Ueber eine Eigenschaft des Potentials unter Annahme eines Green'schen Wirkungsgesetzes. (Q1521255)

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scientific article; zbMATH DE number 2677270
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    Ueber eine Eigenschaft des Potentials unter Annahme eines Green'schen Wirkungsgesetzes.
    scientific article; zbMATH DE number 2677270

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      Ueber eine Eigenschaft des Potentials unter Annahme eines Green'schen Wirkungsgesetzes. (English)
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      1896
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      Green hat in zweien seiner Arbeiten (Mathem. Papers, p. 117 u. 185) statt des Newton'schen Gesetzes ein allgemeineres zu Grunde gelegt, bei dem die Potentialfunction eines wirksamen Punktes durch \(kmr^{-1- \alpha}\) gegeben ist. Er findet dabei, dass für dieses allgemeinere Gesetz nicht nur durch die gegebene Massenverteilung das Potential \(V\) eindeutig bestimmt ist, sondern dass auch umgekehrt aus dem gegebenen Werte von \(V\) sich die Massenverteilung ergiebt. Dieses von Green nur für Kugeln und Ellipsoide abgeleitete Resultat wird von Wirtinger verallgemeinert. Durch Verbindung der von Green geschaffenen Hülfsmittel mit dem Weierstrass'schen Begriff der Fortsetzung einer analytischen Function gelangt er zu folgendem Satze, welcher die eigentümliche Sonderstellung des Newton'schen Gesetzes innerhalb des allgemeinen Green'schen kennzeichnet: ``Ist, unter Zugrundelegung des Elementargesetzes \(mr^{-1-\alpha}\) für das Potential, das Potential einer räumlichen Masse in einem endlichen massenfreien, übrigens beliebig kleinen Raumteil gegeben, so ist dadurch die Massenverteilung selbst eindeutig bestimmt in allen Fällen, in welchen \(\alpha\) positiv und von Null verschieden ist, dagegen sicher nicht bestimmt für \(\alpha = 0\). Zum Beweise betrachte man die Function \[ W = \int \frac {k(\xi, \eta, \zeta)d\xi\, d\eta\, d\zeta}{(r^2 + u^2) \frac {1 + \alpha}{2}}\,, \quad r^2 = (x - \xi)^2 + (y - \eta)^2 + (z - \zeta)^2\,, \] die für \(u = 0\) in das Potential \(V\) übergeht. Für diese Function ergiebt sich, wenn man um die Stelle \(x, y, z\) der Masse eine kleine Kugel abgrenzt, dann zuerst \(u\), nachher den Kugelradius verschwinden lässt: \[ \lim_{u=0} \left(u^{\alpha - 1}\;\frac {\partial W}{\partial u}\right) = - 4\pi^{\tfrac 32}\;\frac {\varGamma \left(\tfrac 12 \alpha\right)}{\varGamma \left(\frac {1 + \alpha}{2}\right)}\;k(x, y, z)\,. \] Kann man daher \(W\) ermitteln für alle Werte des \(u\) ausser \(u = 0\), sobald \(V\) gegeben ist, so kann man mittelst der letzten Formel durch einen Grenzprocess die Dichtigkeit \(k\) finden, so lange \(\alpha\) positiv und von Null verschieden ist. Nun ist aber \(W\) ein eindeutiger Zweig einer analytischen Function, so lange \(x, y, z, u\) reell und ausserhalb desjenigen Gebietes bleiben, für welches \(u = 0\) und zugleich \(x, y, z\) ein innerhalb der Masse gelegener Punkt ist. Da \(W\) ausserdem der Differentialgleichung \[ \varDelta W + \frac {\partial^2W}{\partial u^2} + \frac {\alpha - 1}{u}\;\frac {\partial W}{\partial u} = 0, \quad \varDelta W = \frac {\partial^2W}{\partial x^2} + \frac {\partial^2W}{\partial y^2} + \frac {\partial^2W}{\partial z^2} \] genügt, so ist \(W\) vollständig bestimmt, wenn es nur in einem endlichen massenfreien Raumteil gegeben ist, für den \(u = 0\) ist. In der That ergiebt sich aus der vorstehenden Differentialgleichung \[ W = \sum^\infty_{n=0} \;V_nu^{2n}\,, \] und alle Coefficienten sind durch \(V_0\) bestimmt. Kennt man also in einem noch so kleinen, aber endlichen massenfreien Raumteil \(V_0\), d. i. das Potential der wirkenden Masse in Bezug auf äussere Punkte, so kennt man in einem endlichen Gebiete der Variablen \(x, y, z, u\) die Function \(W\) und kann daraus \(k\) ableiten. -- Die erwähnte Bestimmung der Coefficienten \(V_n\) aus \(V_0\) versagt für \(\alpha = 0\). Die Function \(V_0\) darf im Ausgangsgebiete nicht etwa willkürlich gegeben sein, sondern muss das Potential einer bloss räumlich verteilten, nicht aber auf Linien und Flächen concentrirten Masse sein. Der Verf. erörtert die notwendigen Bedingungen dafür und zeigt, indem er auf die Function \(W\) ein ähnliches Verfahren anwendet wie beim Beweise des gewöhnlichen Green'schen Satzes, dass jene Bedingungen auch hinreichend sind.
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