Compendium der theoretischen Physik (Anzeige des Verfassers). (Q1521271)

From MaRDI portal





scientific article; zbMATH DE number 2677285
Language Label Description Also known as
default for all languages
No label defined
    English
    Compendium der theoretischen Physik (Anzeige des Verfassers).
    scientific article; zbMATH DE number 2677285

      Statements

      Compendium der theoretischen Physik (Anzeige des Verfassers). (English)
      0 references
      0 references
      1896
      0 references
      Siehe auch JFM 27.0666.01. Wir haben es hier mit einem eigenartigen Werke zu thun, das sich von den vorhandenen Lehrbüchern wesentlich unterscheidet und die grösste Beachtung seitens der Fachgenossen verdient. Während die wenigen bisher veröffentlichten Werke, die die ganze theoretische Physik umfassen, mehr den Charakter einer Einleitung in diese Wissenschaft tragen und die verschiedenen Disciplinen neben einander entwickeln, ohne auf ihren inneren Zusammenhang einzugehen, hat W. Voigt sich zum ersten Male die Aufgabe gestellt, das ganze Gebiet der Physik möglichst einheitlich darzustellen. Er hat, um diese Aufgabe lösen zu können und um zugleich dem Lernenden die Gewinnung eines umfassenden Standpunkts zu erleichtern, auf die Behandlung solcher speciellen Probleme, die umständliche mathematische Entwickelungen verlangen, ohne zu Resultaten von wirklich physikalischen Interesse zu führen, ganz verzichtet; nur die Möglichkeit und der Weg zur Lösung sind häufig angedeutet. Ausführlich sind lediglich Probleme von allgemein physikalischer Bedeutung erörtert. Durch diese Beschränkung unterscheiden sich auch die einzelnen Abschnitte wesentlich von der Darstellung solcher Lehrbücher, die einzelnen Disciplinen der theoretischen Physik gewidmet sind. -- Dagegen ist das grösste Gewicht auf das Verständnis der Grundlehren gelegt; in der Darstellung reihen sich zusammengehörige, resp. analoge theoretische Entwickelungen an einander, wenn sie auch verschiedenen Gebieten angehören; es treten die allgemeinen Gesetze und die Beziehungen verschiedener Gebiete zu einander schärfer hervor. Der Verf. geht ferner vielfach über das Niveau der ausführlichen Bearbeitung einzelner Kapitel insofern hinaus, als er die Fragestellungen möglichst allgemein formulirt. Fügen wir noch hinzu, dass die Entwickelungen nur verhältnismässig elementare mathematische Hülfsmittel benutzen, allerdings incl. der Grundlehren der höheren Analysis, so sind damit die hauptsächlichsten Eigentümlichkeiten des Werkes gekennzeichnet. Weiter ist hervorzuheben, dass es sich in dem Buche nicht lediglich um eine zusammenfassende Darstellung bekannter Resultate handelt; das Ziel, das sich der Verf. gesteckt, erforderte vielfach Abänderungen älterer Entwickelungen, häufig auch die Einfügung neuer eigener Untersuchungen. Diese neuen, resp. abgeänderten Entwickelungen, auf deren hauptsächlichste weiterhin hinzuweisen sein wird, werden neben der eigenartigen Disposition und der eleganten Darstellung auch den reiferen Forscher interessiren und anregen; grossen Nutzen wird das Werk ferner Studirenden gewähren, die bereits einige Vorlesungen über specielle Gebiete der theoretischen Physik erhört haben; für die erste Einführung in die Wissenschaft ist es nicht bestimmt. Ueber den reichen Inhalt des Buches kann hier nur ein kurzer Ueberblick gegeben werden, da eine eingehendere Besprechung einen zu grossen Raum erfordern würde. Auf eine Einleitung, in der die Frage der physikalischen Einheiten und Dimensionen erörtert wird und die Gesichtspunkte aufgestellt werden, die bei der Verfügung über die Constanten physikalischer Gesetze in Betracht kommen, folgt als erster Teil die Mechanik starrer Körper. Dieser Teil hat wegen der allgemeinen Tendenz des Buches eine eigentümliche Gestalt erhalten, indem einerseits viele Probleme fehlen, die man sonst in Lehrbüchern der analytischen Mechanik findet, andererseits aber die mechanischen Theorien anderer Gebiete der Physik gewissermassen als specielle Beispiele aufgenommen sind. Das erste Kapitel betrifft die Bewegung eines einzelnen materiellen Punktes, wobei die Wirkungen der Schwere, der Centralkräfte, des Luftwiderstandes und der gleitenden Reibung als Beispiele dienen. Es folgt (Kap. II) die Bewegung eines Systems materieller Punkte. Hier wird nach Ableitung der allgemeinen Sätze die Wechselwirkung von Centralkräften, besonders der Gravitation, und das Weber'sche Grundgesetz behandelt und daran eine Skizze der Weber'schen Theorie der Elektrodynamik geknüpft. Weiter schliesst sich hier die Entwickelung der kinetischen Gastheorie an, aus der wir besonders bemerkenswert die eigenartige Ableitung der adiabatischen Temperaturänderung eines Gases hervorheben. Das Kapitel schliesst mit den Lagrange'schen und Hamilton'schen Gleichungen und der Darlegung der Grundgedanken der Helmholtz-Boltzmann'schen Cyklentheorie. In Kapitel III (Bewegung starrer Körper) wird neben dem Rotationsproblem die moleculare Theorie der Elasticität entwickelt, ferner im Anschluss an die cyklischen Systeme, welche starre Körper enthalten, Maxwell's Theorie der Elektrodynamik. Die Darstellung der genannten Theorien ist durchweg eigenartig; so liefert die moleculare Elasticitätstheorie zum ersten Male einen speciell für krystallinische Medien gültigen Ansatz, und daran schliesst sich eine Entwickelung der Principien, nach denen derartige Ansätze für die verschiedenen Krystallgruppen specialisirt werden. Es ist eine Tabelle beigefügt, die gewisse wichtige scalare Functionen für die einzelnen Krystallsysteme zusammenstellt; eine kleine Lücke dieser Tabelle ist am Schluss von Band II ausgefüllt. Hervorzuheben ist aus diesem Kapitel noch der Abschnitt über conservative Wechselwirkung zwischen starren Körpern. Das letzte Kapitel bringt eine gedrängte Uebersicht der Potentialtheorie. Hier findet auch die Newton'sche Potentialfunction von neutralen Polsystemen ihre Stellung und deren Anwendung auf die moleculare Theorie der dielektrischen und magnetischen Influenz, sowie der Pyro- und Piëzoelektricität. Endlich mag noch darauf hingewiesen werden, dass in der ganzen Mechanik neben der Gleichung der lebendigen Kraft auch die Gleichgewichtsbedingung (Princip der virtuellen Arbeit) und die Bedingung für den Anfang der Bewegung aus der Ruhe stark betont werden. Der zweite Teil ist der Mechanik nichtstarrer Körper gewidmet. Nachdem (Kap. I) die Grundgleichungen für das Gleichgewicht und die Bewegung solcher Körper entwickelt sind, werden dieselben zunächst (Kap. II) auf die Hydrostatik incl. der Capillaritätstheorie angewandt; fast alle auf letztere Theorie bezüglichen Entwickelungen des Verf. sind neu, von Resultaten insbesondere die Ausdrücke für die Wirkung der capillaren Oberflächenspannung, welche zur Geltung kommt, wenn die Grenze zweier Flüssigkeiten gegen die Oberfläche eines festen Körpers läuft. Aus den hydrostatischen Gleichungen werden auch die Grundgesetze der Elektrostatik abgeleitet. In der Hydrodynamik (Kap. III) sind wiederum die Teile von geringerem physikalischen Interesse kurz behandelt, ausführlich dagegen die Bewegung imponderabler Fluida innerhalb ponderabler Körper, wie Strömungen von Wärme und Elektricität in Leitersystemen, die Diffusion und verwandte Erscheinungen. Das folgende IV. Kapitel (Elasticität und Akustik) hat einen erheblich grösseren Umfang als die vorhergehenden. Behandelt werden die Gesetze der elastischen Kräfte, die Bewegung elastischer Flüssigkeiten und die Resonanzerscheinungen, letztere wieder in eigenartiger Entwickelung. Neu ist vor allem ein aus der Green'schen Gleichung abgeleiteter Satz, der über die Erregung von Schwingungen Aufschluss giebt. Dann folgen Gleichgewicht und Bewegung unbegrenzter elastischer Medien, Gleichgewicht begrenzter elastischer Körper, endlich in einfacherer und übersichtlicherer Behandlung als bei Kirchhoff die Theorie des elastischen Stabes und der elastischen Platte. Das letzte (V.) Kapitel endlich enthält die Theorie der inneren Reibung und der elastischen Nachwirkung, die hier als nicht wesentlich verschieden erscheinen. Anwendungen der Theorie werden auf incompressible Flüssigkeiten und elastische Stäbe, insbesondere aber auf die Fortpflanzung ebener Wellen in einem unendlichen elastischen absorbirenden Medium gemacht, und damit sind die Grundlagen der mechanischen Theorie des Lichtes gewonnen. Die Betrachtung von Medien ohne innere Kräfte liefert eine mechanische Analogie zu den Gesetzen des elektromagnetischen Feldes. Einiges aus dem Inhalt dieses Kapitels konnte Voigt seinen eignen früheren Arbeiten entnehmen, anderes ist, ebenso wie die Darstellung, neu. Den Schluss des ersten Bandes bildet (Teil III) die Wärmelehre, die durchweg in veränderter, allgemeinerer und einheitlicherer Weise und damit kürzer dargestellt ist als in anderen Büchern. Hier werden die reinen Wärmeerscheinungen als ideelle Grenzfälle complicirter ``thermisch-mechanischer Umsetzungen'' (so lautet der Titel des ersten Kapitels) aufgefasst. Nach Aufstellung der Grunddefinitionen werden die bekannten beiden Hauptgleichungen für umkehrbare Vorgänge abgeleitet; es werden die Begriffe der Energie und Entropie eingehend erörtert und die Theorie in eine Gestalt gebracht, die ihre Anwendung auf elastische Körper ermöglicht; insbesondere ergeben sich hierbei die Gesetze der thermischen Dilatation und der adiabatischen Deformation. Weiter werden die nicht umkehrbaren Zustandsänderungen behandelt; als specieller Fall derselben stellt sich die Wärmeleitung dar, deren Erscheinungen damit der allgemeinen Theorie eingeordnet sind. Zum Schluss werden die allgemeinen Bedingungen des thermisch-mechanischen Gleichgewichts untersucht. Den Inhalt des zweiten Kapitels bildet die Theorie der thermisch-chemischen Umsetzungen, d. h. die Ableitung der allgemeinen Sätze über thermisch-chemisches Gleichgewicht und Anwendung derselben auf verschiedene Fälle. Im zweiten Bande des Werkes werden die Grundgesetze der Elektricität und des Magnetismus (Teil IV), sodann die der Optik (Teil V) frei von speciellen Vorstellungen über den Mechanismus der Vorgänge allein aus den Resultaten der Beobachtung entwickelt. In der Elektrostatik (Teil IV, Kap. I), die, der historischen Entwickelung entsprechend, an der Spitze der Elektricitätslehre steht, geht der Verf. von dem der Erfahrung entnommenen Coulomb'schen Gesetze aus, definirt dabei den Begriff der Ladung und führt dann erst die Potentialfunction ein. Es folgt die Theorie der Influenzirung von Leitern, bei der, wie in der Mechanik, alle Probleme von vorwiegend mathematischem Interesse fortgelassen sind. Einen grösseren Raum nimmt die Theorie der Dielektrica ein, deren Grundlage wieder die Erfahrung bildet. Es wird zunächst die elektrische Verteilung auf einem System von Leitern, das sich innerhalb einer unendlichen dielektrischen Flüssigkeit befindet, erledigt, und dann werden die Erweiterungen dargelegt, die notwendig werden, wenn mehrere Dielektrica vorhanden sind. Die so gewonnenen Ergebnisse sind in voller Uebereinstimmung mit den im ersten Bande aus der molecularen Theorie abgeleiteten. Die Erörterung der elektrischen Kräfte und Polarisationen innerhalb eines Dielektricums führt auf die Betrachtung krystallinischer Dielektrica; hier werden speciell die Kräfte berechnet, die ein dielektrischer Krystall im homogenen Felde ausübt und erfährt. Weiter wird die Arbeit der elektrischen Kräfte bei einer Deformation der Dielektrica untersucht, und daraus ergiebt sich die Zurückführung der elektrischen Fernwirkungen auf Spannungen im Dielektricum. Zuletzt werden die thermodynamischen Eigenschaften der Dielektrica erörtert und daraus die Grundgesetze der Pyro- und Piëzoelektricität, der dielektrischen Influenz und der Elektrostriction abgeleitet. Kapitel II enthält die Lehre vom Magnetismus, die von den fundamentalen Erfahrungsthatsachen über permanente Magnete ausgeht. Die Entwickelung der Potentialfunction eines permanenten Magneten führt auf die Gauss'sche Theorie des Erdmagnetismus, und schliesst sich die Theorie der magnetischen Influenz und der magnetischen Spannungen, die Zurückführung der magnetischen Fernwirkungen auf Druckkräfte, die Magnetostriction. Die Grundformeln des Elektromagnetismus (Kap. III) werden abgeleitet aus der Betrachtung von Leitersystemen, die kein elektrisches Gleichgewicht gestatten, und der Thatsache, dass von solchen Leitern magnetische Polarisation und Kräfte ausgehen. Die Untersuchung der im Leitersystem selbst auftretenden Polarisationen zeigt, dass sich dieselben als Componenten einer stationären Strömung, der ``freien elektrischen Strömung'', deuten lassen. Diese zerfällt in einen nur von den magnetischen Kräften und in einen nur von den magnetischen Momenten abhängigen Teil, die ``wahre elektrische Strömung'' und die ``scheinbare Strömung''. Die elektrische Strömung erscheint also in dieser neuen und eigenartigen Darstellung zunächst nur als eine für die Veranschaulichung geeignete Fiction. Weiter werden die elektrischen Kräfte in einem stromführenden System und ihre Beziehungen zu den magnetischen betrachtet, und daran schliessen sich allgemeine Erörterungen über elektrische Ströme, sowie über die Dimensionen und Einheiten ihrer Stärke und Dichte. Die Beziehungen der Strömungen zu den magnetischen Kräften führen auf die Gesetze des Elektromagnetismus und der Elektrodynamik die Beziehungen zu den elektrischen Kräften auf die allgemeinen Gesetze der stationären elektrischen Ströme. Im Anschluss daran werden die thermischen, mechanischen und magnetischen Einwirkungen auf die Constanten der Leitungsfähigkeit erörtert, ferner werden aus der elektrischen Arbeit in einem stromdurchflossenen Körper die Joule-, Peltier- und Thomson-Wärmen abgeleitet, sowie die Gesetze der Elektrolyse. Zum Schluss werden endlich auch nichtstationäre Ströme betrachtet. Ihre Behandlung erfordert eine Erweiterung der elektromagnetischen Grundgleichungen, aus der auch die Strömung in bewegten Leitern folgt; es ergeben sich dabei auf neue Weise die Gesetze der Polarisations- und Convectionsströme. Das IV. Kapitel ist der Lehre von den inducirten Strömen gewidmet. Ausgehend von den der Beobachtung entnommenen Integralgesetzen, bespricht der Verf. zunächst die Induction in ruhenden linearen Leitern und wendet die gewonnenen Formeln auf verschiedene Erscheinungen an. Es folgen die allgemeinen Gesetze der in körperlichen Leitern und den Dielektrica inducirten elektrischen Kräfte; aus letzteren ergeben sich die Hertz'schen Schwingungen wie auch die Grundgleichungen der elektromagnetischen Lichttheorie. Das Kapitel schliesst mit den allgemeinen Inductionsgleichungen für bewegte Körper und Anwendungen dieser Gleichungen. Die Ableitung der Formeln für die Induction in körperlichen Leitern, mögen diese ruhen oder bewegt sein, ist wesentlich neu. Die Einheiten, die der Darstellung der Elektricitätslehre zu Grunde liegen, sind die elektrostatisch-magnetischen, die Hertz benutzt hat, und die sich bei allen allgemeinen theoretischen Darstellungen in erster Linie empfehlen. Auch die Nomenclatur ist im wesentlichen die von Hertz angewandte, und ebenso schliesst sich der Verf. in den Bezeichnungen mit wenigen Ausnahmen an Hertz an. Um das Verständnis auch eines aus dem Zusammenhange gerissenen Kapitels der Elektricitätslehre zu erleichtern, ist dem Inhaltsverzeichnis eine Zusammenstellung der wichtigsten in Teil IV eingeführten Bezeichnungen beigegeben. Für die Darstellung der Optik (Teil V) sind nicht die elektromagnetischen Gleichungen als Grundlage benutzt, sondern es ist, um die Hinzunahme mehr oder weniger bedenklicher Hülfshypothesen zu vermeiden, über den Mechanismus des Vorgangs eine bestimmte Vorstellung nicht eingeführt. Die Vorgänge werden dargestellt mit Hülfe einer als Polarisationsvector bezeichneten Grösse, die identisch ist mit dem Neumann'schen Vector der elastischen Theorie und nahe zusammenhängt mit der magnetischen Kraft der elektromagnetischen Theorie. Der mit ihr rein geometrisch verbundene Fresnel'sche Vector wird wesentlich nur als bequeme Abkürzung geführt. In Kapitel I werden die allgemeinen Grundlagen der Theorie entwickelt. Es wird die analytische Form der ``optischen Zustandsfunction'' für ebene Wellen aus den Interferenzerscheinungen abgeleitet; es werden die Eigenschaften und analytischen Darstellungen des natürlichen und des teilweise polarisirten Lichtes erörtert und die Differentialgleichungen für die Fortpflanzung der Lichtschwingungen im leeren Raume aufgestellt. Diesen wird im Hamilton'schen Princip eine Form gegeben, welche ihre Ausdehnung auf beliebige durchsichtige und absorbirende Medien gestattet. Es folgt (Kap. II) die Fortpflanzung ebener Wellen in durchsichtigen Medien. Hier wird zunächst die Theorie der Doppelbrechung in durchsichtigen inactiven Krystallen entwickelt; isotrope Medien treten dabei nur als ein specieller Fall auf. Daran schliesst sich die Reflexion und Brechung an der ebenen Grenze zweier durchsichtigen Krystalle, und zwar werden nicht nur, wie sonst üblich, die einfallenden Wellen als homogen, d. h. ihre Amplituden als überall gleich vorausgesetzt, sondern daneben wird auch der Fall inhomogener Wellen in Betracht gezogen, d. h. solcher, bei denen die Amplituden in der Wellenebene nach einer Richtung proportional einer Exponentialfunction variiren. Speciell wird die Totalreflexion an der Grenze zweier isotropen Medien und die hierbei stattfindende Energieströmung discutirt. Auch die Interferenzerscheinungen an planparallelen Krystallplatten im polarisirten Lichte finden hier ihre Stelle. Nachdem noch die Veränderungen der optischen Eigenschaften von Krystallen bei der Einwirkung von Temperaturänderungen, Deformationen und elektrischen Kräften behandelt sind, werden die für durchsichtige magnetisch-active und für natürlich- active Medien geltenden Formeln abgeleitet, endlich wird der Einfluss der Oberflächenschichten auf die Erscheinungen der Reflexion und Brechung erörtert. Während bis dahin nur durchsichtige Medien in Betracht gezogen waren, wird in Kap. III die Fortpflanzung ebener Wellen in absorbirenden Medien untersucht. Dazu sind die früheren Formeln zu erweitern, was hauptsächlich durch Einführung complexer Grössen an Stelle der reellen geschieht. Die Ergebnisse werden auf die extremen Fälle schwacher Absorption, wie bei pleochroitischen Krystallen, und sehr starker Absorption, wie bei den Metallen, angewandt. Eine Vereinfachung der Entwickelungen wird hier dadurch erreicht, dass die Wellennormale mit einer Coordinatenaxe zusammengelegt wird, ein Kunstgriff, dessen durchgängige Anwendung neu ist. Am Schluss des Kapitels wird auch die anomale Dispersion und der Einfluss der Translation eines Mediums auf die Lichtbewegung besprochen; beide Erscheinungen erfordern eine Erweiterung der Theorie durch Heranziehung neuer Schwingungsvectoren. Das letzte (IV.) Kapitel ist allgemeineren Schwingungsvorgängen, insbesondere in isotropen durchsichtigen Körpern, gewidmet. Der Inhalt im einzelnen betrifft die Theorie des leuchtenden Punktes, die Interferenz bei Anwesenheit mehrerer leuchtender Punkte, die Beugung an einer absolut reflectirenden oder absolut schwarzen Halbebene, das Huygens'sche Princip, die angenäherte Theorie der Fresnel'schen und Fraunhofer'schen Beugungserscheinungen und zuletzt das Kirchhoff'sche Emissions- und Absorptionsgesetz. Dieser Inhaltsübersicht ist noch hinzuzufügen, dass den einzelnen fünf Teilen des Werkes umfangreiche Litteraturnachweise beigefügt sind.
      0 references

      Identifiers