Cours de géométrie descriptive et de géométrie infinitésimale. (Q1522331)
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scientific article; zbMATH DE number 2676560
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Cours de géométrie descriptive et de géométrie infinitésimale. |
scientific article; zbMATH DE number 2676560 |
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Cours de géométrie descriptive et de géométrie infinitésimale. (English)
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1896
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Das Lehrbuch ist eine ausführliche Bearbeitung der Vorträge, die der Verf. in dem Vorbereitungsjahre für die Zöglinge der École des ponts et chaussées hält; die über diesen Rahmen hinausgehenden Partien sind durch kleineren Druck kenntlich gemacht. Aus der Entstehung des Werkes und aus der Person des Lehrers erklären sich viele Eigentümlichkeiten, die man nach dem Titel nicht vermuten dürfte. Das Buch ist weder ein erschöpfender Lehrgang der darstellenden Geometrie, noch ein solcher der infinitesimalen Geometrie; es enthält vielmehr eine dem Studienplane der Lehranstalt angepasste Auswahl aus diesen Gebieten und trägt besonders in dem zweiten Teile das originale Gepräge, welches der geschickte Verf. seinen Schriften aufzudrücken pflegt. Jeder der beiden im Titel gekennzeichneten Teile des Werkes zerfällt in vier Kapitel. Die darstellende Geometrie beginnt im ersten Kapitel sofort mit den kotirten Projectionen und erledigt auf 32 Seiten die Aufgaben über Punkt, Gerade, Ebene und die wichtigsten Aufgaben über Kegel und Kugel sowie über die topographischen Flächen. Offenbar ist, gemäss den französischen Schulplänen, vorausgesetzt, dass die Schüler einen vorgängigen Cursus der darstellenden Geometrie, also besonders über die orthogonalen Projectionen, durchgemacht haben. Das zweite Kapitel (S. 33-64) umfasst die elementaren, praktischen Lehren der ``axonometrischen Perspective'', welche in zwei Teilen als ebene und als räumliche vorgetragen wird, ohne dass auf Berechnungen eingegangen ist. Einen grösseren Raum beansprucht die Theorie der gebräuchlichen Schatten (S. 65-154) im Kapitel III, wo nach den allgemeinen einleitenden Sätzen die Schatten auf den Körpern selbst, dann die auf Ebenen und auf krumme Flächen geworfenen Schatten behandelt werden. Am Schlusse bemerkt der Verf.: ``In der gewöhnlichen Praxis des geometrischen Zeichnens bei seiner Anwendung auf die Architektur oder auf die Maschinen bindet man sich nicht immer an die Strenge, welche die stricte Anwendung dieser Principien auferlegen würde. Es ist jedoch ratsam, das allgemeine Aussehen der durch diese directe Anwendung gegebenen Curven, ebenso ihre wesentlichen Besonderheiten (nötige Punkte und Tangenten) zu beachten'', u. s. w. Das IV. und letzte Kapitel des ersten Teiles (S. 155-246), von etwa demselben Umfange wie das vorige, bringt die Linearperspective mit manchen beherzigungswerten praktischen Winken. Wenn nun der erste Teil des Buches trotz mancher eigenartigen Abweichungen sich bei dem bearbeiteten Stoffe im ganzen der in Frankreich diesen Gegenstand beherrschenden Tradition anschliesst, so weicht die ``infinitesimale Geometrie'' des zweiten Teiles von dem Hergebrachten vollständig ab. Aus der Infinitesimalrechnung entlehnt der Verf. nur die Begriffe der unendlich kleinen Grössen der verschiedenen Ordnungen und der fundamentalen Sätze über dieselben. Im übrigen arbeitet er völlig selbständig mit den aus den Figuren entnommenen unendlich kleinen Elementen nach den Sätzen der synthetischen Geometrie. Mit drei ``Fundamentalformeln'' beginnend, welche man als Verallgemeinerungen der ersten infinitesimalen Formeln in rechtwinkligen cartesischen oder in Polar-Coordinaten ansehen kann, leitet der Verf. für besondere Curven und Flächen aus ihnen auf synthetisch-geometrischem Wege diejenigen Constructionen her, die man sonst mit Hülfe der Differentialgleichung aus den errechneten Formeln folgert. Dieses Verfahren steht in enger Verwandtschaft mit den Methoden, die sonst in der kinematischen Geometrie gelehrt werden; daher ist es auch natürlich, dass der Name Mannheim's oft wiederkehrt. Doch verdanken viele der eigenartigen Schlussweisen und der durch sie gewonnenen neuen Ergebnisse ihre Entdeckung dem Verf. selbst, über dessen hierhergehörige Arbeiten das Jahrbuch in den letzten zehn Jahren zu berichten hatte. Erst hier, wo man alle von ihm zerstreut veröffentlichten Einzelheiten zu einem zweckmässig gegliederten Ganzen vereinigt vor sich hat, kann man die Bedeutung mancher Betrachtungen würdigen, die dem Ref. und anderen Mitarbeitern des Jahrbuchs, die über sie zu berichten hatten, wegen ihrer Isolirtheit nicht klar sein konnten. Die ganze Theorie der Tangenten und Normalen ebener und räumlicher Curven, die Eigenschaften ihrer Krümmungsradien und Evoluten, der Tangentialebenen und Normalen der krummen Oberflächen, die Lehre von der Krümmung der Flächen mit den Sätzen von Meunier und Euler werden nicht bloss allgemein entwickelt, sondern an einer Reihe von Beispielen beleuchtet. Dieser Teil des Buches bildet daher eine vortreffliche Ergänzung der analytischen Darstellungen des Gegenstandes in den üblichen Werken.
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