ wird: \[ \sum_{\kappa} (l_{\kappa i} - \varepsilon_{\kappa i} e^{-\xi} ) Q_{\kappa j} = \varepsilon_{ij} \varPhi (e^{-\xi}). \] Die \(\alpha\)-te Potenz von \(L\) erscheint dann in der Form: \[ t_i' = \frac{-1}{2\pi \sqrt -1} \int e^{-\alpha \xi}\;\frac{e^{-\xi} d\xi}{\varPhi (e^{-\xi})}\;\sum_j t_j Q_{ij}, \] und daraus ergibt sich sofort: \[ b_{ji} = \frac{-1}{2\pi \sqrt -1} \int \frac{\xi e^{-\xi} d\xi}{\varPhi (e^{-\xi})}\;Q_{ij}, \] wo der Integrationsweg so zu wählen ist, daß\ außerhalb des von ihm umschlossenen Gebietes nur solche Wurzeln der Gleichung \(\varPhi (e^{-\xi}) = 0\) liegen, die sich von den innerhalb liegenden Wurzeln um Vielfache von \(2\pi i\) unterscheiden, während innerhalb keine zwei Wurzeln liegen, deren Differenz ein solches Vielfaches ist. Hierin liegt der schon längst bekannte Satz, daß\ die \(b_{ij}\) unendlich vieldeutige Funktionen der \(l_{ij}\) sind und aufhören, sich regulär zu verhalten, wenn entweder die Determinante der \(l_{ij}\) verschwindet, oder wenn die Gleichung \(F(\xi) = 0\) zwei Wurzeln bekommt, die sich um ein Vielfaches von \(2\pi i\) unterscheiden. Unter den endlichen Transformationen der adjungierten Gruppe sind daher die als \textit{singulär} zu betrachten, für deren kanonische Parameter \(v_1, \dots, v_r\) die Gleichung \(F(\xi) = 0\) zwei Wurzeln besitzt, die sich um ein Vielfaches von \(2\pi i\) unterscheiden. Dies der Inhalt von \(\S\) 1 und 2. In \(\S\) 3 geht der Verf. zur kanonischen Parametergruppe über, deren infinitesimale Transformationen er durch die leicht verständliche symbolische Gleichung: \[ e^V e^{dT} = e^{V +dV} \] definiert, wo \(V= \varSigma v_i X_if\), \(T= \varSigma t_i X_i f\), \(dV = \varSigma dv_i X_i f\). Er stellt die an anderer Stelle von ihm abgeleiteten Formeln auf: \[ \begin{aligned} & dt_i = \frac{1}{2\pi \sqrt -1} \int d\xi\;\frac{1-e^{-\xi}}{\xi}\;\sum\;\frac{dv_j P_{ij}}{F(\xi)},\\ & dv_i = \frac{1}{2\pi \sqrt -1} \int d\xi\;\frac{\xi}{1- e^{-\xi}}\;\sum\;\frac{dt_i P_{ij}}{F(\xi)}\,,\end{aligned} \] wo der Integrationsweg die Wurzeln von \(F(\xi)=0\) einschließen, im zweiten Falle aber außerdem auch noch die Wurzeln von \(1- e^{-\xi} = 0\) ausschließen muß, mit alleiniger Ausnahme der Wurzel \(\xi =0\). Die infinitesimalen Transformationen der kanonischen Parametergruppe erscheinen nun in der Gestalt: \[ X_i f= \frac{1}{2\pi \sqrt -1} \int \frac{\xi d\xi}{(1- e^{-\xi}) F(\xi)}\;\sum P_{ji}\;\frac{\partial f}{\partial v_j} \,. \] Alle diese Formeln sind nur eine neue Darstellung der von \textit{Lie} und in noch vollkommenerer Form von \textit{Schur} entwickelten Formeln, die, sobald die endlichen Gleichungen der adjungierten Gruppe bekannt sind, durch bloße Quadratur gefunden werden. Der Verf. wendet seine Formeln auf die Gruppe der Drehungen um einen festen Punkt an und zeigt, daß\ sie zu denselben Formeln führen wie die Quaternionentheorie. Die weiteren Betrachtungen über die Beziehungen der Parametergruppe zur Adjungierten enthalten für den Kenner der Untersuchungen von \textit{Lie} und \textit{Schur} nichts wesentlich Neues. Es folgen Betrachtungen über die endlichen Transformationen der Parametergruppe, die durch \(e^U e^W = e^V\) definiert wird, wo \(U= \varSigma u_i X_i f\) u. s. w. Den Transformationen \(e^u, e^W, e^V\) entsprechen drei Transformationen \(\varLambda_0, \varLambda_1, L\) der adjungierten Gruppe (nämlich die mit den kanonischen Parametern \(u_i, w_i, v_i\)), und die Koeffizienten von diesen seien \(\lambda_{ij}^0, \lambda_{ij}^1, l_{ij}\). Da die \(l_{ij}\) bilineare Funktionen der \(\lambda_{ij}^0, \lambda_{ij}^1\) sind, so ergibt sich, daß\ die \(v_i\) als Funktionen der \(u_i, w_i\) nur dann aufhören können, holomorph zu sein, wenn \(L\) eine singuläre Transformation der Adjungierten ist. Das wird noch für den Fall, daß\ die Gruppe ausgezeichnete infinitesimale Transformationen enthält, näher ausgeführt. In \(\S\) 4 betrachtet der Verf. die Gruppen vom Range Null. Die infinitesimalen Transformationen der Parametergruppe haben da die Form: \[ X_i f= \sum_q^{1 \cdots m} X_i^q, \quad X_i^q f= \textstyle\sum W_{ik}^q\;\frac{\partial f}{\partial v_k}, \] wo die \(W_{ik}^q\) ganze homogene Funktionen \(q\)-ter Ordnung sind, was zu allerhand interessanten Betrachtungen Anlaß\ gibt. In \(\S\) 5 wird die Parametergruppe wieder vorgenommen und ihre Integraldarstellung umgestaltet. Wieder werden die \(v_i\) als Funktionen der \(u_i\) und \(w_i\) betrachtet. Es kann vorkommen, daß, wenn die \(u_i\) und \(w_i\) nach kontinuierlichen Änderungen zu ihren ursprünglichen Werten zurückgekehrt sind, die \(v_i\) andere Werte \(v_i^0\) angenommen haben. Die Transformationen der Adjungierten, die die kanonischen Parameter \(v_i\) und \(v_i^0\) haben, fallen dann notwendig zusammen, während \(e^V\) und \(e^{V_0}\) \((V_0 = \sum v_i^0 X_i f)\) das nicht zu tun brauchen. Die Transformation \(e^V e^{-V_0}\) ist aber mit allen Transformationen der Gruppe vertauschbar; sie ist eine \textit{spezielle} Transformation der Gruppe, wie der Verf. sich ausdrückt. Über das Auftreten solcher speziellen Transformationen werden wichtige Untersuchungen angestellt. In \(\S\) 6 betrachtet der Verf. die endlichen Gleichungen der kanonischen Parametergruppe, indem er von den Differentialgleichungen \[ \frac{dv_i}{d\varepsilon} = \frac{1}{2\pi \sqrt -1} \int \frac{\xi d\xi}{1- e^{-\xi}}\;\sum\;\frac{t_j P_{ij}}{F(\xi)} \] ausgeht, die die eingliedrigen Untergruppen bestimmen. Hier sind besonders die Werte \(v_i\) von Interesse, für die die Gleichung \(F(\omega) = 0\) eine Wurzel \(\omega_0\) besitzt gleich einem Vielfachen von \(2\pi i\). Der Verf. zeigt, daß\ in der Nähe einer solchen Stelle die \(v_i\), als Funktionen von \(\varepsilon\) betrachtet, Differentialgleichungen von der Form: \[ \frac{dv_i}{d \varepsilon}= \frac{V_i}{(\omega - \omega_0)^p}, \quad \frac{d \omega}{d \varepsilon} = \frac{\varOmega}{( \omega - \omega_0)^p}, \] genügen, wo \(\varOmega\) und die \(V_i\) holomorph sind, und wo \(F(\omega) =0\) ist. In der Nähe einer solchen Stelle werden daher die \(v_i\) keine holomorphen Funktionen der \(u_i, w_i\) mehr sein. \(\S\) 7 endlich enthält allerhand Formeln und Betrachtungen, aus denen sich, wie der Verf. mehr andeutet, als daß\ er es wirklich ausführt, interessante Beziehungen zwischen den Wurzeln der zu einer Gruppe gehörigen Gleichung \(F(\omega) =0\) erschließen lassen werden. -- Im Vergleich mit den zahlreichen Arbeiten amerikanischer Mathematiker, die die Frage nach den singulären Transformationen der Gruppen fast nur an speziellen Beispielen studiert haben, ist es eine wahre Freude, zu sehen, wie ein Meister wie der Verf. die allgemeinen Gesichtspunkte in den Vordergrund stellt, auch wenn er nicht lauter neue Resultate zu Tage fördert.
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